Meine Tools und Dienste für Recherche und Themenfindung

Jeden Tag gehe ich 100 bis 200 Artikel durch, um Material für Recherchen zu sammeln oder Themenideen zu bekommen. Mir stehen dabei einige sehr nützliche Werkzeuge zur Seite, die ich hier vorstellen möchte.

(Foto: joexx / photocase.de)

(Foto: joexx / photocase.de)

„Erst Input, dann Output“, habe ich mir einmal sagen lassen. Oder auch: „Wer schreiben will, muss erst lesen.“ Und das stimmt. Entsprechend lese ich jeden Tag und das nicht gerade wenig. Zum einen brauche ich das in meiner Eigenschaft als freischaffender Journalist, aber auch als einer der Macher hinter den Kulissen des UPLOAD Magazins. So betreue ich im Wesentlichen unsere Social Media Kanäle, bei denen ich unsere Fans und Follower auf Facebook, Twitter und Google+ mit interessanten Neuigkeiten und lesenswerten Artikeln versorge. Dazu nutze ich übrigens Buffer. Zugleich will ich auf dem Laufenden bleiben, um selbst Artikel fürs Magazin schreiben zu können oder gemeinsam mit meinen beiden Kollegen Falk Hedemann und Sebastian Schürmanns zu bestimmen, welche Themen wir uns vornehmen wollen.

Hier mein aktuelles Setup an Werkzeugen und Diensten, die dazu bei mir zum Einsatz kommen:

Interessante Artikel und Themen finden

RSS-Feeds und Feedly

Feedly

Feedly

RSS hat in der breiten Masse zwar nie den Durchbruch geschafft, ist aber aus meinem persönlichen Alltag nicht wegzudenken. Feeds sind mein Mittel der Wahl, um über neue Artikel auf wichtigen Seiten auf dem Laufenden zu bleiben. Seitdem der allseits beliebte Google Reader ja vom Internet- und Technologieriesen eingestellt wurde, bin ich Nutzer von Feedly. Das kann man problemlos kostenlos nutzen, ich setze dennoch auf einen Pro-Account. Zwei Gründe: Zum einen gibt es ein, zwei Funktionen wie die Pro-Suche, die für mich nützlich sind. Zum anderen habe ich einfach die Nase voll von Gratis-Diensten, die dann doch wieder eingestellt werden. Insofern habe ich die Hoffnung, dass Feedly erhalten bleibt. Bislang sieht es ja ganz danach aus.

Ich speichere die Artikel in Feedly ab. Das benutze ich also wie eine Favoritenliste. Zugleich werden alle gespeicherten Artikel via IFTTT automatisch auch in Evernote abgelegt. Artikel, die ich später lesen will, lege ich in Pocket ab. Mehr zu Evernote und Pocket weiter unten.

Einen Großteil meiner täglichen Newsquellen findet man übrigens auf meiner Feedly-Profilseite.

Alle Artikel bequem via E-Mail lesen

Alle Artikel bequem via E-Mail lesen

Jeden Montag veröffentlichen wir einen ausführlichen Beitrag, geschrieben von namhaften Expertinnen und Experten. Sie erklären, geben Tipps und ordnen ein. Wer diese und weitere Artikel nicht verpassen will, bekommt sie mit dem UPLOAD Newsletter bequem zugeschickt – in voller Länge! In diesem Monat dreht sich der Schwerpunkt um Facebook fürs Business.

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Weitere Quellen

Während ich die News in Feedly in der Regel immer komplett durchgehe (wenigstens nach Überschriften), kommen die folgenden Quellen je nach Zeit ergänzend hinzu:

  • Techmeme: Das Portal zeigt laufend aktualisiert viel diskutierte Themen und Artikel aus der Techszene. Ein Algorithmus und menschliche Redakteure arbeiten dafür Hand in Hand zusammen.
  • TweetedTimes oder Nuzzel: Beide Dienste analysieren, was all jene Twitterer posten, denen wir mit @uploadmag folgen. Daraus generieren sie eine Newsseite.
  • This: Bei diesem Social Network können die Nutzer nur einen einzigen Link pro Tag posten. Ich selbst bin dort passiv, aber mit sehr viel Gewinn dabei. Vor allem die E-Mail mit fünf handverlesenen Artikeln öffne ich jedes Mal. Die Themen sind hier bei weitem nicht auf Tech begrenzt.
  • Pocket (s.u.) sendet mir regelmäßig eine E-Mail mit interessanten Artikeln, die ich dann mit einem Klick abspeichern kann. Diese Empfehlungen finden sich auch in der App. Inzwischen bauen die Macher zudem an einer Art Social Network rund um lesenswerte Artikel. Man kann anderen Nutzern folgen. Hier findet sich mein Profil.
  • Medium: Hier finde ich Artikel zu allen möglichen Themen, manchmal als Zweitveröffentlichung. Auch hier bekomme ich eine E-Mail mit Leseempfehlungen.

Weitere Anlaufpunkte sind für mich Dinge, die ich selbst bei Facebook oder Twitter finde sowie nicht zuletzt: Pressemitteilungen. Die landen meistens zunächst via E-Mail bei Evernote (s. u.).

Artikel lesen: Pocket

Pocket

Pocket

Zwar bin ich schon seit vielen Jahren Evernote-Nutzer (s. u.), aber zum Lesen der abgespeicherten Inhalte hat es sich bei mir nicht bewährt. Das können Dienste wie Instapaper oder in meinem Fall Pocket viel besser. Seitdem ich einmal damit angefangen habe, möchte ich es nicht wieder hergeben.

Ich habe Instapaper nie probiert, deshalb kann ich zu wesentlichen Unterschieden der Dienste nichts sagen. Ich nutze Pocket kostenlos und bin sehr zufrieden damit. Zu einem Premium-Account wie bei Feedly konnte ich mich noch nicht durchringen, weil ich tatsächlich keine einzige der dort enthaltenen Funktionen gebrauchen kann. Das mag sich noch ändern.

Das Tolle an Pocket ist, dass es Artikel blitzschnell und in lesefreundlicher, bereinigter Fassung abspeichert. Ich habe den Pocket-Button als Add-on in meinem Browser auf dem MacBook. Und da ich auf iPad und iPhone die Pocket-App installiert habe, gibt es ihn dort im Share-Sheet ebenfalls. Ich lese die Artikel dann in der Regel auf dem iPad oder zwischendurch auch einmal auf dem iPhone.

Artikel und Inhalte ablegen: Evernote

Evernote

Evernote

Wie man sich denken kann: Ich finde sehr viel mehr interessante Beiträge, als ich sofort brauchen oder verarbeiten kann. Vieles davon landet in meiner allwissenden Ablage Evernote. Auch hier habe ich einen Premium-Account, den ich in diesem Fall tatsächlich brauche. So ist es beispielsweise nur damit möglich, E-Mails samt Anhängen an das eigene Evernote-Konto weiterzuleiten. Wie oben erklärt, nutze ich das vor allem, um Pressemitteilungen abzuspeichern. Darüber hinaus habe ich den Evernote-Button im Browser installiert, über den man Artikel ebenfalls bereinigt sichern kann. Und wie bereits erwähnt, landen zudem Artikel automatisch in Evernote, die ich in Feedly abspeichere.

Evernote kann noch viel mehr: Bei Vorträgen kann ich den Ton aufzeichnen und zugleich Notizen machen. Handschriftliche Notizen oder Papier-Dokumente kann per iPhone-App Scannable im Handumdrehen einscannen und abspeichern. Texte in Bildern und Scans werden dabei von Evernote ebenfalls erkannt. Auch PDFs landen hier wie beispielsweise Whitepaper und andere Downloads.

Entsprechend ist mein „digitaler Zettelkasten“ bereits enorm angewachsen, seitdem ich 2011 damit angefangen habe. Glücklicherweise gibt es eine recht gute Suchfunktion, die ich in den vergangenen Wochen und Monaten mehr und mehr nutze: Inzwischen habe ich so viel Material, dass Evernote mein erster Anlaufpunkt ist, wenn ich ein Thema recherchieren will. Schließlich finden sich hier alle Artikel, Pressemitteilungen, Downloads und Notizen, die ich in den letzten Jahren selbst als interessant eingestuft hatte.

Daneben nutze ich gelegentlich ebenfalls die Suchfunktionen von Pocket und Feedly, um bereits gefundene und gelesen Beiträge wiederzufinden. Oder natürlich den Browserverlauf, wenn ich etwas zwar interessant fand, aber dann doch nirgends abgespeichert hatte… Zum Glück passiert das nur sehr selten.

Fazit

Die eierlegende Wollmilchsau der Tools gibt es nicht, aber meine Kombination aus Feedly fürs Finden, Pocket fürs Lesen und Evernote fürs Abspeichern hat sich bewährt. An sich könnte Evernote dabei theoretisch die Funktion von Pocket übernehmen. Schließlich lassen sich Artikel hier ebenfalls aufs Wesentliche reduziert mit einem Knopfdruck abspeichern. Insofern könnte man einen Pocket-Klon allein mit den bereits vorhandenen Evernote-Features bauen. Derzeit ist das Nutzungserlebnis beim Lesen allerdings doch weit vom Pocket-Komfort entfernt. Vielleicht tut sich hier ja noch was.

P.S.: Aktuell läuft bei Zielbar.de die Aktion #toolparade. Bei dieser „Blogparade“ werden Tipps und Empfehlungen rund um nützliche Werkzeuge gesucht. Noch bis 17. Januar kann man teilnehmen.

Artikel vom 06. Januar 2016