Instagram technisch und inhaltlich in die Gesamtkommunikation einbinden

Wer aktiver auf Instagram werden möchte, sollte von Anfang an wissen, wie sich das Profil dort sinnvoll in den Mix der bisherigen Kommunikation einbinden lässt. Annette Schwindt gibt in diesem Artikel viele Tipps aus der Praxis weiter – und die beginnen schon beim Einrichten des Accounts.

(Foto: easy camera / Shutterstock.com)

(Foto: easy camera / Shutterstock.com)

Spätestens seit Instagram Werbeanzeigen erlaubt, hat sich herumgesprochen, dass sich die Foto-App aus dem Facebook-Universum auch im geschäftlichen Bereich gut nutzen lässt. In diesem Beitrag soll es jedoch nicht um Werbeanzeigen gehen, sondern zunächst darum, wie Sie Instagram sowohl technisch als auch inhaltlich als sinnvollen Teil Ihres gesamten Kommunikationsmixes etablieren können.

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1. Die Voraussetzungen klären

Die wichtigste Voraussetzung dafür ist natürlich, dass Sie kontinuierlich über eigenes Bildmaterial verfügen, für das Sie die entsprechenden Rechte haben und das inhaltlich zu Ihrer aktuellen Strategie passt.

Instagram ist eine mobile App, deren Inhalte zwar auch via Desktop angesehen und geliked oder kommentiert werden können, aber das Hochladen von Beiträgen funktioniert bisher ausschließlich mobil und auch nur über die App selbst. Ein vorgeplantes automatisches Posten oder Crosspostings aus anderen Diensten nach Instagram ist also derzeit nicht möglich. Mit einem Tool wie Buffer können Sie Beiträge zwar vorbereiten und planen, aber für das Veröffentlichen muss auch hier immer jemand manuell zur Verfügung stehen, wenn das Posting online gehen soll.

Dieser Jemand braucht dafür ein Smartphone oder Tablet, direkten Zugang zum Account und mobilen Zugang zu dem zu postenden Material. Der letzte Punkt ist besonders wichtig, wenn mit dem Gerät, mit dem gepostet wird, nicht auch zugleich fotografiert wurde: Dann müssen Sie eine Cloudlösung wie z.B. Google Drive oder Dropbox nutzen, um die Bilder verfügbar zu machen. Alternativ können Sie dem Mitarbeiter die Bilder natürlich per E-Mail schicken.

Die Zeiten, in denen man nur quadratische Bilder posten konnte, sind vorbei. Inzwischen erlaubt Instagram auch quer- oder hochformatige Ausschnitte in 4:3 bzw. 3:4 und 16:9 bzw. 9:16. Unternehmen können außerdem ihren Account in ein Business-Profil umwandeln, mit dem sich Statistiken einsehen lassen und mit dem man Werbung schalten kann.

Torsten Materna hat für diese Ausgabe des UPLOAD Magazins einen ausführlichen Artikel zum Thema „Werbung auf Instagram“ geschrieben. Dort erfahren Sie auch mehr über die Besonderheit des Business-Profils.

2. Account richtig einrichten

Beachten Sie gleich von Anfang an diese Tipps aus der Praxis:

  • Einen Instagram-Account können Sie entweder via Facebook-Login oder mit E-Mail und Passwort einrichten. Wennn mehrere Leute Zugriff darauf haben sollen, ist E-Mail und Passwort sicher die bessere Variante. Der Facebook-Login bietet sich eher für private Nutzer an.
  • Sollten Sie bereits Twitter nutzen, versuchen Sie denselben @nutzernamen auch auf Instagram zu bekommen. Wenn Sie dann Ihren Instagram-Account mit Ihrem Twitter-Account verbinden und einen Beitrag teilen, verlinkt ihn Twitter automatisch richtig.
  • Aus Gründen des Brandings empfiehlt es sich ohnehin, den Instagram-Nutzernamen möglichst identisch mit dem sonst hoffentlich schon konsistent verwendeten Nutzernamen zu wählen – sofern er noch zu haben ist. Darüber hinaus sollten Sie mit dem Profilbild, der Bio und dem Websitelink das Wiedererkennen erleichtern.
  • Da Instagram bisher nur in Werbeanzeigen und Stories Verlinkungen im Beitrag erlaubt, bietet es sich an, in der Bio den eigenen Blog/Newsbereich als  Websitelink zu verwenden. Hauptsache ist, dass von dort aus das Impressum und sonstige rechtlich notwendigen Links jeweils mit einem Klick erreichbar sind.
  • Da auf Instagram die Verwendung von Hashtags eine wichtige Rolle spielt, sollten Sie zusätzlich zum Nutzernamen auch einen eigenen Hashtag für Ihr Unternehmen und entsprechenden Veranstaltungen, oder Kampagnen etablieren, den Sie künftig bei Ihren dazugehörigen Beiträgen verwenden.

3. Technische Verknüpfungsmöglichkeiten

Wenn der Instagram-Account eingerichtet ist, steht Ihnen eine Vielfalt von Möglichkeiten der Vernetzung mit Ihren sonstigen Kommunikationsmitteln zur Verfügung. Das bedeutet nicht, dass Sie alles davon nutzen müssen, sondern es geht darum, die für Ihre Strategie passenden Optionen auszusuchen und anzuwenden.

Auffindbarkeit erhöhen

Was aber auf jeden Fall gewährleistet sein muss, ist die Auffindbarkeit Ihres Instagram-Accounts. Diese stellen Sie wie folgt sicher:

  • Fügen Sie den Link zu Ihrem Instagram-Account zu den Social Links auf Ihrer Website/Ihrem Blog hinzu.
  • WordPress-Nutzer können z.B. mit dem Plugin Instagram Feed zusätzlich Instagram-Beiträge als sich selbst aktualisierende Galerie auf einer eigenen Unterseite oder als Widget in der Sidebar oder im Footer darstellen. Diese wird natürlich ebenfalls mit dem Account verlinkt.
  • Verlinken Sie Ihren Instagram-Account zusammen mit Website, E-Mail und anderen Social Links in Ihrer E-Mail-Signatur
  • Nennen Sie dieselben Links auf Ihrem Briefpapier und sonstigen Drucksachen.

Mit anderen Networks und Seiten verbinden

Innerhalb von Instagram haben Sie über den Menüpunkt „Verknüpfte Konten“ die Möglichkeit, sich mit mehreren Dienste wie Facebook oder Twitter zu verbinden, über die Sie dann Ihre Instagram-Beiträge teilen können. Wem hier ein Dienst fehlt, der kann stattdessen den Automatisierungs-Dienst ifttt.com verwenden und dort das passende „Rezept“ erstellen. Für Twitter bietet sich das übrigens ganz besonders an, da direkt via Instagram geteilte Beiträge nur einen Link zum Instagram-Beitrag, aber nicht das Foto/Video selbst enthalten. Lässt man dasselbe automatisiert via ifttt.com erledigen, kann man sich beim Rezepterstellen aussuchen,  ob nur ein Link zum Beitrag oder das Foto/Video direkt getwittert werden soll.

Ifttt.com ermöglicht außerdem das gezielte Filtern nach Art des Beitrags, nach Hashtag oder sogar nach Ortsangabe. So lassen sich Crosspostings noch detaillierter einstellen (z.B. pro Hashtag zu einem bestimmten Album Ihrer Facebookseite). Wichtig ist nur zu beachten, dass Instagram ausschließlich als Rezept-Trigger, nicht als Ziel eines Rezepts verwendet werden kann. Sie können also nur Rezepte nach dem Schema „Wenn Instagram…, dann woanders…“ erstellen, nicht umgekehrt.

Wer WordPress als Content Management System benutzt, kann seine Instagram-Bilder per ifttt.com oder Plugin als einzelne Beiträge im eigenen Blog crossposten, etwa um sie auch Abonnenten zugänglich zu machen, die selbst kein Instagram nutzen, oder zum Beispiel nur während einer bestimmten Kampagne.

Übrigens können Sie mit ifttt.com auch Backups von Ihren Instagram-Beiträgen machen, indem Sie als Ziel Ihres Rezepts einen Cloudanbieter wie Google Drive oder Dropbox auswählen. Alternativ sind Backups auch manuell mit externen Diensten wie instaport.me möglich.

Diese technischen Möglichkeiten sind ja nun aber kein Selbstzweck, sondern sollten dazu dienen, Ihnen bei der inhaltlichen Einbindung der Beiträge zu helfen:

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Jede Woche veröffentlichen wir ein bis zwei ausführliche Beiträge, geschrieben von namhaften Expertinnen und Experten. Sie erklären, geben Tipps und ordnen ein. Wenn Sie diese und weitere Artikel nicht verpassen wollen, schicken wir Sie ihnen gern per E-Mail zu – ganz bequem und in voller Länge! Derzeit lautet der Schwerpunkt „Corporate Blogs in der Praxis“.

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4. Inhaltliche Verknüfungsmöglichkeiten

Ihre Instagrambeiträge können als Teil Ihrer Gesamtkommunikation auf verschiedene Weisen verwendet werden:

  • In Instagram
  • Außerhalb von Instagram online
  • Offline

Blogs und Newsbereiche

Moderne Blogs oder Newsbereiche haben oft ein großes Beitragsbild, das über dem Artikel als Hingucker verwendet wird. Dieses Bild können Sie beispielsweise parallel zum Erscheinen in Instagram posten, um auf den entsprechenden Blogartikel aufmerksam zu machen. Wichtig ist hier zu bedenken, dass Links im Instagram-Beschreibungstext nicht klickbar sind. Deshalb empfiehlt es sich, stattdessen auf den einzigen funktionierenden Link eines Instagram-Accounts zu verweisen: den Websitelink in der Bio (siehe oben „Account richtig einrichten“). Das funktioniert natürlich nur, wenn auf der verlinkten Seite der entsprechende Artikel ganz oben erscheint und über das Bild sofort wiedererkennbar ist. Alternativ können Sie jedesmal den Websitelink in der Bio zum passenden Artikel ändern, wenn Sie ein neues Bild/Video posten. Die erstgenannte Variante ist allerdings deutlich weniger aufwendig und verwirrt diejenigen nicht, die z.B. via Hashtag oder Teilen von einem anderen als dem aktuellen Beitrag zur Bio geleitet wurden.

Hashtags und @nutzernamen

Weitere inhaltliche Verknüpfungsmöglichkeiten innerhalb von Instagram sind die bereits genannte Nutzung von Hashtags und natürlich die Nennung von @nutzernamen in Beschreibungstext oder Kommentaren. Beides sollte nicht zum Spammen, sondern nur zur sinnvollen Vernetzung verwendet werden.

Wer mit @nutzernamen genannt wird, bekommt darüber eine Benachrichtigung und kann per Kommentar antworten. So können sich auch in Instagram Gespräche ergeben. Eine Möglichkeit, die übrigens noch von zu wenigen konsequent genutzt wird. Über die Nennung von @nutzernamen in Beschreibung oder Kommentaren hinaus, können Instagram-Beiträge auch per Direktnachricht privat an andere Nutzer weitergesagt werden.

In einem ausführlichen UPLOAD-Artikel von Kristina Kobilke finden Sie viele weitere ganz praktische Tipps rund um die Instagram-Community. Nicht zuletzt geht es darum, wie man mehr Follower gewinnt.

Fotos andernorts zweitverwerten

Was die externe Verwendung angeht, so können Sie Instagram-Beiträge nicht nur über die Teilen-Funktion in andere Netzwerke crossposten, sie in Blogbeiträge einbetten und als Feed auf Seiten oder in Widgets importieren. Sie können sie darüber hinaus in andere Bilderdienste wie Pinterest oder Flickr exportieren oder als Slideshows zu Videos für die Facebook-Seite oder den YouTube-Kanal verarbeiten.

Bilder offline nutzen

Außerdem  können Sie Ihre Instagram-Fotos jederzeit auch offline nutzen. Geben Sie Ihr Bildmaterial an Ihre Partner für Drucksachen weiter und machen daraus z.B. Weihnachtskarten oder sonstige kleine Geschenke. Eine Liste eigens auf Instagram spezialisierter Dienstleister gibt es z.B. in diesem Artikel auf Curved.de.

Events

Umgekehrt können Sie bei Veranstaltungen auf Ihren Instagram-Account und den passenden Hashtag hinweisen und so die Gäste zum Dokumentieren und damit Weiterverbreiten Ihrer Sache anregen. So können Sie über diesen Hashtag nachher auch ganz leicht sammeln, was zu Ihrer Sache gepostet wurde.

Blicke hinter die Kulissen

Auf dieselbe Weise können Sie Instagram nutzen, um Ihre Kunden hinter die Kulissen Ihres Unternehmens schauen zu lassen. Und das nicht nur am berühmten Tag der offenen Tür, sondern als Teil Ihres Redaktionsplans immer an einem bestimmten Tag. Das ließe sich z.B. schön mit internetweiten Aktionen wie dem „Throwback Thursday“ verbinden, der jeweils donnerstags ein Fenster in die Vergangenheit einer Person oder eines Unternehmens öffnet.

Auf ein Unterthema spezialisiert

Ihr Instagram kann auch nur einem bestimmten Unterthema gewidmet sein. Sie können wechselnde Mitarbeiter die Inhalte fotografieren/filmen lassen und sie damit den Followern vorstellen. Oder Sie führen den Account aus Sicht des Unternehmensmaskottchens, des Bürohundes, oder was auch immer sich innerhalb Ihrer Gesamtstrategie anbietet.

Checkliste zum Ausdrucken

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Tipps zum Weiterlesen

Trajan Tosev zeigt in seinem Artikel fünf gelungene Beispiele für Unternehmens-Profile auf Instagram. Und Kristina Kobilke erklärt ausführlich, wie Sie in sechs Schritten zu einer erfolgreichen Strategie kommen.

Artikel vom 23. November 2016