Google RankBrain erklärt: Die Suchmaschine wird laufend schlauer [Sponsored]

Googles RankBrain ist ein künstlich intelligentes System, das bereits heute aktiv in die Suchergebnisse eingreift – und dabei fleißig lernt. Es übernahm dabei zunächst Aufgaben, die für die Suchmaschine vorher ein großes Problem waren: Das Ausliefern von Suchergebnissen zu noch nie gestellten Suchanfragen. Und das sind mehr als man denken könnte: 15 Prozent der täglichen Suchanfragen sind gänzlich neu. Inzwischen aber ist RankBrain bei allen Suchanfragen aktiv und wird von Google als das drittwichtigste Signal angesehen. Hinter dem RankBrain steckt eine komplexe Technik, die sich die Suchmaschine teuer erkauft hat – in Zeit und Geld.

(Illustration: © kran77, Fotolia.com)

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Ein selbstlernendes System: Die nächste Generation der Suche

RankBrain läuft bereits seit letztem Jahr, doch erst im März wurden viele auf die künstliche Intelligenz aufmerksam. Zu verdanken ist dies einer Aussage von Paul Haahr, einem leitenden Entwickler rund um die Google-Ranking-Algorithmen. Auf einer Konferenz sagte er, Google würde nicht komplett verstehen, wie RankBrain funktioniert bzw. was es tut.

Diese Aussage macht klar, warum RankBrain nicht nur ein Google-Update ist, sondern die nächste Generation der Suchmaschinen einläutet. Tatsächlich arbeitet Google damit an einem System, das selbstständig zu denken und Entscheidungen zu treffen scheint – ohne, dass seine Entwickler die Entscheidungen gänzlich nachvollziehen können. Woher uns das bekannt vorkommt? Entscheidungen von Menschen sind bisweilen ähnlich komplex und schwer nachvollziehbar.

Problematisch könnte RankBrain für SEOs aus aller Welt werden, wenn es immer stärker in die Entscheidungen der Suchmaschine einbezogen wird. Denn dann könnten alteingesessene Faktoren wie Links, Klickraten und andere schnell irrelevant werden. Dann ginge es nur noch um eines: Die Bedürfnisse des Suchenden perfekt zu bedienen, unabhängig von der Qualität ihrer Suchmaschinen-Optimierung. Und an nichts anderem arbeitet Google bereits seit Jahren.

Wie RankBrain funktioniert

In einem Artikel auf Bloomberg wird RankBrain von Greg Corrado, Senior Research Scientist bei Google, wie folgt beschrieben:

RankBrain uses artificial intelligence to embed vast amounts of written language into mathematical entities — called vectors — that the computer can understand. If RankBrain sees a word or phrase it isn’t familiar with, the machine can make a guess as to what words or phrases might have a similar meaning and filter the result accordingly, making it more effective at handling never-before-seen search queries.

RankBrain zeichnet sich gegenüber der herkömmlichen Suche also durch zwei wichtige Vorteile aus:

  1. Automatisiertes Erkennen von Synonymen, ob nun in Wörtern oder Umschreibungen
  2. Erkennen von Filterworten und dem entsprechenden Bewerten der dazugehörigen Anfrage

Schauen wir uns diese beiden Punkte doch noch etwas genauer an:

Erkennen von Synonymen in Fragen

Das Arbeiten mit Synonymen erweist sich für Suchmaschinen als schwer. Denn Sprache wandelt sich laufend und deshalb ist es wieder und wieder notwendig, Datenbanken mit Synonymen zu erweitern, um für gleichbleibend gute Ergebnisse zu sorgen. Wie schwer das sein kann, zeigt ein simpler Vergleich der folgenden beiden Fragen:

  • Wie baue ich ein Haus aus Holz?
  • Wie konstruiere ich ein Gebäude aus Holz?

Beide Suchanfragen wollen vermutlich auf die gleichen Seiten hinaus. Doch liefert Google bei der Suche nach „Konstruieren“ und „Bauen“ sowie „Gebäude“ und „Haus“ verschiedene Ergebnisse. Man ist sich also bewusst, dass die einzelnen Wörter an sich unterschiedliche Bedeutungen haben, im Zusammenhang aber identisch genutzt werden. Und bei diesem wichtigen Schritt übernimmt RankBrain wohl immer mehr maßgebliche Entscheidungen.

Erkennen von Filterworten

Im täglichen Gespräch reicht bereits ein Wort aus, um die komplette Bedeutung eines Satzes zu verdrehen. Während wir eine Frage wie „Wie backe ich einen Kuchen mit Mehl?“ noch schnell beantworten können, müssen wir bei „Wie backe ich einen Kuchen ohne Mehl?“ etwas länger überlegen. Dabei ist es doch nur ein Wort, das beide Suchanfragen voneinander unterscheidet.

Einer der Stärken von RankBrain soll das Verstehen solcher Signalwörter sein. Hierzu zählen, einem Artikel von Stonetemple nach, unter anderem „not“, „without“ oder „doesn’t“.

Zur Klarstellung: Google konnte auch vorher bereits mit Synonymen umgehen und Zusammenhänge zwischen Begriffen erkennen. RankBrain aber bringt das mit seinem selbstlernenden System auf ein neues Level. Nun sollen auch lange und komplexe Anfragen besser verstanden werden.

Wie gut ist RankBrain wirklich?

In dem eingangs erwähnten Artikel von Bloomberg wird auf einen interessanten Test mit RankBrain hingewiesen. Bei diesem sollten Googles interne Spezialisten einschätzen, welche Seite vom Google-Algorithmus bei einer Suchanfrage wohl an erster Stelle landen würde. RankBrain wurde mit der gleichen Aufgabe konfrontiert. Während die Experten, die wochenlang an Google-Algorithmen arbeiten und diese so gut kennen wie ihre Westentasche, eine Erfolgsquote von 70 Prozent hatten, war RankBrain besser: 80 Prozent.

Die jahrelange Arbeit an RankBrain scheint sich also gelohnt zu haben, versteht das System doch offenbar um einiges besser, wie Google Websites bewertet. Und es ist davon auszugehen, dass die genannte Erfolgsquote von 80 Prozent weiter steigen wird. Schließlich kann RankBrain wie erwähnt lernen und wird von Google auch laufend trainiert: Es bekommt frühere Suchergebnisse vorgelegt und soll sie einschätzen. Liegt es damit richtig, wird diese neue Version von RankBrain genutzt. Ganz im Sinne des Maschinenlernens wird RankBrain damit automatisch besser, ohne dass die Ingenieure dazu direkt eingreifen müssten.

RankBrain vs PageRank und andere Faktoren

Google ließ wissen, dass RankBrain bereits jetzt der drittwichtigste Faktor bei der Bewertung von Suchergebnissen sei. Über hundert kommen zum Einsatz. Später wurde noch ergänzt, das Links weiterhin auf Platz 1 sind: Sie sind bekanntlich das Element für die Bewertung von Websites, das Google besonders machte. Aber sie haben in den letzten Jahren deutlich an Wert verloren, weil sie zu leicht zu manipulieren sind. Auf Platz 2 findet sich der Content der Seite. Wie die weiteren Faktoren in die Ergebnisse einfließen, verrät Google weiterhin nicht. Hier will man es den Suchmaschinen-Optimierern nicht zu einfach machen.

Ende Juni wurde dann bekannt, dass RankBrain inzwischen bei allen Suchanfragen eine Rolle spielt und „viele“ Ergebnisse beeinflusst. In welcher Form das genau geschieht, ist allerdings nicht bekannt.

Ein Weckruf für SEOs

Die zunehmende Wertsteigerung von RankBrain läutet nicht nur ein neues Zeitalter der Suchmaschinen-Optimierung ein, sondern bedeutet auch einen Weckruf an alle SEOs: Alles läuft mehr und mehr darauf hinaus, Webseiten mit wirklich und hochwertigen Content zu füllen und Nutzern die perfekte Erfahrung zu bieten. Das ist eine Herausforderung, aber auch eine große Chance. Wer bereits jetzt RankBrain bei seinen täglichen SEO-Aufgaben im Hinterkopf behält, kann Seiten aufbauen, die vielleicht auch noch nach einigen Jahren und Updates gute Rankings genießen.

Artikel vom 20. Juli 2016