Rezension & Verlosung: „Web oder stirb!“

Ich gebe es zu: Ich lese Fachbücher im Gegensatz zu Belletristik nicht komplett durch. Für mich sind sie eher Nachschlagewerke, manchmal auch Inspiration, seltener eine Quelle für neues Wissen. Das Fachbuch „Web oder stirb!“ von Kerstin Hoffmann deckt alle drei Funktionen ab. Auch wenn sie beim Schreiben des Buches gar nicht den Anspruch verfolgte, etwas grundlegend Neues erschaffen zu wollen, so hat sie es dennoch geschafft: Ihr neues Werk vermittelt Unternehmen alles, was sie für eine erfolgreiche Unternehmenskommunikation im digitalen Zeitalter benötigen. Ein solch kompakter Überblick jenseits von Funktionsbeschreibungen einzelner Plattformen macht sich auch im Bücherregal von Kommunikationsprofis außerordentlich gut.

Wir verlosen vier Exemplare von „Web oder stirb!“ von Kerstin Hoffmann.

Wir verlosen vier Exemplare von „Web oder stirb!“ von Kerstin Hoffmann.

Zwischen Algorithmus und Zielgruppe

Sobald ich ein neues Fachbuch auf den Tisch bekomme, schaue ich zunächst ins Stichwortverzeichnis am Ende des Buches. Das ist für mich die effektivste Methode herauszubekommen, um was es in dem Buch geht. Später, nachdem das Buch dann in meinem Regal steht, wiederhole ich den Blick ins Sachverzeichnis immer dann, wenn ich zu einer speziellen Fragestellung eine Antwort brauche. Bei „Web oder stirb!“ werden die rund 240 Seiten im Register auf drei Seiten heruntergebrochen.

Das mag bei einem Buch mit dem erwartungsvollen Untertitel „Erfolgreiche Unternehmenskommunikation in Zeiten des digitalen Wandels“ fast ein bisschen wenig erscheinen, aber das lässt sich schnell und einfach erklären. Kerstin Hoffmann schreibt selbst dazu: „Dieses Buch ist keine allgemeine Einführung in das Social Web und in einzelne Plattformen.“ Damit entfallen umfangreiche Kapitel mit Plattformwissen zu Facebook, Twitter & Co. und eben auch die entsprechenden Einträge im Sachregister. Schlimm ist das keinesfalls, denn dazu gibt es spezielle Literatur in analoger und digitaler Form. Zudem ändert sich das Plattformwissen beinahe täglich, so dass es sich mit einem Printwerk im Grund nur in der Vergangenheitsform abbilden lässt. So bleibt „Web oder stirb!“ viel länger aktuell und es wird entsprechend länger dauern, bis es in den unteren Regalebenen im Bereich „Gut aber outdated“ verschwindet.

Was sind die Inhalte?

Das Buch ist in vier Hauptkapitel eingeteilt, die inhaltlich aufeinander aufbauen. Los geht es mit den grundlegenden Anforderungen, die heute an die Kommunikation im digitalen Zeitalter gestellt werden. Hier werden dem Leser alle wichtigen Aspekte der modernen Kommunikation vorgestellt. Wer als Entscheider sein Unternehmen noch nicht auf die neuen Anforderungen im Digitalen vorbereitet hat, bekommt mit diesem Kapitel einen sehr guten Eindruck davon, warum das für sein Unternehmen nicht gut sein kann. Und wenn dann der Schmerz der Erkenntnis groß ist, zeigt das nächste Kapitel sehr anschaulich, wie sich die klassische mit der digitalen PR verbinden lässt. Denn: Nicht alles, was neu ist, muss zwangsläufig das Alte verdrängen. Es geht auch nicht um den Aufbau neuer Silos, sondern um Integration:

Erst wenn es gelingt, die Social-Media-Fachleute an die Gesamtkommunikation anzubinden, kann wirklich integrierte Kommunikation in digitalen Zeiten gelingen.

Welche Grundlagen für eine integrierte Kommunikationsstrategie notwendig sind, erklärt das dritte Kapitel. Dabei geht es unter anderem um die Mitarbeiter als Markenbotschafter, um das vernetzte Arbeiten über Kollaborationswerkzeuge oder um den Aufbau einer Contentstrategie als zentraler Hub für die Unternehmenskommunikation. Am Ende des Kapitels deckt eine Checkliste schonungslos auf, wo das Unternehmen des Lesenden selbst steht.

Wer dabei erkennt, dass es noch einige Baustellen gibt, kann diese mit den praktischen Tipps im letzten Kapitel angehen. Kerstin Hoffmann beschreibt detailliert, wie Unternehmen eine Contentstrategie aufbauen und wie Inhalte über Contentmarketing zu einem Mehrwert werden. Sehr wertvoll sind in diesem Kapitel beispielsweise die „15 Erfolgsfaktoren einer Contentstrategie“, die einen sehr guten Leitfaden für die tägliche Arbeit mit Inhalten spinnen. Das Unterkapitel „Corporate Blog: Das Zentrum der Contentstrategie“ erschien bereits als Gastartikel im UPLOAD Magazin.

Jedes Kapitel endet mit einer 10 Punkte umfassenden Auflistung, die nicht nur alle wichtigen Aspekte des abgeschlossenen Kapitels zusammenfasst, sondern auch als Handlungsanweisungen für eine erfolgreiche Kommunikation im Digitalzeitalter dienlich sind.

Wer sollte es lesen?

  • Unternehmenschefs und Entscheider in Unternehmen
  • Mitarbeiter in Unternehmen in den Bereichen Kommunikation, PR, Marketing, Werbung, Vertrieb
  • Einzelunternehmer, Freiberufler
  • Kommunikationsprofis in Agenturen bzw. Einzelberater

Fazit: „Web oder stirb!“ ist mehr als nur ein Nachschlagewerk

Eigentlich brauche ich für eine Buchrezension nicht so lange wie in diesem Fall. Das hängt vor allem mit der eingangs erwähnten Methode zusammen, mit der ich Fachliteratur konsumiere. In diesem Fall ertappte ich mich aber immer wieder dabei, dass ich ganze Kapitel gelesen habe und das Schreiben in den Hintergrund trat. Das lag nicht etwa daran, dass ich bahnbrechende Neuigkeiten vermittelt bekam – darum geht es in diesem Buch auch nicht. Aber ich entdeckte immer wieder sehr schöne Argumentationsstränge, die bestimmte Aspekte und Prozesse in einfacher Weise verdeutlichten – was ich sicher in der einen oder anderen Situation in der Zusammenarbeit mit Unternehmen nutzen kann.

Verlosung: 4 Exemplare von „Web oder stirb!“

Kerstin Hoffmann und der Haufe-Verlag haben uns vier Exemplare zur Verlosung bereitgestellt. Wer das Buch bei uns gewinnen möchte, hinterlässt hier unter dem Beitrag einfach einen Kommentar. Ein kurzer Satz, warum ihr euch für das Buch interessiert, würde uns freuen. Unter allen Kommentatoren, die bis zum Freitag, 3. Juli 2015 um 18:00 Uhr einen Kommentar hinterlassen haben, werden die vier Ausgaben verlost. Bitte denkt daran eine gültige E-Mail-Adresse anzugeben, damit wir euch auch benachrichtigen können. Die E-Mail-Adressen werden ausschließlich zu diesem Zweck verwendet. Wir wünschen viel Glück!

Artikel vom 01. Juli 2015