MOOCs & Co: Das Internet für Autodidakten

Für Wissbegierige und Lernbegeisterte war das Web schon immer ein Paradies. Und seit der Welle von interaktiven Lernplattformen lässt es sich in diesem Paradies noch komfortabler leben. Wir haben uns einmal die bekanntesten Plattformen angeschaut, nützliche Tools wie Kurs-Verzeichnisse gefunden, aber auch festgestellt, dass das gute alte Tutorial so schnell nicht zu ersetzen ist.

© lassedesignen - Fotolia.com

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Uni-Materialien bei OpenCourseWare

Auf den naheliegenden Gedanken, Kurs-Materialien frei zugänglich ins Netz zu stellen, kam man bereits 1999 an der Universität Tübingen. Größere Breitenwirkung hat der Ansatz jedoch erst durch das Open CourseWare-Projekt (OCW) des MIT ab 2002 erfahren (siehe Wikipedia). Kennzeichnend für OCW ist, dass die Materialien unter einer offenen Lizenz stehen, es keine Abschlüsse oder Zertifikate gibt und auch kein direkter Zugang zu den Lehrenden oder anderen Lernenden möglich ist. Vielmehr handelt es sich um eine einfache Online-Bibliothek für (durchaus multimediale) Kursmaterialien.

Der OpenCourseWare-Initiative gehören inzwischen über 250 Universitäten und Organisationen an. Pro Monat greifen etwa 1 Mio. Besucher auf die Kurs-Materialien zu, die in der Regel aus Video- oder Audio-Lektionen, Textbooks oder Notes bestehen. Interessant ist ein Blick auf die Statistiken der OCW-Seite vom MIT, die über die Herkunft der Besucher und vor allem über die Motivation der Lehrenden, Studenten und Autodidakten (etwa 40%) Auskunft geben.

Kurs-Materialien suchen: MIT-Kursdatenbank oder Katalog des OCW-Consortiums

Interaktives Lernen mit MOOCs

Die Online-Lern-Angebote von OCW wurden oft als “Einbahnstraße” charakterisiert, da die Materialien eben nur passiv zur Verfügung gestellt werden. Mit den Massive Open Online Courses (MOOCs) wurde ab 2008 und vor allem ab 2011 ein anderer Ansatz populär: Online-Kurse, die auch interaktive Elemente wie Online-Tests integrieren, oft eine klare Zeitschiene haben und teilweise Feedback- oder Community-Elemente wir Fragemöglichkeiten, Foren etc. mitbringen.

coursera - Plattform für Massive Open Online Courses MOOCS

coursera – die führende Plattform für Massive Open Online Courses (MOOCS)

Auch bei dieser Bewegung ist das MIT mit dabei: Unabhängig vom OCW betreibt das Institut zusammen mit Harvard die Plattform edX. Daneben gibt es noch zwei weitere große Plattformen, die im Universitäts-Bereich eine große Rolle spielen: coursera.org und udacity.com. Etwas anders ist novoed aufgestellt, da es hier neben freien Angeboten von Universitäten auch kostenpflichtige Angebote von Akademien gibt.

Kurse suchen: class-central aggregiert die Kurse aller Anbieter, ebenfalls nützlich ist coursetalk.org: Dort werden die Kurse nach Userbewertungen auflistet. Eine weitere Meta-Datenbank mit offenen Kursen bietet OEDB an (danke an Tobias Kut für den Hinweis).

MOOCs in Deutschland: HPI und iversity

Auch wenn Tübingen im OCW-Bereich in den Anfängen zu den Vorreitern gehörte, fanden Autodidakten hierzulande bislang nur wenige Angebote, wenn es um MOOCs ging: Das Hasso-Plattner-Institut (HPI) stand mit seiner Plattform open-hpi lange Zeit allein auf weiter Flur und leistete sich mit der zweiten Plattform open-sap dann selbst Gesellschaft. Die Situation hat sich erst mit dem Launch der MOOC-Plattform iversity im Oktober 2013 geändert: iversity ist mit 24 MOOCs von deutschen und internationalen Universitäten und Institutionen online gegangen und startete aus dem Stand heraus mit über 115.000 registrierten Usern. Damit ist iversity sicherlich eine der spannenderen Gründungen der letzten Zeit, auch wenn das Konzept (und teilweise auch das Design) kaum eigene Akzente gegenüber den amerikanischen Vorbildern setzt.

Wie bei den amerikanischen Uni-MOOCs ist auch bei iversity die Motivation zum Kursbesuch teilweise noch altruistisch: Eine Zertifizierung ist nur für ausgewählte Kurse möglich. Aktuell gibt es drei Kurse, mit denen man ein Zertifikat erhalten und ECTS-Punkte sammeln kann. Bei zwei der drei Angebote erfordern die ECTS-Punkte eine Prüfung an der Uni vor Ort. Um die Zertifizierungsfrage kümmern sich auch die amerikanischen MOOCs: Coursera hat dazu die kostenpflichtigen Signature Tracks eingeführt (aktuell 124 von knapp 470 Kursen), bei Udacity ist ebenfalls eine kostenpflichtige Zertifizierung für einige Kurse möglich. Man kann annehmen, dass das Zertifizierungsangebot zum Standard wird, falls sich die MOOC-Bewegung nicht als Hype entpuppt, sondern tatsächlich über die Jahre weiter wachsen sollte. Bis dahin dürfte die Motivation für die Teilnahme an Kursen ohne Zertifikate denen der OCWs ähneln: Den Horizont erweitern, sich zusätzlich auf Prüfungen vorbereiten, Materialien finden, was für das Curriculum tun etc.

iversity - MOOC aus Berlin

Auch Berlin will beim MOOC-Hype mitmischen: Mit iversity startete im Oktober 2013 eine europäische MOOC-Plattform

Mit iversity habe ich noch keine Erfahrungen gemacht, allerdings hatte ich bei open-hpi  einen Kurs angefangen, den ich nach zwei Wochen wieder aufgegeben habe. Spannend sind MOOCs schon, allerdings sind die naturgemäß akademische Aufbereitung des Stoffes und der enge Zeitplan (Deadlines für Aufgaben etc.) für meine Lebenslage gerade nicht das Richtige. Das ändert allerdings nichts an den grundsätzlich großartigen Möglichkeiten, die die Öffnung von Universitäten mittels MOOCs für die Allgemeinheit bieten.

Fokus Konnektivität: Die cMOOCs

Während die oben genannten MOOCs (genannt xMOOCs) an die digitale Version einer Vorlesung mit Prüfung erinnern (die Teilnehmerzahl ist unbegrenzt, das Web ist ein offener Hörsaal), ähnelt die andere, weniger Bekannte cMOOC-Version eher einem kleinen Seminar oder Workshop. Das “c” steht für Connectivity und entsprechend setzen die Aktivisten vor allem auf Social-Media-Technologien: Die Basis für Kursmaterialien bildet oft ein Blog, die Teilnehmer vernetzen sich über Twitter, dokumentiert wird über Wikis, und so weiter. Bei den cMOOCs findet man auch hierzulande zahlreiche Experimente, Beispiele sind sooc13, coer13 und einige mehr. Angesichts des Alters von Social-Media-Technologien empfindet man als Onliner die cMOOCs zwar nicht wirklich als Neuheit, was jedoch auch nicht weiter schlimm ist, solange es für die Teilnehmer funktioniert.

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Raus aus der Uni: Khan Academy, Udemy & Co.

Verlassen wir einmal die Uni-Szene und damit auch den klassischen MOOC-Bereich, denn der akademische Rahmen ist sicherlich nicht für jedes Thema geeignet. Und natürlich wird auch außerhalb der Unis unglaublich viel Wissen produziert, das in jedem Winkel des Netzes auf Autodidakten wartet. Zumal in den außerakademischen Bereich deutlich früher Bewegung gekommen ist (Lynda: 1995, Khan Academy: 2006, Udemy: 2010) als im akademischen Bereich (Udacity: 2011, MITx (edX): 2011, edX: 2012, coursera: 2012, novoed: 2013, iversity: 2013).

Einer der Vorreiter und erklärtes Vorbild z.B. für Udacity ist Salman Khan mit seiner Khan Academy (wir hatten hier bereits ausführliche darüber geschrieben). Khan Academy wurde bereits 2006 gegründet, arbeitet gemeinnützig und konzentriert sich vor allem auf den Schul-Bereich. Anders als bei den Unis kann bei Khan Academy jeder zum Coach werden und einen Kurs z.B. für die eigene Schulklasse erstellen. Gleichzeitig stehen die Materialien wie bei den OCWs als Bibliothek offen zur Verfügung und lassen sich ohne Anmeldung oder zeitliche Einschränkung nutzen und durcharbeiten. Angefangen hat Khan Academy mit Schulungs-Videos, inzwischen reicht die Spannbreite der Materialien jedoch bis hin zu interaktiven Elementen und Animationen vor allem im Bereich der Computerwissenschaften.

Außerhalb der Bildungsinstitutionen hat sich die Plattform Udemy zum Marktführer gemausert: Dort kann schlicht und ergreifend jeder, der etwas weiß oder auch nur glaubt etwas zu wissen, einen freien oder auch kostenpflichtigen Kurs anbieten. Die Bandbreite der Inhalte reicht von Yoga über HTML5 bis hin zu Business-Themen wie Projektmanagement und Entrepreneurship. Natürlich tummeln sich auf Udemy viele bekannte Gesichter, weil sich die Plattform bestens eignet, um seine bestehende Reputation und Expertise auszubauen und gleichzeitig eine zusätzliche Einnahmequelle zu beackern. Und selbstredend sind mit Cisco, Microsoft, PRINCE und Co. auch die klassischen Zertifizierungs-Themen präsent, wobei es eher um Vorbereitungskurse für die Zertifikatsprüfung geht als um die Zertifikatsprüfung selbst.

Kurs-Plattform Udemy

Bekannte Themen, bekannte Gesichter: Auf der Kurs-Plattform Udemy bringt jeder jedem alles bei.

Während Udemy im MOOC-Stil interaktive Kurse anbietet und im Falle kostenpflichtiger Inhalte auch die Bezahlung pro Kurs anfällt, folgt die ebenfalls sehr bekannte Plattform Lynda.com einem klassischeren Ansatz, bei dem Video-Tutorials und Lehr-Materialien im OCW-Stil bereitsgestellt werden. Lynda versteht sich also eher als Bibliothek und setzt anders als Udemy auf ein Abo-Modell. Durch die durchgehende Bezahlpflicht entfällt natürlich auch das “O” für “Open”. Damit gehört Lynda weder zu OCW, noch zu den MOOC. Für Autodidakten kann das Angebot dennoch interessant sein.

Neben diesen großen Plattformen gibt es inzwischen eine unüberschaubare Anzahl an kleineren Plattformen, Spezialplattformen und auch Plattform-unabhängigen Online-Kursen. Um die Bandbreite aufzuzeigen: Zuletzt bin ich über die neue Plattform tunessence gestolpert, die einzig und allein das Thema “Gitarre lernen” beackert und dazu einen ziemlich witzigen Player entwickelt hat. Einige Wochen zuvor bin ich eher zufällig auf einen für 2014 angekündigten Online-Kurs zu Datadriven Journalism gestoßen. Das Problem bei solchen unabhängigen Angeboten ist nur, dass man eher über sie stolpert, als sie gezielt zu finden.

Sonderthema Programmierung: Codecademy, Codeschool und Co.

Ein klassischer Bereich, der vermutlich schon immer von Autodidakten dominiert war, sind die Computerwissenschaften und das Erlernen von Programmiersprachen. Auch heutzutage behauptet wohl kaum ein junger Entwickler, dass sie/er die praktische Programmier-Tätigkeit im Hörsaal oder im Seminar erlernt hätte. Vielmehr werden zu Hause Bücher gewälzt, Tutorials aller Art durchgegangen, in Foren diskutiert und neue Entwicklungen über Blogs verfolgt. Es wundert daher wenig, dass gerade im Bereich des Codings eine unüberschaubare Zahl an neuen, interaktiven Plattformen entstanden ist.

Vor ziemlich genau einem Jahr hatte ich schon einmal den Versuch unternommen, einen Überblick über diese interaktiven Code-Plattformen zu erstellen. Was damals schon nicht vollständig war, ist heute sicherlich noch lückenhafter. Über Google stößt man jedoch schnell auf weitere Blogbeiträge (wie z.B. diese Liste von TNW) , die die unterschiedlichsten Angebote versammeln.

codecademy - Lern-Plattform für Programmiersprachen

Codecademy ist wohl die bekannteste Lernplattform für Programmiersprachen.

Soweit man es einschätzen kann, haben es dabei drei Plattformen zu einer gewissen Dominanz gebracht: Codecademy, Treehouse und das überwiegend kostenpflichtige Codeschool. Allerdings hängt es stark davon ab, mit welchen Programmiersprachen man sich beschäftigen will. Gemeinsam ist allen Angeboten, dass man den Code nicht mehr per Einbahnstraße vorgekaut bekommt, sondern man selbst im Browser aktiv durch die Aufgaben coded und direkt das Ergebnis sieht. Das ist sicherlich ein neues Erlebnis und eine sehr spielerische und motivierende Art, in die Welt der Programmierung einzusteigen. Nach der anfänglichen Euphorie sind diese Plattformen bei mir jedoch etwas in den Hintergrund getreten, zu dem Warum gleich mehr.

Kurse finden: Leider ist mir in diesem Bereich kein vollständiges Verzeichnis bekannt, man kann es also lediglich mit den bereits genannten coursetalk oder class-central versuchen, in denen zumindest die drei hier genannten Kurs-Plattformen auftauchen. Mit einer fehlenden Übersichtsseite setzt sich leider eine unglückliche Tradition fort: Es gibt zwar in der Programmierung und Web-Entwicklung ein unerschöpflich großes Lernangebot, aber leider kaum Hilfestellungen für Einsteiger, die Angebote zu überblicken und zwischen guten und schlechten Angeboten zu unterscheiden.

Die Bandbreite für Autodidakten am Beispiel des Coden Lernens

Nur weil die Unis endlich die Möglichkeiten des Webs für sich entdecken, muss die digitale Spielwiese für Autodidakten natürlich noch längst nicht auf den Kopf gestellt werden. Besonders aufgefallen ist mir das bei den Code-Plattformen: Anfangs habe ich die Angebote mit großer Begeisterung ausprobiert, allerdings stößt man auch schnell an Grenzen. Geholfen haben die Plattformen vor allem dabei, die oft schwierige Einstiegshürde mit einem eher spielerischen Ansatz leichter zu überwinden.

Am Beispiel der unterschiedlichen Lehrangebote für Programmiersprachen soll die Bandbreite der Möglichkeiten einmal grob umrissen werden:

  • OCW: Zu den Computer Science findet man dort natürlich eine Menge, die Anzahl der praktischen Einführungen in Programmiersprachen ist allerdings überschaubar und vermutlich auch nicht spaßig durchzuarbeiten.
  • MOOCs: Interaktive Online-Kurse von Unis auch zum Thema Computer Science findet man wie gesagt unter coursetalk oder class-central. Wer sich für Programmiersprachen interessiert, sollte aber aus meiner Sicht mit eher praktischen, spielerischen Dingen starten und sich nicht schon vor der ersten Code-Zeile von der Theorie abschrecken lassen.
  • Interaktive Lernplattformen: Hier geht es dann wirklich um das praktische Coden: Wie weise ich eine Variable zu, wie funktioniert eine Schleife und wie sieht die Syntax einer bestimmten Sprache aus? Für den spielerischen Einstieg sind diese Plattformen bestimmt geeignet. Allerdings gibt es durchaus  frustrierte Kommentare zu den Angeboten. Wie man an der Liste hier sieht, gibt es jedoch genug Alternativen. Ein paar mir bekannte Plattformen mit Inhalten zu Programmierung sind neben Codecademy, Treehouse, Code-School und Khan Academy auch Code Player, Programmr, Scratch (für Kinder gedacht, vom MIT), Mozilla School of Webcraft bei P2PU, railsforzombies, codeHS, learnstreet, codeavangers oder codementor (noch nicht gestartet, ein interaktives Mentor-Programm). Sicherlich gibt es noch ein paar Dutzend mehr …
  • Video-Kurse: Natürlich lohnt auch ein Blick auf das Video-Angebot von Linda und Udemy.
  • Screencasts: Ich selbst habe nach zahlreichen gescheiterten Anläufen mit Lehrbüchern den Einstieg in die Programmierung dann doch noch über ein Screencast-Tutorial geschafft, von daher halte ich eine ganze Menge von diesem Medium. Großartig für den Einstieg in HTML und CSS sind die locker-unterhaltsamen Screencasts Don’t Fear The Internet, ich selbst hatte ein kostenpflichtiges PHP-Tutorial genutzt, aber um echte Empfehlungen geben zu können, ist der Bereich einfach zu unübersichtlich. Man kann natürlich auch auf YouTube stöbern oder diverse Listen mit Screencast-Serien durchgehen, am Ende wird es wohl immer eine Glückssache bleiben, ob man etwas Passendes findet.
  • Lehrbücher: Lehrbücher sind vermutlich immer noch eine der wichtigsten Wissensquellen nicht nur für Autodidakten, einfach weil Lehrbücher ein solides Wissensfundament statt nur Wissensschnipsel vermitteln. Das Problem ist, dass auch sehr viele schlechte oder zumindest für bestimmte Lesertypen ungeeignete Bücher auf dem Markt sind. Eine ziemlich erschöpfende Auflistung freier Lehrbücher wird auf Github gepflegt und auf der Seite resrc.io präsentiert.
  • Text-Tutorials: Der Klassiker im Bereich der Tutorials (überwiegend Text und Code zum Herunterladen) ist tutsplus. Aber natürlich gibt es noch unfassbar viele andere Quellen.
  • Fachblogs/Ressourcensammlungen: Je nach Ausrichtung kann man sich mit Fachblogs auf den neuesten Stand halten und auch gute Tutorial-Posts abgreifen. Sehr bekannt sind natürlich Standard-Blogs wie smashing magazine für Frontend-Entwickler und Webdesigner oder html5rocks als Sammelstelle für alle möglichen Ressourcen rund um html5. Von solchen Anlaufstellen gibt es für jeden denkbaren Bereich ein paar Dutzend.
  • News-Stream: Eine gute Quelle, um auf dem Laufenden zu bleiben, Diskussionen zu verfolgen und Tutorials abzugreifen ist hacker news von Y Combinator. Natürlich muss man erst einmal sehr viele unbrauchbare Informationen herausfiltern, dabei können aber auch die verschiedenen Twitter-Newsstreams helfen, die die Nachrichten erst nach 20, 50, oder 100 Punkten veröffentlichen.
  • Nachschlagewerke: Über die Google-Suche stößt man aufgrund der guten SEO-Arbeit oft auf W3schools, allerdings empfehlen eigentlich alle, besser auf das Mozilla-Developer-Network (MDN) zurückzugreifen, da hier nicht nur Code-Schnipsel geliefert, sondern vor allem die Hintergründe und Zusammenhänge erklärt werden.
  • Fragen/Antworten: Die wichtigste Anlaufstelle für Fragen und Antworten im Bereich der Webentwicklung ist die Plattform stackoverflow. Durch das System der Akzeptanz und der Auf- und Abwertung von Fragen und Antworten bietet die Plattform oft eine hohe Qualität zu wirklich jedem denkbaren Problem.
  • Google+ Communities: Anders als bei den Normal-Usern erfreut sich Google+ unter Entwickler recht großer Beliebtheit. Was dort gut funtkioniert, sind die Communities: Hier kann man sich nicht nur auf dem Laufenden halten, sondern auch Fragen stellen oder Feedbacks einholen.
  • Meetups: Die Möglichkeit der realen Zusammenkunft wird beim Coden-Lernen oft übersehen, weil sie natürlich auch nicht in allen Ecken der Republik gleich umfangreich besteht. Für mich sind Meetups aber eine der wichtigsten und schönsten Formen, schon aufgrund der kommunikativen und sozialen Aspekte. In einigen wenigen Städten ist zum Beispiel die OpenTechSchool aktiv, die freie Kurse, Talks und Meetings organisiert. In anderen Städten gibt es oft für verschiedene Programmiersprachen Meetups, in denen man sich organisieren kann.

Fazit

Schon an der kleinen und recht subjektiven Liste sieht man, wie groß die Möglichkeiten für Autodidakten auch ohne die neuen MOOCs und Lernplattformen sind. Man muss die Bedeutung von MOOCs für Autodidakten daher relativieren und sollte sie eher als zusätzlichen Baustein sehen.

Für den institutionellen Bildungsbereich kann man den Boom der MOOCs und den neuen Fokus auf das Online-Learning jedoch nur begrüßen. Es ist auch durchaus denkbar, dass sich der Lehrbetrieb durch die zunehmende Öffnung auch insgesamt auf längere Sicht ändern wird.

Eine ganz andere und wohl schwierig zu beantwortende Frage betrifft die gesellschaftlichen Auswirkungen: Führt die Öffnung und Bereitstellung von Bildungsmaterialien und Lernmöglichkeiten eigentlich zu besseren Bildungschancen zum Beispiel für weniger Privilegierte oder benachteiligte Regionen? Zumindest die Statistiken von OCW legen das nicht auf Anhieb nahe und auch bei offenen Code-Veranstaltungen war – soweit ich es mitbekommen habe – eher die Bildungselite präsent. Aber vielleicht sollte man die positiven Entwicklungen  nicht gleich mit zu hohen Erwartungen abwürgen, sondern erst einmal Raum zur Entfaltung geben.

Lesetipps

Ergänzende Beiträge zum Thema:

Artikel vom 04. November 2013