So funktioniert bit.ly: URLs kürzen, Klickstatistiken inklusive

Für den Dienst bit.ly gibt es zwei wichtige Anwendungsfälle: Der eine ist offensichtlich, der andere nicht so sehr. Der eine ist, aus langen Webadressen (URLs) kurze zu machen, was in E-Mails praktisch sein kann und vor allem auch bei Diensten wie Twitter, wo jedes Zeichen wertvoll ist. Der andere ist, Klickstatistiken des Links zu bekommen und das auch noch in Echtzeit. Man kann tatsächlich zusehen, wie oft der Link genutzt wird und wie er sich bei Twitter und FriendFeed verbreitet. Das alles ist kostenlos und sehr leicht zu benutzen. Ich zeige hier einmal, wie es geht.

Statistik eines bit.ly-Links

Minutengenaue Klickstatistiken sind bei bit.ly möglich – auch ohne Anmeldung

Lange Zeit galt TinyURL als der wichtigste Dienst in Sachen URL-Verkürzung – kein Wunder, war es doch wohl der erste seiner Art. Wenn man der englischsprachigen Wikipedia glauben möchte, hat der Webentwickler Kevin Gilbertson ihn im Januar 2002 gestartet, um bequemer auf Newsgroup-Beiträge verlinken zu können.

Inzwischen ist TinyURL aber nicht mehr der Dienst der ersten Wahl – die gekürzten URLs sind einfach länger als bei der Konkurrenz.

Link kürzen mit bit.ly

Ein scharfer Konkurrent ist bit.ly. Auf den ersten Blick funktioniert hier alles so wie immer bei diesen Diensten. Auf der Startseite von bit.ly hat man die Möglichkeit, eine beliebige Adresse einzugeben und durch Klick auf „Shorten“ zu verkürzen. Man bekommt eine erheblich kürzere Adresse, die auf die lange Adresse umleitet. Sprich: Ruft ein Nutzer die gekürzte Adresse auf, sucht bit.ly die lange Originaladresse heraus und leitet den Nutzer entsprechend um.

„Sprechende“ URL selbst machen

Erster Tipp: Um die gekürzte URL etwas schöner und eindeutiger zu machen, kann man den hinteren Teil auch selbst bestimmen. So haben wir es beispielsweise mit dem Link bit.ly/stARThilfe gemacht, der auf den Artikel zur „stART.hilfe“-Aktion führt. Will man das, klickt man auf der Startseite von bit.ly auf „Optional Custom Name“, ein Eingabefeld erscheint und hier gibt man ein, was hinter dem Schrägstrich der Adresse kommen soll. Buchstaben und Zahlen funktionieren.

Startseite von bit.ly

Startseite von bit.ly

Minutengenaue Klickstatistik

Und wie kommt man an die Statistiken, die ich am am Anfang versprochen hatte? Ziemlich einfach: Man setzt ein „info“ in die Mitte der Adresse. aus bit.ly/stARThilfe wird dann beispielsweise ein bit.ly/info/stARThilfe – und schon ist man auf der Statistikseite des entsprechenden Links. Hier kann man nun minutengenau verfolgen, wie der Link geklickt wird. Außerdem gibt es wöchentliche und monatliche Zusammenfassungen und eine komplette Übersicht. Schaut einfach mal selbst auf die Seite, Ihr werdet noch mehr entdecken: Beispielsweise ist auch zu sehen, wie oft der Link auf Twitter oder in FriendFeed aufgetaucht ist.

Das alles funktioniert ohne Anmeldung ist vollständig kostenlos. Noch simpler geht es aus meiner Sicht kaum.

„Bookmarklet“: Abkürzung zur Kurz-URL

Obwohl, doch ein bisschen simpler geht es noch: Man kann sich einen Link in die Linkleiste des eigenen Browsers ziehen. So etwas nennt sich „Bookmarklet“ und wird von diversen Diensten angeboten. Bei bit.ly funktioniert es so: Ist man auf einer Website, deren Adresse man verkürzen will, klickt man einfach auf dieses Bookmarklet von bit.ly und bekommt kurz darauf den gekürzten Link angezeigt. Den holt man sich mit einem Klick auf „Copy“ oder ganz klassisch durch manuelles Markieren und Herauskopieren in die Zwischenablage und verwendet ihn weiter. Mehr dazu auf der Seite „Tools“ bei bit.ly.

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Kritik an solchen Diensten

Klingt alles zu schön, um wahr zu sein? Ist es auch. Solche Dienste wie bit.ly haben Nachteile, derer man sich bewusst sein sollte:

  • Der Link funktioniert nur dann korrekt, wenn der Dienst auch erreichbar ist. Denn: bit.ly muss ja die lange Originaladresse aus der eigenen Datenbank fischen und den Nutzer dann weiterleiten. Sind die Server von bit.ly nicht erreichbar, funktioniert das nicht. Der gekürzte Link führt dann nicht ans Ziel.
  • Ist bit.ly irgendwann einmal pleite und macht zu, funktioniert aus demselben Grund natürlich keine einzige gekürzte Adresse mehr.
  • Für den Nutzer, der den Link sieht, ist nicht ersichtlich, wo er landet. Es gibt ein Firefox-Plugin, das es einem anzeigt. Aber das ändert natürlich nichts daran, dass Nutzer skeptisch oder irritiert sein könnten.

Fazit

Mit bit.ly kommt man sehr schnell und einfach an kurze URLs, wenn man sie braucht. Und dazu gibt es auch ohne Anmeldung schon Statistiken zu jedem Link und man kann sich einen Wunschnamen für die gekürzte URL auswählen. Die Statistiken sind interessant und aussagekräftig. Hat man die genannten Nachteile im Kopf, ist ein Dienst wie bit.ly ungeheuer praktisch. Man sollte ihn aber nur gezielt einsetzen.

Artikel vom 08. Juni 2009