“90 Prozent der Blogs sind Schrott”

Ein Beitrag von: Jan Tißler



Michael Fleischhacker und Peter Krotky äußern sich in einem Interview bei Pressetext zum Relaunch der Website ihrer Tageszeitung “Die Presse”. Online und Print würden sich ergänzen, crossmediales Arbeiten dürfe aber kein Dogma sein, heißt es dort. Peter Krotky sieht in Weblogs derweil keine Konkurrenz, er kann nur “wenige ernsthafte Blogger” ausmachen. “Die meisten starten einen Blog und kommen schnell dahinter, dass sie eigentlich keine Lust haben hier täglich bzw. regelmäßig etwas zu schreiben. Von den vielen Web-Log-Seiten werden auch nur wenige wirklich intensiv genutzt.” Und Michael Fleischhacker hat ausgerechnet: “Als Printmacher kann ich mir erlauben hier zu sagen, dass zehn Prozent der publizierten Inhalte in Zeitungen Schrott sind und bei den Blogs ist es genau umgekehrt: 90 Prozent sind Schrott.” Für die Zukunft der Zeitung setzt er auf “mehr Hintergrundinformation” und legt besonderen Wert auf die “Qualität der Sprache”. Seiner Meinung nach werden sich Tageszeitungen in diesem Punkt “fast in Richtung Buch” entwickeln. Weitere interessante und kontroverse Aussagen finden sich in diesem Interview.

 


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Der Beitrag wurde am Montag, den 12. März 2007 um 15:31 Uhr veröffentlicht. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

 


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7 Reaktionen zu ““90 Prozent der Blogs sind Schrott””



christian
schrieb am 12. März 2007 um 19:33 Uhr:

Mir ist dieses Interview schon am Samstag in die Finger geraten und ich muss gestehen, ich stehe diesen Aussagen sehr viel kritischer gegenüber. Zumal diese Zeitung es nicht für nötig hält, Blogger für die Beiträge, die sie für ihre Website übernimmt, zu bezahlen, wie Don Alphonso berichtet.

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Jan Tißler
schrieb am 12. März 2007 um 19:44 Uhr:

Hallo Christian, den Artikel bei DonAlphonso hatte ich gelesen, ihn aber beim Lesen des Interviews nicht mehr im Hinterkopf. Ich finde die Aussagen auch so seltsam genug. Ich möchte zum Beispiel mal wissen, wie eine Zeitung auch nur annähernd so viele Hintergrundinfos wie das Internet anbieten können will… Aber nein: Die in der Zeitung sind ja perfekt aufbereitet und gestochen formuliert, “fast wie im Buch”. Na, ich bin ja mal gespannt, wie sich das in den nächsten Jahren weiterentwickelt.

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christian
schrieb am 12. März 2007 um 20:28 Uhr:

Für mich klingt das alles sehr überheblich. Erstens die Betonung auf die ach so tolle Qualität der Zeitung und der Hinweis auf qualitätslose Blogs. Auf der anderen Seite werden aber fleißig Blogbeiträge von diversen Blogbetreibern übernommen. Irgendwie ist das doch alles unlogisch, oder?

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Jan Tißler
schrieb am 12. März 2007 um 20:59 Uhr:

Das hat schon eine gewisse Logik. Man muss Blogger nur als willige Lieferanten kostenloser Inhalte ansehen. Außerdem ist es immer praktisch, wenn man jemand anderes als schlechter vorführen kann, um von den eigenen Unzulänglichkeiten abzulenken und um sich selbst wichtiger und besser vorzukommen. Erbärmlich, aber auch das gibt’s.

Dieses Herumhacken auf dem Internet ist mir in den vergangenen Wochen vielfach begegnet. Erschreckenderweise auch bei Journalisten, denen ich mehr Intelligenz und Professionalität zugetraut hätte. So wollte ich mir aus Interesse die relaunchte PC Professional kaufen, aber der Chefredakteur hatte in seinem Editorial mal wieder nichts besseres zu tun, als etwas in der Art zu schreiben wie: “Ungefilterte Nachrichten überlassen wir gern dem Internet. Bei uns finden sie kompetente Testberichte.” Ich kann’s nicht mehr hören.

Andererseits zeigen diese manchmal schon richtig gereizt wirkenden Äußerungen, dass man am Internet nicht mehr vorbeikommt. Jahrelang konnten es alteingesessene Journalisten kleinreden. Da das jetzt nicht mehr geht, machen sie es schlecht. Wenn das nicht mehr geht… Wer weiß.

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christian
schrieb am 12. März 2007 um 21:40 Uhr:

Ich schreibe selbst für eine IT-Zeitschrift und kann eigentlich nicht verstehen, woher dieses Gegeneinander kommt. Gerade Blogs haben für mich einen sehr hohen Informationswert, die Autoren lassen sich ohne Probleme erreichen, beantworten Fragen, etc.

Und egal, ob Zeitung oder Internet, es sind immer Menschen, die die Texte verfassen. Irgendwie schon komisch…

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Jan Tißler
schrieb am 12. März 2007 um 21:50 Uhr:

Ja, sehe ich auch so. Das sind zum Teil Eifersüchteleien, wie sie auch sonst im Medienbetrieb vorkommen. Das Internet als Emporkömmling ist da wahrscheinlich erst einmal am unbeliebtesten…

Weblogs sind eine andere Form, Informationen und Meinungen zu präsentieren, zu verbreiten und zu verknüpfen. Vielleicht wird jemand auch mal so weit gehen, das Bloggen als eigene Stilrichtung anzuerkennen. Journalisten, Buchautoren, Blogger – so in der Art.

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Uwe Werner
schrieb am 13. März 2007 um 19:21 Uhr:

Wenn man sich die Presselandschaft derzeit so anschaut, so schmeicheln sich die Herren mit ihren 10% aber schon sehr.
Letztlich aber auch wieder logisch, dass sich die klassischen Medien gegen die Nachkommen wehren, schließlich ist es im weiteren Sinne auch ein Überlebenskampf auf lange Sicht. Vielleicht kann man Ambitionen ja durch totreden eine Weile aufhalten, mögen sie sich denken…

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