Social Media für Unternehmen: Google+ effektiv nutzen

Auch wenn Google+ weit davon entfernt ist, ein „Facebook-Killer“ zu sein, gibt es dennoch genug Gründe und nützliche Features, um es geschäftlich einzusetzen. Dieser Beitrag erklärt die wichtigsten Funktionen und wie man sie dazu nutzen kann, um sein Unternehmen und seine Produkte bekannter zu machen.

Bild: © Julien Eichinger - Fotolia.com

Bild: © Julien Eichinger – Fotolia.com

Jedes Social Network in unserem Themenschwerpunkt „Social Media für Unternehmen“ kann man problemlos in einem Satz charakterisieren. Auf Facebook geht es um Freundschaften, Beziehungen und das Leben an sich. Bei Twitter dreht sich alles um den schnellen Gedanken- und Informationsaustausch. Instagram ist für das, was wir gerade sehenswert finden. Und Pinterest nutzt man als eine visuelle und moderne Form der Pinnwand. Diese kurzen Einordnungen sind in ihrer Vereinfachung vielleicht nicht hundertprozentig treffend. Aber im Großen und Ganzen werden viele damit übereinstimmen können.

Und dann gibt es da Google+.

Es will kein Social Network sein, wird aber so wahrgenommen. Es ist als Profilseite im Google-Universum gedacht, ist aber weiterhin lückenhaft oder schlecht mit den Google-Diensten verknüpft. Es vereint Features unter einem Dach, die leicht ein eigenes Angebot sein könnten und es meiner Meinung nach auch sein sollten. Kurzum: Google+ hat eine Identitätskrise. Niemand weiß so richtig, was es sein soll.

Die alte Leier von der „Geisterstadt Google+“ ist dabei trotzdem Unsinn. Wer sich geschickt anstellt, kann hier eine hohe Reichweite erzielen, wie ich aus eigener Erfahrung berichten kann. Natürlich wird das vom Thema abhängen, aber das gilt andernorts ebenso. Schaut man sich Zahlen an, wird Google+ immer mal wieder auf Augenhöhe mit Twitter gesehen und würde sich damit immerhin um Platz 2 im Social-Network-Ranking drängeln. Eine Forrester-Studie zeigte zudem, dass das „Engagement“ auf Google+ auf Augenhöhe mit Facebook ist und weit vor Twitter: Gemeint ist damit die Zahl der erreichten Interaktionen im Vergleich zur Zahl der Follower/Fans.

Sicherlich muss nicht eigens betont werden, wie übermächtig Facebook in vielen Messwerten scheint. Die Zahl der Nutzer oder die Verweildauer ist weit vor jedem Konkurrenten. Auf der anderen Seite ist die Reichweite auf Facebook gerade für Unternehmens-Inhalte nicht so viel höher, wie es scheinen mag. Der Grund ist schlichtweg: Das weltgrößte Social Network hat schwer damit zu kämpfen, seine Nutzer bei Laune zu halten. Entsprechend wird laufend damit experimentiert, was die Nutzer wie auf ihrer Startseite zu Gesicht bekommen. Viel Platz für Werbung wird auch noch gebraucht. Zugleich möchte praktisch jeder mit seinen Inhalten auf Facebook Gehör finden. Ergebnis: Die Sichtbarkeit von Fanpage-Inhalten sinkt und sinkt.

Insofern gibt es durchaus gute Argumente, sich mit Social Networks jenseits von Facebook auseinanderzusetzen. Und hier spielt Google+ eine wichtige Rolle – wenn auch eine oftmals ungeliebte.

Ein Tipp, um Google+ besser zu verstehen: Man sollte es eher als eine Sammlung von Features verstehen, die Google anbietet. Diese kann man als Unternehmen auf vielfältige Weise nutzen, um sich und seine Produkte in Szene zu setzen und sich bekannter zu machen oder um seine Darstellung in der Google-Suche zu optimieren. Insofern werde ich Google+ für diesen Beitrag so behandeln, als sei diese Seite keine Einheit, sondern als handele es sich um mehrere getrennte Angebote. Meiner Meinung nach ist das sowieso der Fall. Die Features sind lediglich aus teils willkürlichen Gründen unter diesem Dach vereint, während andere Google-Angebote für sich bleiben.

Es geht also nicht darum „auf Google+ zu sein“, sondern die Features zu kennen und effektiv zu nutzen, die Google unter diesem Label anbietet. Insofern ist es auch zweitrangig, wie exakt die Zukunft des Gesamtkonstrukts Google+ aussieht.

Aber genug der Vorrede.

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Generelle Tipps

Nicht nur bei Google+ gilt die Faustregel: Je spezifischer man seine Inhalte an die Besonderheiten der jeweiligen Plattform anpasst, desto höher sind die Erfolgsaussichten.

Einige allgemeine Hinweise:

  • Google+ ist sehr fotolastig. Das ist ein Trend, den man auch von Facebook und Twitter kennt. Zugleich hat Google+ aktuell ein an Pinterest erinnerndes Design. Gelegentlich werden Fotos hier sogar seitenbreit dargestellt. In der Mobil-App dominieren die Bilder ebenfalls. Kurzum: Mit einem schönen, interessanten und aufmerksamkeitsstarken Foto kann man einiges gewinnen.
  • Von Beginn an konnte Google+ GIFs darstellen. Manche Nutzer hassen sie wie die Pest, generell gesprochen erreicht man damit aber eine hohe Aufmerksamkeit.
  • Ebenfalls prominent dargestellt werden Videos. Man kann sie sogar direkt zu Google+ hochladen, Videos von YouTube und Vimeo werden aber ebenso groß dargestellt.
  • Man kann Texte durch Hervorhebungen strukturieren. Zugleich sind längere Beiträge möglich und nach meiner Erfahrung häufiger als andernorts anzutreffen. Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass die Nutzer in der Regel zunächst nur die ersten paar Zeilen zu Gesicht bekommen. Diese sollten also aussagekräftig sein. Darüber hinaus sollte man wissen, dass Google den Beginn des Textes zugleich als Seitentitel nutzt, den man beispielsweise in Googles Websuche sieht – wo Postings von Google+ natürlich auftauchen. Insofern hat es sich unter vielen Nutzern eingebürgert, längere und wichtigere Postings mit einer Überschrift zu versehen, die durch *Sterne vorn und hinten* in einen gefetteten Text verwandelt wird.
  • Verallgemeinernd kann man sagen: Google+ Posts mit einem kurzen Text erhöhen eher die Klickrate, längere Texte führen eher zu Diskussionen und Shares. Will man beispielsweise auf einen längeren Artikel in seinem Blog verweisen, kann es eine gute Idee sein, die wesentlichen Punkte und Erkenntnisse im Google+ Post zusammenzufassen. Auf diese Weise erhöht man den Wert des Google+ Postings und damit die Wahrscheinlichkeit, dass es weitergegeben wird.
  • Postet man einen Link, wird ähnlich wie bei Facebook automatisch eine Vorschau generiert. Hat man mehr als einen Link, muss man diese im Text unterbringen, man kann also nicht wie auf einer Website beispielsweise ein Wort oder einen Satzteil verlinken. Viele Nutzer behelfen sich, in dem sie mehrere Links wie Fußnoten behandeln.
  • Nutzer von Google+ reagieren bisweilen allergisch darauf, wenn man ihnen mit Facebook-Begriffen kommt und beispielsweise ein „Like“ möchte, obwohl es das hier nicht gibt. Solche kleinen Patzer machen einen denkbar schlechten Eindruck. Nutzer von Google+ mögen ihr Social Network, sind oftmals aus Überzeugung hier und wollen nicht als Social-Media-Nutzer zweiter Klasse behandelt werden. Das ist ein ähnlicher Fauxpas wie bei Twitter einfach seinen RSS-Feed automatisch zu veröffentlichen.

Das Prinzip der „Kreise“

Google+ ist in mancherlei Hinsicht eine Mischung aus Twitter und Facebook. So hat Google das Follower-Prinzip von Twitter zur Grundlage von Google+ gemacht. Beziehungen sind hier also standardmäßig einseitig, man kann anderen „folgen“, muss aber deshalb nicht „befreundet“ sein.

Ein zentrales Verkaufsargument zu Beginn waren zudem die „Kreise“, in die man die Personen einordnen kann. Sie haben eine Doppelfunktion: Man kann darüber einerseits steuern, wessen Inhalte man gerade anschauen möchte. Andererseits kann man darüber festlegen, wer den eigenen Post zu Gesicht bekommt. Diese Doppelfunktion kann anfangs verwirrend sein und leider wurde das Modell der Kreise bislang auch nicht weiterentwickelt. So wäre es beispielsweise eine aus meiner Sicht sinnvolle Idee, wenn die Follower einer Person oder einer Firma selbst bestimmen könnten, für welche Inhalte sie sich eigentlich interessieren. Aber ein solches Feature ist weder vorhanden noch angekündigt.

Dennoch eignen sich die Kreise gut, um sich mehr Übersicht zu verschaffen und Inhalte auch direkt an passende Personen zu adressieren.

„Angesagte Beiträge“

Eine Besonderheit und eine spannende Chance für professionelle Nutzer sind die „angesagten Beiträge“ bei Google+. Dahinter verbergen sich Posts, die per Algorithmus bestimmt allen Nutzern angezeigt werden, auch wenn sie der entsprechenden Person nicht folgen. Hierbei zählt offenbar nicht nur die reine Zahl der Reaktionen, sondern auch, wie stark das Engagement bei diesem Beitrag gerade steigt. Auf diese Weise können auch Personen und Seiten ins Rampenlicht geraten, die noch nicht so viele Follower haben.

Passiert das mit dem eigenen Beitrag, kann die Zahl der Interaktionen geradezu explodieren. Mit ein wenig Erfahrung merkt man sofort, sobald ein Post hier gelandet ist – Zahl und Charakter der Kommentare verändern sich beispielsweise.

Hashtags

Das Modell der Hashtags hat Google ebenfalls von Twitter abgeschaut. Man kann seine Beiträge also verschlagworten, indem man Begriffe mit einem vorangestellten Rautezeichen („#“) versieht. Diese Begriffe sind dann automatisch mit der entsprechenden Suche verknüpft. Zudem ergänzt Googles Algorithmus auf manchmal erstaunlich intelligente Art und Weise Hashtags zu den eigenen Posts.

Wie auch bei Twitter können Hashtags ein sinnvolles Mittel sein, um Inhalte zu einem Thema zu gruppieren oder um mit seinen Inhalten in den entsprechenden Suchen aufzutauchen. Da man auf Google+ erheblich mehr Platz als auf Twitter hat, sollte man aber mit Blick auf die Leserlichkeit keine Wörter im Text selbst mit Hashtag versehen, sondern sie z.B. einfach am Ende des Textes hinzufügen.

Aber wie immer: Bitte nicht übertreiben. Zwei bis fünf Hashtags gelten allgemein als guter Wert.

Die Google+ Profilseite

Eine Profilseite auf Google+

Auf der privaten Profilseite erscheinen prominent die Inhalte, die man direkt bei Google+ postet. Über die (aus meiner Sicht misslungene) Verknüpfung mit YouTube, können auch Kommentare von dort als Posts hier auftauchen. Aufgrund der oben vorgestellten „Kreise“ kann man jederzeit festlegen, welche Inhalte für welche Personen sichtbar sind. Wichtig ist nur im Hinterkopf zu behalten: Wer nie etwas öffentlich postet, hat von außen betrachtet eine leere Profilseite. Das ist zwar an sich logisch, gerät aber schnell in Vergessenheit.

Neben den Posts lassen sich weitere Inhalte anzeigen:

  • Allgemeine Angaben zur Person wie Wohnort, Arbeitgeber, Links zu Blogs etc. Hier hat man also Platz, sich vorzustellen und auf wesentliche Projekte zu verweisen. Dieser Tab ist als einziger neben dem Tab für die Posts obligatorisch. Alle anderen lassen sich je nach Wunsch und Bedarf ausblenden.
  • Fotos, die man zu Google+ hochgeladen hat. Wie eingangs erwähnt, setzt Google einen großen Schwerpunkt auf dieses Thema. So gibt es diverse Möglichkeiten, Bilder zu bearbeiten. Darüber hinaus existieren etliche Automatismen, die Bilder und auch Videos selbstständig verbessern, mehrere Fotos zu einem GIF zusammenfassen oder mit den „Storys“ eine Art Bilderalbum kreieren. Google nennt das „Auto-Effekte“.
  • YouTube: In diesem Tab sieht man seltsamerweise nur, welche Videos man zu YouTube oder direkt zu Google+ hochgeladen hat. Kommentare und Likes auf YouTube sind hingegen nicht zu sehen.
  • Ein weiterer Tab zeigt, welche Inhalte man im Netz mit einem +1 versehen hat. Man sieht hier allerdings nicht, welche Inhalte man auf Google+ mit einem +1 versehen hat.
  • Und zu guter Letzt gibt es einen Tab für Rezensionen, die man über Locations geschrieben hat.

Anhand der Tabs sieht man recht gut, warum Google+ aus meiner Sicht eine Identitätskrise hat: Es ist nicht nachvollziehbar, welche Inhalte hier zu finden sind und welche nicht. Die Google+ Profilseite ist weit davon entfernt, der zentrale Sammelpunkt für alle Aktivitäten rund um Google zu werden. Nicht einmal die Aktivitäten auf Google+ wie die Vergabe von +1 für Beiträge und Kommentare sind hier zu finden.

Wichtig scheint mir zur Pflege der Profilseite, dass man nur jene Tabs einblendet, in denen tatsächlich etwas zu finden ist. Zudem sollte man sich die Zeit nehmen, die „About“-Seite auszufüllen.

Die Google+ Page

Beispiel für eine Google+ Page

Die Google+ Page ist das Äquivalent zur Facebook Fanpage und zugleich der Google+ Profilseite sehr ähnlich. Auch die Tabs sind deckungsgleich mit einer Ausnahme: Man kann nicht als Page +1 im Netz vergeben, so dass dieser Punkt fehlt.

Ist man Manager mindestens einer Page, kann man in diese Identität wechseln. Es öffnet sich dazu ein neuer Browsertab. Man kann also parallel weiterhin als Privatperson eingeloggt bleiben, was ich persönlich ganz praktisch finde. Andere Nutzer lassen sich als Manager hinzufügen. Sehr nützlich hat sich für meine Praxis dabei herausgestellt, dass diese Manager zugleich Zugriff auf den verknüpften YouTube-Channel haben. Hier ist beschrieben, wie man Google+ und YouTube miteinander verbindet. Dort kann man dann ebenfalls zwischen den Identitäten wechseln, ohne sich erst ab- und wieder anmelden zu müssen. Durch die Verknüpfungen zwischen Google+ Page und YouTube lassen sich nicht zuletzt Hangouts on Air starten (siehe unten), die dann automatisch im richtigen Channel landen.

Unter dem Punkt „My Business“ findet man eine zentrale Seite, auf der man Informationen zur Google+ Page, aber auch zu anderen Google-Diensten bekommt. Sie ging aus dem bisherigen „Google+ Dashboard“ hervor. Google hat dazu außerdem eine passende App vorgestellt.

Das ehemalige „Google+ Dashboard“ ist jetzt „Google My Business“.

Das ehemalige „Google+ Dashboard“ ist jetzt „Google My Business“.

Als Google+ Page kann man zudem Communitys ins Leben rufen sowie die Events-Funktion nutzen. Mehr dazu später.

Unter dem Namen „Google Insights“ gibt es seit Kurzem eine einfache Statistik mit wesentlichen Informationen zur Entwicklung der Google+ Page. Hier findet man Informationen wie die Zahl der Abrufe, bei welchen Posts es Interaktionen gab und ein paar Angaben zu den Followern. Das ist noch weit entfernt von einem umfassenden Überblick, aber immerhin gibt es diese Daten nun und man kann hoffen, dass Google diesen Bereich noch ausbaut oder vielleicht sogar mit Google Analytics verknüpft.

Automatisches Posten ist momentan nur mit zwei Tools möglich: HootSuite und Buffer. Nur die ermöglichen es zudem, zeitversetzt Inhalte zu veröffentlichen.

Unterwegs kann man seine Pages über die normale Google+ App verwalten. Hier gibt es also keine getrennte App wie bei Facebook. Der Wechsel zwischen den Identitäten funktioniert dabei so einfach und reibungslos wie im Browser.

Hangout

Hangouts sind eine simple Form der Videokonferenz mit bis zu zehn Teilnehmern. Man kann einen Hangout entweder nur mit explizit eingeladenen Personen machen, mit bestimmten Kreisen oder auch als öffentlichen Videochat. Hangouts bieten sich damit als Alternative zu einer Skype-Videokonferenz und ähnlichen Tools an. Die Qualität ist für einfache Bedürfnisse in Ordnung. Es lässt sich zudem der eigene Bildschirminhalt mit anderen teilen.

Alles in allem bieten sich Hangouts beispielsweise als internes Kommunikationstool an.

Hangout on Air

Ein Hangout on Air ist eine live gestreamte Videokonferenz, die zudem hinterher automatisch im verknüpften YouTube-Channel gepostet wird. Ein Hangout on Air ist immer öffentlich. Zugleich müssen explizit die Personen und Kreise bestimmt werden, die sich hinzuschalten dürfen. Es ist also beispielsweise nicht möglich, einen Hangout on Air zu starten und jedem freizustellen, sich hinzuzuschalten. Zugleich ist es nicht möglich, den Livestream eines Hangout on Air nur einer begrenzten Personengruppe zugänglich zu machen.

Reicht die eigene Internetleitung aus, sind HD-Streams mit 720p möglich. Zudem kann man externe Kameras und Mikrofone auswählen, die an den Rechner angeschlossen sind. Auf diese Weise lassen sich also Livesendungen im kleinen Rahmen kostenlos umsetzen.

Ein solcher Hangout on Air bietet sich für viele Gelegenheiten an. Man kann virtuelle Pressekonferenzen auf diese Weise umsetzen, eine Expertenrunde zu einem Thema zusammenholen oder auch als Einzelperson auf Sendung gehen. Zudem gibt es inzwischen ein Modul, über das die Zuschauer schriftlich Fragen stellen können, so dass eine Art Frage-Antwort-Format möglich ist.

Alles in allem sind die Hangouts on Air aus meiner Sicht ein erstaunlich mächtiges Tool, das Google hier kostenlos zur Verfügung stellt.

Zu beachten ist noch, dass man sich im Zweifel bei den zuständigen Stellen erkundigen sollte, ob solche Livesendungen als Rundfunk angesehen werden. In Deutschland sind dafür die Landesmedienanstalten der Bundesländer zuständig und diese haben noch keine gemeinsame Position zu dieser Frage gefunden.

Communitys

Google+ Community

Die Communitys sind ein weiteres Beispiel für ein so umfangreiches wie nützliches Angebot innerhalb von Google+. Sie sind vergleichbar mit den Facebook Gruppen, sind also als eine Art Diskussionsforum gedacht. Man kann eine Community sowohl als Person wie auch als Page starten.

Es lässt sich festlegen, ob die Community öffentlich oder privat sein soll. Zudem kann man darüber hinaus festlegen, ob jeder beitreten kann oder ob das nur nach Einladung geht. Wer will, der kann seine private Community auch vor der Suche verstecken.

Auf diese Weise lässt sich eine Community also beispielsweise sogar für interne Zwecke nutzen. Optional kann man sich über jeden neuen Inhalt informieren lassen. Das kann dabei helfen, nichts zu verpassen. Ich persönlich habe auf Google+ allerdings die Erfahrung gemacht, dass diese Notifications nicht immer zuverlässig sind.

Eine weitere Möglichkeit ist es natürlich, eine öffentliche Community aufzuziehen, die thematisch zum eigenen Themenbereich passt. Oder man startet sie gleich zum eigenen Unternehmen und den eigenen Produkten.

Darüber hinaus kann man Communitys sowohl als Person als auch als Page beitreten. Sie sind ein perfekter Platz innerhalb von Google+, um positiv auf sich aufmerksam zu machen. Und das bedeutet: Nicht platt Werbung hineinposten, sondern sich in Diskussionen engagieren, nützliche Antworten geben etc.pp.

Für Posts in einer Community hat man dieselben Möglichkeiten wie auch andernorts: Text, Bild, Video, Links sind möglich. Zusätzlich hat man die Möglichkeit, Rubriken anzulegen, um das Oberthema der Community weiter aufzugliedern und im Idealfall die Übersichtlichkeit zu erhöhen.

Fotofunktionen

Wie bereits erwähnt: Google+ hat einen großen Schwerpunkt auf Fotografie. Bilder lassen sich auf vielfältige Art und Weise im Browser bearbeiten. Sie werden oftmals besonders prominent dargestellt. Und natürlich kann man beispielsweise seine Google+ Page oder eine Community vor allem mit Fotos befüllen. Wer ein bildlastiges und visuelles Thema hat, ist hier also durchaus gut aufgehoben.

Bilder lassen sich natürlich auch in Alben sortieren und dann gesammelt posten. Diese Alben finden sich passenderweise im „Fotos“-Tab der eigenen Profilseite oder Google+ Page. Nutzer können sowohl einzelne Fotos als auch komplette Alben kommentieren und weitersharen.

Weitere Features

Einige weitere Möglichkeiten reiße ich hier nur kurz an:

  • Events: Google hat ein umfangreiches Angebot geschaffen, um zu Veranstaltungen einzuladen und diese auch direkt auf der Seite zu begleiten.
  • Local: Googles Version von Angeboten wie Foursquare und Yelp ist seit geraumer Zeit bei Google+ angesiedelt. Wer ein Ladengeschäft, Restaurant, Hotel oder ein ähnliches Geschäft hat, sollte hier aktiv sein, denn die Angaben werden gern in die Suchergebnisse übernommen.
  • Ripples: Über das Kontextmenü eines Postings kann man einige Zahlen zu den Abrufen des Beitrags anschauen. Hier lässt sich auch erkennen, welche Personen oder Pages den größten Einfluss auf die Verbreitung hatten.
  • Google+ lässt sich als Kommentarsystem benutzen, ähnlich wie man es auch von Facebook kennt. Standard ist es bei Googles hauseigenem Dienst Blogger. Für WordPress beispielsweise gibt es passende Plugins.
  • Umgekehrt kann man Google+ Posts auch in das eigene Blog einbetten.

Verknüpfungen zur Google-Suche

Ein Argument für ein Engagement auf Google+ ist natürlich die Hoffnung, auf diese Weise besser in Googles Suchergebnissen präsent zu sein. Google bestreitet weiterhin, dass Google+ direkt das Ranking beeinflusst, aber das ist auch gar nicht notwendig. Jeder Nutzer bekommt schließlich individuell angepasste Suchergebnisseiten, selbst im ausgeloggten Zustand. Ist man in seinem Account angemeldet, werden Beiträge von Kontakten auf Google+ eher und prominenter angezeigt. Unabhängig davon finden sich die Einträge und Bewertungen von Google+ Local in den Suchergebnissen sowie Verweise auf die Google+ Page eines Unternehmens.

Also: Selbst wenn sich das Ranking selbst nicht verbessert, verbessert sich auf jeden Fall die Darstellung in den Suchergebnissen und das kann die Klickrate spürbar nach oben treiben. Zudem sollte man davon ausgehen, dass Google das Ziel verfolgt, künftig verstärkt Signale von Google+ bei der Bewertung von Suchtreffern mit einzubeziehen. Und dazu gehört schon heute, die Ergebnisse zu individualisieren.

Nicht zuletzt sollte man sich klarmachen: Facebook-Postings sind nur dort zu sehen, während Beiträge auf Google+ auch in Googles Websuche angezeigt werden.

Betreibt man ein Blog, sollte man sich darüber hinaus mit „Google Authorship“ auseinandersetzen. Darüber erscheint beim Suchergebnis ein Foto des Autors sowie ein Hinweis darauf, in wie vielen Google+ Kreisen sich diese Person befindet. Hier erfährt man mehr dazu direkt bei Google.

AdWords für Google+-Inhalte schalten

Um einzelne Postings (und damit zugleich seine Präsenz auf Google+) zu bewerben, kann man AdWords-Anzeigen schalten. Diese erscheinen allerdings nicht etwa auf Google+, sondern im Content-Werbenetzwerk des Unternehmens. Sprich: Diese Anzeigen befinden sich dann auf anderen Websites im Netz, die Google AdSense einsetzen. Hier stellt Google diese „+Post ads“ genauer vor. Übrigens kann man darüber nicht nur einen Post, sondern beispielsweise auch einen Hangout on Air bewerben. Wie bei AdWords üblich, lässt sich eingrenzen, auf welchen Websites diese Werbung gezeigt werden soll. Kleiner Haken: Man braucht eine nicht näher benannte Mindestanzahl von Followern, um diese Werbeform nutzen zu können.

Google+ selbst ist weiterhin werbefrei und Google hat wenig Anlass, etwas daran zu ändern. Das ist für die Nutzer natürlich sehr schön, bringt aber als Unternehmen den Nachteil mit sich, dass man nur wenige Möglichkeiten hat, auf seine Inhalte aufmerksam zu machen.

Privates Profil vs Page

Generell sind die Aktionsmöglichkeiten einer Google+ Page stärker eingeschränkt als die einer Privatperson. Das ergibt durchaus Sinn: Google möchte damit Spam einschränken. Insofern ist es aber sehr sinnvoll, in beiden Identitäten auf Google+ aktiv zu sein. Als Unternehmen postet man dann die Inhalte, als Privatperson verbreitet man sie weiter. Wobei hier natürlich wie überall gilt, dass man es damit nicht übertreiben sollte.

So hat man beispielsweise bei Google+ die Möglichkeit, Nutzer explizit auf die eigenen Inhalte hinzuweisen. Das bedeutet, dass diese Nutzer eine eigene Benachrichtigung dazu bekommen, dass jemand einen Inhalt mit ihnen geteilt hat. Dieses Feature sollte man aber nur extrem sparsam einsetzen, wenn es wirklich wichtig ist und der Inhalt die angesprochenen Personen dringend interessiert. Zur Gegenwehr kann man solche „spammigen“ Nutzer ansonsten stummschalten oder auch blocken und bei Google melden. Das ist dann ein klarer Fall von einem Schuss, der nach hinten losgeht.

Fazit

Es gibt auch bei Google+ keine Abkürzung zum Erfolg. Wer die Seite aktiv nutzt, sich in Communitys engagiert und selbst interessante Inhalte postet, kann sich eine erhebliche Followerschaft aufbauen. Aber das braucht hier ebenso Zeit wie anderswo. Da Google+ im deutschen Sprachraum längst nicht so viel genutzt wird, gibt es zugleich viele Möglichkeiten, sich zu profilieren. Und da es dennoch genügend Nutzer gibt und die Reichweite der Posts nicht so stark eingeschränkt wird wie bei Facebook, kann man damit am Ende eben doch eine interessante Reichweite erzielen.

Nicht zuletzt lässt sich der eigene Auftritt in Googles Suchergebnissen an vielen Stellen bei Google+ positiv beeinflussen. Sei es nun Google+ Local, das Autorenbildchen oder der Verweis auf die Google+ Page.

Mit den Communitys, Hangouts und Hangouts on Air bietet Google hier zudem kostenlose Features, die sich für viele Zwecke einsetzen lassen.

Insofern bleibt das Profil von Google+ als Social Network weiterhin unscharf. Aber es gibt dennoch genügend Argumente und Features, die es für den Business-Einsatz interessant machen.

Tipps zum Weiterlesen

Die folgenden Beiträge dienten als Quellen und bieten sich an, wenn man zu einigen Aspekten noch mehr erfahren möchte:

Artikel vom 16. Juni 2014