Wie Musiker in Zukunft Geld verdienen

Ein Beitrag von: Jan Tißler



…hat Marcel Weiß auf netzwertig aus seiner Sicht beschrieben. Seine Argumentation: Musik ist heute im Prinzip durch das Internet frei verfügbar, deshalb ist demnächst niemand mehr bereit etwas dafür zu bezahlen, also müssen sich Musiker andere Einnahmequellen suchen. Interessant auch die ausführliche Diskussion im Anschluss. Aus meiner Sicht vernachlässigt die “ökonomisch-theoretische Betrachtung” von Marcel den menschlichen Faktor. Fans bezahlen für Musik, die sie mögen, auch wenn sie frei verfügbar ist. Schließlich wollen sie ihre Lieblingskünstler unterstützen. Es gibt aus meiner Sicht keinen Grund, dass diese Spendenbereitschaft durch das Internet plötzlich verschwindet – eher im Gegenteil. Dass es Umbrüche im Musikgeschäft gibt, ist klar. Nach meiner Meinung sind die aber ganz woanders. Darüber schreibe ich dann vielleicht mal hier bei UPLOAD ;-)

 


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Der Beitrag wurde am Donnerstag, den 22. Januar 2009 um 00:03 Uhr veröffentlicht. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

 


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9 Reaktionen zu “Wie Musiker in Zukunft Geld verdienen”


Manuel
schrieb am 22. Januar 2009 um 02:32 Uhr:

Im Internet sind aber keine Live-Konzerte frei verfügbar, also können Musiker endlich mal wieder anfangen mit der Sache Geld zu verdienen, weswegen man sie Musiker nennt.

Anscheinend wurde vergessen, dass dieser ganze Plattenverkauf-Merchandising-Kram von Anfang an, eigentlich die Nebensach war.

Bis ein Haufen Produzenten, Idioten, Konsumenten und Jugendliche, die man mit jeder SCheiße füttern konnte, ankamen, und das Musikgeschäft zerstörten. Das war nicht das Internet.

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Matthias
schrieb am 22. Januar 2009 um 10:09 Uhr:

Manuel hat recht: Musik war von ihren Anfängen bis ins 20. Jahrhundert hinein immer nur live – oder gar nicht.

An der Argumentation von Marcel Weiß stört mich, dass er die Produktionskosten von Musikaufnahmen unterschlägt: Ein Orchester wie die Berliner Philharmoniker (ev. noch zusammen mit einem Solisten) in ein Studio zu bekommen, ist nicht ganz billig. Zudem muss geprobt werden, es müssen Probeaufnahmen gemacht werden, die Aufnahme muss abgemischt werden. Da sind gut 100 Personen einen oder mehrere Tage lang beschäftigt. Und das Produkt daraus soll am Ende nichts kosten, weil es im Internet beliebig oft verlustfrei kopiert werden kann?

Wenn sich Marcel Weiß mit seiner Denke da durchsetzt, werden wir bald keine hochwertigen Aufnahmen mehr zu kopieren haben – weder in der E- noch in der U-Musik!

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marcel weiss
schrieb am 22. Januar 2009 um 11:31 Uhr:

@Jan: Lustig wie Du mir gleichzeitig widersprichst und zustimmst. :)
“Aus meiner Sicht vernachlässigt die “ökonomisch-theoretische Betrachtung” von Marcel den menschlichen Faktor. Fans bezahlen für Musik, die sie mögen, auch wenn sie frei verfügbar ist. Schließlich wollen sie ihre Lieblingskünstler unterstützen.”

Ich habe nichts anderes behauptet. Warum die Musikdateien nicht frei verteilen, wenn die Fans so oder so bezahlen wollen? Die Fans zahlen eh, und man maximiert den Bekanntheitsgrad.

@Matthias:
“An der Argumentation von Marcel Weiß stört mich, dass er die Produktionskosten von Musikaufnahmen unterschlägt”
Das ist schlicht falsch. Die spreche ich sogar explizit an. Ich empfehle Dir, meinen Artikel komplett zu lesen.

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Chris
schrieb am 22. Januar 2009 um 12:19 Uhr:

Ich verstehe beim besten Willen nicht, warum das vorgegebene Ziel eines Musikers immer sein muss maximale Bekanntheit und Berühmtheit zu erlangen. Für viele Musiker ist Musik ein Handwerk. Dadurch ist die Qualität ihres Seins oder ihrer Musik nicht schlecht. Es gibt so überragend viele Musiker die nicht in den Fängen der Musikindustrie sind und trotzdem ihren Unterhalt bestreiten. Das was hier diskutiert wird ist alleinig ein Konflikt mit der Musikindustrie.

Neulig habe ich den wunderbaren Spruch von Craig Newmark gelesen:

“Death is my exit strategy. I’ll be doing significant customer service only as long as I live.”

Ein Musiker der nicht auf seine Musik bedacht ist, sondern ständig die maximale Bekanntheit im Kopf trägt ist nur eine Eintagsfliege in den Charts. Sie verdienen im Augenblick viel Geld, im nächsten hängen sie in der Gosse.

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Jan Tißler
schrieb am 22. Januar 2009 um 13:10 Uhr:

@Marcel: Doch, Du behauptest: “Das Angebot von Musikaufnahmen ist also unendlich, Angebots- und Nachfragekurve treffen sich in einem solchen Fall bei einem Preis von Null.” Und dem widerspreche ich. Der Preis wird sich nicht bei Null treffen.

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Marcel Weiss
schrieb am 22. Januar 2009 um 15:03 Uhr:

Jan, wie ich auf netzwertig.com kommentiert habe:
“Was ich sage ist, dass es keinen Sinn ergibt, für den _Besitz_ von digitalen Musikaufnahmen Geld zu verlangen, weil es bessere Strategien gibt.
Die, die für “In Rainbows” bezahlt haben (ob für das Digitale oder die pyhsische Edition), haben nicht für den Besitz der Aufnahmen bezahlt, denn den konnten sie auch umsonst haben, sondern weil sie als Fans Radiohead unterstützen wollten.
Die Musikaufnahmen selbst sind (wie ich bereits im Artikel schrieb) nur eine Zugabe.
Es ist wichtig, zu verstehen, warum und wofür die Leute bezahlen.
“In Rainbows” ist ein Beispiel für das, was ich im Artikel beschreibe. Man muss es nur durchdenken.”

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Jan Tißler
schrieb am 22. Januar 2009 um 15:48 Uhr:

Ja, okay. Du verstehst mich nicht. Und möglicherweise verstehe ich Dich nicht richtig. Lassen wir es dabei bewenden.

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Manuel
schrieb am 27. Januar 2009 um 13:56 Uhr:

Ich bin Prince-Fan. Würde aber nie auf die Idee kommen, ihn zu unterstützen, wenn ich seine Musik kostenlos bekommen könnte.

Der hat doch genug Kohle, Radiohead auch. Da nehm ich lieber die Musik kostenlos in Kauf und unterstütze den Bettler auf der Straße.

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