Schlagwort unter der Lupe: Was bedeutet „Arbeiten 4.0“?

Die Digitalisierung der Gesellschaft und andere technologische Fortschritte sind dabei, den Arbeitsmarkt zu beeinflussen, Karrierewege zu verändern und Unternehmen zur Neuorganisation anzuregen. Oftmals wird das als „Arbeiten 4.0“ bezeichnet. Schaut man genauer hin, hat dieser Wandel längst begonnen.

(Foto: © alphaspirit – Fotolia.com)

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Ist „Arbeiten 4.0“ nur ein modisches Schlagwort, um Konferenzen zu veranstalten und Bücher zu verkaufen? Oder hat es seine Wurzeln in der Wirklichkeit? Im Vorwort zum „Grünbuch: Arbeiten 4.0“ (April 2015) erklärt Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) anhand des Beispiels eines LKW-Fahrers, welche Fragen sich damit für die Zukunft ergeben:

Sitzt der LKW-Fahrer von heute auf seiner Route morgen zwar nicht am Steuer, aber als Pilot in seinem Führerhaus und überwacht die elektronischen Instrumente? Hat er übermorgen seinen Platz in einem Logistikzentrum, von wo aus er mehrere selbstfahrende LKW aus der Ferne kontrolliert? Oder kann er das vielleicht von zu Hause aus erledigen? Hat er dabei mehr Freizeit als früher, kann er gesünder leben, seine Familie häufiger sehen, sich die Arbeit mit seiner Frau teilen? Hat er noch einen Bezug zu seinem Unternehmen? Kann er darin mitwirken und mitbestimmen? Hat er die Solidarität seiner Kolleginnen und Kollegen? Oder fühlt sich unser Fahrer überflüssig und findet keine Arbeit mehr? Hat er vielleicht die Chance ergriffen, etwas ganz Neues zu machen? Hat er dabei die Unterstützung unserer Institutionen gefunden?

Daran erkennt man bereits die wesentlichen Punkte: Der technische Fortschritt wird Arbeitsplätze verändern und manche überflüssig machen. Daraus ergeben sich sowohl Risiken als auch Chancen. So weit, so bekannt.

Über die Sinnhaftigkeit der Begriffe „Industrie 4.0“ und „Arbeiten 4.0“ könnte man sich derweil ausgiebig streiten. Die Versionsnummer soll offensichtlich symbolisieren, welche Veränderungen es bereits gab und dass wir nun in ein neues Zeitalter eintreten. Eine Studie der Deutschen Telekom und der Universität St. Gallen ordnete das wie folgt:

  • Erste Industrielle Revolution: Einführung mechanischer Produktionsanlagen mit Hilfe von Wasser- und Dampfkraft
  • Zweite Industrielle Revolution: Einführung arbeitsteiliger Massenproduktion mit Hilfe von elektrischer Energie
  • Dritte Industrielle Revolution: Einsatz von Robotik und IT zur weiteren Automatisierung der Produktion
  • Vierte Industrielle Revolution: Einsatz von cyber-physischen Systemen

Einen wesentlichen Unterschied sieht die Studie darin, dass Maschinen den Menschen bislang bei der Arbeit unterstützt haben, während sie ihn nun zunehmend ersetzen werden.

Im „Grünbuch“ findet sich folgende Definition des Begriffs Industrie 4.0:

Das Schlagwort Industrie 4.0 beschreibt einen Umbruch im produzierenden Sektor. Leitbild der Industrie 4.0 ist eine hochautomatisierte und vernetzte industrielle Produktions- und Logistikkette. Dabei verschmelzen virtuelle und reale Prozesse auf der Basis sogenannter cyber-physischer Systeme. Dies ermöglicht eine hocheffiziente und hochflexible Produktion, die Kundenwünsche in Echteit integriert und eine Vielzahl von Produktvarianten ermöglicht.

Die nun bereits zweimal genannten „cyber-physischen Systeme“ spiele auf das Internet der Dinge an. Mehr darüber findet sich in meinem UPLOAD-Artikel zum „physischen Web“.

Der Wandel und seine Auswirkungen

Aber was ist mit alldem ganz konkret gemeint? Welche Auswirkungen hat das nun? Zwei wesentliche technische Trends beeinflussen, wie wir in Zukunft Arbeiten, Firmen organisieren und unseren Lebensunterhalt verdienen. Das ist zum einen die Vernetzung und Digitalisierung und zum anderen die Automatisierung.

Vernetzung und Digitalisierung

Mehr und mehr Menschen müssen nicht mehr zwingend jeden Tag ins Büro. Sie können auch von zu Hause arbeiten oder von unterwegs. Was bisher eine Ausnahme war, die man als Arbeitnehmer erfragen musste, wird zunehmend zu einer erwarteten Option. Wer als Arbeitgeber darauf angewiesen ist, talentierte Leute für sich zu gewinnen, kann nicht mehr allein mit Geld locken. Es geht auch um persönliche Freiheit. Arbeit ist weiter wichtig und ein Teil des Lebens und der Persönlichkeit. Aber die Akzeptanz dafür sinkt, alles dem Willen des Arbeitgebers unterzuordnen. Neben mehr Flexibilität beim Arbeitsort gehört hier zugleich eine Abkehr vom starren Arbeitszeitmodell dazu, sofern die Aufgaben es zulassen. Teilzeit-Arbeit, Auszeiten bis hin zum Sabbatical oder Zeitkonten sind einige Beispiele.

Als Arbeitnehmer oder Freelancer kann man das mit einem lachenden und einem weinenden Auge sehen: Die neue Freiheit bringt neue Verantwortlichkeiten mit sich. Denn wer überall und immer arbeiten kann, muss aufpassen, dass er oder sie nicht tatsächlich immer und überall arbeitet. So paradox es klingt: Größere Freiheiten brauchen letztlich klarere Regeln.

Unternehmen können von der neuen Flexibilität ebenfalls profitieren. Das Arbeitsaufkommen ist schließlich nicht in jedem Betrieb strikt linear. Es gibt beispielsweise einmalige Projekte, für die vorübergehend Fachwissen und Unterstützung benötigt wird. Oder es gibt Zeiten im Jahr mit mehr Arbeit als an anderen. Was heute mit Freelancer-Plattformen wie Upwork noch recht bescheiden und unhandlich daherkommt, kann in Zukunft sehr viel einfacher, schneller und flexibler sein. Intelligentere Systeme als die heutigen können dann die Bedürfnisse eines Unternehmens mit den Fertigkeiten eines Arbeiters automatisch abgleichen. Im Zuge dessen werden Facharbeiter noch spezialisierter als heute.

Arbeit erlangt erstmals die gleiche Mobilität wie Kapital.

Laut der oben bereits genannten Telekom-Studie würden digitale Leistungen zudem in immer kleinere Teile zerlegt und noch mehr als bisher von einer globalen „Crowd“ erledigt. „Qualifikationen sind global transparent und vergleichbar“, heißt es dort. „Die räumliche Verortung des Leistungserbringers spielt keine Rolle mehr. Arbeit erlangt damit erstmals die gleiche Mobilität wie Kapital.“ Was für den einen nach dem Traum vom Digitalnomadentum klingt, hat natürlich zugleich Konsequenzen für alle, die stattdessen viel lieber als Deutsche weiter in Deutschland leben und ihr Geld verdienen wollen. Die Studie sieht aber auch noch eine andere Perspektive:

Distanzarbeit, die Anonymität von Crowd- und Clickworking-Arbeitsverhältnissen und die Flexibilisierung der Arbeitszeiten integriert auch soziale Gruppen in den Arbeitsmarkt, die für das klassische Normalarbeitsverhältnis nicht zur Verfügung stehen. Dies gilt – wie zum Beispiel in Berlin beobachtbar – für Startups, aber auch für Clickworker in Schwellenländern.

Stärkere Vernetzung führt außerdem dazu, dass Unternehmen im Hintergrund zusammenarbeiten, ohne dass für Kunden oder sogar Mitarbeiter klar ersichtlich ist, wo die eine Firma aufhört und die andere anfängt. Hoch spezialisierte Facharbeiter wiederum organisieren sich anhand ihrer Expertise und nicht unbedingt mehr mit Blick auf Organisationen. Unternehmen schließlich greifen vermehrt auf solche Fachkräfte zurück – „hiring on demand“. Umso schwieriger kann es werden, qualifizierte und wertvolle Mitarbeiter in den eigenen Reihen zu behalten. Wenn die Grenzen verschwimmen, sinkt die Loyalität und stetig lockt die neue Herausforderung. Führungskräfte müssten sich darüber hinaus an einen Wandel von der Präsenz- zur Ergebniskultur gewöhnen. Ihre Aufgabe sei es zu motivieren und nicht mehr vor allem zu kontrollieren.

Zugleich werde die Grenze zwischen den Kunden und dem Anbieter weiter verschwimmen. Ein Trend, den wir teilweise heute bereits sehen, wenn beispielsweise auf einem Portal wie airbnb.com die Nutzer selbst die Qualitätskontrolle der Angebote übernehmen oder wenn via Crowdfunding Produkte direkt von potenziellen Käufern mitfinanziert werden.

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Automatisierung

Menschen und Maschinen entwickeln derweil neue Formen der Zusammenarbeit – Menschen als Überwacher der Maschinen, Maschinen als Kollegen, Maschinen als Nachfolger des Menschen am Arbeitsplatz.

Als Faustregel gilt: Wessen Arbeitstag hauptsächlich aus Routineaufgaben besteht, wird in den nächsten Jahren und Jahrzehnten sehr wahrscheinlich von einem Roboter in Software oder Hardware ersetzt. Das macht selbst vor einem (tendenziell) kreativen Berufsfeld wie dem meinen nicht halt: Automaten schreiben bereits sehr erfolgreich Kurznachrichten über Finanzberichte oder Sportergebnisse. Diese Aufgaben erledigen auch die menschlichen Kollegen oft „nach Schema F“. Entsprechend gut eignen sie sich für die Automatisierung. Wer mehr darüber wissen möchte, findet das in meinem UPLOAD-Artikel „Robotergeschichten – Wenn Automaten Texte schreiben“.

Vor diesem Wandel sind nur wenige sicher. Allein Künstler, Unternehmensgründer und viele Menschen, die direkt mit Menschen arbeiten, werden sich nicht so leicht ersetzen lassen. Und nicht zu vergessen die Menschen, die die Maschinen bedienen und entwickeln, die die Menschen ersetzen. Aber selbst das ist mit der Forschung rund um künstliche Intelligenz nicht mehr sicher. Das wiederum ist ein spannendes und komplexes Thema, würde allerdings den Rahmen dieses Beitrags sprengen. Nur so viel: Die Fortschritte bei selbstlernenden Computerprogrammen sind enorm.

Vor allem trifft dieser Wandel jedenfalls gering qualifizierte Arbeitskräfte – und das ist nichts Neues. Ihre Arbeitslosenquote ist in den vergangenen Jahrzehnten bereits stark angestiegen und liegt laut Bundesarbeitsministerium mittlerweile bei 19%. Bei Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung  sind es lediglich 5%. Mit Hochschulabschluss 2,5%.

Neue Formen der Organisation

Aber nicht nur Arbeit und Arbeitsmarkt verändern sich, auch Unternehmen und ihre Organisation können sich im Zuge der digitalen Transformation verändern.

Michael Bernau nennt in seinem Artikel zu Arbeiten 4.0 die Volksbank Heilbronn als Beispiel. Sie habe alle Hierarchiestufen abgebaut – bis auf den Vorstand, auf den eine Genossenschaft nicht verzichten kann. Nun gibt es keine Abteilungsleiter mehr, sondern nur noch „Prozessverantwortliche“. Jeder Mitarbeiter könne sich darum bewerben, einen Prozess zu verantworten – egal, ob Vorerfahrungen bestehen oder nicht. Den typischen Vorgesetzten gibt es nicht mehr, Disziplinarrecht wird in der Gruppe entschieden und der Vorstand hat das operative Geschäft direkt auf die Prozessverantwortlichen übertragen.

Etwas ganz Ähnliches gibt es derzeit beim US-Unternehmen Zappos zu beobachten. Der inzwischen zu Amazon gehörende Online-Schuhhändler ist bereits für die Experimentierfreude seines CEOs Tony Hsieh bekannt. Er hat nun „Holocracy“ eingeführt: Auch hier wurde die klassische Hierarchie abgeschafft. Wer sich das nun als kunterbunte Anarchie vorstellt, ist allerdings auf dem falschen Dampfer: Laut der Holocracy-Selbstbeschreibung auf dieser Seite sind die Arbeitsläufe sogar strenger organisiert als vorher. Die Grundidee ist es, jeder Stimme Gehör zu verschaffen, unabhängig von Aufgabe und Qualifikation.

Tony Hsieh ging klugerweise davon aus, dass längst nicht alle Mitarbeiter eine so radikale Veränderung mittragen wollen. Er bot ein großzügiges Paket an, um die Kündigung leichter zu machen. Das nahmen prompt 14% der Mitarbeiter an. Einige kehrten später doch wieder zurück. Andere verließen die Firma. Bei 18% Abgang steht man inzwischen. Den CEO beunruhigt das nicht, denn hat das Experiment nur eine Chance, wenn die Mitarbeiter dahinterstehen.

In dieser Ausgabe des UPLOAD Magazins beschäftigen sich noch weitere Beiträge mit diesem Bereich der digitalen Transformation. Christiane Brandes-Visbeck beispielsweise erklärt ihrem Zweiteiler das Wesen des „digital Leadership“ und hat auch konkrete Tipps parat. Lutz Hirsch vom Intranet-Spezialisten Hirschtec wiederum zweifelt im Interview mit uns daran, dass allein eine neue Software zur Reorganisation eines Unternehmens führt.

Insofern ist hier angesichts des Hypes ein wenig gesunde Skepsis angebracht, wie mir scheint. Nicht jedes Unternehmen muss gleich von heut auf morgen seine bisherigen Strukturen aufgeben. Andererseits könnte es eine vertane Chance sein, nicht mit neuen Modellen zu experimentieren.

Der aktuelle Stand der Dinge

Laut Monitoring-Report Digitale Wirtschaft 2014 (PDF) des Bundeswirtschaftsministeriums sind Telekommunikation und Verlagswesen, Medien und Rundfunk heute am stärksten digitalisiert. Ihnen folgen IT- und Informations-, Finanz- und Versicherungsdienstleister sowie die Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten, elektrischen und optischen Produkten sowie Fahrzeugen. Handel, Elektrotechnik und Maschinenbau liegen im Mittelfeld. Die Verkehrs- und Logistikbranche sowie die Energie- und Wasserversorgung haben bislang vergleichsweise wenig in ihre Informations- und Kommunikationstechnologie investiert.

54% der Beschäftigten in Deutschland nutzten im Jahr 2014 laut Statistischem Bundesamt bei der Arbeit einen Computer mit Internetanschluss. Knapp ein Viertel der Produktion in Deutschland läuft heute bereits voll- oder hochautomatisiert ab, wie das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und -organisation in „Produktionsarbeit der Zukunft – Industrie 4.0“ schrieb.

Im „Grünbuch Arbeiten 4.0“ zeigt sich die Bundesarbeitsministerin überzeugt: „Der schon länger anhaltende Trend zur Wissensgesellschaft wird sich auch durch die Digitalisierung fortsetzen.“ Die Wissensgesellschaft wird darin wie folgt definiert:

In einer Wissensgesellschaft werden Wissen und dessen Organisation zur Grundlage des sozialen Zusammenlebens und zu einer herausragenden ökonomischen Ressource, die in hohem Maße über die Wettbewerbsfähigkeit von Volkswirtschaften entscheidet. Arbeit geschieht verstärkt in form von Wissens- und Kopfarbeit. Dabei wird der Zugang zu Wissen und die Teilhabe an Wissen über Bildung eine zentrale soziale Frage.

Daraus folge: Wertschöpfung und Arbeitsplätze verlagern sich vom Produktionsbereich in den Dienstleistungsbereich. Demnach arbeiten bereits heute über 73% der Erwerbstätigen im Dienstleistungssektor.

Chancen und Risiken

Die Bundesarbeitsministerin spricht mit Blick auf die Veränderungen von einer „Beschäftigungspolarisierung“ oder auch einer „Dualisierung des Arbeitsmarkts“. Soll bedeuten: Auf der einen Seite finden sich mehr hochqualifizierte und stark spezialisierte Facharbeiter. Auf der anderen Seite minimal bezahlte „Clickworker“. Das wird dann im Beamtendeutsch als „atypische Erwerbsverhältnisse“ bezeichnet – Teilzeit, befristete Beschäftigung, geringfügige Beschäftigung und Zeitarbeit.

Auch früher schon habe es, meist abhängig von Qualifikationen, eine „Segmentierung des Arbeitsmarkts“ gegeben, heißt es weiter. Diese „flexibilisierten Teile des Arbeitsmarkts“ hätten für viele Betroffenen überhaupt erst einen Einstieg in den Arbeitsmarkt möglich gemacht. Zugegeben wird aber auch:

„Probleme entstehen, wenn diese Bereiche keine oder nur sehr geringe Aufstiegsmöglichkeiten in sichere und besser bezahlte Beschäftigung bieten. Die Forschung zeigt, dass zumindest Minijobs und Zeitarbeit eine Brückenfunktion nicht oder nur schwach erfüllen.“

Ein Pessimist würde nun davon ausgehen, dass wir auch hierzulande in Verhältnissen wie den USA landen, wo sich wachsende Teile der Bevölkerung kaum mit ihrer Arbeit finanziell über Wasser halten können. Der Optimist geht davon aus, dass Deutschland an seiner sozialen Marktwirtschaft festhält und die hier beschriebenen Trends rechtzeitig erkennt. Vor allem zeigt sich, dass in Bildung und berufliche Qualifikation investiert werden muss.

Wer sich fortbildet und spezialisiert, könnte in Zukunft mit mehr Freiheit und Flexibilität belohnt werden. Heutzutage erlebt so mancher etwas, das gelegentlich als „Rush hour des Lebens“ bezeichnet wird: Berufseinstieg und Karriereplanung, Familiengründung und andere wichtige Aufgaben fallen zeitlich eng zusammen. In einer Arbeitswelt, in der Vollzeit-Bürojobs der Vergangenheit angehören, ließe sich damit sehr viel individueller umgehen.

Dass Routineaufgaben in Jobs mehr und mehr wegfallen, kann man ebenfalls aus einem positiven Blickwinkel betrachten. Das kann je nach Branche bedeuten, dass die Arbeit interessanter wird, erfüllender und durch die gesteigerte Effizienz am Ende sogar mehr Freizeit möglich wird.

Zugegeben: Das ist nur eine Seite der Medaille. Es wäre naiv, allein auf die Chancen zu schauen. Das gilt zumindest dann, wenn man ein System wie den Arbeitsmarkt in Deutschland als Ganzes betrachtet. Wenn man mich hingegen nach den individuellen Chancen und Risiken der Veränderungen fragt, würde ich es wiederum als fatal ansehen, sich nur auf die Gefahren zu konzentrieren.

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Artikel vom 15. Februar 2016