Zwischenfazit: bezahlte Artikel mit trigami

Gelegentlich erscheinen in UPLOAD Artikel, die über trigami bezahlt werden. Heute möchte ich eine Zwischenbilanz zu meinen Erfahrungen mit trigami ziehen und freue mich über Eure Meinungen dazu. Vor allem: Sind diese Artikel in dieser Form für Euch akzeptabel?

Angeregt wurde ich dazu durch Patrick Breitenbachs Äußerung, er schmeiße alle Blogs aus seinem Feedreader, die trigami-Artikel veröffentlichen. Dabei ist es ihm vollkommen egal, wie gut und interessant diese Blogs sind. Er gibt selbst zu, dass das ein wenig unlogisch wirken könnte…

Es gibt jedenfalls immer wieder Diskussionen zu dem Thema und das ist an sich eine gute Sache. Bezahlte Artikel zu veröffentlichen, ist schon ein starker Eingriff in das eigene Blog. Jeder sollte sich vorher gut überlegen, ob er das zulassen will.

Entwicklung von trigami

In den letzten Wochen hat die Zahl der Anfragen deutlich zugenommen. Ich bin mit insgesamt drei Blogs verschiedener Art und Größe bei trigami präsent.

Interessanterweise haben die Verdienstmöglichkeiten für Artikel bei UPLOAD kontinuierlich zugenommen. Das neueste Angebot liegt bei 105,- Euro für einen hier veröffentlichten Beitrag. Das ist aus meiner Sicht eine Entlohnung, mit der man umfangreichere Recherchen und Arbeiten problemlos rechtfertigen kann. Für meine Artikel, die ich gelegentlich bei der Nachrichtenagentur ddp schreibe, bekomme ich jedenfalls weniger.

Bei den potenziellen Angeboten, die mich erreichen, sind viele Webseiten, Shops und Communities dabei. Offline-Produkte sollen hingegen bislang kaum über trigami beworben werden, wie es scheint. Dabei wäre das durchaus denkbar. Die Mundpropaganda-Gemeinschaft trnd setzt ja genau darauf.

Innerhalb dieses Bereichs sind die Themen aber sehr vielfältig – eben so bunt, wie das Netz selbst. Es reicht von Sport bis Reise, von Musik bis Online-Gaming. Ich denke, da ist für viele irgendwann etwas dabei.

Bewerbung um die Aufträge

Um an einen Auftrag zu kommen, muss das eigene Blog als erstes in das Raster des Werbekunden passen. Der hat eben spezielle Vorstellungen (Sprache, Größe, Reichweite, Inhalt…) oder ein entsprechendes Budget. Passe ich in dieses Raster, kann ich mich um den Auftrag bewerben.

Wichtig finde ich dabei natürlich den Bewerbungstext. Hier kannst Du als Blogger darlegen, warum Du Dich für das Thema interessiert und warum Dein Blog in Frage kommt. Spätestens hier solltest Du merken, wenn Du halbherzig zu Werke gehst: Dann ist es wohl nicht das richtige Thema.

Eine interessante Möglichkeit ist es, sich mit einem anderen Blog zu bewerben, als zunächst ausgewählt worden war. Die MP3-Download-Community akuma war beispielsweise eigentlich für ein anderes meiner Blogs vorgesehen gewesen. Ich konnte die Macher offenbar davon überzeugen, dass sie bei UPLOAD besser aufgehoben sind – und sie sind mitgegangen.

Eine andere Bewerbung neulich ist dagegen relativ schnell abgelehnt worden. Zwei sind nun schon eine Weile in der Schwebe.

Die Bedingungen und Vorgaben der Kunden

Schon an den Beschreibungstexten merkt man, wie unterschiedlich die Kunden sind. Manche füllen die Felder nur knapp und offensichtlich sehr schnell aus – manche Auftragsbeschreibung wimmelt nur so von Tippfehlern und seltsamen Formulierungen. Andere wiederum geben sich große Mühe, beschreiben sich und ihr Projekt und was sie sich vorstellen. Um wiederum akuma als Beispiel zu nehmen: Die Macher haben sich auch hinterher mit den Ergebnissen aus den Blogberichten beschäftigt. In diesem Beitrag geht Sascha Hottes sehr ausführlich auf seine Erfahrungen ein. Wie man sieht, sind eben nicht alle trigami-Kunden zwielichtige Nachtschattengewächse, wie man beim Lesen mancher Blogbeiträge glauben könnte.

Trotzdem bleibt die Empfehlung: Vor Annahme eines Auftrags sollte man sich mit dem Kunden und dessen Angebot auseinandersetzen. Die eine oder andere gezielte Google-Suche ist da auf jeden Fall notwendig. Und Du solltest Dich fragen, ob das Thema zu Deinem Blog passt. Denn letztlich willst Du Dir ja nicht Deine Leser vergrätzen…

Eine andere Frage wird gerade sehr ausführlich im trigami-Blog behandelt: Sollen Kunden festlegen dürfen, dass die Konkurrenz im Blogbeitrag nicht verlinkt wird? Ich persönlich spreche mich klar dagegen aus. Das verstößt eindeutig gegen meine inhaltliche Freiheit, die ich anderswo auch schon für einen (bezahlten!) Verriss genutzt habe. Das muss möglich sein.

Mir ist klar, dass viele Kunden am liebsten lauter perfekte PR-Artikel sehen möchten. Nur sind sie dann in der Blogosphäre am falschen Ort. Presseportale wären die passenderen Ansprechpartner.

Blogs sind hingegen geeignet, wenn ich sie ernstnehme. Wenn ich nicht nur auf den Link und die Aufmerksamkeit giere, sondern auch an der Meinung der Blogger interessiert bin.

Für mich wäre es jedenfalls genau das falsche Signal, könnten trigami-Kunden vorschreiben, was in den Texten steht und was nicht. Das würde langfristig gesehen alle trigami-Artikel entwerten – und dabei haben sie es schon heute schwer. Sofern trigami so langfristig denkt, sollten sie solche Bestrebungen gleich, öffentlich und sehr konsequent unterbinden. Ich bin gespannt, ob sie es tun.

Einnahmemöglichkeiten

Wie oben angedeutet: Die Geldseite sieht aus meiner Sicht gut aus. Die Bezahlung ist fair. Es geht bei etwa 20 Euro los und kann mehr als 100 Euro erreichen. Manche bekommen auch nur 5 bis 13 Euro geboten – aber das habe ich zumindest im Zusammenhang mit trigami bislang nur dieses eine Mal gelesen.

Im Gegenzug werden Beiträge mit beispielsweise 200 oder 300 Wörtern erwartet. Dabei bleibt es zumindest bei mir nie. Dafür bin ich einfach eine zu große Plaudertasche – jedenfalls wenn ich schreibe ;-)

Ich persönlich habe in den vergangenen sechs Monaten mit trigami knapp 450 Euro verdient.

Tipps zum Weiterlesen

Zur Diskussion um trigami und andere Versuche, in Weblogs zu werben:

Im Weblog „Selbstständig im Netz“ gibt es eine Artikelreihe zu Trigami:

Und der StoiBör fragt sich:

  • Wieviel Trigami verträgt ein Blog? – interessant auch die anschließende, sehr aufgewühlte Diskussion
  • Und hier bei UPLOAD gibt es einen Einführungsartikel mit den wichtigsten Basisinfos rund um trigami:

    Zur Diskussion: trigami bei UPLOAD

    Wie siehst Du das mit den trigami-Artikeln hier bei UPLOAD? Fallen sie Dir negativ auf? Haben sie schon genervt? Waren sie andererseits schonmal interessant genug, dass Du sie gelesen hast? Liest Du sie grundsätzlich nicht? Sind Dir noch gar keine bezahlten Artikel aufgefallen…? Ich freue mich auf Deine Meinung :-)

    P.S.: Natürlich kommt trigami auch im nächsten UPLOAD-PDF-Magazin zum Thema „Geld verdienen“ vor – und noch einige andere interessante Verdienstmöglichkeiten. Es erscheint (bestimmt ;-) ) noch im September :-)

    Artikel vom 14. September 2007