YouTube-Tipps: Mehr Zuschauer für deine Videos

Wie schafft man es, mit seinem Screencast oder sonstigen Video auf YouTube Zuschauer zu gewinnen? Bekanntlich werden hier Minute für Minute viele Stunden Bewegtbild hochgeladen. Selbst wenn die eigenen Inhalte interessant sind, können sie leicht in der Masse untergehen. Aber es gibt einige nützliche Tipps, die einem helfen, Zuschauer zu gewinnen. Der Artikel zeigt, wie man in YouTube gefunden wird und wie man sich nach und nach eine Zuschauerschaft aufbaut.

Foto: complize | Quelle: photocase.com

Hinweis: Zu diesem Artikel gibt es inzwischen eine aktuellere Fassung. Der neue Beitrag stammt aus dem UPLOAD Magazin Nr. 15, das sich komplett um YouTube dreht.

Meine Tipps in diesem Artikel habe ich dabei vor allem aus drei Quellen:

  1. Eigene Erfahrungen im Zusammenhang mit dem Videopodcast TechnikLOAD und anderen Videos, die in meiner Zeit als Redaktionsleiter Online beim t3n Magazin gemacht wurden. Gerade TechnikLOAD hatte eine interessante Entwicklung von wenige hundert bis hin zu immerhin über 10.000 Abrufen pro Video hingelegt.
  2. Tipps von anderen Nutzern, die ich in verschiedenen Gesprächen auf BarCamps und anderen Veranstaltungen bekommen habe.
  3. Das sehr nützliche YouTube Creator Playbook. Ein Ratgeber, den es inzwischen auch auf Deutsch gibt.

Aus all diesen Tipps möchte ich jene herausdestillieren, die aus meiner Sicht die wichtigsten sind und am meisten Erfolg versprechen. Wichtig ist dabei: Es geht mir darum, wie man langfristig Zuschauer gewinnt. Tipps und Tricks für den schnellen, aber letztlich nicht nachhaltigen Erfolg, gibt es hier nicht. Ich halte von solchen Dingen einfach nichts. Sie nerven mich und ich will sie nicht auch noch fördern ;-)

Drei Schritte musst du geh’n…

Alles, was man mit seinem Video und rund um sein Video tun kann, sollte dabei die folgenden drei Schritte bei den Nutzern ermöglichen und fördern:

  1. Nutzer müssen das Video finden.
  2. Sie müssen Lust haben, es sich möglichst bis zum Ende anzuschauen.
  3. Die Zuschauer werden selbst aktiv (Kanal abonnieren, „Gefällt mir“ klicken, einen Kommentar schreiben, das Video per Social Media weiterempfehlen)

Nur wenn das alles drei zusammenspielt, gibt es eine Chance, sich langsam aber sicher eine Zuschauerschaft aufzubauen. Schauen wir uns diese drei Schritte jetzt einmal im Detail an.

Schritt 1: Gefunden werden

Damit YouTube-Nutzer zu den eigenen Videos finden, gibt es diverse Wege:

  • Sie bekommen das Video von YouTube auf ihrer Startseite empfohlen.
  • Sie benutzen die Suche.
  • Es wird als „ähnliches Video“ empfohlen.
  • Es ist eine „Antwort“ auf ein anderes Video.
  • Sie entdecken das Video via Social Media (Facebook, Google+, Twitter, Blogs).
  • Die Nutzer kennen den Kanal bereits und haben ihn abonniert.

Die YouTube-Suche

Es kann sinnvoll und lohnenswert sein, schon vor der eigentlichen Produktion eines Screencasts eine Keyword-Recherche zu betreiben. Das gilt natürlich nur dann, wenn man ein klar definiertes Thema hat, nach dem auch tatsächlich gesucht wird. Ist mein Format beispielsweise, jeden Tag ein kurioses Webfundstück zu zeigen, brauche ich das nicht. Liefere ich aber eine Anleitung zu einer Software, ist es interessant.

Die Frage ist: Was genau ist gefragt? Wonach suchen die Nutzer und wie formulieren sie das? Leider sind ehemals nützliche Tools von YouTube zu diesem Thema bei der Integration in Google AdWords verschwunden. Ein simpler Tipp ist es, selbst mit der Suche und vor allem mit den automatischen Suchvorschlägen herumzuexperimentieren. Das klappt natürlich nur, sofern es bereits Videos zu ähnlichen Themen gibt. Eine andere Möglichkeit für Ideen ist es, die beliebtesten Videos auf YouTube im Blick zu behalten.

Daneben kann ich zwei Tools empfehlen, auf die man auch bei der Suchmaschinenoptimierung zurückgreift: Google Insights for Search und das Google AdWords Keyword-Tool. Sie liefern beide nur Daten für Googles Websuche, aber sie können einen Eindruck vermitteln und sogar Ideen liefern. Wichtig ist bei beiden Tools, die Ergebnisse für die Zielregion anzusehen und nicht etwa die weltweiten Zahlen. Zu jedem der Tools könnte man leicht einen eigenen Artikel schreiben, aber das würde hier und heute zu weit führen.

Hat man sein Keyword oder seine Keywordkombination gefunden, gibt es drei Orte, um sie unterzubringen:

  • Den Titel des Videos, hier möglichst weit vorn. Ein eigenes „Branding“ sollte man dagegen hinten platzieren. Zugleich sollte die Überschrift Interesse wecken.
  • Die Tags/Schlagwörter zum Video.
  • Den Beschreibungstext, den man generell gut nutzen sollte. Aber dazu gleich noch mehr.

Hat man diese Vorarbeit geleistet, ist das noch kein Erfolgsgarant. Aber es ist eine wichtige Grundlage. Mit der richtigen Auswahl und Platzierung der Keywords hat man die Basis gelegt, um in der Suche und bei den ähnlichen Videos aufzutauchen. Damit YouTube dein Video aber auch empfehlenswert findet, muss es sich auch an anderen Stellen bewähren. Darauf gehe ich gleich in den Schritten 2 und 3 ein. Vorher aber noch diese Tipps:

Video als Antwort auf ein populäres Video

YouTube bietet die Möglichkeit, mit einem Video auf ein anderes Video zu „antworten“. Das eigene Video erscheint dann in einem entsprechenden Bereich. Das kann sehr sinnvoll sein, wenn man sich tatsächlich auf ein anderes Video bezieht. Wer das allerdings als Marketinginstrument missbraucht, um Aufmerksamkeit zu bekommen, baut sich damit keinen langfristigen und damit dauerhaften Erfolg auf.

Video per Social Media verbreiten

Hier kann man nicht viele Tipps geben. Gut hat es der, der Spaß an Seiten wie Twitter, Facebook und Google+ hat. Hier kann man auf lockere Art und Weise auf interessante Leute stoßen. Und wenn man selbst auch etwas Interessantes beizusteuern hat, wird man sich einen eigenen Social-Media-Bekanntenkreis aufbauen. Der kommt einem dann natürlich sehr zupass, wenn man z.B. einen neuen Screencast hat und den bekannt machen möchte.

Erzwingen lässt sich der Erfolg bei Social Media nicht. Wie sonst im Leben auch, lassen sich echte Fans und Freunde nicht kaufen, man kann sie nur (für sich) gewinnen. Das nur als kurzer Einblick, denn auch über Social Media kann man viele Artikel und leicht ganze Bücher schreiben. Im Grunde kann man aber auch das anwenden, was man schon aus dem Leben kennt…

Zusammenarbeit mit anderen

Gibt es im eigenen Themengebiet bereits andere aktive YouTuber mit passenden Inhalten, sollte man sich nicht vor einer Kontaktaufnahme oder einer Zusammenarbeit scheuen. Man kann gegenseitig aufeinander hinweisen oder Themen sogar gemeinsam behandeln. Wichtig ist hier, dass man als Neuling und Anfragender auch schon etwas vorzuweisen hat.

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Schritt 2: Zuschauer begeistern

YouTube-Zuschauer sind ungeduldig. Laut „Creator Playbook“ entscheidet sich in den ersten 10 bis 15 Sekunden, ob jemand das Video zu Ende schaut oder nicht. Sprich: Man sollte den Zuschauern gleich zu Beginn erklären, was sie erwartet und man sollte nach Möglichkeit auch nicht als schnarchnasige Trantüte rüberkommen. Aber bitte hier wie andernorts im Social Web auch nicht übertreiben oder sich sehr verstellen. Als Macher/Moderator des Videos muss man sich trotz allem noch wohl fühlen. Aber es hilft auf jeden Fall, ausgeschlafen zu sein und selbst auch Spaß an der Sache zu haben.

Ein häufig gegebener und umgesetzter Tipp ist es dabei, das Video noch vor einem eventuellen Vorspann/Intro beginnen zu lassen. Erst begrüßt man die Zuschauer und sagt, was es alles Tolles zu sehen gibt, dann kommt ein kurzes Intro, dann geht es richtig los. Im Zweifel kann man so ein grafisches oder animiertes Intro auch weglassen.

Ich habe bei TechnikLOAD aber immer wieder die verblüffende Erfahrung gemacht, wie unterschiedlich die Zeitwahrnehmung beim Aufnehmen eines Videos und beim Anschauen desselben Videos ist. Was einem beim Aufnehmen extrem schnell vorkam, kann beim Anschauen langatmig wirken. Hier hilft wie so oft vor allem: üben.

Wie lang darf’s denn sein, bittschön?

Ein anderer Faktor ist die Länge des Videos insgesamt. Im Schnitt schaut ein YouTube-Nutzer wohl drei Minuten, aber solche Durchschnittswerte haben keine Aussagekraft, weil die Art der Videos auf YouTube einfach viel zu unterschiedlich ist.

Man kann sagen: Je gefragter das Thema, je besser strukturiert und je interessanter gemacht das Video ist, desto länger kann es auch sein.

Macht man ein längeres Video jenseits der zehn Minuten, ist eine erkennbare inhaltliche Struktur sehr sinnvoll. Man kann am Beginn des Videos aufzählen, was vorkommen wird (so wie es beispielsweise auch Nachrichtensendungen im Fernsehen tun). Man kann zudem einen Spannungsbogen nutzen, in dem man ein bestimmtes Thema zu Beginn nur andeutet oder eine überraschende Erkenntnis zum Hauptthema nur benennt („Wir haben uns XY angesehen und festgestellt, warum es ganz und gar nicht empfehlenswert ist. Dazu später mehr.“). Man sollte das bitte nicht so penetrant wie manche US-amerikanische TV-Sendung machen, die manchmal gefühlt zur Hälfte daraus bestehen, sich selbst anzukündigen… Aber das perfekte Video hat einen Spannungsbogen und einen erkennbaren roten Faden.

Bei der idealen Länge des Videos spielt logischerweise auch die Zielgruppe eine Rolle: Kurze Videos von zwei bis fünf Minuten oder maximal zehn Minuten kann man sich auch zwischendurch am Tag einmal ansehen. Je kürzer das Video, desto eher die Wahrscheinlichkeit, dass man zumindest einmal reinschaut. Für längere Videos müssen sich die Nutzer meist einen Zeitpunkt suchen. Wenn es ein Inhalt ist, den sie jetzt gerade brauchen (wie bei einem nützlichen Screencast bspw.), werden sie sich diese Zeit nehmen.

Entsprechend ist auch die eingangs erwähnte Zehn-Sekunden-Regel für den Beginn des Videos kein ehernes Gesetz. Wenn es zu einem gesuchten und aktuellen Thema kaum konkurrierende gute Videos gibt, kann man sich mehr „Fehler“ erlauben als in einer Situation mit viel Konkurrenz. Aber es spricht andererseits auch nichts dagegen, immer alles so gut wie möglich umzusetzen…

Viele weitere Tipps zum grundsätzlichen Aufbau eines Screencasts haben wir in einem weiteren Artikel in diesem Themenspecial versammelt: Just Click “Record”? Wie sich Screencasts von der Masse abheben

Unterschätzer Faktor Regelmäßigkeit

Von erfolgreichen YouTube-Nutzer habe ich mehr als einmal gehört: Nur Regelmäßigkeit führt zum Ziel. Perfekt ist es, wenn man täglich ein neues Video auf YouTube hat – dann entsprechend kürzer. Ist es seltener, sollte man aber einen klaren Termin benennen und auch einhalten: „Jeden Donnerstag findet ihr hier…“ usw. Hier wieder der Vergleich zum Fernsehen: Nicht umsonst sind die Sendepläne schematisiert. Nur wenn etwas regelmäßig erscheint, bleibt es nach und nach im Gedächtnis. Man muss bedenken, dass man versucht, den Nutzern etwas von ihrer gesamten Mediennutzungszeit abzuknapsen.

Einen wöchentlichen Termin sollte man aber auch einmal durchbrechen, wenn sich im eigenen Themenbereich etwas Wichtiges tut.

Erscheint man seltener als einmal pro Woche, wird es schwierig. Dann sollte man sich darum bemühen, dass man seine Zuschauer auf anderen Plattformen wie beispielsweise Twitter bei der Stange hält und dann dort über ein neues Video informieren kann.

Anders stellt sich die Sache dar, wenn man sich beispielsweise auf ausführliche Anleitungen spezialisiert hat. Dann ist es wichtiger, ein Höchstmaß an Qualität zu liefern und stattdessen lieber einen geplanten Erscheinungstermin sausen zu lassen. Wie schon bei der Videolänge gilt: Die Prioritäten hängen von Zielgruppe und Zielstellung des Videos ab.

Zuschauer einbeziehen

Sofern es das eigene Format erlaubt, sollte man Reaktionen und Fragen der Zuschauer direkt in einem der folgenden Videos behandeln oder vielleicht sogar eine ganze Folge nur den Zuschauern widmen. Auf jeden Fall ist es wichtig, auch selbst im eigenen Kanal aktiv zu sein und auf Kommentare zu reagieren.

Schritt 3: Aktivitäten auslösen

Hat man tatsächlich einen Zuschauer gewonnen (Hurra!), sollte man sich nicht scheuen, diesen Glücksfall aktiv zu nutzen. Den sollte dem Zuschauer das Video gefallen, kann er auf verschiedene Arten aktiv werden und jede Aktivität macht das Video in den Augen von YouTube attraktiver und erhöht die Chance, weitere Zuschauer zu gewinnen. Diese Aktivitäten sind:

  • Den Kanal abonnieren.
  • Auf „Gefällt mir“ unter dem Video klicken oder es als Favorit speichern.
  • Ein weiteres Video aus diesem Kanal ansehen.
  • Einen Kommentar schreiben.

Man könnte jetzt vielleicht denken: Wenn den Zuschauern mein Video gefällt, werden sie schon von allein darauf kommen. Fakt ist: Das tun sie nicht – oder jedenfalls nicht in dem Maße. Der Mensch funktioniert nun einmal so, dass das Offensichtliche benannt werden kann, muss und darf. Nicht umsonst ist unsere Werbewelt voller Aufforderungen zur Aktivität und so platt sie sind („Hier klicken!“), sie funktionieren.

Wie auch an anderer Stelle weiter oben schon erwähnt: Bitte maßhalten dabei. Allerdings sollte man auch nicht zu schüchtern sein.

Es gibt im Wesentlichen drei Wege, um Nutzeraktivitäten auszulösen:

  1. Der Moderator/Sprecher des Videos fordert direkt dazu auf. Das ist die wirksamste Methode, denn man kann ihr als Zuschauer gar nicht entgehen und sie ist am persönlichsten. Eine freundliche Bitte, bei Gefallen doch den Kanal zu abonnieren, beim Video auf „Gefällt mir“ zu klicken oder das Video weiterzuempfehlen, kann Wunder wirken.
  2. Elemente im Video einblenden und entsprechend verlinken. Alternativ oder zusätzlich zur Erwähnung in der Moderation kann man entsprechende Aufforderungen natürlich auch ins Video einblenden. Und man kann diese Einblendungen im Nachhinein entsprechend verlinken. Oder man setzt komplett auf YouTubes „Kommentare“-Feature. Man kann hier auf den kompletten Kanal verweisen, den Kanal abonnieren lassen oder auf ein früheres Video verlinken. Manche YouTube schaffen einen festen Platz dafür und lassen es das gesamte Video über eingeblendet. Tipp: Vor allem der untere Rand kann durch Werbung oder Steuerelemente verdeckt sein.
  3. Innerhalb des Beschreibungstextes des Videos. Im Idealfall sollte man sich eine Vorlage für den Beschreibungstext erstellen, die immer alle Basisinformationen enthält. Hier kann man in einigen kurzen Sätzen erklären, wer man ist und was man hier macht. Hier sollte man ebenfalls auf seinen kompletten YouTube-Kanal und die Möglichkeit zum Abo hinweisen. Außerdem kann man hier sehr gut weiterführende Links auf die eigene Website und auf Profile bei Facebook, Google+ und Twitter unterbringen, um die parallel wieder zu fördern. Und natürlich kann man auch hier wiederum einen Standardsatz einfügen, der zu Kommentaren, Shares und „Gefällt mir“-Klicks des Videos auffordert.

Wer in Sachen Werbung und Marketing nicht so zu Hause ist, wird vielleicht die Befürchtung haben, den Nutzern auf den Geist zu gehen. Und tatsächlich sollte man sich hier nach und nach herantasten, wenn man auf sein gutes Image bedacht ist. An sich sind es aber alle gewohnt, dass man für sich und seine Sache Werbung macht. Es muss eben dezent bleiben und zugleich auffallen ;-)

Diese Aufforderungen zur Aktivität sollten auf der anderen Seite aber auch nicht vom eigentlichen Video ablenken. Insofern sind sie gegen Ende schon gut aufgehoben.

Ein Tipp zu Kommentaren: Die bloße Aufforderung ist zu platt und unkonkret. Wesentlich besser funktioniert es, wenn man eine Konkrete Frage stellt oder die Meinung der Zuschauer zu einem bestimmten Thema einfordert. Idealerweise beteiligt man sich dann auch an der Diskussion oder geht in einem der folgenden Videos wieder darauf ein.

Ähnlich beim Hinweis, den Kanal zu abonnieren: Der funktioniert deutlich besser, wenn man ihn begründet. Die Begründung muss dabei nicht kreativ sein. „Und wenn du den Kanal abonnierst, verpasst du keine Folge mehr“, reicht beispielsweise schon.

Abkürzungen auf dem Erfolgsweg

Glaubt man meinem Artikel, ist eines klar: Der Erfolgsweg auf YouTube ist lang. Man muss zunächst in Vorleistung gehen und versuchen, mit jedem Video mehr Zuschauer zu gewinnen, die dann vielleicht wieder neue Zuschauer bringen. Gibt es da keine Abkürzungen?

Große Marktlücke

Obwohl schon jede Minute viele Stunden Video hochgeladen werden, gibt es Marktlücken. Das gilt besonders für den deutschsprachigen Raum. Zudem darf man nicht vergessen, dass die vielen Stunden Videomaterial teilweise schlichtweg Nonsense sind oder Kinofilme oder Konzertmitschnitte. Wir sprechen hier aber über Screencasts und andere nützliche Videos. Wer hier ein gutes und gesuchtes Thema hat, das er auch noch gut rüberbringen kann, wird schnell Fans gewinnen.

Viel Persönlichkeit

Noch mehr als anderswo im Social Web kommt es bei YouTube darauf an, eine interessante Persönlichkeit zu sein. Ob man sympathisch sein muss, sei mal dahingestellt. Aber es muss die Zuschauer in irgendeiner Form aktivieren. Das kann man nur begrenzt bis gar nicht lernen und erklären. Es gibt Menschen, die ein Talent dafür haben. Und diese Talente können sehr unterschiedlich sein: Der eine ist laut und verrückt, der andere ist eher leise und bedächtig. Beide können ihre Fans und Zuschauer gewinnen. Deshalb mein Rat: Versucht euch so sehr an die Situation vor der Kamera zu gewöhnen, dass ihr praktisch so seid, wie euch auch eure Bekannten und Kollegen kennen.

Humor und Verrücktes

Mit Witz und seltsamen Ideen kann man manchmal einen enormen Erfolg haben, wenn man sich nicht scheut, sich auch komplett zum Obst zu machen. Aber der Grat zwischen „Humor“ und „Müll“ ist sehr schmal und es passt längst nicht zu jedem Thema und jeder Persönlichkeit.

Gewinnspiele

Dazu muss man wohl nicht viel erklären: Natürlich kann man mit Verlosungen u.ä. Aufmerksamkeit gewinnen. Ob aus den Gewinnspielteilnehmern dann dauerhaft Zuschauer oder gar Fans werden, steht auf einem ganz anderen Blatt. Ich würde solche Aktionen eher als Belohnung für Stammzuschauer sehen. Hinweis: Es ist nicht erlaubt, die Nutzer per Gewinnspiel zu Klicks beispielsweise bei „Gefällt mir“ zu animieren.

Zusammenfassung und Fazit

Es gibt eine Menge zu beachten und Vieles auszuprobieren. Zunächst muss man sich einmal über die Zielgruppe und Zielstellung der eigenen Videos klar werden. Und bei allem, was man tut, sollte man sich auch wohl fühlen. Wobei nichts dagegen spricht, die eigenen Grenzen auch einmal auszuweiten – aber eben so behutsam, dass es noch für einen passt.

Es gibt Standards wie den Beschreibungstext des Videos, die auf jeden Fall auf dem Zettel stehen sollten. Ebenso sollte man im Video Stellen vorsehen, an denen die Nutzer zum Abonnieren des Kanals und zum Kommentieren oder „Gefällt mir“ beim Video aufgefordert werden. Das sind Dinge, die wenig Mühe machen, aber viel zum Erfolg beitragen können.

Alles auf ein Keyword zu optimieren, kann dabei eine gute Idee sein, wenn es zum Thema und den eigenen Plänen passt.

Nicht zuletzt lohnt es sich, Zeit und Ideen in den Aufbau der Videos zu investieren. Es geht darum, die Zuschauer zu begeistern und sicher durchs Thema zu führen. Ein roter Faden, der am besten auch direkt benannt wird, gehört auf jeden Fall dazu. Ein Spannungsbogen ist die Kür.

Hat man diese und andere Grundlagen geschaffen, kann man auch im großen Videoberg YouTube seine Zuschauer finden.

Special „Screencasting für Einsteiger“

Dieser Artikel gehört zu einem umfassenden Screencasting-Special.

Hinweis: Zu diesem Artikel gibt es inzwischen eine aktuellere Fassung. Der neue Beitrag stammt aus dem UPLOAD Magazin Nr. 15, das sich komplett um YouTube dreht.

Artikel vom 16. Mai 2012