Website und Social Media richtig vernetzen

Wenn es ums Thema Vernetzen geht, wird das richtige Verknüpfen von Website und Social Media gern vergessen. Da werden lieber Fans gekauft, als denen, die vielleicht gern Follower werden würden, das Auffinden der entsprechenden Präsenzen zu erleichtern. Es wird auf Facebook geschimpft, weil die Inhalte der eigenen Website beim Verlinken in Facebook so komisch aussehen, statt sich um eine passende Ausstattung eben dieser Website zu kümmern. Deshalb soll hier in fünf Schritten gezeigt werden, worauf beim Vernetzen von Website und Social Media zu achten ist.

Symbolfoto Social Media

(Bild: © Rawpixel – Fotolia.com)

Die Website wird dabei als Basis und damit Bezugspunkt für jedwede Kommunikation im Web angesehen. Präsenzen auf Facebook und Co. stellen Außenposten dieser Basis dar. Über diese Außenposten können eigene Inhalte und die von anderen weitergesagt, Informationen ausgetauscht, Fragen beantwortet und das Netzwerk gepflegt werden.

Aber diese Präsenzen nur zu haben, reicht nicht. Jede einzelne von ihnen muss auch leicht auffindbar sein und das egal, wo der Besucher einsteigt. Alle Präsenzen zusammen sollten dafür sinnvoll miteinander verknüpft werden.

Schritt 1: Wiedererkennbarkeit sichern

Ja, bei solchen Basics hapert es oft schon. Und die verschiedenen, sich ständig ändernden Maße von Titel- und Profilbildern in den verschiedenen Social-Media-Kanälen machen das nicht gerade leichter. Trotzdem sollte man darauf achten, dass zumindest das Profilbild überall dasselbe ist und leicht wiedererkannt werden kann. Titelbilder dienen eher der Dekoration, sollten aber ebenfalls den Wiedererkennungswert fördern.

Wer als Profilbild ein Logo nutzt, sollte darauf achten, dass es sowohl quadratisch (Facebook und Twitter) als auch rund ausgeschnitten (Google+) lesbar ist. Da es auch als Avatar in kleinerer Form bei jedem Beitrag dabeisteht, sollte es nicht zu viele Details und einen guten Kontrast haben. Handelt es sich bei einem Profilfoto um ein Personenfoto, dann sollte es überall dasselbe sein, möglichst sympathisch rüberkommen und zum Anlass passen.

Noch wichtiger als das Design ist der Name, der für Facebookseite, Twitteraccount und Co. vergeben wird. Dieser Name sollte möglichst überall der sein, der auch auf der Website verwendet wird. Und zwar ohne Slogans oder sonstige Zusätze.

Die Kür ist dann die Namensadresse (vanity url) einer solchen Präsenz. Auch diese sollte – soweit verfügbar – möglichst gleich sein, also z.B. facebook.com/meinefirma und @meinefirma auf Twitter und Instagram. Bei Google+ wird das schwierig. Hier können solche Adressen nicht frei vergeben werden. Darum empfehle ich stattdessen externe Anbieter dafür, wie z.B. gplus.to.

Alle Artikel bequem via E-Mail lesen

Alle Artikel bequem via E-Mail lesen

Jeden Montag veröffentlichen wir einen ausführlichen Beitrag, geschrieben von namhaften Expertinnen und Experten. Sie erklären, geben Tipps und ordnen ein. Wer diese und weitere Artikel nicht verpassen will, bekommt sie mit dem UPLOAD Newsletter bequem zugeschickt – in voller Länge! In diesem Monat dreht sich der Schwerpunkt um Privatsphäre und Datenschutz.

Mehr über die aktuelle AusgabeJetzt den Newsletter bestellen

Schritt 2: Website und Impressum von Social Media aus verlinken

Ein Muss beim Erstellen von Social-Media-Präsenzen ist das Verlinken der eigenen Website und des dortigen Impressums. Manche Plattformen bieten dafür getrennte Formularfelder an, wie z.B. Facebook oder Xing. Dort kann man einerseits die Website verlinken und andererseits die Impressumsangaben direkt eintragen. Wo nur eine Verlinkungsmöglichkeit besteht, muss direkt zum Impressum verlinkt werden, wie z.B. auf Instagram. Dabei sollte der Impressumslink sprechend sein, also möglichst www.meinewebsite.de/impressum heißen. Wichtig ist, dass das Impressum – egal wo man in der jeweiligen Plattform einsteigt – in zwei Klicks direkt erreichbar ist.

Schritt 3: Social-Media-Präsenzen von Website aus auffindbar machen

Um von seiner Basis auf die Außenposten im Social Web zu verweisen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Üblicherweise verwendet man dazu die Logo-Icons der Plattform, auf die man verweisen will. Diese Icons kommen entweder aus dem Layout der betreffenden Website (manche WordPress-Themes geben schon welche vor), oder man verwendet die, die die einzelnen Plattformen bereitstellen:

Für die sinnvolle Platzierung dieser Icons auf der Website gibt es verschiedene Möglichkeiten. Wichtig ist nur, sie auf jeder einzelnen page der Website an möglichst derselben Stelle unterzubringen und sie im Aussehen deutlich von den Sharebuttons (s. Schritt 4) zu unterscheiden! Üblicherweise platziert man sie daher im Kopf, oben in der Sidebar oder im Fußbereich der Website, aber nicht im Contentbereich.

Schritt 4: Weitersagen (Sharing) erleichtern

Um den Besuchern der eigenen Website das Weitersagen der dortigen Inhalte zu erleichtern, sollte man Sharebuttons installieren. Wie schon in Schritt 3 erklärt, sollten sich diese Buttons deutlich von den Icons unterscheiden, mit denen man auf seine Social-Media-Präsenzen verweist. Trotzdem sollten sie den einzelnen Plattformen auf den ersten Blick zuzuordnen sein. Beliebte Lösungen sind dafür:

In WordPress:

Außerhalb von WordPress:

Wer seine Sharebuttons per Hand in den Quelltext der Website einfügen möchte, findet die Sharecodes dafür z.B. auf:

Sharebuttons werden üblicherweise am Ende eines Inhalts (Blogartikels oder statischer Seite) platziert. Manche empfehlen, sie auch am Anfang unterzubringen. Andere wählen eine Variante, die seitlich mit dem Inhalt mitscrollt. Wichtig ist, dass die gewählte Lösung sowohl via Desktopbrowser als auch mobil funktioniert.

Mit den Sharebuttons allein ist es aber nicht getan. Wer optimale Weitersage-Ergebnisse erzielen möchte, der muss seine Website auch im Quelltext dafür preparieren, was v.a. für Facebook wichtig ist:

Facebook stellt deshalb eigene metatags (Codezeilen zur Ergänzung des Quelltexts der Website) zur Verfügung, die übrigens auch auf Google+ funktionieren. Die beiden wichtigsten sind:

  • für das Vorschaubild: <meta property="og:image" content="[URL des Bildes]">
  • für die Beschreibung: <meta property="og:description" content="[Kurze Beschreibung der Website]">

Diese metatags brauchen nur in den Header einer Website eingetragen zu werden.

Weitere mögliche metatags sind zu finden unter: https://developers.facebook.com/docs/web/webmasters/.

Wer sich mit Quelltext-Feinheiten nicht so auskennt, aber selbstgehostetes WordPress benutzt, für den gibt es Plugins wie z.B. den Facebook Thumb Fixer, die den Eintrag für das richtige Bild übernehmen.

Übrigens: Um zu überprüfen, ob die Optimierung funktioniert, braucht man nur die URL der betreffenden Seite durch den Facebook debugger unter https://developers.facebook.com/tools/debug/ zu überprüfen.

Schritt 5: Wie das mit dem Sharing funktioniert

Jetzt sind die technischen Voraussetzungen auf Seiten der Website geschaffen, um mit dem Weitersagen loszulegen. Leider machen es dort auch wieder viele falsch. Daher hier noch ein kleiner Sharing-Guide:

Eigene Inhalte weitersagen

Beiträge in Social Media, die auf die eigenen externen Inhalte (z.B. im Blog) verweisen sollen, können entweder per Textlink oder Linkanhang umgesetzt werden. Bei Facebook, Twitter und Google+ gilt es dabei Folgendes zu beachten:

  • Facebook passt die Parameter dafür, welche Beitragsarten sich im Newsfeed durchsetzen, immer wieder an. Im Blog von Buffer wird der jeweils aktuelle Stand dokumentiert: https://blog.bufferapp.com/facebook-news-feed-algorithm. Vorgegebene Vorschaubilder können dabei vor dem Veröffentlichen auf Wunsch noch überschrieben werden. Momentan werden Beiträge mit Linkanhang oder Beiträge mit mehreren Fotos bevorzugt gegenüber Einzelfoto-Beiträgen mit Link im Beschreibungstext.
  • Google+ unterscheidet bei Linkanhängen, ob sie über die Linkfunktion (Kettensymbol) oder einfach nur durch Linkeinfügen im Text zustandekommen. Links via Kettensymbol werden von der Suchmaschine Google schnell registriert (dofollow), während die über Textfeld eingegebenen Links mit anderem Anhang (z.B. Foto) nicht indexiert werden (nofollow). Mehr dazu unter http://www.winlocal.de/blog/2013/08/seo-tipps-fur-google-profil-pages-posts-und-mehr
  • Twitter: Früher musste man Linkadressen für die Nutzung in Twitter erst manuell kürzen, um noch genügend Zeichen für den Beitragstext übrig zu haben. Inzwischen kann Twitter das automatisch. Linkanhänge in dem Sinn gibt es nicht, aber Fotoanhänge und wer Twittercards für seine Website nutzt, kann damit ein automatisches Vorschaubild erzeugen. Mehr dazu: http://www.schwindt-pr.com/2014/09/07/twitter-cards-via-jetpack-plugin/

Beiträge von anderen weitersagen

Beim Weitersagen von fremden Beiträge, sollte man den Urheber oder die Quelle, über die man auf den Beitrag aufmerksam wurde, via @mention miteinbeziehen. Damit erreicht man, dass

  1. der Autor oder die Seite, von dem/der der Beitrag stammt, über das Weitersagen informiert wird, denn ein @mention erzeugt eine Benachrichtigung beim Erwähnten.
  2. den Lesern eine Referenz zur Quelle innerhalb des Social-Media-Dienstes angegeben wird, in dem sie sich gerade befinden (siehe auch Schritt 3). So empfiehlt man den Urheber zum einen weiter und gibt dem eigenen Beitrag mehr Vertrauenswürdigkeit.

So entsteht nicht nur ein Verweis nach draußen zu dem Beitrag auf einer Website, sondern zusätzlich einer innerhalb des betreffenden Dienstes zur Präsenz des Urhebers.

Teilen innerhalb eines Dienstes

Neben den Beiträgen, die explizit durch Verlinkung einer externen Webadresse gepostet werden, können die eigenen Inhalte natürlich von dort aus erneut weitergesagt werden. Geschieht dies über die im jeweiligen Dienst eingebauten Weitersagefunktionen, so wird der Bezug zu dem Posting, von dem aus geteilt wurde, automatisch hergestellt. Das direkte Teilen wird unter dem bereffenden Beitrag mitgezählt und so nachvollziehbar gemacht. In Google+ lässt sich außerdem die weitere Verbreitung eines Beitrags über die sogenannten Ripples verfolgen. Mehr dazu unter: http://www.schwindt-pr.com/2013/08/12/ripples-googleplus/

Zusätzliche Vernetzung der Social-Media-Präsenzen untereinander

Wem das alles noch nicht genug Vernetzung ist, der kann seine einzelnen Social-Media-Auftritte auch noch untereinander verlinken. Das kann entweder nur zum Verweisen auf die eigenen Präsenzen auf anderen Plattformen (z.B. im Bereich „Links“ auf Google+), zum automatischen Crossposten oder optionalen Teilen dienen (z.B. über „verknüpfte Konten“ in Instagram). In manchen Fällen kann allerdings das Crossposten via ifttt die bessere Alternative gegenüber dem direkten Teilen sein, wie etwa im Fall von Instagram zu Twitter.

Meines Erachtens ist jedoch das individuelle Posten dem automatischen Verteilen desselben Beitrags auf verschiedene Plattformen vorzuziehen. Und selbst wer Planungstools wie Buffer für das Veröffentlichen von Inhalten nutzt, kann dabei seine Einleitungstexte variieren. Denn ab einem bestimmten Punkt kann man es mit dem Vernetzen auch übertreiben. ;-)

Tipp zum Weiterlesen

Diese Tipps können auch in ausführlicherer Form als kostenloses eBook auf http://www.schwindt-pr.com/download/ heruntergeladen werden.

Artikel vom 30. März 2015