Serendipity (4): Layouts und andere Anpassungen

Im vierten Teil der Serendipity-Serie verpassen wir dem Blog ein neues Layout. Zum Glück lassen sich Themes genau so leicht installieren wie die Plugins gestern. Außerdem schauen wir uns an, wie es um die Barrierefreiheit bestellt ist, wie die Mediendatenbank von S9y funktioniert und wie man dem Spamproblem Herr wird.

Themes

Serienlogo SerendipityDiese sind ebenso einfach wie Plugins über Spartacus (siehe Teil 3) installierbar. Zugegeben, die Anzahl der vorgefertigten Themes ist gegenüber anderen Weblogs wie WordPress recht bescheiden. Aber die Zahl steigert sich und die Vorlagen sind relativ leicht bearbeitbar – sofern man sich mit dem Smarty-System auskennt, auf dem die Templates beruhen.

Mit der Version 1.2 (derzeitiger Stand 1.3.1) von Serendipity bekam die Theming-Szene einen neuen Aufschwung, da ein neues Framework namens „Bullet Proof“ mitgeliefert wurde. Das „kugelsichere“ Theme soll auf allen Browsern laufen und webstandardkonformes Arbeiten ermöglichen. Bullet Proof nutzt auch reichlich die Möglichkeit, über die Verwaltungsoberfläche das Aussehen des Themes zu beinflussen. So lassen sich Titel und URLs für die Navigationsleiste ebenso einfach eintragen wie die Optionen auswählen, ob Datum, Autor, Kommentare, etc. angezeigt oder ausgeblendet werden sollen. Wie bei einigen anderen Themes besteht für den/die BenutzerIn die Möglichkeit, aus mehreren „Farbpaletten“ auszuwählen. Dies kann aber nicht nur die Farbe, sondern einiges mehr am Aussehen des Blogs ändern und bieten somit eigentliche mehrere Themes in einem Theme.

Diese neuen Möglichkeiten bieten auch dem Newbie vielfältige Optionen, ohne dass er/sie in irgendeinen Code eingreifen müsste. Auch hier zeigt sich wieder einmal die BenutzerInnen- bzw. EinsteigerInnenfreundlichkeit von Serendipity.

Barrierefreiheit

Das Thema Barrierefreiheit („Web Accessibility“) wird immer bedeutsamer. Wie mein „Nur ein Blog Accessibility Projekt“ zeigt, ist Serendipity grundsätzlich schon recht barrierearm und kann mit einem entsprechenden Template gut in diese Richtung getrimmt werden. Einzelne Plugins, die etwas auf dem Blog darstellen, machen hier zwar noch Schwierigkeiten, aber Hilfe ist unterwegs. Serendipity geht auch hier in die Richtung Anpassbarkeit, sodass in Zukunft wohl jedes Plugin auch mittels CSS gestylt werden kann.

Die Mediendatenbank

Screenshot: Die Mediendatenbank von Serendipity
Übersicht schafft die Mediendatenbank von Serendipity

Ein weiteres Herzstück von Serendipity ist die Mediendatenbank. Im Prinzip kann diese aber jede Datei – von JPG bis DOC – aufnehmen. Aber konzentrieren wir uns mal auf die Bilder.

Diese können auf drei Wegen in Serendipity hochgeladen werden. Im sogenannten Medienmanager lädt man die Bilder einzelnen vom eigenen PC oder über die Angabe einer URL hoch. Mehrere in einer ZIP-Datei zusammengefasste Bilder können auch in einem Rutsch hochgeladen werden. Der dritte Weg funktioniert über FTP. Die Fotos werden in das Verzeichnis des Medienmanagers geschoben – oder in ein Unterverzeichnis. Danach lässt man Serendipity die Mediendatenbank erneuern – und siehe da, die Fotos stehen zur Verwendung in Blogbeiträgen bereit.

Über den Medienmanager können die Fotos einfachst in jeweilige Beiträge eingebunden werden – als Thumbnail oder mit Vollansicht. Mittels Plugins kann Serendipity sogar zu einem Fotoalbum ausgebaut werden.

Nachdem jede Datei in der Mediendatenbank mit einer ID versehen ist, kann man nunmehr Dateien auch später in andere Unterverzeichnisse verschieben. Serendipity ändert dann die jeweiligen Verweise in den Beiträgen, in denen diese Fotos vorkommen, automatisch. So ist ein Umsortieren jederzeit möglich, ohne dass Bilder eventuell in Beiträgen nicht mehr angezeigt würden.

Wer möchte, kann auch innerhalb Serendipitys die Bilder noch beschneiden, drehen oder in der Größe ändern sowie EXIF-Daten hinzufügen. Wobei Serendipity – je nach Einstellung – auch die EXIF-Daten von Fotos mit in die Datenbank übernimmt. Einzelne Plugins können dann diese Daten auswerten und an geeigneter Stelle anzeigen.

Spambekämpfung

Spam ist leider ein großes Thema. Spamkommentare und -trackbacks überhäufen ein Blog sehr bald. Auch in diesem Fall bietet Serendipity einige Möglichkeiten für Abwehrmaßnahmen.

Abgesehen davon, dass man wählen kann, ob Kommentare moderiert werden oder gleich im Blog zu sehen sind, gibt es noch abgestimmtere Maßnahmen. Die Captcha-Funktion ist zwar vorhanden, aus Sicht der Barrierefreiheit ist sie aber abzulehnen. Neben der Verwendung von externen Blacklists (auch Akismet ist einbindbar) kann man seine eigenen Blacklists erstellen. So sind reguläre Ausdrücke für URLs, Autorennamen, E-Mails und Kommentarinhalt möglich, die viele Spams von vornherein abfangen. Ob diese dann auf Moderation geschaltet oder gleich gelöscht werden sollen, ist ebenfalls einstellbar. Auch IPs können, wenn als Spamversandort erkannt, automatisiert geblockt werden.

Mit noch einigen weiteren Einstellungen kann man sein Blog schon ganz gut gegen Spams abschotten und damit auch den Moderationsaufwand um einiges verringern.

Und morgen…

…geht es im letzten Teil darum, wo man Tipps und Unterstützung bekommt, wenn man sein Blog mit Serendipity starten möchte. Eines kann ich schon verraten: Es gibt eine rege Community zu dieser Blog-Software.

Alle Teile auf einen Blick

Über den Autor

Robert Lender schreibt in seinem „Nur ein Blog“ über unterschiedlichste Themen – von Mobiler Kommunikation, Heinz Conrads bis hin zu Web und Blogging. Sein Lieblingsthema ist aber der Einsatz von Serendipity/S9y für die unterschiedlichsten Anwendungszwecke und Ideen. Als engagierter „Serendipity Evangelist“ bietet er auch WebPläusche zu Serendipity an. Der WebPlausch ist Roberts Idee, niedrigschwellig Wissen weiter zu vermitteln und mit anderen zu teilen.

Artikel vom 28. August 2008