Anleitung: In sieben Schritten zur erfolgreichen Instagram-Strategie

Sie wollen mit Ihrem Unternehmen auf Instagram aktiv werden oder Ihr bisheriges Profil endlich konsequenter nutzen? Dann ist dieser Beitrag von Kristina Kobilke perfekt für Sie. In sieben Schritten führt der Artikel Sie hin zu einer Erfolg versprechenden Instagram-Strategie und hat dabei auch Ideen für passende Inhalte parat.

(Foto: Barby Dalbosco, Unsplash)

(Foto: Barby Dalbosco, Unsplash)

Einführung

Mit der stetig steigenden Relevanz von Instagram als Marketing- und Vertriebskanal stellt sich in Unternehmen, PR- und Mediaagenturen immer häufiger die Frage, mit welcher Strategie sich schnellstmöglich Erfolge auf der Plattform erzielen lassen.

Die reine Jagd nach Followern oder Likes wird dem Potential von Instagram nicht mehr gerecht.

Als erste Hürde erweist sich hier bereits die Anforderung, Erfolg auf Instagram zu definieren. Die reine Jagd nach Followern oder Likes mit Hilfe generischer und damit allseits gefälliger Inhalte wird dem Potential, das Instagram inzwischen für Marketing und Vertrieb bietet, nicht (mehr) gerecht. Denn Instagrammer zeichnen sich nicht nur durch eine überdurchschnittliche Affinität zu Marken, sondern auch durch eine erhöhte Kaufbereitschaft aus. Laut einer Nutzerumfrage seitens Instagram im November 2015 lassen sich 60% der Instagrammer über Foto- und Video-Posts von Produkten oder Dienstleistungen inspirieren, ganze 75% werden kurz danach auch aktiv, indem sie Informationen zum Produkt im Netz suchen, das Produkt kaufen oder Freunden davon erzählen.

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Eigenes Profil vs reine Werbestrategie

Vor diesem Hintergrund ist es vielversprechend, mit Hilfe von bewusst gewählten Inhalten eine Markencommunity auf Instagram aufzubauen, die der eigenen Marke ernsthaft zugewandt ist. Vorteil dieser Strategie ist es, dass diese Community in einem inspirierenden und kaufaffinen Umfeld immer wieder gezielt aktiviert werden kann und damit auch langfristig auf die Marketing- und Unternehmensziele einzahlt. „Looking for love in the forest of likes“ lautet denn auch eine viel zitierte Maxime in Instagrams Headquarter, die sich im übertragenen Sinne auch als das Bestreben interpretieren lässt, relevante Beziehungen zu markenaffinen Community-Mitgliedern aufzubauen.

Natürlich können Unternehmen auch mit einer reinen Werbestrategie von den Vorzügen der Plattform profitieren, für die es, technisch gesehen, gar keine eigene Instagram-Präsenz braucht. Doch verzichten sie dabei bewusst darauf, ihrer Zielgruppe eine noch intensivere Auseinandersetzung mit ihrer Marke innerhalb der positiv behafteten Instagram-Welt zu ermöglichen. Denn Instagram ist bekanntermaßen ein Ort für ein kraftvolles visuelles Storytelling: Das erstreckt sich nicht nur über einzelne Foto-und Video Beiträge einer Marke, sondern vor allem auch über das dazugehörige Instagram-Profil und potenziell ebenfalls über nutzergenerierte Inhalte, die mit einem Marken-Hashtag versehen sind.

Instagram ist ein Ort für ein kraftvolles visuelles Storytelling

„Scrollytelling“ hat der Social-Media-Experte Curt Simon Harlinghausen dieses Instagram-typische Phänomen genannt, bei dem Nutzer nicht nur einen Foto- oder Videobeitrag betrachten, sondern anschließend ausgiebig durch das Profil einer Marke und weiterführende Inhalte scrollen. Im Gegensatz zu anderen sozialen Netzwerken fristet das Instagram-Profil also keineswegs ein Dasein unter Ausschluss der Öffentlichkeit, sondern wird aktiv aufgerufen. Übrigens auch und gerade dann, wenn Instagrammer über Werbeposts auf das Unternehmen aufmerksam werden. Es ergibt also durchaus Sinn, beide Strategien miteinander zu kombinieren: den Aufbau organischer Reichweite mit Hilfe eines eigenen Profils sowie Werbeschaltungen.

Torsten Materna stellt Ihnen in dieser Ausgabe des UPLOAD Magazins ausführlich vor, wie Sie Werbung auf Instagram schalten können.

Eine der größten Hürden: Mangel an kreativen Ideen

Unternehmen bietet sich über ein eigenes Instagram-Profil die Chance, mit ihrer Zielgruppe zu interagieren und sowohl damit als auch mit Hilfe von visuellen Inhalten positive Emotionen zu wecken oder zu verstärken. Auf diese Weise lässt sich nicht nur nachhaltig Sympathie in der Wunschzielgruppe aufbauen, sondern auch eine höhere Kaufbereitschaft und schließlich mehr Abverkäufe und Weiterempfehlungen generieren.

In Zeiten der wachsenden weltweiten Popularität von Instagram erfordert der Aufbau einer Markencommunity inzwischen jedoch nicht nur Langmut, sondern vor allem kreatives Storytelling. Denn Instagrammer haben die Qual der Wahl, wenn es darum geht, anderen talentierten Nutzern zu folgen – und dazu zählen definitiv auch Marken. Außerdem hat Instagram inzwischen einen auf Relevanz bedachten Algorithmus analog zu Facebook eingeführt und der macht es wichtiger denn je, qualitativ hochwertige und inspirierende Foto- und Videobeiträge zu veröffentlichen, mit denen die Wunschzielgruppe stetig interagiert.

Genau dieser Aspekt stellt in der überwiegenden Mehrheit der Unternehmen jedoch eine große Herausforderung dar. Neben deutlich begrenzten Ressourcen mangelt es oftmals an Ideen, mit welchen Inhalten Instagram auf welche Art und Weise dauerhaft bespielt werden kann.

Die folgenden Ausführungen beschäftigen sich deshalb mit der Frage, wie Sie im Rahmen der Entwicklung Ihrer Instagram-Strategie systematisch relevante Geschichten finden und damit ein eigenes Profil auf Instagram aufbauen können.

Dabei geht es im ersten Schritt um das Finden und Formulieren einer Unternehmensmission, im zweiten Schritt um die Definition einer konkreten Zielsetzung für Ihre Instagram-Aktivitäten, im dritten Schritt um die Analyse und Definition Ihrer Zielgruppe, im vierten Schritt um die Ableitung passender Inhalte, im fünften Schritt um die Analyse von Hashtags und im sechsten Schritt um den systematischen Aufbau markenaffiner Follower.

Schritt 1: Finden und Formulieren einer Unternehmensmission

Letztlich geht es darum, Ihr Unternehmen oder Ihre Marke auf Instagram zu visualisieren. Als Einstieg in Ihre Überlegungen dazu eignet sich zuallererst die (Rück-)Besinnung auf Ihre Unternehmensmission. Denn der Gedanke an den ursprünglichen oder aktuellen Zweck Ihres Unternehmens oder Ihrer Marke verschafft Ihnen bereits einen Zugang zu einer viel größeren (Bilder-)Welt als die allgegenwärtige, einengende Produktsicht. Ihre Unternehmensmission bildet die übergeordnete visuelle Klammer für alle Foto- und Videobeiträge, die Sie über Instagram lancieren wollen.

Um Ihrer Unternehmensmission auf die Spur zu kommen, können folgende Fragestellungen hilfreich sein:

  • Welchen übergeordneten Zweck verfolgen Sie mit Ihrem Unternehmen?
  • Warum gibt es Ihr Unternehmen oder Ihre Marke überhaupt?
  • Wonach streben Sie mit Ihrem Unternehmen?
  • Was treibt Sie an?
  • Warum sollen potentielle Kunden genau Ihnen vertrauen?
  • Was wollen Sie bewegen oder verändern?
  • Was machen Sie anders als Ihre Mitbewerber?
  • Auf welche Weise trägt Ihr Unternehmen und dessen Produkte zur Verbesserung des Lebens Ihrer Kunden bei?

Oftmals hilft es, sich von den Missionen anderer Unternehmen inspirieren zu lassen, zum Beispiel:

  • Facebook: „Give people the power to share and make the world more open and connected.“
  • Opel: „Wir leben Autos.“
  • TED: „Ideas worth spreading“
  • Nike: „Bring inspiration and innovation to every athlete in the world.“

Mit Ihrer Mission drücken Sie aus, wie Sie von Ihren Kunden idealerweise gesehen werden wollen. Auf Instagram haben Sie endlich die Chance, die Vorstellungen, die Menschen von Ihrer Marke oder Ihrem Unternehmen haben, durch Ihr Auftreten in Form von Bild, Video, Text und Interaktion aktiv und auf Augenhöhe mitzugestalten.

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Schritt 2: Definition einer konkreten Zielsetzung

Im nächsten Schritt stellen Sie sich die wichtige Frage, was Sie im Sinne Ihrer Unternehmensmission mit Ihren Inhalten auf Instagram konkret erreichen wollen und wie Sie Ihren Erfolg diesbezüglich messen können.

Instagram kann inzwischen zu einer Vielzahl von strategischen Zielen im Unternehmen beitragen, sei es neue Kunden zu gewinnen, Kunden zu binden, über Employer Branding neue Mitarbeiter zu rekrutieren, Ihre Reputation zu verbessern oder gar Produktinnovationen hervorzubringen. Damit zahlt es auf die übergeordneten Ziele Ihres Unternehmens ein, wie z.B. den Umsatz zu steigern oder die Kosten zu senken.

Instagram kann inzwischen zu einer Vielzahl von strategischen Zielen im Unternehmen beitragen

Doch damit Sie Ihren Erfolg auf Instagram bewerten und Ihre Aktivitäten immer wieder optimieren können, müssen Sie diese generischen Ziele so herunterbrechen, dass sie SMART formuliert sind. SMART heißt dabei, dass Ihre Ziele spezifisch, messbar, in Ihrer Organisation akzeptiert, realistisch erreichbar und mit einem zeitlichen Bezug versehen bzw. terminiert sein sollten.

Ein äußerst hilfreiches Tool ist an dieser Stelle die von der Fokusgruppe Social Media des BVDW veröffentliche Matrix sowie der gleichnamige Leitfaden „Erfolgsmessung in Social Media“.

Mit Hilfe dieses Instruments ist es Ihnen möglich, Ihre strategischen Unternehmensziele systematisch für Social Media zu operationalisieren, Erfolgskennzahlen zu definieren und schließlich mit Hilfe klar messbarer KPIs eine Zieldefinition zu entwickeln.

Ein erster Schritt ist dabei, aus einem übergeordneten strategischen Ziel, konkrete Maßnahmen abzuleiten, mit denen Sie dieses Ziel erreichen könnten. Lautet Ihr Ziel beispielsweise, neue Kunden für Ihr Unternehmen zu gewinnen, so könnte eine daraus abgeleitete Maßnahme sein, mit Hilfe Ihrer Aktivitäten zunächst einmal die Bekanntheit oder auch Sichtbarkeit Ihres Unternehmens, Ihrer Marke oder Produkte auf Instagram zu steigern.

Die Wirkung Ihrer Aktivitäten messen

Ein Indikator für die Wirkung Ihrer Maßnahme ist dabei die auf Instagram generierte Reichweite in der Community. Damit verbundene Messgrößen sind die Anzahl Ihrer Abonnenten, die Zahl der Impressions Ihrer Beiträge, die Anzahl der über Ihre Beiträge erreichten Nutzer, Ihre Profilaufrufe oder die Anzahl der mit Ihrem Markenhashtag versehenen nutzergenerierten Posts.

Im Sinne einer SMARTen Formulierung könnte Ihre Zieldefinition wie folgt lauten – wohlwissend, dass ein rein quantitativer Ansatz nicht Ihr alleiniges Ziel sein sollte: „Um unsere Bekanntheit auf Instagram zu steigern, generieren wir mit unseren Maßnahmen innerhalb der nächsten sechs Monate eine Anzahl von mindestens 10.000 Abonnenten für unser Instagram-Profil.“

Angenommen, Sie hätten derzeit 1.000 Abonnenten, würden Sie damit ein äußerst ambitioniertes Ziel verfolgen. Abhängig von Ihrer Unternehmensgröße, Markenbekanntheit, der Größe Ihrer übrigen Media-Kanäle sowie Ihrer Inhalte-Strategie rückt Ihr Ziel aber wieder in greifbare Nähe. Als hilfreicher KPI zur Überwachung Ihrer Fortschritte kann Ihnen Ihre Follower-Growth-Rate dienen, die den Zuwachs an Followern bzw. Abonnenten in einem bestimmten Zeitraum im Verhältnis zur Gesamtanzahl Ihrer Abonnenten bemisst.

Ein weiterer vor allem qualitativer Indikator für das Ziel, Ihre Bekanntheit auf Instagram zu erhöhen, kann auch die Ihnen entgegengebrachte Aufmerksamkeit seitens der Community-Mitglieder sein. Diese drückt sich zum Beispiel in der Anzahl der Interaktionen mit Ihren Beiträgen aus.

Ein naheliegender KPI, der sich daraus ableiten lässt, und der von den meisten Unternehmen als Gradmesser für die richtige Content-Strategie genutzt wird, ist die Engagement-Rate. Sie ergibt sich aus der Summe aller Interaktionen mit einem Ihrer Posts im Verhältnis zur Anzahl Ihrer Abonnenten. Ein weiteres Ziel könnte somit lauten: „Wir steigern unsere Engagement-Rate bis Ende diesen Jahres auf durchschnittlich 5%.“

Auch die Hashtag-Growth-Rate gibt Aufschluss darüber, wie sich Ihre Bekanntheit auf der Plattform verändert bzw. wie Ihre Markencommunity auf Instagram wächst. Sie drückt den Zuwachs der in einem bestimmten Zeitraum mit Ihrem Markenhashtag versehenen Posts im Verhältnis zu deren Gesamtzahl auf der Plattform aus. Auch hieraus ließe sich ein konkretes Ziel ableiten, beispielsweise: „Mit unserer Aktion XY steigern wir die Anzahl der mit unserem Markenhashtag markierten Posts binnen 4 Wochen um 10% oder wir steigern unsere Hashtag-Growth-Rate bis Ende des Jahres um 5%.“

KPIs wie diese lassen sich beispielsweise über das Instagram-Analytics Tool Iconosquare ermitteln. Hier ist es in der Premiumvariante zudem möglich, ihre Konkurrenz zu analysieren und Ihre eigenen KPIs mit denen Ihrer Mitbewerber zu vergleichen. Dabei finden Sie auch Anhaltspunkte, in welchen Größenordnungen sich die genannten KPIs überhaupt in Ihrer Branche bewegen. Wobei anzumerken ist: Jedes Unternehmen geht mit unterschiedlichen Voraussetzungen an den Start und die Kennzahlen lassen sich deshalb nur bedingt vergleichen.

Hilfreiche Daten liefert in diesem Zusammenhang auch die kostenlose Datenbank Iconosquare Brand Index. Hier können Sie Marken nach Branchen, Reichweite, Engagement-Rate und weiteren Kriterien filtern, sich einen Eindruck über deren Posting-Frequenz, beliebteste Posts sowie Reichweite in weiteren Social-Media-Kanälen verschaffen.

Eine klare Empfehlung ist, Ihr Instagram-Profil als Unternehmensprofil anzulegen oder Ihr Profil in ein solches umzuwandeln. Denn hierüber stehen Ihnen Statistiken zur Verfügung, mit denen Sie die bereits genannten Messwerte, wie die Impressions Ihrer Beiträge oder die Aufrufe Ihres Profils, nachvollziehen können. Daneben erhalten Sie Einblicke zu den soziodemografischen Merkmalen Ihrer Abonnenten, in welchen Städten oder Regionen sich diese befinden und zu welchen Uhrzeiten sie besonders intensiv auf Instagram aktiv sind. Diese Informationen können Sie natürlich ganz hervorragend zur Optimierung Ihrer Inhalte-Strategie gebrauchen.

Annette Schwindt gibt Ihnen in dieser Ausgabe des UPLOAD Magazins Tipps aus der Praxis, wie Sie Ihr Profil sinnvoll in Ihre bisherigen Kommunikation einbinden.

Schritt 3: Analyse und Definition von Zielgruppen

Um genau die Inhalte zu schaffen, die für Ihre Markencommunity relevant sind, ist es hilfreich, sich zunächst ganz bewusst in Ihre Zielgruppe hineinzuversetzen – sich mit ihren Werten, Emotionen, Sehnsüchten, Problemen und ihren Wünschen zu beschäftigen. Einen systematischen Ansatz dazu liefert das Persona-Konzept.

Dabei entwickeln Sie eine oder mehrere fiktive Persönlichkeiten, respektive Personas, die sich maßgeblich an Ihrer tatsächlichen Zielgruppe orientieren. Als Basis dienen hier beispielsweise vorangegangene Befragungen und Analysen Ihrer bestehenden oder potentiellen Kunden sowie weitere Datenerhebungen. Diesen Personas ordnen Sie in einer Art Steckbrief nicht nur soziodemografische Daten wie Alter und Geschlecht zu, sondern darüber hinaus eine Vielzahl möglichst detailliert formulierter weiterer Merkmale: Herkunft, Familienstand, Bildungsstand, Karrierestufe, Interessen, Hobbys, genutzte Medieninhalte und vieles mehr. Ihre Personas erhalten zudem einen real klingenden Namen, ein Foto sowie ein Zitat, das ihre Erwartungen, Wünsche und Bedürfnisse in Bezug auf Ihr Produkt, Ihre Marke oder Ihr Unternehmen zum Ausdruck bringt. Auf diese Weise wird Ihre Zielgruppe nicht nur für Sie greifbar und real, sondern auch für alle anderen Menschen, die gegebenenfalls mit Ihnen zusammenarbeiten.

Indem Sie sich auf dieser sehr individuellen Ebene mit Ihrer Zielgruppe auseinandersetzen, finden Sie heraus, an welche Themen oder Themengebiete Sie mit Ihren Inhalten auf Instagram anknüpfen könnten.

Schöne Beispiele dazu liefern die Beiträge von Netflix Deutschland, Astra oder Visual Statements:

Das Leben verläuft nicht immer in geraden Bahnen. #Netflixen

A photo posted by Netflix DE (@netflixde) on

Huch, ein wildes Astra! #astrabier #wasdagegen #PokemonGo

A photo posted by ASTRA (@astra) on

#visualstatements

A photo posted by VISUAL STATEMENTS® (@visualstatementsgermany) on

Ein weiteres sehr hilfreiches Instrument, Ihre Zielgruppe zu analysieren und daraus schließlich Ideen für geeignete Inhalte abzuleiten, ist das kostenlose Tool AnswerThePublic.com. Das Tool gibt, vereinfacht ausgedrückt, Aufschluss darüber, welche Fragen Menschen im Zusammenhang mit bestimmten Keywords in die Suchmaschinen Google und Bing eingeben. Sie können damit in Erfahrung bringen, welche Fragen Menschen mit Ihrem Produkt, Ihrer Branche, Ihrer Dienstleistung in Verbindung bringen. Das wiederum gibt Ihnen fantastische Anregungen dazu, Inhalte zu entwickeln, die genau diese Fragen beantworten.

answerthepublic

Geben Sie beispielsweise die Begriffe „Auto kaufen“ in die Suche des Tools ein, erhalten Sie allein 50 Fragen, die sich Menschen im Zusammenhang mit dem Autokauf stellen:

auto-kaufen

Schritt 4: Bildsprache und Tonalität

Einer der wichtigsten Eckpfeiler für Ihre Kommunikation auf Instagram ist Ihre Bildsprache sowie die Tonalität Ihrer Beiträge, die sich vor allem in Ihren Bildunterschriften ausdrückt, sowie in Ihren Kommentaren, die Sie bei anderen Community-Mitgliedern hinterlassen. Sind Ihre Foto- und Videobeiträge inklusive Ihrer Texte zum Beispiel eher emotional oder rational, humorvoll oder seriös, kreativ oder sachlich?

Ihre Bildsprache und Tonalität sollte sich dabei einerseits an den Gefühlen und Erwartungen Ihrer Zielgruppe orientieren, die Sie zuvor im Rahmen Ihrer Zieldefinition erarbeitet haben, andererseits aber auch Ihre eigene Markenpersönlichkeit zum Ausdruck bringen.

Eigenschaften und Attribute, wie zum Beispiel Seriosität oder Exklusivität lassen sich dabei durch besonders qualitativ anmutende Bilder sowie akkurate oder minimalistische Bildkompositionen oder auch schlichte Farben übersetzen. Während Kreativität und Vielseitigkeit beispielsweise durch farbenfrohe sowie formen- und detailreiche Foto- und Videobeiträge vermittelt werden kann.

Erfolgskritisch ist zudem, dass sich Ihre Beiträge in Ihrer Bildsprache und Tonalität möglichst nahtlos in die Instagram-Welt einfügen. Letzteres ist sehr gut auf den Instagram-Profilen des Lebensmitteleinzelhändlers Edeka sowie der Marke Nivea zu beobachten. Beide gestalten ihre Foto- und Videobeiträge im Instagram-typischen #onthetable-Look und greifen damit die Bildsprache von erfolgreichen Food- und Beautybloggern auf.

Darüber hinaus ist es wichtig, dass Ihre Bildsprache und Tonalität konsistent bleibt. Konsistenz erreichen Sie einerseits durch ein gleichbleibendes Look & Feel bzw. einen einheitlichen Stil in Ihren Beiträgen sowie Bildunterschriften. Andererseits zahlen wiederkehrende Themen auf die Konsistenz Ihres Profils ein. Sofern weitere Abteilungen oder externe Dienstleister an Ihren Instagram-Aktivitäten beteiligt sind, ergibt es Sinn, Ihre Anforderungen an Bildsprache und Tonalität schriftlich zu formulieren und damit als Richtschnur für alle Beteiligten festzuhalten.

Schritt 5: Ideen für Inhalte ableiten

In diesem Schritt geht es nun darum, aus der Summe aller Ihrer Vorüberlegungen systematisch Ideen für mögliche Inhalte auf Instagram abzuleiten und diese idealerweise in einem Redaktionsplan festzuhalten. Hier ist nun Ihre ganze Kreativität gefordert.

Je nach Ihrer Zielsetzung bieten sich folgende Inhaltstypen an:

  • Produktzentrierte Inhalte: Ihr Produkt steht im Mittelpunkt Ihres Foto- oder Videobeitrags.
  • Kundenzentrierte Inhalte: Ihr Inhalt zeigt Ihren Kunden dabei, wie er Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung nutzt.
  • Behind the Scenes: Ihr Foto- oder Videobeitrag gewährt dem Betrachter einen Blick hinter die Kulissen Ihres Unternehmens oder Ihrer Arbeit.
  • Making-of: Ihr Foto- oder Videobeitrag zeigt, wie Ihr Produkt hergestellt wird.
  • Mitarbeiter- oder Influencer Takeover: Ein Mitarbeiter oder Influencer übernimmt für einen bestimmten Zeitraum Ihren Account und gewährt einen Einblick in sein Leben.
  • Mitarbeiter, Kunden oder Geschäftspartner: Sie stellen Ihre Mitarbeiter, Kunden oder Geschäftspartner über Ihren Foto- oder Video-Post vor.
  • Zitate: Ihr Foto- oder Videopost gibt einen Motivationsspruch oder ein Motto wieder oder greift ein Zitat einer inspirierenden Persönlichkeit Ihrer Branche auf.
  • Repost von nutzergeneriertem Content: Sie veröffentlichen einen Foto- oder Videobeitrag eines anderen Community-Mitglieds, das Ihnen zuvor schriftlich seine Zustimmung erteilt hat. Der Beitrag kann von Ihrer Markencommunity stammen oder auch von einem thematisch zu Ihnen passenden Instagram-Profil oder einem Influencer.
  • Community-Themen: Sie greifen in Ihren Bildern Community-Themen, wie #thingsorganizedneatly oder #fromwhereistand auf und werden damit Teil der Instagram-Community.
  • Tutorials: Sie (oder auch ein Nutzer oder Influencer) zeigen in bis zu 60-sekündigen Videos, wie Ihre Produkt oder Ihre Dienstleistung genutzt werden kann.

Ein Redaktionsplan hilft Ihnen dabei, Themen schon im Voraus zu planen und Inhalte mittel- oder gar langfristig vorzubereiten. Eine automatische Veröffentlichung von vorausgeplanten Inhalten analog zu Facebook oder Twitter ist allerdings bei Instagram noch nicht möglich.

Im Redaktionsplan können Sie auch direkt Ihre Postingfrequenz berücksichtigen. Wichtig ist, dass Sie regelmäßig, idealerweise mehrmals wöchentlich posten, um das kontinuierliche Wachstum Ihrer Community voranzutreiben.

Schritt 6: Hashtags recherchieren und verwenden

Um die Sichtbarkeit Ihrer Inhalte auf Instagram sicherzustellen und auch die richtige Zielgruppe für sich zu begeistern, sollten Sie sich schon im Rahmen Ihrer Strategieentwicklung Gedanken über passende Hashtags zu Ihrem Content machen.

Hierbei können Sie zum einen auf die Ergebnisse Ihrer Zielgruppenanalyse zurückgreifen und Stichworte in Ihre Liste aufnehmen, nach denen Ihre Zielgruppe im Zusammenhang mit Ihrem Unternehmen, Ihrer Marke oder Ihrem Produkt in den gängigen Suchmaschinen (und damit sehr wahrscheinlich auch auf Instagram) sucht. Das erleichtert Ihnen später die tägliche Arbeit, wenn es darum geht, Ihre Beiträge mit relevanten Schlagworten zu versehen. Zum anderen können Sie über die Instagram-Suche weitere Hashtags recherchieren, indem Sie Hashtags, Profile oder Standorte analysieren, die mit Ihrem Unternehmen in Zusammenhang stehen.

Weiterhin bietet es sich über Tools wie HootSuite oder Iconosquare an, die Beiträge Ihrer Konkurrenz, von Influencern Ihrer Branche sowie die Beiträge der Community zu bestimmten Hashtags zu überwachen. Auf diese Weise stoßen Sie immer wieder auf neue oder präzisere Schlagworte und Trends, die Sie für Ihre Posts verwenden können.

Ein neues und bisher kostenloses Webtool zur Hashtag-Recherche ist Display Purposes, das vom Fotografen und Developer Fay Montage entwickelt wurde. Um auf relevante und gleichzeitig populäre Hashtags zu stoßen, genügt es, zwei oder drei bildbeschreibende Hashtags in die Suche des Tools einzugeben. Das Tool zeigt daraufhin eine Liste ähnlicher Hashtags an, die von der Community im Zusammenhang mit den in die Suche eingegebenen Tags genutzt werden.

displaypurposes

Hashtags werden auf Instagram in einem Zwei-Schritt-Verfahren vergeben, wobei die Bildunterschrift eines Posts in der Regel nur zwei bis drei Hashtags enthält. Über einen zusätzlichen Kommentar, der Ihrem Beitrag unmittelbar nach dessen Veröffentlichung hinzugefügt wird, können Sie bis zu 30 weitere Hashtags ergänzen. Vorteil dieser Vorgehensweise ist, dass Sie die Reichweite Ihres Posts steigern, ohne die Betrachter Ihres Beitrags mit Hashtags zu überladen. Denn der zweite Kommentar Ihres Posts ist in der Regel nicht im Feed Ihrer Abonnenten sichtbar.

Darüber hinaus werden die Kommentare zu Ihrem Post nicht in den anderen Netzwerken wie Facebook oder Twitter angezeigt, mit denen Sie Ihre Instagram Beiträge gegebenenfalls zusätzlich teilen.

Schritt 7: Aufbau von Followern

Um eine lebendige Community für Ihre Marke auf Instagram aufzubauen, ist es neben relevanten und qualitativen Inhalten, anregenden Bildunterschriften und passenden Hashtags unumgänglich, systematisch und mit viel Wertschätzung mit Ihrer Wunschzielgruppe auf der Plattform zu interagieren. Denn nur so generieren Sie Aufmerksamkeit für Ihr eigenes Profil und bewegen Ihre Zielgruppe dazu, sich mit Ihnen zu beschäftigen und Ihnen gegebenenfalls zu folgen.

Das bedeutet zunächst, mit Hilfe von den im vorangegangenen Schritt analysierten Hashtags, Käufer oder potentielle Käufer Ihres Produktes, Liebhaber Ihrer Marke oder Influencer in Ihrem Bereich ausfindig zu machen, und deren Beiträge sowohl mit einem „Gefällt mir“ als auch gelegentlich mit einem wertschätzenden ehrlich gemeinten Kommentar zu versehen. Wie in jedem sozialen Netzwerk, gilt auch hier: Je mehr Sie geben, desto mehr bekommen Sie von der Community zurück. Laut der Instagram-Studie 2015 von Iconosquare fühlen sich 65% der Instagrammer geschmeichelt, wenn Unternehmen mit ihren Beiträgen interagieren.

Natürlich hilft es auch, Ihre Instagram-Aktivitäten über Ihre weiteren Medienkanäle zu promoten, doch es ersetzt nicht die Interaktion mit der Community. Über die zuvor schon erwähnten Tools Hootsuite und Iconosquare ist es Ihnen möglich, Ihre Interaktionen zielgerichtet und regelmäßig über den Desktop auszuführen. Dabei können Sie sich Inhalte-Streams zu bestimmten Hashtags, Profilen oder Standorten anlegen und die damit verbundenen Beiträge kommentieren, liken oder auch Profilen folgen.

Lesetipp für alle, die mehr Follower gewinnen möchten: Viele weitere hilfreiche Tipps und Tricks dazu finden Sie in meinem UPLOAD-Artikel zur Instagram-Community.

Fazit

Wichtiger Bestandteil Ihrer Instagram-Strategie ist die intensive Auseinandersetzung mit Ihrer Unternehmensmission, Ihrer Marke und Ihrer Zielgruppe. Sie bilden das Fundament für eine stimmige Inhalte-, Hashtag- und Followerstrategie. Je ambitionierter Ihre Ziele auf Instagram sind, desto größer muss auch Ihre Interaktion mit der Community sein und desto mehr Ressourcen sollten Sie auch in die Bereitstellung zielgruppenrelevanter Inhalte investieren.

Artikel vom 06. November 2016