Krisenhilfe übers Netz: Wie sie funktioniert und wie du mitmachen kannst

Begriffe wie „Crisis Mapping“ oder Projekte wie Ushahidi kennen manche vielleicht bereits. Doch kurz bevor der Taifun Haiyan die Philippinen erreichte, startete das Entwickler-Netzwerk Geeklist einen Aufruf zur Krisenhilfe und nun wollte ich genauer wissen, was sich in diesem Spektrum eigentlich tut. Herausgekommen ist ein Überblick mit Hinweisen und Tipps zum Mitmachen.

Digitale Krisenhilfe

Mobile-Nutzung in Haiti 2010. Photos von DFID und Infomastern, beide CC BY-SA 2.0 auf Flickr.

Hack4Good und Geeklist-Corps

Im Juni 2013 fand mal wieder ein Hackathon statt, also ein Treffen, auf dem Entwickler gemeinsam an Projekten arbeiten. Soweit nichts Ungewöhnliches. Ungewöhnlich war allerdings das Thema: Bei dem Hackathon ging es nicht um die hundertste Foto-App, sondern um Lösungen für soziale Probleme: Katastrophen-Hilfe, Krisenkommunikation oder Apps für sozial Benachteiligte und Kranke. 48 Stunden lang haben fünf Gruppen in San Francisco, San Diego, Philadelphia, Los Angeles, Tel Aviv und Lissabon bei den Hack4Goods an Lösungen gearbeitet. Herausgekommen sind so unterschiedliche Prototypen wie “Good Neighbor”, eine App, mit der man Hilfsgesuche in der Nachbarschaft veröffentlichen kann, oder eine Lern-App für Autisten.

Anfang Oktober folgte ein zweiter Hackathon, an dem etwa 2.000 Entwickler in 21 Städten teilnahmen. Außerdem fand eine stärkere Kooperation mit Non Government Organizations (NGO) statt: Die NGOs reichten Challenges ein, also Probleme und Aufgabenstellungen, die von den Entwicklern gelöst werden sollten. Parallel zum Event launchte Geeklist die Corps of Developers, eine Art schnelle Hilfsgruppe für den Krisenfall.

Nur wenige Wochen später trat mit dem Taifun Haiyan/Yolanda auf den Philippinen dieser Krisenfall schneller ein, als erwartet. Und das Netzwerk von Geeklist schien durchaus seinen Zweck zu erfüllen: Über 370 Entwickler haben sich für einen spontanen Hackathon registriert und nach zehn Tagen konnte man ein positives Fazit aus der Hilfs-Aktion ziehen: 38 Ideen wurden geboren und 21 Projekte wurden angestoßen, wovon am Ende auch 13 das Licht der Welt erblickten. Es gab Hilfsanfragen von der UN, vom Weißen Haus und vom Präsidenten-Büro der Philippinen und einige der Geeklist-Lösungen wie die Hilfs-Management-Software Sagip.me, das Hilfs-Dashboard BagonPH, die Facebook-App Show You Care und der Hilfs-Tracker statusPH sind auch tatsächlich zum Einsatz gekommen oder wurden in das Tool-Kit von Hilfsorganisationen aufgenommen.

Relief-Tracking-Plattform

Sagip.me – eine Relief-Tracking-Plattform der Geeklist Corps of Developer

Naturgemäß lief nicht alles ideal: In einem Hangout mit dem UN OCHA (UN-Office for the Coordination of Humanitarian Affairs) vom 17. November wird durchaus hinterfragt, ob solche Ad-Hoc-Aktionen in Notfallsituationen überhaupt Sinn machen oder man sich nicht besser auf längerfristige Kooperationen konzentrieren sollte, da sich eben im Krisenfall nicht unbedingt gute Software entwickeln lässt. Zumal es neben Geeklist bereits viele Initiativen gibt, die teilweise schon institutionalisiert sind und sich im Ernstfall als hilfreich erwiesen haben. Nicht zuletzt mag die dringende Suchanfrage von Geeklist nach Projektmanagern einen Hinweis darauf liefern, dass die Koordination und Verzahnung solcher Aktionen mit bestehenden Institutionen eine Herausforderung ist. Auch dem OCHA-Vertreter schien es eine wichtige Botschaft zu sein, dass sich solche Freiwilligen-Initiativen mit den Abläufen bei humanitären Einsätzen und der Arbeitsweise von Organisationen auseinandersetzen. Dennoch finde ich die Ergebnisse und das Engagement der Geeklist-Corps beeindruckend.

Hack4Good ist nicht der einzige Hackathon mit sozialem Anspruch: Bereits seit 2011 gibt es die internationale Hackathon-Reihe AngelHack. In den USA verfolgt auch die Organisation Code For America ein gemeinnütziges Ziel und organisiert regelmäßig Hackathons. In Deutschland kann man den Hackathon der Spendenplattform Betterplace im Sommer 2013 als Einzelveranstaltung nennen.

Mitmachen: Am besten über den Blog von Geeklist auf den nächsten Hackathon warten, sich direkt um die Aufnahme bei den Geeklist Corps bewerben oder die Termine von AngelHack im Auge behalten.

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SocialCoding4Good

Während Geeklist mit seinen Corps derzeit noch eine Art Stand-by-Truppe für den Krisenfall bereit hält, hat die Plattform SocialCoding4Good bereits 2012 einen anderen Weg eingeschlagen: Sie vermittelt freiwillige Helfer an Organisationen, die humanitäre oder gemeinnützige Software entwickeln, d.h. SocialCoding4Good agiert ähnlich wie eine Personalagentur: Registriert man sich auf der Plattform, werden die Fähigkeiten, die Erfahrungsstufe und die Verfügbarkeit des Volunteers mit den Aufgaben der Partner abgeglichen und im positiven Fall eine Verbindung hergestellt. Die bekanntesten Partner von SocialCoding4Good sind die Wikimedia Foundation und das Guardian Project. Außerdem gibt es einige bekannte Namen aus dem sogenannten H-FOSS-Umfeld (Humanitarian-Free-and-Open-Source-Software). Darunter fallen die Software-Projekte von Ushahidi (bekannt über Crisis Mapping) bis hin zu Sahana (die Standard-Software für das Krisen-Management).

socialcoding4good

SocialCoding4Good ist eine Art Personal-Agentur, die Open Source Software, Nonprofits und Entwickler-Communities zusammenbringt.

Die Organisaton SocialCoding4Good wurde von Gerardo Capiel initiiert, der wiederum Mitarbeiter der humanitären Software-Schmiede Benetech ist. Benetech hat ursprünglich Lesegeräte für Blinde produziert, im Jahr 2000 die Produktlinie jedoch verkauft und sich in eine Non-Profit-Organisation umgewandelt. Unterstützt wurde die Entwicklung der Plattform auch mit einem Funding von der Knight Foundation, die sonst eher Projekte aus den Bereichen Medien, Journalismus, Kunst und Community-Building in das Programm aufnimmt.

Mitmachen: Man kann sich unter SocialCoding4Good als Volunteer registrieren. Eine andere, etwas weniger stark koordinierte Möglichkeit des Mitmachens besteht natürlich auch über GitHub. Eine Liste verschiedener H-FOSS-Projekte gibt es auf opencrisis.

MicroMappers

Während sich die oben genannten Initiativen mit recht komplexen Anforderungen und Aufgaben an Software-Entwickler richten, geht das Projekt MicroMappers genau den umgekehrten Weg: MicroMappers ist eine Crisis-Mapping-Initiative, die versucht, die Datenanalyse und das Mapping in möglichst einfache Arbeitsschritte zu zerlegen, sodass sich im Krisenfall jeder ohne Vorkenntnisse daran beteiligen kann. Micro-Tasking heißt das Zauberwort, das man unter anderem auch von Amazons Plattform Mechanical Turk kennt. Wie funktioniert das und was ist der Hintergrund?

Während es früher einen Mangel an Informationen aus Krisengebieten gab, werden die Hilfsorganisationen heute über die Social Networks mit einer unüberschaubaren Flut an Informationen konfrontiert. Im großen Stil wurden diese Informationen erstmals während des Erdbebens in Haiti 2010 für das Crisis Mapping genutzt. Initiator der Aktion war der inzwischen recht bekannte Patrick Meier, der damals für Ushahidi arbeitete. Neben dem Potential solcher Crisis Maps wurde jedoch auch das Problem erkannt, dass man mit solchen Spontan-Aktionen der Informationsflut nicht wirklich Herr werden kann.

MicroMappers ist ein Folgeprojekt von Patrick Meier, mit dem er das Problem der Informationsflut in den Griff bekommen will. Dazu wurden die zwei kleinen Applikationen “TweetClicker” und “ImageClicker” entwickelt, mit deren Hilfe Nutzer die Tweets und Bilder aus dem Krisengebiet mit Kategorien wie “Request for Help”, “Infrastructure Damage” oder “Population Displacement” verschlagworten können. Auf Basis der Informationen sind zwei Karten entstanden: Eine mit den Bild-Daten und eine mit den Tweet-Daten. In Arbeit befinden sich zwei weitere Applikationen, mit denen die Tweets und Bilder mit Geo-Informationen versehen werden können. Um eine richtige Zuordnung zu garantieren, werden alle Bilder und Tweets von drei verschiedenen Personen mit Tags versehen, bevor sie für das Mapping genutzt werden.

yolanda imageclicker

Vom Crowdsourcing zum Microtasking: Anwendungen wie der TweetClicker und der ImageClicker machen den Anfang.

Der Sinn ist klar: Über Microtasking soll das Problem der mangelnden Skalierbarkeit beim schnellen Mappen von großen Datenmengen gelöst werden. Massen-Tätigkeiten, die grundsätzlich auch ohne Vorkenntnisse erledigt werden können, sollen ausgelagert werden, damit die Mapper schneller und effizienter an der Erstellung der Karte arbeiten können. „Vom Crowdsourcing zum Microtasking“ bezeichnet Patrick Meier diesen Ansatz, jedoch blieb die Mapping-Arbeit laut einem Zwischenbericht auf seinem Blog irevolution trotz des vorgelagerten Microtaskings immer noch der Flaschenhals. Die MicroMappers befinden sich allerdings auch noch in einer frühen Erprobungsphase.

Inspiriert wurde das Projekt unter anderem von der offenen Wissenschafts-Plattform Zooniverse, bei dem Laien über Microtasking in wissenschaftliche Projekte eingebunden werden. MicroMappers nutzt für das Microtasking eine Plattform mit dem Namen Crowdcrafting sowie die offene Software PyBossa. Während mit PyBossa kleine Applikationen wie TweetClicker oder ImageClicker von Entwicklern erstellt werden können, wird die Plattform Crowdcrafting genutzt, um die Applikationen zu veröffentlichen und sie den Freiwilligen zugänglich zu machen.

Für einen Außenstehenden ist es schwer einzuschätzen, inwieweit diese Karten die Hilfsorganisationen bei ihrer Arbeit tatsächlich unterstützen. Im Vergleich zu Geeklist sind diese Aktionen allerdings organisatorisch sehr gut verdrahtet: Die Hilfe wird nur auf Anfrage von Hilfsorganisation bzw. von der UN gestartet. Zur Koordination solcher Freiwilligen-Initiativen und Anfragen von Hilfs-Organisationen hat Andrej Verity von der UN-OCHA zusammen mit Patrick Meier die verschiedenen Freiwilligen-Initiativen im Digital Humanitarity Network (DHN) gebündelt, das heißt der Organisationsgrad ist schon relativ hoch und die Zusammenarbeit folgt klaren Regeln.

Mitmachen: Man kann sich bei MicroMappers in eine Mail-Liste eintragen und wird dann über den nächsten Einsatz informiert.

Standby Task Force

Die Standby Task Force wurde ebenfalls von Patrick Meier in Reaktion auf das Erdbeben in Haiti 2010 ins Leben gerufen. Die Task Force ist ein Freiwilligenprogramm für das Crisis Mapping. Anders als bei den MicroMappern sind bei dem Programm schon etwas mehr Vorkenntnisse erforderlich: Innerhalb der Task Force gibt es verschiedene Gruppen mit unterschiedlichen Spezialgebieten von IT-Themen über das Mapping bis hin zu Verification- oder Translation-Teams. Nach den Angaben auf dem Blog nutzt die Gruppe hauptsächlich die Ushahidi-Software, experimentiert aber auch mit anderen Plattformen wie OpenStreetMaps. Die Task Force kam auch beim Taifun Haiyan zum Einsatz und übernahm die Kartenerstellung auf Basis der vorbereiteten Informationen von den MicroMappern.

Mitmachen: Die Aufnahme in die Standby Task Force erfolgt derzeit nur auf Einladung. Dazu kann man ein Formular ausfüllen und seine Vorkenntnisse angeben.

Google Crisis Response

Der Hurricane Katrina im Jahr 2005 markiert den Beginn von Googles Engagement bei weltweiten Krisen. Damals hatten einige Experten von Google Karten mit Google Maps und Google Earth erstellt, die von den Rettungskräften genutzt wurden. Seitdem hat Google bei zahlreichen Katastrophen eigene Crisis Maps produziert und zur Verfügung gestellt.

Beim Hurricane Katrina wurden auch bei der Suche nach Vermissten neue Wege beschritten: Einige unabhängige Freiwillige durchsuchten einschlägige Foren nach Vermisstenanzeigen und übertrugen die Daten in CiviCRM und Salesforce, zwei Customer-Relationship-Management-Systeme (CRM). Damit war das Katrina PeopleFinder Project geboren. Einer der Verdienste des Projekts war die Schaffung eines neuen Standards: Um Vermisstendaten künftig möglichst schnell und einfach zwischen Organisationen austauschen zu können, entwickelte die Gruppe das People Finder Interchange Format (PFIF), eine Abwandlung von XML.

Google Crisis Response

Das Crisis-Response-Team von Google.org, dem philanthropischen Arm des Google-Unternehmens.

Das schwere Erdbeben von Haiti im Jahr 2010 war in vielerlei Hinsicht ein Weckruf: Während die Ushahidi-Software erstmals für die humanitäre Bedarfsanalyse nach einer Naturkatastrophe im großen Stil eingesetzt wurde, griff Google auf das PFIF-Format zurück und entwickelte damit einen eigenen People-Finder, der seitdem in etwa zehn Katastrophenfällen zum Einsatz gekommen ist. Außerdem etablierte Google im Zuge der Haiti-Katastrophe das Crisis Response Team als feste Institution. Der Werkzeugkasten des Response-Teams umfasst vor allem die Crisis Maps und den People Finder. Beide sind auch beim Taifun Haiyan auf den Philippinen zum Einsatz gekommen.

Mitmachen: Es scheint bei Google keine Volunteer-Programme zu geben.

Humanity OpenStreetMap (HOT OSM)

Die HOT-OSM-Initiative wurde 2009 gegründet und spielte bei der Katastrophe in Haiti ebenfalls eine wichtige Rolle: Zahlreiche Hilfsorganisationen nutzten die OSM-Karten als Grundlage und auch das Ushahidi-Projekt wich aufgrund der lückenhaften Informationen von Google Maps schnell auf die OSM-Karten aus.

Humanitarian OpenStreatMap Team (HOT OSM)

Vielleicht der wichtigste Akteur im Crisis Mapping: Die Karten des Humanitarian OpenStreatMap Teams sind bei vielen Organisationen im Einsatz.

HOT OSM ist Mitglied beim Digital Humanitarity Network (DHN) und kann im Krisenfall zahlreiche Freiwillige aktivieren. Allerdings arbeitet HOT OSM auch mit Organisationen an längerfristigen Projekten zusammen, zum Beispiel um die Kartographie in potentiellen Krisengebieten wie Indonesien präventiv voranzutreiben.

Mitmachen: OpenStreetMap hat eine ganze Seite zum Thema Get Involved veröffentlicht: Das Involvement fängt mit dem Eintrag in eine E-Mail-Liste an und hört bei Entwickler-Tools auf, es dürfte also für jeden etwas dabei sein.

Weitere Volunteer-Möglichkeiten

Vor allem beim Crisis Mapping gibt es noch viele weitere Möglichkeiten des Engagements, zum Beispiel bei Initiativen wie CrisisCommons, MapActions, Info4Disasters, Tomnod oder Rappler. Ein nützlicher Wegweiser sind die Volunteer-Listen bei opencrisis.org oder auch die Mitgliedslisten des DHN. Außerdem gibt es natürlich  noch das offizielle Volunteering-Programm der UN (UNV) sowie die Datenbank onlinevolunteering.org, über die bereits seit dem Jahr 2000 Online-Volunteer-Tätigkeiten vermittelt werden.

Non-Profit-Startups

Wem diese Möglichkeiten zum Engagement noch nicht reichen, der kann natürlich auch sein eigenes Non-Profit-Startup gründen. Im englischen Cornwall beispielsweise wurde bereits im Jahr 2000 ShelterBox gegründet, das heute überall auf der Welt Standorte unterhält. Mit Hilfe von ShelterBox werden über Spenden Erste-Hilfe-Kisten in Krisengebiete geliefert. In Deutschland sind vor allem die Spendenplattform Betterplace.org oder die Initiative Sozialhelden.de im Non-Profit-Bereich bekannt.

International gibt es inzwischen viele Startups, die sich nicht unbedingt mit Krisenhilfe beschäftigen, wohl aber um gemeinnützige Anliegen kümmern. AngelList führt im Non-Profit-Bereich immerhin über 300 Organisationen auf, bei denen sich so ziemlich alle Modelle wiederfinden lassen, die man auch aus der Profit-orientierten Startup-Welt kennt. Ein interessantes Beispiel dürfte Watsi sein: Auf der Plattform sammeln Menschen in Crowdfunding-Manier Gelder für Operationen und Medizinische Hilfe ein, die sie selbst nicht bezahlen können. Watsi hat vor allem auch deshalb für Aufsehen gesorgt, weil mit Y Combinator von Paul Graham einer der wichtigsten und bekanntesten Investoren eingestiegen ist – natürlich ohne Profit-Interesse, sondern als eine Art Spende. Vor wenigen Wochen erst hat Graham verkündet, dass das “Experiment” Watsi erfolgreich verlaufen sei und es die gleichen Anforderungen gab, wie bei einem kommerziellen Startup, sodass Y Combinator in Zukunft noch weitere Non-Profit-Startups in sein Programm aufnehmen will.

Watsi

Watsi auf neuen Wegen: Mit Y Combinator ist ein bedeutender Investor aus dem Profit-Sektor eingestiegen.

Verlässt man jedoch den engeren Bereich der Krisen-Hilfe und wendet sich Non-Profit-Organisationen oder einfach nur engagierten Initiativen zu, stellt sich schnell die Frage, wo man anfängt und wo man aufhört. Gesellschaftliches Engagement liegt vielen Projekten zu Grunde, beispielsweise auch den Fablab- und Hackerspace-Bewegungen, Initiativen wie der OpenTechSchool und nicht zuletzt auch den Netzpolitik-, OpenData- oder OpenKnowledge-Bewegungen.

Fazit: Und was bringt’s?

Ich gebe zu, dass ich schon bei der Wahl des Themas und dem Schreiben des Beitrags meine Befürchtungen hatte: Überschätzt sich die digitale Szene nicht auch ein wenig in ihrer Bedeutung für die reale Welt, gerade wenn es um Fälle wie die schnelle Krisenhilfe geht? Man neigt ja ab und zu als Onliner dazu, mit seinem Smartphone oder Laptop die ganze Welt revolutionieren und umkrempeln zu wollen, nur weil es in einigen Branchen in der Vergangenheit tatsächlich auch so geschah. Doch natürlich ist nicht alles digital und nicht alles was digital ist, ist auch immer automatisch viel besser.

Erhellend war dazu der aktuelle World Disaster Report 2013 des Internationalen Roten Kreuzes: Beim schnellen Überfliegen bin ich durchaus auf mehrere Stellen gestoßen, wo die Autoren die allzu überschwänglichen Aussagen der digitalen Protagonisten relativieren und gerade auch den unbedingten Einsatz der ewig neuesten Technologien nicht für alle Einsatzfälle als zielführend beschreiben. Und dennoch ist die Wahl des Schwerpunkt-Themas des gesamten Reports ein klares Signal. Und das lautet: “focus on technology and the future of humanitarian action”.

Crisis Map des World Food Programm

Eine Crisis Map des World Food Programs (WFP): Schaffung von Transparenz für den Spendenaufruf.

Ein letzter interessanter Aspekt: Das World Food Program (WFP) hat eine Crisis-Map veröffentlicht, die sicherlich nicht für den Kriseneinsatz der Organisation gedacht ist. Vielmehr geht es bei der Karte um die Schaffung von Transparenz, was das WFP folgerichtig mit einem Spendenaufruf verbindet.

Lesetipps

Wer sich zu diesem Thema noch weiter informieren möchte, kann dies u.a. hier:

Artikel vom 16. Dezember 2013