24 profilierte Frauen der Digitalbranche

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Es gibt wohl kaum etwas Mächtigeres als Vorbilder. Es gibt wohl kaum etwas Echteres als persönliche Erfahrungen. Deshalb haben wir gemeinsam mit den Digital Media Women für diesen Beitrag 24 profilierten Frauen aus der deutschsprachigen Digitalbranche drei Fragen gestellt. Wir wollten wissen: Welche wichtigen Momente gab es in ihrem bisherigen Werdegang? Welche Rolle hat gespielt, dass sie eine Frau sind? Und was würden sie jungen Frauen und Mädchen mit auf den Weg geben, die sich für eine Karriere in der „Tech-Industrie“ interessieren?

Inken Arntzen

Gründerin, Coach, Speakerin

Im Web: superheldentraining.deTwitter, Xing, LinkedIn, Facebook, Instagram

(Foto: Rieka Anscheit)

(Foto: Rieka Anscheit)

1. Welche besonders wichtigen Entscheidungen und Momente gab es in Deinem bisherigen Werdegang? Was hat Dich also zu der Stelle im Berufsleben gebracht, an der Du gerade bist?

Meine wichtigen Entscheidungen waren die Wahl des Studienganges Kommunikationsdesign Multimedia. Dort habe ich gelernt, wie man gestaltet, programmiert und 3D animiert. Daraufhin kam die Wahl mich selbstständig zu machen in 2008. Als freiberufliche Grafikerin habe ich mich dann weitergebildet, indem ich die Digital Media Women mit gegründet habe und so im Organisieren von Events Erfahrung sammelte und auch für wichtige Posten angefragt wurde, wie zum Beispiel den Beirat der Social Media Week Hamburg. So bin ich dazu gekommen, die Social Media Week mit zu organisieren. Ich bin eine Macherin und habe mich immer gern neuen Aufgaben gestellt. Inzwischen habe ich das Grafikersein aufgegeben und gründe mit meinem Kollegen das Superhelden-Training. In diesem Programm kann man rausfinden, was man wirklich in seinem Leben machen möchte.

2. Inwiefern hat auf diesem Weg eine Rolle gespielt (positiv oder negativ), dass Du eine Frau bist? Gab es schwierige Situationen? Gab es Dinge, die Dich beflügelt haben?

Die passenden Kunden kamen zu mir, weil ich ich bin

Witzigerweise hatte ich immer nur Chefinnen in meinem Leben. Irgendwie wollte ich mich immer auf Augenhöhe unterhalten und hatte damit Schwierigkeiten Jobs zu finden. Als Freiberuflerin spielte das plötzlich keine Rolle mehr. Die passenden Kunden kamen zu mir, weil ich ich bin.

Ich hatte nie das Gefühl, das ich benachteiligt bin, weil ich eine Frau bin und doch gibt es immer noch Dinge, für die es sich lohnt einzusetzen. Zum Beispiel gibt es immer noch auf vielen Konferenzen zu wenig Frauen auf der Bühne. Als Macherin stelle ich mich einfach drauf und als Unterstützerin supporte ich andere Frauen durch die DMW oder auch, indem ich selbst eine Konferenz organisiere, in der Heterogenität einfach dazugehört.

3. Was möchtest Du jungen Frauen und Mädchen mit auf den Weg geben, die das hier lesen und vielleicht nicht sicher sind, ob sie eine Karriere in der „Tech-Industrie“ wagen wollen?

Probiere Dinge aus und entwickle dich weiter

Das Fazit, das ich daraus ziehe ist: Such deinen eigenen Weg, in dem du gut bist. Probiere Dinge aus und entwickle dich weiter. Und such dir deine Community in deiner Nische. Die Digital Media Women haben mir immer einen sicheren Raum gegeben und Gleichgesinnte. Das macht stark.

Suche dir deinen Kanal im Netz, mit dem du deine Expertise sichtbar machen kannst und sprich darüber online, wie offline.

Und das Wichtigste: Trau dich! Denn wir Frauen neigen oft dazu zu glauben, wir seien noch nicht gut genug in dem, was wir tun. Es gibt nichts zu verlieren.

In unserer Gesellschaft ist scheitern immer noch verpönt, obwohl so langsam die Kunde sich breitmacht, dass nichts Schlimmes daran ist. Schließlich würden wir einem Kind, das Laufen lernt auch nicht nach dem ersten Versuch sagen: „Mit dir und dem Laufen wird das nie was.“

Aufstehen! Weitermachen!

Claudia Bauhuber

Multibrand eCommerce Advisor, Accor Hospitality Germany GmbH

Im Web: XingTwitterFacebookLinkedIn

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1. Welche besonders wichtigen Entscheidungen und Momente gab es in Deinem bisherigen Werdegang? Was hat Dich also zu der Stelle im Berufsleben gebracht, an der Du gerade bist?

Mein Netzwerk ist das A und O

Mein Netzwerk ist das A und O. Sowohl meine derzeitige Position (E-Commerce in der Hotellerie) als auch meine Stelle bei meinem vorherigen Arbeitgeber (Social Media Monitoring) sind Resultate aus einer intensiven Vernetzung. Und zwar nicht erst nach dem Berufseinstieg, sondern schon während des Studiums. Barcamps und das Engagement in Verbänden/Vereinen bieten hierzu die ideale Möglichkeit.

Zu den wichtigen Momenten im Leben gehören jene Situationen, wo Entscheidungen pro aktiv gelebt werden. Wichtig für mich ist, dass ich in meinem beruflichen Werdegang nie stehenbleibe, sondern immer nach vorne schaue und mich weiterentwickele. Denn: „Wer Wandel und Veränderung liebt, der lebt“ (Richard Wagner).

2. Inwiefern hat auf diesem Weg eine Rolle gespielt (positiv oder negativ), dass Du eine Frau bist? Gab es schwierige Situationen? Gab es Dinge, die Dich beflügelt haben?

Egal ob Mann oder Frau – was wichtig ist, ist zu wissen, was die eigenen Stärken und Schwächen sind. Die Stärken zu stärken und sich darüber in einem Gespräch zu „verkaufen“ oder diese im Alltag anzuwenden, das ist die hohe Kunst. Männer können das meist besser. Das schließt aber nicht aus, dass Frau es erlernen kann.

Was mich vor allem immer wieder gestärkt hat, ist der persönliche Wille, wirklich etwas bewirken zu wollen. Sprich ich übe meinen Beruf aus, weil ich Veränderungen herbeiführen möchte. Gerade die Digitalisierung aller Unternehmensbereiche bietet dabei eine große Spielwiese.

3. Was möchtest Du jungen Frauen und Mädchen mit auf den Weg geben, die das hier lesen und vielleicht nicht sicher sind, ob sie eine Karriere in der „Tech-Industrie“ wagen wollen?

Ein gesundes Selbstbewusstsein hat noch niemandem geschadet

Drei Dinge möchte ich jungen Frauen und Mädchen auf ihrem Weg mitgeben:

  1. Traut euch, denn ihr könnt nicht verlieren. Entweder ihr gewinnt oder ihr lernt dazu!
  2. Vernetzt euch und sprecht darüber, denn ohne Kommunikation ist ein gutes „Produkt ICH“ nichts wert. Ein gesundes Selbstbewusstsein hat noch niemandem geschadet!
  3. Seid und bleibt aktiv, denn die einzige Konstante im Leben ist Veränderung!

Ute Blindert

Autorin, Gründerin, Unternehmerin

Im Web: www.uteblindert.dewww.businessladys.de,www.karriereletter.de

(Foto: Christine Sommerfeldt)

(Foto: Christine Sommerfeldt)

1. Welche besonders wichtigen Entscheidungen und Momente gab es in Deinem bisherigen Werdegang? Was hat Dich also zu der Stelle im Berufsleben gebracht, an der Du gerade bist?

An meine jetzige Stelle hat mich vor neun Jahren meine Entscheidung gebracht, meinen festen Job in einem Verlag noch in der frühen Babyzeit mit meinem Sohn zu kündigen und Unternehmerin zu werden. Ich wusste nicht genau, auf was ich mich da einlasse. Ich wusste nur, so geht es nicht weiter! Ich wollte frei sein und meine eigenen Entscheidungen treffen. Also habe ich – damals noch zusammen mit meinem Bruder – mein erstes Unternehmen gegründet. Die eigentliche Arbeit hat sich im Laufe der Jahre weiter entwickelt, nur die großen Themen sind geblieben: Karriere und Recruiting.

Entscheidend war, dass ich mich nach einem Jahr entschlossen habe, mir eine Mentorin zu suchen. Dafür gibt es von der Käte Ahlmann-Stiftung das TWIN-Programm, bei dem erfahrene Unternehmerinnen jungen Unternehmerinnen für ein Jahr zur Seite stehen. Die Unterstützung durch meine Mentorin und das Netzwerk an Unternehmerinnen hat mir extrem viel gebracht. Also war ich besonders stolz, als ich im letzten Jahr selbst Mentorin sein durfte. Mein Herzensnetzwerk sind aber die Digital Media Women e.V. Hier finde ich die Sparrings-Partner für besondere Fragestellungen, tollen Austausch und richtig gute (Business-)Unterstützung.

2. Inwiefern hat auf diesem Weg eine Rolle gespielt (positiv oder negativ), dass Du eine Frau bist? Gab es schwierige Situationen? Gab es Dinge, die Dich beflügelt haben?

Das Unternehmer-Sein bietet so viele Möglichkeiten

Ich möchte mal mit dem Beflügeln anfangen: Mich hat von Anfang an beflügelt, dass das Unternehmer-Sein so viele Möglichkeiten bietet. Es eröffnete sich auf einmal die Chance, nur sich selbst verantwortlich zu sein. Wenn mir ein Projekt zusagt, kann ich es machen – oder auch bleiben lassen. Ich bin nur mir selbst und meinen Kunden gegenüber verantwortlich.

Ich will ganz offen sein: Es gab eine sehr schwierige Zeit nach der Finanzkrise 2008/2009. Schlagartig wurden alle Budgets für Personalmarketing eingefroren. Kunden zogen ihre Aufträge zurück und eingeplante Buchungen wurden von heute auf morgen abgesagt. Die Krise erwischte uns als noch junges Unternehmen im Bereich Hochschulmarketing mit voller Wucht.

Heute würde ich sagen: Tür zu, Schlüssel weg – und nach drei Jahren neu starten. Zum Glück haben wir es letzten Endes gut überstanden, auch weil ich ein paar sehr gute, treue Kunden hatte, die meine Kompetenz zu schätzen wussten.

Wenn ich darüber nachdenke, ob es eine Rolle gespielt hat, dass ich eine Unternehmerin bin, kann ich das nicht unbedingt sagen. Für mich war es eher ein Thema, mich aus meiner sehr Sicherheits-orientierten Beamtenfamilie zu lösen – und die Freiheit (und das Risiko) lieben zu lernen.

Was ich extrem wichtig finde, ist die Unterstützung durch meine Familie – oder auf den Punkt gebracht: durch meinen Mann! Ich bin ja viel unterwegs und habe gut zu tun. Auf ihn kann ich mich immer verlassen, dass es zu Hause auch ohne mich läuft.

3. Was möchtest Du jungen Frauen und Mädchen mit auf den Weg geben, die das hier lesen und vielleicht nicht sicher sind, ob sie eine Karriere in der „Tech-Industrie“ wagen wollen?

Ich empfehle die drei klassischen K: Klugheit, Kompetenz und Karrierenetzwerk

Ich kann nur sagen: Ihr werdet gesucht! Wer heute als Frau Informatik oder andere Technik-Fächer studiert, hat sehr gute Einstiegsmöglichkeiten. Es gibt eben nicht so viele Absolventinnen! In den meisten MINT-Fächern (Mathe, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) liegt die Quote der Absolventinnen bei unter zehn Prozent. Im Job selbst gibt es natürlich Herausforderungen, wenn man sich als Mitarbeiterin oder Führungskraft durchsetzen möchte. Hier empfehle ich die drei klassischen „K“: Klugheit, Kompetenz und Karrierenetzwerk. Kompetenz erklärt sich ja durch die Ausbildung, da sind Frauen ja eh meist vorneweg. Klugheit bedeutet, auch mal strategisch zu sprechen oder zu schweigen, sich Verbündete und einen Mentor zu suchen und eigene Themen (durch) zu setzen. Karrierenetzwerk ist ganz weit gefasst und meint nicht nur ein Netzwerk wie die Digital Media Women e.V., sondern auch Sichtbarkeit in sozialen Netzwerken.

Christiane Brandes-Visbeck

#DMW Quartiersleiterin Hamburg und Beraterin für Kommunikation und Innovation

Im Web: @ChristianeAhoi

christiane-brandes-visbeck

1. Welche besonders wichtigen Entscheidungen und Momente gab es in Deinem bisherigen Werdegang? Was hat Dich also zu der Stelle im Berufsleben gebracht, an der Du gerade bist?

Aktuell bin ich Beraterin für Digital Leadership und Content-Strategie. Meinen eigentlichen Berufswunsch „Chefredakteurin“ hatte ich wenige Jahre nach dem Studium erreicht. Doch die Medienbranche verlor an Attraktivität, ich war jung und neugierig, da habe ich meine „Was mit Medien“-Tätigkeiten aufgegeben und meine eigene Beratungsagentur Ahoi Consulting gegründet. Seit dem habe ich immer wieder in leitenden Positionen in ganz unterschiedlichen Unternehmen gearbeitet und jedes Mal aufs Neue erlebt, wie schwierig es für Führungskräfte ist, Veränderungen im Sinne der Digitalen Transformation zu bewirken.

Doch ich gebe nicht auf. Mein Wahlspruch lautet: „Leader haben Visionen, Follower sehen Probleme.“

2. Inwiefern hat auf diesem Weg eine Rolle gespielt (positiv oder negativ), dass Du eine Frau bist? Gab es schwierige Situationen? Gab es Dinge, die Dich beflügelt haben?

Wer heute etwas bewirken möchte, sollte in die Tech-Industrie gehen

Dass ich eine Frau bin, hat in meinem Berufsleben natürlich eine Rolle gespielt. Als ich noch sehr jung war, war es vorteilhaft. Ich hatte Gönner und Jungs, die gern mit mir gearbeitet haben. Als alleinerziehende Mutter und Führungskraft war es dann nicht mehr so lustig. Den Begriff „Rabenmutter“ habe ich mehr als einmal gehört, weitere Beförderungen wurden mit dem Hinweis auf meinen familiären Status vermieden. Heute „merkele“ ich das Thema gern „runter“, das heißt, dass ich wenig Lust habe, mich über und wegen Genderthemen zu streiten. Mir ist es wichtiger, mit meinen Leistungen, meiner Lebenserfahrung und meiner Persönlichkeit zu überzeugen. Dazu gehört, nicht alles so ernst zu nehmen, möglichst entspannt zu bleiben, auch wenn mal etwas anders läuft als gedacht, und vor allem meine positive Grundeinstellung zum Leben.

3. Was möchtest Du jungen Frauen und Mädchen mit auf den Weg geben, die das hier lesen und vielleicht nicht sicher sind, ob sie eine Karriere in der „Tech-Industrie“ wagen wollen?

Wer heute etwas bewirken möchte, sollte in die Tech-Industrie gehen. Es ist die spannendste Branche, die ich mir vorstellen kann. In interdisziplinären Teams neue Produkte, Lösungen und Methoden zu entwickeln, ist herausfordernd und macht richtig viel Spaß.

Lasst euch nicht irritieren, nicht von Männern und nicht von Frauen. Und wenn es euch nicht mehr gefällt, dann seht euch nach etwas Neuem um.

Das Wichtigste im beruflichen Leben ist jedoch, gut vernetzt zu sein. Deshalb engagiere ich mich bei den Digital Media Women, einem digitalen Branchennetzwerk, in dem wir uns gegenseitig fördern und Frauen dabei unterstützen, sichtbar zu werden.

Teresa Bücker

Redaktionsleiterin EDITION F

Im Web: @fraeulein_tessa, flannel apparel

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1. Welche besonders wichtigen Entscheidungen und Momente gab es in Deinem bisherigen Werdegang? Was hat Dich also zu der Stelle im Berufsleben gebracht, an der Du gerade bist?

Was sich wie ein roter Faden durch mein Berufsleben zieht, ist, dass ich immer wieder den Mut aufgebracht habe, eine Rolle einzunehmen, die
neu war. Das Stellenprofil war nur grob umrissen, es gab keinen Vorgänger in diesen Positionen und keine Erfahrungswerte. Ich musste also jedes Mal meine Rolle neu definieren und vor allem: etwas Neues aufbauen. Das macht mir auch bis heute am meisten Spaß, dafür gehe ich gern ein Risiko ein.

Mein erste Vollzeitstelle nach dem Studium war die Ressortleitung Community & Social Media beim Freitag, als er 2008 gerelauncht hat. Ich glaube, ich war eine der ersten Redakteurinnen in Deutschland, die überhaupt schwerpunktmäßig Social-Media- und Community-Building gemacht hat und das in der Jobbezeichnung trug. Ich war dann auch eine Exotin in der Redaktion und musste mich erst einmal behaupten.

Als ich dann zur SPD wechselte, nannte Jakob Augstein das „abenteuerlustig und mutig“. In der SPD-Bundestagsfraktion war ich die erste Referentin, die sich schwerpunktmäßig um eine digitale Strategie gekümmert hat.

Und dann bin ich 2014 zu EDITION F gegangen. Ich wollte wieder als Journalistin arbeiten – und ganz klar bei einem reinen Onlinemedium. Da ich in dem Jahr 30 geworden bin, fand ich, dass es endlich Zeit für ein Startup war. Viele haben natürlich gesagt: „Bist du verrückt, so einen sicheren und gut bezahlten Job zu kündigen?“ Ich konnte hingegen die Aufregung gar nicht verstehen. Ich fand das einen sehr logischen Schritt in meiner Karriere.

2. Inwiefern hat auf diesem Weg eine Rolle gespielt (positiv oder negativ), dass Du eine Frau bist? Gab es schwierige Situationen? Gab es Dinge, die Dich beflügelt haben?

Frauen definieren das Berufsbild weniger starr und folgen ihren Leidenschaften

Bei EDITION F spielt es sicherlich eine Rolle, dass ich eine Frau bin :) Wir sind zwar ein gemischtes Team, ich denke aber mal, dass ein Redaktionsleiter sich nicht ganz so gut in unsere Zielgruppen hineinversetzen könnte, wie ich das kann. Ich habe im Onlinejournalismus aber in den letzten Jahren eine interessante Beobachtung gemacht: Die neuen Berufsbilder, die sich durch den digitalen Wandel aufgetan haben, werden in Deutschland überdurchschnittlich oft von Frauen zuerst besetzt. Diejenigen, die Blogs zu erfolgreichen Geschäftsmodellen ausgebaut haben, sind die anfangs so oft belächelten Modebloggerinnen gewesen – so wie Jessica Weiß oder Julia Knolle, die jetzt beide zwei tolle Projekte am Start haben. Juliane Leopold hat die Social-Media-Strategie von Zeit Online geprägt und ist nun die deutsche Buzzfeed-Chefin. Ich glaube, Frauen definieren das Berufsbild weniger starr und folgen ganz klar ihren Leidenschaften – weniger großen Namen. Mich motiviert es daher immer wieder zu sehen: Hey, da sind auch Frauen, die experimentieren und ihr eigenes Ding durchziehen.

Journalismus ist aber nach wie vor ein männerdominiertes Feld, zumindest in Führungspositionen. Ich habe etliche Erfahrungen mit Sexismus gemacht, auch solche, die mich wirklich verletzt haben. Für mich ist dann ganz klar: Mit so jemanden arbeite ich nicht (mehr) zusammen.

3. Was möchtest Du jungen Frauen und Mädchen mit auf den Weg geben, die das hier lesen und vielleicht nicht sicher sind, ob sie eine Karriere in der „Tech-Industrie“ wagen wollen?

Es gibt Frauen, die nicht in die Tech-Branche wollen? Ich glaube, viele Mädchen und Frauen treibt der Wunsch um, die Welt zu verändern und sie ein klein wenig besser zu machen. Dazu ist die Tech-Branche absolut der richtige Ort. Auch, weil sie so vielseitig ist und die Zusammenarbeit mit Menschen in aller Welt ermöglicht. Und es gibt all diese Nischen! Außerdem wird über kurz oder lang jede Branche auch in der Tech-Branche stattfinden. Sogar, wenn man Lehrerin werden möchte. Oder Landwirtin. Wer sich also jetzt hinein wagt, kann Pionierin in seinem Bereich werden und die wirklich interessanten Stellen besetzen und Projekte auf den Weg bringen. Und es ist völlig egal, ob man beim ersten Mal vielleicht damit scheitert. Ich sage meiner Tochter ja auch nicht: „Das ist deine erste und einzige Chance eine Sandburg zu bauen.“

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Sina Gritzuhn

Mitgründerin und Geschäftsführerin der Startup Plattform Hamburg Startups.

Im Web: Sinas Welt

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1. Welche besonders wichtigen Entscheidungen und Momente gab es in Deinem bisherigen Werdegang? Was hat Dich also zu der Stelle im Berufsleben gebracht, an der Du gerade bist?

Nicht unterkriegen lassen und einfach machen!

Die Entscheidung, meinen Job an den Nagel zu hängen und gemeinsam mit meinen Team-Kollegen ein eigenes Unternehmen zu gründen: Hamburg Startups. Ich konnte endlich das tun, wofür ich schon immer gebrannt habe, die Hamburger Startup-Szene sichtbarer zu machen und die Menschen miteinander zu vernetzen. Nach der Gründung konnte ich das endlich unter eigener offizieller Flagge machen. Auch entgegen kritischen Äußerungen von Zweiflern, weiter für das Ziel zu arbeiten, das man sich steckt. Dieser Biss hat mich dahin gebracht, wo ich heute bin. Nicht unterkriegen lassen und einfach machen!

2. Inwiefern hat auf diesem Weg eine Rolle gespielt (positiv oder negativ), dass Du eine Frau bist? Gab es schwierige Situationen? Gab es Dinge, die Dich beflügelt haben?

Wenn es eine weibliche Eigenschaft ist, dass Frauen eher bereit sind Netzwerke aufzubauen, um ein Ziel zu erreichen, dann kam mir das bei meiner Arbeit zu Gute. Ähnlich sieht es bei meiner Mitgründerin Sanja Stankovic aus, die als Gründungsmitglied die Digital Media Women mit aufgebaut hat. Unsere Networking-Fähigkeiten und der nötige Biss haben uns u.a. so weit gebracht, dass wir die reichweitenstärkste lokale Plattform für Gründerinnen und Gründer aufgebaut haben.

Schwierig wird es immer dann, wenn es zu Betreuungsengpässen kommt oder die Kinder krank werden, dann heißt es unser Organisationstalent gezielt einzusetzen. So machen Sanja und ich gern „Klausur-Tagungen“ bei uns im Homeoffice, während unsere Kinder miteinander spielen. Oder meine Kinder sind bei Telefonkonferenzen oder Skype-Calls einfach mal mit dabei. :)

3. Was möchtest Du jungen Frauen und Mädchen mit auf den Weg geben, die das hier lesen und vielleicht nicht sicher sind, ob sie eine Karriere in der „Tech-Industrie“ wagen wollen?

Die Berufschancen sind unglaublich gut

Einfach machen! Wenn ihr Spaß an Technik habt, dann legt los, egal ob es viele Mädchen in dem Bereich gibt oder nicht! Die Berufschancen sind unglaublich gut, da Fachkräfte in technischen Berufen fehlen. Ihr könnt Euch Euren Job quasi auswählen. Und mal ehrlich, es gibt doch nichts cooleres als ein smartes Geek-Girl, die ihren Weg macht, oder?

Dr. Kerstin Hoffmann

Kommunikationsberaterin, Vortragsrednerin,  Buchautorin, Bloggerin

Im Web: kerstin-hoffmann.de

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1. Welche besonders wichtigen Entscheidungen und Momente gab es in Deinem bisherigen Werdegang? Was hat Dich also zu der Stelle im Berufsleben gebracht, an der Du gerade bist?

Eigentlich würde ich meinen Werdegang rückblickend eher als eine Reihe von glücklichen Zufällen bezeichnen. Sicherlich war es eine meiner besten Entscheidungen, mich bereits zu Beginn meines Studiums als Mitarbeiterin bei einer Tageszeitung zu bewerben und ein halbes Jahr lang so hartnäckig nachzufragen, bis sie mich tatsächlich genommen haben. Das hat dazu geführt, dass ich bereits während meines Studiums jede Menge Erfahrung in meinem späteren Beruf gesammelt habe.

Dass ich dann in die PR gewechselt bin, lag auch wieder daran, dass mir jemand einen Job angeboten hat und ich es ausprobieren wollte. Als das erste Kind unterwegs war, war mein Mann gerade derjenige, der zu der Zeit im festen Job mehr verdiente. Also habe ich mich ganz bewusst entschieden, freiberuflich zu arbeiten. Ohne die positiven Erfahrungen damit hätte ich viele Jahre später nach längerer Festanstellung vielleicht den erneuten Sprung in die Selbstständigkeit nicht gewagt.

Ich arbeite sehr, sehr gerne intensiv mit Menschen

Rückblickend stelle ich sehr dankbar fest, dass es an den richtigen Stellen immer genau den richtigen Menschen gegeben hat, der mich gefördert und mir neue Aufgaben angeboten hat. Dass ich heute das tue, was ich tue, hat sicherlich damit zu tun, dass ich mich in einer sehr spannenden Zeit des Wandels in einem sehr tollen Netzwerk austauschen und weiterentwickeln konnte. Die Dreiteilung aus dem Vorträge-Halten, der Beratung und der operativen Begleitung von Unternehmen in ihren Kommunikationsstrategien entspricht einfach sehr meinen persönlichen Fähigkeiten und Neigungen: Ich arbeite sehr, sehr gerne intensiv mit Menschen und möchte dabei etwas bewirken. Ich mag es, Botschaften pointiert „live“ herüberzubringen. Ich trage aber auch gerne im Team dazu bei, dass sich Dinge zu dauerhaftem Erfolg weiterentwickeln. Meine Blogbeiträge und Bücher ergeben sich aus alldem eher auf natürliche Weise: Ich möchte meine Erfahrungen und Erkenntnisse geordnet zusammenfassen und anderen Menschen zugänglich machen.

2. Inwiefern hat auf diesem Weg eine Rolle gespielt (positiv oder negativ), dass Du eine Frau bist? Gab es schwierige Situationen? Gab es Dinge, die Dich beflügelt haben?

Wenn ich darüber nachdenke: Ich glaube schon, dass ich heute gerade als Speaker zu digitalen Themen eher davon profitiere, dass ich eine Frau bin. Es stehen sehr viele Männer vorne. Die Veranstalter, die stattdessen gerne mal eine Frau engagieren möchten, fragen dann häufig eben bei mir an. Oder natürlich bei einer meiner Kolleginnen. Ich bin mit etlichen exzellenten Vortragsrednerinnen vernetzt und befreundet.

Tatsächlich habe ich mir aber bis weit in meine Dreißiger hinein kaum Gedanken darum gemacht, ob ich als Frau bevorteilt oder benachteiligt sei. Ich habe mich immer einfach als berufstätigen Menschen empfunden. Für die Menschen, die mich unterstützt und gefördert haben, war das auch nie ein (Frauen-) Thema. Rückblickend wird mir aber immer klarer, für wie selbstverständlich ich die Errungenschaften der Frauenbewegung genommen habe. Man muss sich ja nur einmal Filme aus den 60-ern oder 70-ern anschauen, um festzustellen, in wie kurzer Zeit sich unser Frauenbild gewandelt hat.

Heute habe ich zunehmend das Bedürfnis, mich für Frauen zu engagieren

Je älter ich werde, desto mehr stelle ich dennoch zugleich fest, dass selbst heute in manchen Köpfen ein wirklich gleichberechtigtes Frauenbild immer noch nicht angekommen ist. Jüngere Frauen als ich sind oft noch mit der mehr oder weniger ausgesprochenen Aussage erzogen worden: „Du bist ja nur ein Mädchen.“ Heute habe ich zunehmend das Bedürfnis, mich für Frauen zu engagieren, die eben nicht so viel Unterstützung erfahren haben.

Ich bin zutiefst überzeugt, dass man das nicht aus einer Opferhaltung heraus bewirkt, nicht mit Klagen, sondern aus einer starken Haltung heraus: indem ich etwa bewusst daran arbeite, vorbildhaft etwas zu erreichen, das anderen Frauen vielleicht ein wenig den Weg ebnet. Nicht zuletzt deswegen bin ich auch Mitglied bei den Digital Media Women, die ganz tolle Arbeit machen. Aber, ganz ehrlich, auch wenn bei uns sicherlich noch einiges zu bewegen ist: In vielen anderen Teilen der Welt erleben Frauen deutlich mehr Diskriminierung und Abwertung als in Deutschland. Immer öfter denke ich darüber nach, ob und wie ich mich da mehr engagieren kann.

3. Was möchtest Du jungen Frauen und Mädchen mit auf den Weg geben, die das hier lesen und vielleicht nicht sicher sind, ob sie eine Karriere in der „Tech-Industrie“ wagen wollen?

Findet heraus, was euch wirklich begeistert

Ich würde jungen Menschen gleich welchen Geschlechts das Gleiche raten (und das tue ich übrigens auch, etwa in meinen Seminaren, die ich an der Uni gebe). Es muss ja gar nicht jeder ein Überflieger sein, aber: Findet heraus, was euch wirklich begeistert. Forscht nach, ob es das ist, was ihr selbst wollt – oder doch eher die Vorstellungen und Ideale anderer Leute. Als Frau in einen Tech-Beruf zu gehen, nur um als Frau in einen Tech-Beruf zu gehen, etwa um anderen etwas zu beweisen: Das wäre ja andererseits auch nicht zielführend.

Es ist ganz sicher sinnvoll, sich Standpunkte und Feedback erfahrenerer Menschen zu holen. Aber ebenso wichtig ist es, sich gleichaltrige Sparringspartner zu suchen, um sich gegenseitig zu stärken und Klarheit zu gewinnen. Haltet die Augen offen. Sammelt früh Erfahrungen in dem Bereich, der euch interessiert. Probiert Dinge aus. Habt Mut zu Umwegen. Tech-Beruf oder nicht: Wer weiß denn heute schon, wo er oder sie in zehn oder zwanzig Jahren landet? Aber wenn ihr in den Tech-Bereich gehen wollt, dann lasst euch auch nicht von den Überzeugungen und Beschränkungen anderer Leute begrenzen!

Susann Hoffmann und Nora Wohlert

Gründerinnen Edition-F

Im Web: @editionf_com, @susannhoffmann, @noravanessa

Nora Wohlert und Susann Hoffmann (Foto: Kirsten Becken)

Nora Wohlert und Susann Hoffmann (Foto: Kirsten Becken)

1. Welche besonders wichtigen Entscheidungen und Momente gab es in Eurem bisherigen Werdegang? Was hat Euch also jeweils zu der Stelle im Berufsleben gebracht, an der Ihr gerade seid?

Nora: Entscheidend war auf jeden Fall der Schritt zu gründen. Susann und ich hatten davor beide einige Jahre Berufserfahrung gesammelt, uns ein Netzwerk in der Startup-Szene aufgebaut und dann war klar: Der Zeitpunkt wird nicht besser, das Wasser in das wir springen, bleibt immer kalt und das Thema und wir als Gründerduo passen perfekt. Für mich persönlich war besonders entscheidend, dass ich eine Mitgründerin habe, bei der ich weiß, dass wir die gleichen Ziele verfolgen, uns auch privat gut verstehen, und von der ich weiß, dass sie einige Dinge besser kann als ich.

Susann: Nach über vier Jahren in der Agenturwelt bei Scholz&Friends habe ich mich bewusst dafür entschieden, in der Startupszene zu arbeiten. Bei Vertical Media (Dachverlag von Gründerzsene) habe ich die Kommunikation aufgebaut und auch mit Nora zusammengearbeitet. Zwei Dinge waren dann klar: Ich bleibe in der digitalen Welt und ich arbeite gut und gerne mit Nora zusammen. Das Thema und der Zeitpunkt passten dann. Wir haben uns klar gemacht, was das schlimmste wäre, was passieren könnte. Und einen Weg zurück ins Unternehmen gibt es immer. Also haben wir gegründet.

2. Inwiefern hat auf diesem Weg eine Rolle gespielt (positiv oder negativ), dass Ihr Frauen seid? Gab es schwierige Situationen? Gab es Dinge, die Euch beflügelt haben?

Susann: Gründen ist, ganz unabhängig vom Geschlecht, immer eine Herausforderung. Oft geht man in einer Woche durch Höhen und Tiefen, man muss lernen mit unternehmerischer Verantwortung umzugehen und auch nach einem Rückschlag weiter motiviert zu bleiben, strategisch zu denken und emotional bei Mitarbeitern und Kunden zu bleiben. Investorenabsagen, Kundenabsagen oder festzustellen, dass ein Mitarbeiter nicht passt, schlägt einen schon zurück.

In keinem Startup läuft es nach Plan

Nora: Unterstützung von Freunden und der Familie, anderen Gründern und unseren Nutzern beflügelt uns dann am meisten. Der Austausch und Zusammenhalt in der Startupszene ist schon ganz besonders intensiv, dass kann man für sich nutzen. Wir haben sowohl von Gründerinnen als auch von Gründern unzählige Ratschläge zu Pitchdecks, Investorensuche, Produkt und Co. bekommen. Spricht man auch offen über Rückschläge, entstehen oft sehr offene Gespräche, die auch helfen zu verstehen, dass es in keinem Startup genau nach Plan läuft. Fehler helfen auch, besser zu werden.

3. Was möchtet Ihr jungen Frauen und Mädchen mit auf den Weg geben, die das hier lesen und vielleicht nicht sicher sind, ob sie eine Karriere in der „Tech-Industrie“ wagen wollen?

Frauen machen andere Produkte

Susann: Es spricht rein gar nichts dagegen. 50 Prozent der Nutzer digitaler Produkte sind weiblich, also sollten auch die Macher häufiger weiblich sein, weil das die Produkte besser macht. Und vielfältiger. Frauen haben andere Bedürfnisse als Männer und machen andere Produkte.

Nora: Die Startupszene ist sehr offen, interessiert man sich für einen Job oder eine Gründung würde ich immer raten, an Events teilzunehmen oder sich in Startups zu bewerben, den Weg zurück ins Corporate-Unternehmen gibt es immer. Und die Zukunft ist digital.

Wibke Ladwig

Social Web Ranger, Ideenkatalysatorin, Storyteller

Im Web: sinnundverstand.net, Profilseite, @sinnundverstand

wibke-ladwig

1. Welche besonders wichtigen Entscheidungen und Momente gab es in Deinem bisherigen Werdegang? Was hat Dich also zu der Stelle im Berufsleben gebracht, an der Du gerade bist?

Wenn ich meinen beruflichen Weg betrachte, so gab es viele Entscheidungen, deren Sinn sich mir erst im Nachhinein erschließen. Ob Studiumabbruch, Ausbildung zur Buchhändlerin, Wechsel auf die Verlagsseite oder Gang in die Selbstständigkeit: oberflächlich betrachtet wirkt mein Weg vielleicht sprunghaft. Doch letztlich führten mich diese Schleifen immer näher zu mir selbst. Ich habe meiner Intuition viel Raum gegeben und Entscheidungen, die sich richtig anfühlten, aber anderen schwer zu vermitteln waren, durchgezogen.

2. Inwiefern hat auf diesem Weg eine Rolle gespielt (positiv oder negativ), dass Du eine Frau bist? Gab es schwierige Situationen? Gab es Dinge, die Dich beflügelt haben?

Haltung und Eigensinn machen das Leben reicher

Dieser Umstand spielte eine Rolle, als ich jünger und von einem konservativen Umfeld geprägt war. Das verlor sich aber mit der Einsicht, dass es mich nur in dieser Darreichungsform gibt und dass dieses Leben vergnügt gelebt werden will.

3. Was möchtest Du jungen Frauen und Mädchen mit auf den Weg geben, die das hier lesen und vielleicht nicht sicher sind, ob sie eine Karriere in der „Tech-Industrie“ wagen wollen?

Bitte macht Euch nicht übermäßig abhängig von der Meinung und den Erwartungen anderer. Haltung und Eigensinn machen das Leben reicher. Und habt weniger Angst vor der Bühne! ;-)

Katharina Lewald

Trainerin und Coach für Online-Business und Online-Marketing

Im Web: katharina-lewald.de, Facebook, Twitter/Periscope: @katharinalewald, YouTube

katharina-lewald

1. Welche besonders wichtigen Entscheidungen und Momente gab es in Deinem bisherigen Werdegang? Was hat Dich also zu der Stelle im Berufsleben gebracht, an der Du gerade bist?

Ich bin als Tochter eines Informatiklehrers aufgewachsen, das hat mich auf jeden Fall sehr geprägt. Als ich zum ersten Mal an einem Computer saß, arbeitete ich mit MS-DOS. Von da an habe ich die Entwicklung der digitalen Welt bis heute hautnah miterlebt.

Schon mit 13 Jahren habe ich das erste Geld im Internet verdient. Ich hatte eine Website für eine Autorin erstellt und gepflegt, und dann die Domain an den Verlag verkauft: für 400 Euro! Kein schlechtes Taschengeld. Heute glaube ich, dass ich spätestens seitdem fasziniert von den Möglichkeiten bin, die die Digitalisierung uns bietet.

Als selbstständige Online-Unternehmerin kann ich am meisten bewegen

Als ich mich nach Ausbildung und Studium dann um klassische Angestelltenjobs im Tech-Bereich bewarb, habe ich schnell gemerkt, dass das nichts für mich ist. Viele traditionelle Unternehmen suchen gar nicht nach Mitarbeitern, die mitdenken, die anpacken, die was erreichen wollen. Sie suchen stattdessen meistens nach Arbeitsbienen, die einfach ihren Job machen und möglichst nichts in Frage stellen. Ich bin aber ein sehr wissbegieriger Mensch, der etwas verändern möchte. Deshalb haben mich diese klassischen Jobs überhaupt nicht gereizt.

Letztlich habe ich mich dann entschieden, dass ich als selbständige Online-Unternehmerin am meisten bewegen kann.

2. Inwiefern hat auf diesem Weg eine Rolle gespielt (positiv oder negativ), dass Du eine Frau bist? Gab es schwierige Situationen? Gab es Dinge, die Dich beflügelt haben?

Für mich ist der Umgang mit Technik und dem Internet eine absolute Selbstverständlichkeit, wie das Atmen. Ich finde nicht, dass mich das besonders macht, weil ich eine Frau bin. Ich kenne auch andere Frauen, die sehr fit im Umgang mit Technik und dem Internet sind.

Ich möchte beweisen, dass man weiblich und kreativ, aber zugleich auch Nerd und Tech-Geek sein kann

Was mich immer wieder beschäftigt, ist die Frage des Außenauftritts. Einerseits zeige ich gern auch meine persönliche, meine weibliche Seite. Andererseits habe ich oft das Gefühl, dass man dann als weniger kompetent eingestuft wird.

Gern möchte ich beweisen, dass man weiblich und kreativ, aber zugleich auch Nerd und Tech-Geek sein kann. Mal sehen ob mir das in Zukunft gelingt. Ein paar tolle Vorbilder gibt es ja bereits.

3. Was möchtest Du jungen Frauen und Mädchen mit auf den Weg geben, die das hier lesen und vielleicht nicht sicher sind, ob sie eine Karriere in der „Tech-Industrie“ wagen wollen?

Auch wenn es mittlerweile abgedroschen klingt, ist es doch so wahr: Tu was du liebst! Wenn du im Tech-Bereich arbeiten willst, mach es. Setz alles daran. Du willst dir später nicht selbst vorwerfen, dass du es nicht versucht hast.

Besonders liegt mir außerdem am Herzen, dass du auch eine Karriere als Unternehmerin in Betracht ziehst. Als Unternehmerin hast du unglaublich viele Entwicklungsmöglichkeiten! Und nein, dafür muss man nicht unbedingt BWL studieren.

Außerdem: Höre nicht auf die Nein-Sager. Wenn du „was mit Internet machst“, werden 90% aller Menschen in deinem persönlichen Umfeld nicht verstehen was du eigentlich genau tust. Ich kann dir aus eigener Erfahrung – und der meiner Kunden – aber versichern, dass das keine Grundvoraussetzung ist um glücklich zu sein :-)

Franziska von Lewinski

Digital-Vorstand fischerAppelt

Im Web: @flewinski

franziska-von-lewinski

1. Welche besonders wichtigen Entscheidungen und Momente gab es in Deinem bisherigen Werdegang? Was hat Dich also zu der Stelle im Berufsleben gebracht, an der Du gerade bist?

Die Jahrtausendwende war für meinen Werdegang ein entscheidender Moment. Ich war zu der Zeit in London als Ingenieurin tätig und es wurde viel darüber diskutiert was passieren wird, wenn zur Jahreswende das Datum von 1999 auf 2000 umschlägt. Keiner wusste, wie die IT-Infrastruktur darauf reagieren wird. Mein damaliger Freund arbeitete für die zu der Zeit größte News Website BBC.co.uk und beobachtete gespannt die Rechner. Diese Spannung hat mich in den Bann gezogen, danach habe ich mich mit den digitalen Medien beschäftigt und Programmieren gelernt. Ich war – und bin immer noch – fasziniert davon, wie die digitalen Kanäle die Welt verändern und zusammenwachsen lassen. Ich entschied mich, den Job zu wechseln und kehrte nach Deutschland zurück.

2. Inwiefern hat auf diesem Weg eine Rolle gespielt (positiv oder negativ), dass Du eine Frau bist? Gab es schwierige Situationen? Gab es Dinge, die Dich beflügelt haben?

Schwierige Situationen gehören zum Leben dazu

Es ist einfach anders, ob ein Mensch als Frau oder als Mann seinen Weg geht. Nachdem ich das verstanden hatte, wurde es einfacher.

Deswegen hat die Tatsache, dass ich eine Frau bin nur für das „wie“ eine Rolle gespielt. Schwierige Situationen gehören zum Leben dazu. Mein Motto lautet dann: Über das, was ich nicht ändern kann, ärgere ich mich nicht. Das, was ich ändern kann, ändere ich.

Die Kombination von Familie und Beruf gibt mir Energie. Ich glaube fest daran, dass wir beides unter einen Hut bringen können. Alles andere wäre ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft. Allerdings muss noch viel passieren, damit es ganz „normal“ ist, voll berufstätig zu sein und eine Familie zu haben. Ich warte auf den Tag, an dem ich nicht mehr gefragt werde, wer auf die Kinder aufpasst während ich im Job bin.

3. Was möchtest Du jungen Frauen und Mädchen mit auf den Weg geben, die das hier lesen und vielleicht nicht sicher sind, ob sie eine Karriere in der „Tech-Industrie“ wagen wollen?

In gemischten Teams entstehen noch bessere Produkte

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Es gibt keinen Grund, sich vor der Tech-Industrie zu scheuen. Technologie ist faszinierend und nicht jede Frau muss gleich Programmiererin werden. Wenn Ihr Euch für die Anbindung des Webs und die Veränderungen durch die Digitalisierung in unserem Alltag begeistert, dann ist dies Eure Branche. Die neuen Möglichkeiten in der Kommunikation sind spannend und inspirierend zu gleich. Ich wünsche mir mehr Frauen in der Branche, weil in gemischten Teams noch bessere Produkte entstehen.

Astrid Maier

JSK Fellow at Stanford, Tech Editor, Innovations-Suchende

Im Web: @MaierAstrid, LinkedIn

1. Welche besonders wichtigen Entscheidungen und Momente gab es in Deinem bisherigen Werdegang? Was hat Dich also zu der Stelle im Berufsleben gebracht, an der Du gerade bist?

Als ich anfangen sollte, über Tech-Unternehmen zu schreiben, galten diese in der deutschen Wirtschaft zwar als interessant, aber nicht als allzu wichtig. Es erschien also kein vielversprechender Karriere-Pfad für eine Wirtschaftsjournalistin. Ich bin auf das Angebot trotzdem eingegangen. Mir war klar, dass die Tech-Industrie erst ganz am Anfang ihrer Entwicklung stand. Heute ist „Industrie 4.0“ ein Schlagwort selbst für den Mittelstand, alle reden über selbstfahrende Autos und mancher aus der „old economy“ ruft schon nach der Zerschlagung Googles. Die Tech-Branche ist zur alles entscheidenden Industrie avanciert – und ich bin die Expertin dafür beim manager magazin, Deutschlands angesehenstem Wirtschaftsmagazin!

2. Inwiefern hat auf diesem Weg eine Rolle gespielt (positiv oder negativ), dass Du eine Frau bist? Gab es schwierige Situationen? Gab es Dinge, die Dich beflügelt haben?

Es hat auf meinem Weg keine entscheidende Rolle gespielt, dass ich eine Frau bin, aber es gab sicher herausfordernde Situationen deswegen. Manche Interviewpartner etwa wollten mich einfach nicht ernst nehmen und waren danach erstaunt, dass mein Beitrag über sie genauso kritisch oder investigativ recherchiert war wie der meiner männlichen Kollegen – und sie die Chance verpasst hatten, mich auch für ihre Perspektive zu gewinnen.

Umso mehr beflügelt haben mich die vielen anderen, hoch interessanten Gesprächspartner, derer es so viele in der Tech-Branche gibt wie vermutlich in keiner anderen sonst. Sie haben mich sogar so sehr  inspiriert, dass ich mir gerade ein Jahr freinehme, um Fellow an der Stanford University zu sein. Mein Ziel? Im Silicon Valley zu lernen, wie man Tech einsetzen kann, um mehr Frauen im Journalismus zu Führungspositionen zu ermächtigen.

3. Was möchtest Du jungen Frauen und Mädchen mit auf den Weg geben, die das hier lesen und vielleicht nicht sicher sind, ob sie eine Karriere in der „Tech-Industrie“ wagen wollen?

Es gibt keine Branche, die so schnell wächst

Es gibt keine Branche, die so schnell wächst wie die Tech-Branche und in der zugleich Hierarchien so flach und durchlässig sind. Warum sich also in der Old Economy mit zum Teil über Jahrhunderte verfestigten Rollenverteilungen plagen, wenn man diese in der Tech-Branche selbst mitgestalten kann?

Anna Neumann

Community Marketing Manager Pinterest

Im Web: Blog Anna Sterntaler, Instagram: @annasterntaler_outfits und @annasterntalerPinterestXing

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1. Welche besonders wichtigen Entscheidungen und Momente gab es in Deinem bisherigen Werdegang? Was hat Dich also zu der Stelle im Berufsleben gebracht, an der Du gerade bist?

Meine wichtigsten Entscheidungen habe ich immer sehr bewusst und aktiv getroffen. Ich habe wenig auf mich zukommen lassen und immer selbst entschieden, wenn sich in meinem Berufsleben etwas ändern sollte. Der wichtigste Moment in meinem bisherigen Berufsleben war meinen vorherigen Job als Social Media Manager bei DaWanda aufzugeben und bei Pinterest etwas Neues mit aufzubauen. Ich wusste immer, dass ich nur mit einem Job glücklich werden kann, der mehr als ein Nine-to-Five Job ist und mir auch persönlich entspricht. Mir ist es ein großes Bedürfnis, mit dem Herzen dabei zu sein – ich identifiziere mich sehr stark mit dem Unternehmen, für das ich arbeite.

2. Inwiefern hat auf diesem Weg eine Rolle gespielt (positiv oder negativ), dass Du eine Frau bist? Gab es schwierige Situationen? Gab es Dinge, die Dich beflügelt haben?

Ich habe bisher hauptsächlich in Unternehmen gearbeitet, dessen Produkte zu großen Teilen von einer weibliche Zielgruppe genutzt wurden. Auch die Teams, in denen ich gearbeitet habe, bestanden fast ausschließlich aus Frauen. Zum Glück war das meist harmonisch und wenig von Ellenbogenmentalität geprägt. Grundsätzlich finde ich es wichtig, mit Menschen zusammenzuarbeiten, die einen unterschiedlichen Background haben oder aus anderen Disziplinen kommen. Das ermöglicht unterschiedliche Perspektiven und führt meiner Meinung nach zu besseren Ergebnissen. Besonders wichtig finde ich, dass es im Unternehmen zwischen den einzelnen Disziplinen kein Gefälle gibt, was besonders in der „Tech-Industrie“ leicht vorkommen kann.

3. Was möchtest Du jungen Frauen und Mädchen mit auf den Weg geben, die das hier lesen und vielleicht nicht sicher sind, ob sie eine Karriere in der „Tech-Industrie“ wagen wollen?

Ich kann jedem nur raten, möglichst früh praktische Erfahrungen zu sammeln

Ich kann jedem nur raten, möglichst früh praktische Erfahrungen zu sammeln, um herauszufinden, wo die jeweiligen Talente liegen. Wir sollten individuell auf die Bedürfnisse von insbesondere jungen Frauen und Mädchen eingehen und ihnen verschiedenste Perspektiven aufzeigen. Eine Karriere in der „Tech-Industrie“ kann so vielfältig sein wie die Industrie selbst, von daher kann ich sllen jungen Menschen nur raten, aktiv herauszufinden, was sie ganz persönlich interessiert.

Carolin Neumann

Journalistin und Innovationsschürferin in Hamburg.

Im Web: persönliche Websitewww.jouvenir.de@CarolinN

(Foto: Rieka Anscheit)

(Foto: Rieka Anscheit)

1. Welche besonders wichtigen Entscheidungen und Momente gab es in Deinem bisherigen Werdegang? Was hat Dich also zu der Stelle im Berufsleben gebracht, an der Du gerade bist?

Drei entscheidende Momente haben mich dahin gebracht, wo ich heute bin: Als ich zwölf war, schlug mir meine Mama vor, als Weihnachtsgeschenk eine Familienzeitung zu produzieren. Die „Good Morning“ erschien sechs Jahre und hat mich auf einen recht klassischen journalistischen Weg gebracht: Schnupperpraktikum bei der Lokalzeitung, freie Mitarbeit, Journalismus-Studium, noch ein paar Praktika.

Der nächste entscheidende Moment war ein ziemlich schmerzhafter: eine Knieverletzung nämlich, wegen der ich wochenlang ausfiel, nicht zur Uni konnte und mit dem Netz alleine war. Ich entdeckte Facebook, Twitter, professionalisierte meine Website und meinen Blog. Heute ist das alles Alltag, damals war diese Affinität noch ungewöhnlich. So bekam ich das erste Mal eine Kolumne angeboten (aus der dann allerdings nichts wurde) und landete mit meinem finalen Hochschulpraktikum im Ressort „Netzwelt“ von Spiegel Online. Das Knie tut heute noch manchmal weh, aber es hat sich ja irgendwie gelohnt.

Und noch eine wichtige Entscheidung war ein Blogbeitrag vor fünf Jahren, aus dem das Branchennetzwerk Digital Media Women entstanden ist. Ohne die #DMW wäre ich heute nicht dort, wo ich bin. Viele der weiteren wichtigen Entscheidungen konnte ich überhaupt nur treffen, weil das Netzwerk mich darauf vorbereitet hat.

2. Inwiefern hat auf diesem Weg eine Rolle gespielt (positiv oder negativ), dass Du eine Frau bist? Gab es schwierige Situationen? Gab es Dinge, die Dich beflügelt haben?

Ich war für Genderklischees und Benachteiligung lange überhaupt nicht sensibel

Ich war für Genderklischees und Benachteiligung lange überhaupt nicht sensibel. Bewusst einen Unterschied gemerkt habe ich erst bei meinem Jobeinstieg in die Digitalbranche – und der war für mich positiv. Einer meiner ersten Mentoren riet mir, die Quotenrolle zu meinen Gunsten auszuspielen: in Redaktionen, beim Netzwerken, auf Bühnen. Und das habe ich gemacht. In den letzten fünf Jahren war ich wohl Dutzende Male die digitale Quotenfrau unter 30, zum Beispiel auf Podien. Manchmal nervt das und ich meckere auch gerne, wenn ich die einzige Frau bin. Aber ich habe vermutlich beruflich davon profitiert, eine Frau zu sein. Ich bin auch schon mit Menschen aneinandergeraten, die mehr oder weniger subtil diskriminieren und über ihre eigenen Genderklischees nicht hinwegkommen. Das waren immer sehr lehrreiche Begegnungen. Vor allem dann, wenn ich länger gebraucht habe, hinter die Fassade zu blicken. Solche Erfahrungen zeigen mir, mit welchen Menschen ich zusammenarbeiten möchte und mit welchen nicht.

3. Was möchtest Du jungen Frauen und Mädchen mit auf den Weg geben, die das hier lesen und vielleicht nicht sicher sind, ob sie eine Karriere in der „Tech-Industrie“ wagen wollen?

Traut euch! Wenn in der Digital- oder Techbranche eure Leidenschaft liegt, dann gibt es keinen Grund, nicht diesen Weg einzuschlagen! Ja, es gibt in manchen Bereichen immer noch wenige Frauen. Ja, es gibt auch Bereiche, in denen Frauen es nicht leicht haben. Aber: Erstens gibt es viel mehr exzellente Kolleginnen in digitalen Berufen, als man nach Lektüre so mancher Artikel im Internet glauben würde. Zweitens heißt ein geringer Frauenanteil möglicherweise sogar, dass ihr besonders gefragt sein werdet, wenn ihr gut in eurem Beruf seid. Drittens gibt es großartige Berufsnetzwerke auch für junge Frauen und Berufsanfängerinnen, in denen ihr euch austauschen könnt und die euch auf eurem Weg durch männerdominierte Felder helfen. Es gibt also, wie gesagt, keinen Grund, es nicht zu wagen.

Verena Pausder

Co-Gründerin und Geschäftsführerin Fox & Sheep GmbH

Im Web: verena-pausder.de@VerenaDE, Kolumne bei der WirtschaftsWoche

verena-pausder

1. Welche besonders wichtigen Entscheidungen und Momente gab es in Deinem bisherigen Werdegang? Was hat Dich also zu der Stelle im Berufsleben gebracht, an der Du gerade bist?

Ein entscheidender Moment war, als ich mich mit 24 Jahren entschieden habe, nach meinem Trainee-Programm bei der Münchener Rück zu kündigen und mein eigenes Unternehmen zu gründen. Das wurde zwar kein Erfolg, aber nachdem ich diesen Schritt gemacht hatte, habe ich mich danach immer wieder getraut, ins Risiko zu gehen und neue Dinge zu probieren. Ein weiterer sehr wichtiger Moment in meinem Berufsleben war die Gründung von Fox & Sheep im Juni 2012. Ich hatte von Anfang an das Gefühl, das richtige Thema, Team und den richtigen Zeitpunkt erwischt zu haben, um in dem Markt „Apps für Kinder“ wirklich erfolgreich sein zu können. Heute, nur 3 Jahre später, wäre es wahnsinnig schwer als Newcomer in dem Markt Fuß zu fassen.

2. Inwiefern hat auf diesem Weg eine Rolle gespielt (positiv oder negativ), dass Du eine Frau bist? Gab es schwierige Situationen? Gab es Dinge, die Dich beflügelt haben?

Mein beruflicher Weg war kein typisch weiblicher

Das hat wenig Rolle gespielt und wenn, dann war es ausschließlich positiv. Mein beruflicher Weg war kein typisch weiblicher – von meinem Finanzstudium in St. Gallen über ein Traineeprogramm bei der Münchener Rück über die Gründung einer Fondsgesellschaft bis hin zur Gründung eines Tech-Startups. All diese Stationen hatten gemein, dass es immer sehr wenig Frauen gab und man dadurch mehr auffiel. Das ist natürlich immer Fluch & Segen, da man auch stärker unter Beobachtung steht, aber ich habe das immer als Vorteil empfunden. Aber letztendlich musst Du gut und überzeugend sein in dem was Du tust, da ist es ziemlich egal, ob Du ein Mann oder eine Frau bist. Beflügelt hat mich, dass die Anzahl der weiblichen Gründer in den letzten drei Jahren stark gestiegen ist, denn es zeigt, dass sich auch ohne Quote richtig etwas bewegt.

3. Was möchtest Du jungen Frauen und Mädchen mit auf den Weg geben, die das hier lesen und vielleicht nicht sicher sind, ob sie eine Karriere in der „Tech-Industrie“ wagen wollen?

Einfach machen! Es gibt kein spannenderes Leben als das einer Startup-Gründerin in der Tech-Industrie. Man ist extrem nah dran am Puls der Zeit und der Entwicklung neuer Technologien, hat die Freiheit die Zukunft mitzugestalten und hat die Möglichkeit Familie und Beruf besser zu vereinbaren als in jeder anderen Führungsposition, die ich kenne. Und mein zweiter Tipp ist: keine Scheu vor Tech! Ich bin selber BWLerin und kein Techie und trotzdem finde ich mich sehr gut in dieser Welt zurecht, denn sie besteht ja nicht nur aus IT, sondern auch aus Produktideen, Marketing, PR und Datenanalyse und man wächst mit seinen Aufgaben.

Christina Rahtgens

Managerin RBpoint

Im Web: @crahtgensXing

christina-rahtgens

1. Welche besonders wichtigen Entscheidungen und Momente gab es in Deinem bisherigen Werdegang? Was hat Dich also zu der Stelle im Berufsleben gebracht, an der Du gerade bist?

Im Rückblick scheint mein Lebenslauf sehr linear zu sein, aber so ist das natürlich in Wirklichkeit nie. So war die Entscheidung für Roland Berger zunächst auch eine Entscheidung gegen den diplomatischen Dienst, bei dem ich ursprünglich arbeiten wollte. Den ich nach einem Praktikum auch immer noch hoch interessant fand, der aber so gar nicht zu meiner Art zu leben passte. Bis auf das Reisen! Reisen, bzw. in anderen Ländern leben wollte ich auch bei Berger. Und so war eine zweite entscheidende Wendung: Das Angebot meiner Chefin, die Services bei Roland Berger in São Paulo aufzubauen. So konnte ich an den Ort meines Diplomatenpraktikums zurückkehren und gleichzeitig bei Berger bleiben.

Die Möglichkeit zum Leben und Arbeiten im Ausland habe ich nie ausgeschlagen

Und so behielt ich es bei: Die Möglichkeit zum Leben und Arbeiten im Ausland habe ich nie ausgeschlagen. Gleichzeitig habe ich mich immer an Schnittstellen-Positionen bewegt. Zunächst an der Schnittstelle zwischen Daten und Unternehmensberatern und –beraterinnen in meiner Funktion als Researcherin. Und später in verschiedenen Tätigkeiten in IT- und Medien, als Vermittlerin zwischen Entwicklern und Kunden. Dies war einerseits der Fall als das digitale Marketing bei Roland Berger aufgebaut wurde, als auch heute in meiner Funktion als Managerin und Marketing-Taskforce des Roland Berger Projektmanagement-Tools RBpoint.

2. Inwiefern hat auf diesem Weg eine Rolle gespielt (positiv oder negativ), dass Du eine Frau bist? Gab es schwierige Situationen? Gab es Dinge, die Dich beflügelt haben?

In dem sehr männlich geprägten Umfeld einer Unternehmensberatung spielt es eine sehr große Rolle, ob jemand Mann oder Frau ist. Das wurde mir aber erst im Laufe der Jahre wirklich klar. Oberflächlich betrachtet herrscht ein sehr kollegiales und vom gemeinsamen Ziel bestimmtes Miteinander vor. Schaut man genauer hin, findet man auch hier die starken männlich dominierten Netzwerke, die den Weg nach oben für Frauen steinig bis unbeschreitbar machen. Dies gilt in doppeltem Maße, wenn man im Servicebereich arbeitet. Damit ist man den Beratern gegenüber gleich zweifach unterlegen.

Erst mit den Jahren und der Seniorität habe ich gelernt, dies zu erkennen und gleichzeitig damit umzugehen. Das heißt einerseits, Ungerechtigkeiten zu erkennen und wo es in meiner Macht steht auch zu bekämpfen oder zu verhindern. Und andererseits abzuwägen, an welchen Fronten man kämpfen möchte und welche Kämpfe sich in diesem Umfeld schlicht nicht lohnen. Es gab aber auch hier tolle Frauen, die als Vorbilder dienen konnten und Männer, die auch völlig gleichberechtigt Frauen als Mentees unter ihre Fittiche nahmen. Auf diese Menschen zu treffen und zu versuchen selber Vorbild zu sein – das beflügelt!

3. Was möchtest Du jungen Frauen und Mädchen mit auf den Weg geben, die das hier lesen und vielleicht nicht sicher sind, ob sie eine Karriere in der „Tech-Industrie“ wagen wollen?

Wir sind viele! Wenn wir uns vernetzen und mit viel Ausdauer anrennen, gegen die bestehenden Mechanismen, dann kann und wird sich auch was ändern. Von vorn herein aufzugeben, ist niemals die richtige Lösung. Die Tech-Industrie bietet eine solche Vielzahl an hochinteressanten Berufen und Entwicklungsmöglichkeiten, dass es Irrsinn wäre sich abzuwenden, nur weil es schwierig werden könnte. Denn: einfach ist es nirgends. Nur hier ist es noch dazu sehr lohnend.

Svea Raßmus

Leiterin Online-Redaktion und digitales Media-Management, DB Vertrieb GmbH

Im Web: community.bahn.deinside.bahn.de, Xing

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1. Welche besonders wichtigen Entscheidungen und Momente gab es in Deinem bisherigen Werdegang? Was hat Dich also zu der Stelle im Berufsleben gebracht, an der Du gerade bist?

Wenn ich es wohlwollend auslege, dann könnte ich sagen mein Soziologie-Studium hat etwas mit meiner jetzigen Arbeit und meinen Interessen zu tun: Kommunikation, menschliches Handeln & Verhalten in Systemen und die Strukturierung von komplexen Arbeiten/Aufgaben in Organisationen.

Ursprünglich wollte ich Bootsbauerin oder Schreinerin werden

Aber ganz ehrlich, gab es mir nur einen kleinen Schubs in diese Richtung. Wobei mich der generalistische Ansatz und die Offenheit verschiedene Ansätze zu denken und umzusetzen, geprägt haben. Mittendrin und danach folgten verschiedene berufliche Stationen, die nicht immer in einem geplanten und logischen Zusammenhang standen. Es war keine klassische Karriereplanung. Ursprünglich wollte ich zum Beispiel Bootsbauerin oder Schreinerin werden. Es ist eher ein roter Faden, an dem ich mich orientiert habe: Mach etwas, was dich fordert, dir Spaß macht und was du 100% vor dir und anderen verantworten und auch verteidigen kannst.

Ich habe mich dabei eher an Herausforderungen und unbequeme Dinge gehalten. Arbeitgeber, die nicht immer von allen mit einem „Ahh“ und „Ohh“ bedacht wurden, wenn ich davon gesprochen habe. Eher Organisationen und Marken die polarisieren oder zu denen jeder etwas sagen möchte.

Eine wichtige Phase war im Nachhinein, mich mit den damals boomenden Formen des Internets und den technischen Möglichkeiten der New Economy zu beschäftigen. Bis es dann 2000 krachte und doch weiterging. Es war keine bewusste Entscheidung für die Tech-Branche, sondern die Faszination der Ideen, Projekte und Menschen, die hinter vielen Sachen standen.

Viele Erfolge und Erlebnisse in meinen Jobs sind geprägt durch fantastische Teams in denen ich gearbeitet habe. Leute, die die Produkte und Ideen genauso begriffen und geliebt haben wie ich. Jeder seinen Teil betrug und so ein tolles Ganzes entstand. Das brachte mich weiter und bestimmt auch noch heute meine Arbeitsweise und mein Verständnis von Arbeit.

2. Inwiefern hat auf diesem Weg eine Rolle gespielt (positiv oder negativ), dass Du eine Frau bist? Gab es schwierige Situationen? Gab es Dinge, die Dich beflügelt haben?

Ich bin nicht mit einem normierten Geschlechterbild aufgewachsen. Meine beiden Eltern und deren Freundeskreis waren berufstätig und es gab keine klassischen Rollenzuweisungen. Mein Opa hat trotz Schichtarbeit den Haushalt geschmissen und war ehrlich gesagt auch der bessere Koch. ;) Möglicherweise ist das Teil meiner DDR-Sozialisation, obwohl es auch dort eine klare Trennung der Geschlechter gab.

Was die Leute über mich denken, kann und will ich gar nicht immer wissen

Ich habe mich immer als „Ich“ wahrgenommen – meine Stärken und Schwächen, meine Streitlust und das Hinterfragen von Dingen. Oft waren und sind die Beschreibungen von mir nicht mit geschlechtlichen Stereotypen belegt, auch wenn ich weiß, dass Charaktereigenschaften oft mit männlich oder weiblich konnotiert werden. Das ist natürlich meine Interpretation. Was die Leute über mich denken, kann und will ich gar nicht immer wissen.

Ich habe aber bisher keine offensichtlichen Einbußen oder Bevorzugungen erlebt, weil ich eine Frau bin. Ich bin deshalb keine andere Chefin oder Teamkollegin. Mir ist es sehr wichtig – und damit gehe ich in der Tat sehr bewusst mit um –, dass Menschen nicht nach obskuren Charaktereigenschaften und scheinbar geschlechtstypischen Verhaltensweisen abgetan werden. „Oh, die ist aber hysterisch weil …“; „Für den Job muss er ein Macho sein.“ Oder „Na, wenn die heiratet, dann wird die bestimmt gleich schwanger.“

Wobei, ein Punkt wurmt mich schon und ich kann es nicht immer beweisen, da selten offen darüber gesprochen wird: Frauen verdienen weniger als Männer. Aber in den wenigsten Fällen hängt ein Preisschild am Job, aber ich denke mir dann lieber 10% drauflegen und liege damit bestimmt nicht so falsch. Das ist dann aber auch meine Verhandlungsbasis.

3. Was möchtest Du jungen Frauen und Mädchen mit auf den Weg geben, die das hier lesen und vielleicht nicht sicher sind, ob sie eine Karriere in der „Tech-Industrie“ wagen wollen?

Tu was dich interessiert und was dir Spaß macht! Rede darüber und suche dir Unterstützer. Das bedeutet nicht jemanden, der deine Ideen verkauft, sondern Menschen mit denen du dich austauschen kannst, die dir wertvolle Tipps geben, dich fördern und ggf. auch einmal sagen, wenn es nicht so optimal läuft. Ich finde es wichtig, auch Unterstützerin für andere zu sein. Selbst am Anfang einer Karriere kann ich andere Ideen mitgestalten, mich austesten und so Stück für Stück Wissen und Erfahrung aufbauen.

Ich finde es legitim zu sagen, wenn ein Projekt, ein Thema oder gar ein Karriereschritt nicht passt. Rumdoktern und hoffen, dass das irgendwie wird, funktioniert nicht und sieht von außen wie Unfähigkeit oder Unentschlossenheit aus. Ehrlich zu sich selbst und zu anderen, das gibt einem die Selbstsicherheit hinter seinen Ideen und Entscheidungen zu stehen.

Das klingt ganz schön altklug ;). Dann sag ich es einmal so „Bildet Banden!“ #Netzwerke

Sandra Roggow

Gründerin von Kitchennerds.de

Im Web: persönlicher BlogXingFacebookGoogle+TwitterInstagram, #DMW

sandra-roggow

(Foto: Mirja Hoechst)

1. Welche besonders wichtigen Entscheidungen und Momente gab es in Deinem bisherigen Werdegang? Was hat Dich also zu der Stelle im Berufsleben gebracht, an der Du gerade bist?

Die wichtigsten beruflichen Stationen in meinem Leben waren mit Sicherheit meine Ausbildung zur Werbekauffrau, wo wir in der Berufsschule in einem großangelegten, fächerübergreifenden Projekt gelernt habe, wie es ist ein eigenes Unternehmen zu gründen. Während wir dort unseren ersten eigenen Businessplan erstellten, war für mich klar, dass ich langfristig mein eigenes Ding, aber keine Agentur, sondern ein Produkt schaffen möchte. Bis dahin folgten allerdings noch ein Studium zur Kommunikationswirtin und eine kleine Rundreise durch Agenturen und Marketingabteilungen von Unternehmen hauptsächlich im Nahrungsmittelbereich, die meine Leidenschaft für das Thema „Food“ entfachten.

Im Jahr 2009 bekam ich die großartige Chance, aushilfsweise als Freelancerin ins Community Management bei Xing hinein zu schnüffeln. In der Zeit habe ich sehr viel gelernt und mein Herz an die digitale Branche verloren.

Ein Jahr später wurde ich zur Qype City-Patin für Hamburg, wo ich zwei Jahre lang Events für die lokale Community organisiert habe. Darunter befanden sich unter anderem auch Kochkurse und Tastings. Ich war fasziniert, wie sehr sich die Leute dabei für die Tipps & Tricks eines Profikochs interessierten, während es die Köche wiederum erfreute, als Künstler am Herd im Mittelpunkt zu stehen. Vor allem aber entstand hierdurch – begleitet von ein paar „Aha-Erlebnissen“ aus dem persönlichen Bedarf im beruflichen und privaten Kontext heraus – auch mein konkreter Gründungswunsch für kitchennerds.de, einem Online-Marktplatz, wo man sich einen Privatkoch für das leckere Menü oder den Kochkurs mit Freunden zu Hause buchen kann. Bis ich allerdings den Mut gefasst und mich von meiner Festanstellung gelöst hatte, sollte noch einige Zeit vergehen. Anfang 2013 war es endlich soweit und ich begann mein Konzept mit der epublica GmbH umzusetzen, die die Plattform für mich programmierten. Ende September 2014 sind wir dann in Hamburg an den Markt gegangen. Weitere deutsche Städte sollen demnächst folgen.

2. Inwiefern hat auf diesem Weg eine Rolle gespielt (positiv oder negativ), dass Du eine Frau bist? Gab es schwierige Situationen? Gab es Dinge, die Dich beflügelt haben?

Generell hatte ich bislang weder nennenswerte Vorteile oder Nachteile aufgrund meines Geschlechts. Ich habe aber vereinzelt schon Männer kennengelernt, die mir gegenüber ihr Business sehr offensiv vertreten haben, ohne dass wirklich Substanz dahinter steckte. Ich persönlich mag es nicht so gerne, wenn man allzu sehr einen auf „dicke Hose“ macht. Ich gebe aber auch zu, dass ich mir manchmal als Frau schon wünschte, mir ein wenig davon anzunehmen. Auch ich wurde als Kind, um bei den typischen „Rollen-Klischees“ zu bleiben, eher als braves zurückhaltendes Mädchen erzogen, was es immer mehr abzulegen gilt. „Denn nur wer wagt, der gewinnt!“

Man darf nicht zurückhaltend sein, was das eigene Business betrifft

Ich denke, dass man nicht zu zurückhaltend sein darf, was das eigene Business anbetrifft. Oft gilt es unbekannte Gewässer zu durchqueren, um erfolgreich voranzukommen. Gut, wenn man Kontakte besitzt, die einem auf diesem Weg begleiten und nützliche Verbindungen herstellen können. Nicht selten können Männer von eigenen Netzwerken profitieren, wohingegen sich Frauennetzwerke, wie beispielsweise die Digital Media Women, erst in den letzten Jahren etabliert haben. Ich bin aktives Orga-Mitglied der #DMW in Hamburg, einer Gemeinschaft mit vielen wunderbaren Powerfrauen, die mich neben meinem Partner ermutigt hat meinen Gründungswunsch zu realisieren. Hier bekomme ich sehr viel Rückhalt und Unterstützung, der mich stets immer wieder aufs Neue beflügelt.

3. Was möchtest Du jungen Frauen und Mädchen mit auf den Weg geben, die das hier lesen und vielleicht nicht sicher sind, ob sie eine Karriere in der „Tech-Industrie“ wagen wollen?

Man muss nicht selber programmieren können

Bei Geschäften wie dem meinen ist eine gewisse Technik-Affinität wichtig, aber letztendlich nur das Fundament, auf dem vieles andere aufbaut. Man sollte nicht davor zurückschrecken, sein eigenes Startup im Internet zu gründen, nur weil man nicht voll in Bits und Bytes aufgeht. Selber programmieren muss man also nicht. Am besten ist es, so wie ich, sich einen programmiertechnisch versierten Partner zu suchen, und sich voll und ganz auf das eigentliche Geschäft zu konzentrieren. Unabhängig von der „Tech Industrie“ sind generell ein starkes Netzwerk, Konzeptionsstärke, Risikobereitschaft und Kreativität wichtige Zutaten, die neben einem guten Marketing und Vertrieb für den Weg einer Gründerin im allgemeinen ausschlaggebend sind. Sind Herzblut, die Bereitschaft zu großem zeitlichen Engagement und Spaß an der Sache vorhanden, sind alle wichtigen Grundvoraussetzungen erfüllt, um mit seiner eigenen Idee durchzustarten.

Aktuell wagen immer mehr Frauen eine Karriere in der digitalen Szene, und auch im „Tech-Bereich“, der sich aktuell sehr rasant entwickelt, sollten mehr Frauen sichtbar werden. Daher traut euch!

Heike Scholz

Gründerin von mobile zeitgeist und Speakerin zu Themen rund um das Mobile Business. 

Im Web: heike-scholz.de

heike-scholz

1. Welche besonders wichtigen Entscheidungen und Momente gab es in Deinem bisherigen Werdegang? Was hat Dich also zu der Stelle im Berufsleben gebracht, an der Du gerade bist?

Rückblickend war meine beste Entscheidung, das zu tun, wofür mein Herz schlägt: das Schreiben, gepaart mit ein wenig Sendungsbewusstsein. Eine sehr gute Paarung für BloggerInnen. ;) Ich habe meinen sehr gut bezahlten Job als freiberufliche Beraterin ausklingen lassen, um etwas zu tun, was mir mehr innere Zufriedenheit gibt. Heute verdiene ich zwar weniger Geld, habe dafür aber meinen Traumjob und würde nie wieder tauschen wollen.

2. Inwiefern hat auf diesem Weg eine Rolle gespielt (positiv oder negativ), dass Du eine Frau bist? Gab es schwierige Situationen? Gab es Dinge, die Dich beflügelt haben?

Mutig sein, nicht jammern und den eigenen Weg fortsetzen

Das war in meinen rund 30 Berufsjahren sehr unterschiedlich. Als junge Frau in technologielastigen Unternehmen und Umfeldern habe ich es oft erlebt, nicht ernst genommen zu werden. Das ist heute, nach dem was mir junge Frauen erzählen, leider häufig noch so. Das müssen Frauen einfach aushalten, alles Jammern nützt da nichts, Änderungen geschehen nun mal nur langsam (viel zu langsam!). Umgekehrt kann frau dies auch in einen Vorteil für sich umwandeln, denn dort wo nur wenige Frauen in exponierten Stellungen anzutreffen sind, fällt die Einzelne immer auf und kann dies für sich gewinnbringend nutzen.

3. Was möchtest Du jungen Frauen und Mädchen mit auf den Weg geben, die das hier lesen und vielleicht nicht sicher sind, ob sie eine Karriere in der „Tech-Industrie“ wagen wollen?

Nicht bange machen lassen! Das oftmals sehr souveräne, männliche Auftreten bei weitestgehender Ahnungslosigkeit sollte jeder Frau die eigenen Selbstzweifel nehmen. Mutig sein, nicht jammern und den eigenen Weg fortsetzen, auch wenn frau dann schon mal dem gängigen (und – mit Verlaub – dämlichen) Frauenbild nicht entspricht oder sie jemand für zickig hält. Größeres Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und der Aufbau von beruflichen Netzwerken helfen extrem bei der Erreichung der eigenen Ziele.

Annette Schwindt

Bloggerin und Beraterin für digitale Kommunikation, freie Journalistin, Mentorin, Fachlektorin

Im Web: WebsiteFacebook, @schwindtpr, Google+

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1. Welche besonders wichtigen Entscheidungen und Momente gab es in Deinem bisherigen Werdegang? Was hat Dich also zu der Stelle im Berufsleben gebracht, an der Du gerade bist?

Ich habe mich schon immer mit Kommunikation und Sprache beschäftigt. Von Brieffreundschaften in alle Welt als Teenager, ein sprachwissenschaftliches und soziologisches Studium, die freie Mitarbeit bei einer Zeitung und der Arbeit als mehrsprachige Stadtführerin während dieses Studiums, bis hin zu Zeitungsvolontariat und Aufbaustudium zum Berater für Public Relations. Das meiste davon ist mir einfach im richtigen Moment über den Weg gelaufen, ich habe es ausprobiert, für mich entdeckt und mein eigenes Ding daraus gemacht.

Ich könnte nie wieder als Angestellte arbeiten

Ich denke es war und ist wichtig, dass ich gern meinen eigenen Weg gehe. Ich lasse mir nicht gern vorschreiben, wie ich etwas zu tun oder zu lassen habe. Ich mache mir meine eigenen Gedanken und finde dadurch immer neue spannende Themen. Wenn ich etwas nicht für sinnvoll halte, dann sage ich es auch. Soviel Hinterfragen ist für andere natürlich anstrengend. ;-) Deswegen könnte ich auch nie wieder als Angestellte arbeiten. Ich möchte Dinge ausprobieren, experimentieren und  meinen Weg auch mal spontan verändern können. Bislang hat mich das immer weitergebracht. Und für die Arbeit mit dem Social Web ist es natürlich die beste Voraussetzung.

2. Inwiefern hat auf diesem Weg eine Rolle gespielt (positiv oder negativ), dass Du eine Frau bist? Gab es schwierige Situationen? Gab es Dinge, die Dich beflügelt haben?

Meine Leser beflügeln mich jeden Tag aufs Neue. Es ist einfach großartig, wenn fremde Menschen auf Dich zu kommen und Dir erzählen, was ihnen Deine Arbeit bedeutet oder wie es sogar ihr eigenes Leben verändert hat. Solche Reaktionen bekomme ich von Männern und Frauen. Frauen sind dabei höchstens etwas mitteilungsfreudiger.

Ich bin ja nun auch nicht das typische Klischee von Frau. Ich bin groß, laut, direkt und sage meine Meinung. Damit können manche Leute nicht umgehen. Gerade Entscheider oder Kollegen, die ihre eigene Unsicherheit hinter einem lauten Auftreten zu verstecken versuchen. Mit denen mag ich dann wiederum nicht meine Zeit verplempern und wende mich anderen zu, mit denen zu arbeiten sich menschlich und thematisch lohnt.

Das Etikett „schwierig“ empfinde ich inzwischen als Kompliment

Leider mache ich oft die Erfahrung, dass sich Frauen selbst klein reden und sich dann wundern, dass sie von anderen (gerade Männern) auch so behandelt werden.  Dabei haben sie oft soviel mehr drauf. Wenn man aber als Frau selbstbewusst auftritt, dann bringt einem das auch gern mal den Ruf ein „schwierig“ zu sein. Ich empfinde dieses Etikett aber inzwischen eher als Kompliment. ;-)

3. Was möchtest Du jungen Frauen und Mädchen mit auf den Weg geben, die das hier lesen und vielleicht nicht sicher sind, ob sie eine Karriere in der „Tech-Industrie“ wagen wollen?

Was heißt hier „wagen“? Wenn Ihr Euch dafür interessiert, dann legt los! Macht Euch nicht klein, Mimimi is nich! Es gibt keinen, der Euch davon abhält, zu experimentieren und Euren eigenen Weg zu finden!  Lasst Euch nicht von irgendwelchen Ochsenfröschen da draußen ins Bockshorn jagen! Vernetzt Euch mit anderen, die auf Eurer Wellenlänge sind und macht Euer Ding!

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass gerade diejenigen, die am lautesten brüllen, sich einfach bedroht fühlen. Weil sie selbst unsicher sind oder man ihnen schlicht und ergreifend überlegen ist. Frauen lassen sich oft zu schnell einschüchtern, da nehme ich mich nicht aus. Aber wenn man dann mal kurz neben sich tritt und das Ganze von außen betrachtet, vielleicht auch mit anderen darüber spricht, findet man meist schnell raus, was wirklich Sache ist.

Sanja Stankovic

Co-Founder Hamburg Startups & Digital Media Women, Digitale Strategin

(Foto: Rieka Anscheit)

(Foto: Rieka Anscheit)

1. Welche besonders wichtigen Entscheidungen und Momente gab es in Deinem bisherigen Werdegang? Was hat Dich also zu der Stelle im Berufsleben gebracht, an der Du gerade bist? 

Als ich nach dem Studium als freie Produktionerin und Casting Direktorin anfing, merkte ich schnell, dass das als Berufsanfängerin mit einem nicht allzu großen Netzwerk nicht so einfach ist. Ein großer Kunde brach plötzlich weg und aus purer Verzweiflung nahm ich einen Aushilfsjob in der Unternehmenkommunikation von Navigon an, denn dort war ich dann krankenversichert. Noch in meiner ersten Woche fragte ich, warum die eigentlich keine Social Media Kanäle haben, da es sich bei so technischen Produkte einfach anbietet. Mein Chef fragte: „Kannst du das?“ Und ich sagte großspurig: „Ja, klar!“. Es folgten zahlreiche Abende an denen ich mich in das Thema einarbeitete, anfing diverse Blogs zu lesen, mir Cases anzuschauen und mir das Thema mit großer Leidenschaft selber beizubringen. Nach wenigen Wochen hatte ich eine Vollzeit-Stelle und nach wenigen Monaten hat man sich von oberster Stelle im Unternehmen dafür eingesetzt, dass für mich eine neue Stelle als Social Media Manager geschaffen wird.

Anschließend habe ich in einer PR-Agentur eine Social-Media-Abteilung aufgebaut und dann als Mitglied der Geschäftsleitung eine Digital-Abteilung geleitet und große Digital-Projekte verantwortet. Das Ja-Sagen hat mich vor immer größere Herausforderungen gestellt und ich gestehe, dass es mir großen Spaß macht, mich diesen zu stellen.

Dann selber zu gründen und als freie Strategin zu arbeiten war für mich 2013 der konsequente nächste Schritt.

2. Inwiefern hat auf diesem Weg eine Rolle gespielt (positiv oder negativ), dass Du eine Frau bist? Gab es schwierige Situationen? Gab es Dinge, die Dich beflügelt haben?

Social Media nahm damals niemand ernst

Das ist total unterschiedlich. Ich hatte Projekte, da hat das wirklich niemanden interessiert, ob ich eine Frau bin oder nicht. Als Produktionsassistentin musste ich genauso viel schleppen wie die männlichen Kollegen. Als ich ins digitale Genre wechselte, hat sich der Wind aber durchaus erstmalig für mich gedreht. Social Media nahm damals niemand ernst und viele der männlichen Kollegen dachten: „Mach mal, Mädchen!“ Das hab ich gemacht und innerhalb sehr kurzer Zeit große Erfolge vermelden können. Das brachte mir den Respekt der Kollegen ein, aber ich weiß auch, dass dann hinter vorgehaltener Hand getuschelt wurde: „Die arbeitet ganz schön viel, wie macht die das eigentlich mit Kind?“

Auch sexistische Erlebnisse habe ich zu Hauf gemacht. Das ist sehr verletzend, aber es gehört eben leider dazu, sich die passende Teflon-Beschichtung anzulegen und solche Kommentare an sich abperlen und sich nicht davon runterziehen zu lassen. Mich hat es immer dazu motiviert, meinen Job noch besser zu machen. Leider kann ich aber auch bestätigen, dass es für Frauen (und insbesondere Mütter) in einer Führungsposition eindeutig härter ist, als für männliche Kollegen.

Aber ich bin auch insofern positiv gestimmt, als das ich immer mehr feststelle, dass das Thema in Unternehmen und vor allem bei Männern eine immer größere Rolle spielt. Und einen gesellschaftlichen Wandel kann man nur gemeinsam vorantreiben.

3. Was möchtest Du jungen Frauen und Mädchen mit auf den Weg geben, die das hier lesen und vielleicht nicht sicher sind, ob sie eine Karriere in der „Tech-Industrie“ wagen wollen?

Die Zeiten waren nie besser für eine steile Karriere

Es gibt keine bessere Industrie für Frauen als die Tech-Industrie. Diese Branche sitzt im Schnellboot und unterliegt dem ständigen Druck sich permanent weiterzuentwickeln. Ich vermute ganz stark, dass auch deshalb das Thema „Frauen“ bei vielen ganz oben auf der Agenda steht (nicht unbedingt immer freiwillig), denn wenn man nur 50 Prozent Power im Rücken hat, kann man auf dem Schnelligkeitslevel eben nicht mithalten. Viele talentierte Frauen haben nämlich einfach keine Lust mehr in Unternehmen zu arbeiten, die stark chauvinistisch geprägt sind. Und wenn man sich die High Potentials nicht vergraulen will, dann muss man was tun. Und es passiert einiges nach meiner Beobachtung.

Abgesehen davon: Ladies, die Zeiten waren nie besser für eine steile Karriere als jetzt. Es besteht überall Handlungsbedarf und wenn man will (nicht alle wollen Karriere machen), dann sollte man sich jetzt rüsten und einfach durchmarschieren.

Maike Strudthoff

Future Analyst, Autorin, Speaker und freie Beraterin mit Spezialisierung auf das Thema Mobile Innovation

Im Web: www.mobile-innovation.comXing

maike-strudthoff

1. Welche besonders wichtigen Entscheidungen und Momente gab es in Deinem bisherigen Werdegang? Was hat Dich also zu der Stelle im Berufsleben gebracht, an der Du gerade bist?

Ich bin nicht sofort darauf gekommen, aber letztendlich gibt es wohl eine besonders wichtige Entscheidung, die lange Jahre zurückliegt. Als Teenager wurde mir klar, ich möchte „was mit Wirtschaft“ machen. Auch wollte ich einen Job der zukunftsfähig ist. So kam ich zum Thema „Computer“. Da habe ich angefangen zu lernen, wie man COBOL programmiert. Ich erinnere mich gut, wie ich eine Lagerhaltungssoftware erstellt habe, nach den Prinzipien „First in, First out“ und  „First in, Last out“. Das war auf meinem ersten PC, der hatte noch einen bernsteinfarbenen Monitor. Es gab auch grüne, aber Farbe noch nicht.

Danach waren es vielmehr unzählige Entscheidungen und Momente, die immer dem Grundgedanken gefolgt sind, noch ein Stückchen weiter zu gehen. Kein Stillstand, nicht auf dem Erreichten ausruhen, sich nicht zurücklehnen, sondern stets im Auge zu behalten, wie man sich weiter entwickeln kann und wo Potentiale im Markt liegen. So kam ich zuerst im Database Marketing, dann im eCommerce, im CRM und schließlich bei Mobile Innovation an.

2. Inwiefern hat auf diesem Weg eine Rolle gespielt (positiv oder negativ), dass Du eine Frau bist? Gab es schwierige Situationen? Gab es Dinge, die Dich beflügelt haben?

In meinen anfänglichen Berufsjahren war ich bei einem Arbeitgeber angestellt, wo ich in so manchen Meetings die einzige Frau war. Da hieß es dann „Guten Morgen Frau Strudthoff, Guten Morgen meine Herren“ zum Start der Sitzung. Leider war die Kultur nicht sehr frauenfreundlich und es gab immer wieder unqualifizierte Kommentare. Man hatte öfter das Gefühl, Frauen wird einfach nicht so viel zugetraut.

Aber das habe ich seit langen Jahren im Großen und Ganzen nicht wieder erlebt. Sicher mag es in der einen oder anderen Einzelsituation positive oder negative Unterschiede geben, aber wenn man es als selbstverständlich empfindet dabei zu sein, wird man zumeist auch so aufgenommen. Ich nehme es in der Regel gar nicht richtig wahr, dass ich mich oft unter einer Mehrheit von Männern befinde. Das ist irgendwie zur Gewohnheit geworden und macht für mich keinen Unterschied.

3. Was möchtest Du jungen Frauen und Mädchen mit auf den Weg geben, die das hier lesen und vielleicht nicht sicher sind, ob sie eine Karriere in der „Tech-Industrie“ wagen wollen?

Just Do It. Technologie kann unheimlich viel Spaß machen. Für mich ist es jedenfalls eine Leidenschaft. Sich bloß nicht davon abschrecken lassen, dass die Branche immer noch von Männern dominiert wird oder das Technologie, Mathe und Logik nicht traditionelle Frauenthemen sind.

In der Tech-Industrie liegen Zukunftschancen, dort werden in Zukunft entscheidende Positionen zu vergeben sein, dort wird es spannende Jobangebote geben. Und die Chancen der Zukunft sind sehr zahlreich: Big Data Analysen, künstliche Intelligenz, Roboter oder Biotech sind nur ganz wenige Beispiele.

Wenn erst einmal eine kritische Masse an Frauen in der Tech-Industrie an den Stellen mit Hebelfunktionen sitzt, dann ist es auch für die Unternehmen ein Erfolgsfaktor. Ich höre immer wieder Geschäftsführer, Bereichsleiter und andere Manager, die nach mehr Frauen suchen, weil es die Ergebnisse im Team positiv beeinflusst. Bessere Zielerreichung durch einen diversifizierten Blickwinkel auf die Probleme des Unternehmens.

Hohe Ziele setzen und nicht locker lassen

Auch ganz wichtig: sich hohe Ziele setzen und nicht locker lassen. Ich habe die Erfahrung gemacht, wenn man am Ball bleibt, geht so einiges und das bringt eine enorme Zufriedenheit, Anerkennung und macht Spaß. Und die Tech-Industrie wird in Zukunft immer mehr wirklich spannende Themen hervorbringen. Man muss darin eintauchen und merkt dann schnell, wie viel Spaß und Freude sie bringen und wie viele lebensnahe Probleme aus allen Bereichen mit Tech gelöst werden können.

Svenja Teichmann

Gründerin & Geschäftsführerin, crowdmedia GmbH. Beraterin, Trainerin, Speakerin & Moderatorin.

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1. Welche besonders wichtigen Entscheidungen und Momente gab es in Deinem bisherigen Werdegang? Was hat Dich also zu der Stelle im Berufsleben gebracht, an der Du gerade bist?

Ich bin über einen Kontakt und eine Empfehlung an meine späteren Geschäftspartner gekommen, was wiederum meinen Weg in die Online-Welt sowie die Selbständigkeit geführt hat. Zu meinem jetzigen Geschäftspartner Sven-Olaf bin ich wiederum über gemeinsame Kontakte gekommen. Und zu den Zutaten Netzwerk und Zufall kommt sicherlich meine Neugier hinzu. Zwischen zwei Selbständigkeiten war ich bei OTTO angestellt. Ein tolles Unternehmen, aber ich persönlich benötige mehr Dynamik und häufiger mal etwas Neues.

2. Inwiefern hat auf diesem Weg eine Rolle gespielt (positiv oder negativ), dass Du eine Frau bist? Gab es schwierige Situationen? Gab es Dinge, die Dich beflügelt haben?

Es gibt im Moment keine spannendere Branche

Das Thema als Frau in der Berufswelt hatte ich ehrlich gesagt weniger im Fokus. Bis ich über 30 war und mir im Austausch mit anderen Frauen (privat und/oder beruflich) immer klarer wurde, dass wir noch ein ziemliches Ungleichgewicht in der deutschen Wirtschaft zwischen Männern und Frauen haben. Zum Beispiel bei den Themen Sichtbarkeit (Bühnen, Expertenlisten) oder Entwicklungschancen (Gläserne Decke, Vereinbarkeit von Beruf und Karriere). Beflügelt hat mich mein Engagement bei den Digital Media Women. Dort stehen wir gemeinsam für das Thema „Frauen in der Digitalbranche sichtbar zu machen“. Ein toller Haufen engagierter Frauen.

3. Was möchtest Du jungen Frauen und Mädchen mit auf den Weg geben, die das hier lesen und vielleicht nicht sicher sind, ob sie eine Karriere in der „Tech-Industrie“ wagen wollen?

Da bin ich ein wenig voreingenommen. Ich glaube es gibt im Moment keine spannendere Branche in der man arbeiten kann als die Digitalbranche. Es entsteht so schnell so viel Neues und Bestehendes entwickelt sich permanent weiter. Leute, die daran Freude haben, angestellt oder selbständig, können Jobs finden, die ihnen viel Spaß und Entwicklungsmöglichkeiten geben.

Artikel vom 07. September 2015