Kleine Entscheidungshilfe: 12 Open Source CMS vorgestellt

Um ein Content Management System (CMS) kommt man kaum herum, wenn man eine Website betreiben will, deren Inhalte wechseln, bei denen vielleicht gar mehrere Personen beteiligt sind oder die ihre Nutzer auf verschiedenen Wegen erreichen soll. Dieser Artikel stellt 12 verbreitete CMS vor, die allesamt eines gemeinsam haben: Sie sind quelloffen und werden von zahllosen freiwilligen Helfern weiterentwickelt – Stichwort „Open Source“. Warum das ein Vorteil ist, wird eingangs erklärt. Vor allem aber geht es um die spezifischen Stärken, Schwächen, Besonderheiten und Schwerpunkte der jeweiligen Systeme.

(Bild: © bahrialtay - Fotolia.com)

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Kurze Begriffserklärungen vorweg

Ein Content Management System (CMS) dient dazu, Inhalte zu verwalten. Es bestimmt, wie man sie eingibt und welche Möglichkeiten der Darstellung und Weiterverarbeitung man hat. In unserem Fall nutzt man sie für den Content von Websites. Die Internetseite des UPLOAD Magazins wird beispielsweise mit WordPress betrieben. Ebenso kann man ein CMS aber für interne Zwecke verwenden, beispielsweise ein Intranet.

Letztlich ist ein CMS eine Software, also ein Programm. Nur läuft sie nicht auf unserem eigenen PC, sondern auf einem spezialisierten Rechner: einem Webserver. Er sorgt dafür, dass man sie im Browser aufrufen kann.

Das, was der durchschnittliche Nutzer der Website in seinem Browser sieht, nennt man dabei das Frontend. Der Bereich, in dem Redakteure, Administratoren und andere berechtigte Personen die Inhalte und Funktionen sowie teilweise auch das Aussehen der Website bestimmen, nennt sich Backend. Manche Systeme unterstützen Frontend-Editing. Das bedeutet: Nutzer mit den entsprechenden Rechten können die Inhalte der Seite im Frontend bearbeiten. Das ist für so manchen leichter verständlich und vor allem für weniger erfahrene Anwender sehr nützlich.

Gelegentlich wird in den folgenden Beschreibungstexten auch von einem Framework die Rede sein. Vorstellen kann man sich das wie eine Vorlagen-Sammlung. Letztlich sind Frameworks dazu gedacht, Entwicklern wiederkehrende Arbeiten abzunehmen oder zu erleichtern. Manche CMS nehmen ein Framework als Grundlage, manche andere werden selbst auch als Framework genutzt.

Wenn es um das Aussehen der Website geht, also das Layout oder Design, ist häufig von Templates oder Themes die Rede. Die Idealvorstellung ist hier, dass die Inhalte und ihre Gestaltung zwei voneinander getrennte Dinge sind. Nur dann hat man die Freiheit, das Design bei Bedarf komplett zu ändern, ohne die Inhalte selbst antasten zu müssen.

Wichtig sind nicht zuletzt Erweiterungen, die je nach System auch Modul, Plugin, Extension oder Add-On genannt werden. Mit ihnen kann man seinem CMS allgemein gesprochen neue Fähigkeiten beibringen, ohne selbst programmieren zu müssen. Manchen Profi gruselt es allerdings gelegentlich davor: Solche Erweiterungen können ein bis dato schnelles, sicheres und stabiles System ins Wanken bringen. Man sollte sich also nicht allein davon verführen lassen, dass es eine oder vielleicht sogar mehrere passende Erweiterungen für das Wunschsystem gibt. Es würde an dieser Stelle allerdings zu weit führen, dieses Thema detailliert zu behandeln.

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Was ist eigentlich „Open Source“?

Einen weiteren Begriff möchte ich ausführlicher erklären, weil er nicht nur im Zusammenhang mit CMS wichtig ist: „Open Source“.

Viele Programme, die wir alltäglich nutzen, sind „proprietär“. Das bedeutet: Die Software gehört der Firma, die sie entwickelt hat und auch nur diese Firma weiß, wie sie eigentlich unter der Haube funktioniert. Auf jeden Fall aber hat dieses Unternehmen das letzte Wort, wenn es um die eigenen Softwareprodukte geht. Das bedeutet zugleich, dass man sich als Nutzer von dieser Firma abhängig macht. Sie bestimmt, welche Funktionen man bekommt und welche nicht. Hat man Daten in einem solchen proprietären Format gespeichert, kann man zudem nie sicher sein, dass man sie bei Bedarf in ein anderes Format überführen kann. Unternehmen können bekanntlich pleite gehen oder plötzlich ein Geschäftsfeld aufgeben – schon besteht die Gefahr, als Kunde im Regen stehen zu bleiben.

Bei einer „Open Source Software“ kann jeder Interessierte und Gewillte nachsehen, wie sie funktioniert. Wie Daten abgespeichert werden und wie die Features programmiert sind, ist offen einsehbar. Deshalb hat man als Nutzer unter anderem die Möglichkeit, Veränderungen, Verbesserungen und Erweiterungen vorzunehmen oder durch einen Profi vornehmen zu lassen. Man kann eine solche Software gar als Grundlage für ein eigenes Projekt nutzen, also beispielsweise ein vorhandenes Content Management System nehmen und ein neues daraus ableiten. Unter welchen Bedingungen das möglich ist, regelt die entsprechende Lizenz, unter der die Software steht. Generell gehört eine Open Source Software aber nicht einem einzelnen Unternehmen.

Stattdessen kümmert sich eine Community um Open-Source-Projekte – also eine Gemeinschaft von Freiwilligen und Interessierten. Sie beteiligen sich daran oftmals aus freien Stücken, zum Beispiel weil sie die Software selbst einsetzen oder die Grundidee wichtig finden. Es gibt aber hier auch Unternehmen, die sich an der Weiterentwicklung beteiligen und bezahlte Mitarbeiter abstellen.

Denn ein interessanter Aspekt an Open Source ist: Obwohl die Software selbst verschenkt wird, lässt sich damit Geld verdienen. Schließlich hat längst nicht jeder die Zeit und die Möglichkeit, beispielsweise ein Content Management System selbst zu installieren und zu warten. Hier greift man dann auf einen Dienstleister zurück. Und dieser korrigiert im Zuge dessen ebenso wie die anderen Mitglieder der Gemeinschaft Fehler, behebt Sicherheitslücken oder bringt Ideen für neue Funktionen oder sonstige Verbesserungen ein.

Deshalb ist das Argument, dass Open Source „kostenlos“ sei, nebenbei bemerkt auch nicht wirklich korrekt: Man investiert schließlich entweder seine eigene Zeit und Arbeitskraft oder beauftragt jemanden damit. Aber die Einstiegshürde ist natürlich deutlich geringer. Zudem gibt es beispielsweise keine zentral festgelegten Grundgebühren. Man selbst entscheidet, wie viel und wofür man investiert.

Am Ende sind die eingangs genannten Vorteile viel wichtiger: Man macht sich unabhängig von den Entscheidungen eines einzelnen Unternehmens. Möchte man das Content Management System wechseln, ist das möglich. Ist man mit seinem Dienstleister nicht mehr zufrieden, sowieso.

Und Menschen wie ich können sich selbst aneignen, wie man beispielsweise WordPress installiert und anpasst. Schon kann ich ein Projekt wie dieses UPLOAD Magazin starten, ohne deshalb hunderte oder gar tausende von Euro investieren zu müssen. Ein wenig Webspace genügt für den Anfang und es kann losgehen.

Die Qual der Wahl

Stellt sich nur noch die Frage: Welches Open Source CMS darf es denn sein? Wir stellen folgend 12 vor. Wichtig ist zu erwähnen, dass es hierbei um Systeme geht, mit denen man auch umfangreiche Projekte umsetzen kann. Zudem ist die Liste bei weitem nicht vollständig – könnte sie auch nie sein, dafür gibt es einfach zu viele Systeme. Wir haben für diesen Beitrag mit der Initiative CMS Garden zusammengearbeitet. Übrigens: Sebastian Schürmanns stellt in dieser Ausgabe des UPLOAD Magazins ergänzend besonders simple CMS in einem eigenen Beitrag vor.

Wer sich für ein CMS entscheiden will, muss aber so oder so erst einmal wissen, wie die eigenen Anforderungen aussehen. Mögliche Fragen sind hier beispielsweise:

  • Wie sieht die Zielstellung der Website aus?
  • Welche Inhalte sollen angeboten werden?
  • Wie viele Personen sind beteiligt, braucht man vorgegebene Workflows und Berechtigungen?
  • Soll das CMS mehrere Websites zugleich verwalten können?
  • Ist Mehrsprachigkeit gefordert?
  • Wie sieht es mit Barrierefreiheit aus?
  • Suchmaschinenoptimierung?
  • Wie übersichtlich und benutzerfreundlich ist das System?
  • Wird eine Anbindung an andere Systeme benötigt?
  • …und sicher einige mehr, je nach individueller Anforderung.

Hier nun die 12 CMS in alphabetischer Reihenfolge. Die Texte basieren dabei auf den Beschreibungen auf cms-garden.org (siehe Lizenz-Hinweis am Ende). Ich habe die Inhalte gestrafft, weil es hier vor allem darum geht, die unterschiedlichen Charaktere und Schwerpunkte der Systeme aufzuzeigen. Es ist jeweils der komplette Beschreibungstext verlinkt. Dort finden sich in der Regel weitere Verweise, z.B. auf die offiziellen Websites.

Contao

Contao

Contaos Backend

Contao erschien 2006 zunächst unter dem Namen TYPOLight und wurde 2010 umbenannt, weil es aufgrund des Namens oft für eine abgespeckte Version von TYPO3 gehalten wurde.

Inhalte können über die Contao-Oberfläche in die Dateiverwaltung geladen und dort in Ordnern strukturiert werden. Es ist ebenfalls möglich, besonders umfangreiche Dateimengen direkt per FTP hochzuladen und mit der Datenbank zu synchronisieren. Mit wenigen Schritten stehen ein voll funktionsfähiger Newsbereich mit Kommentarfunktion, RSS-Feed, Archiv und verschiedenen Themenkanälen sowie für Veranstaltungen eine Terminliste bzw. ein Kalender bereit.

Ein eigenes Modul bietet eine schlanke Newsletter-Funktionalität: Besucher können sich auf der Website für den Newsletter mit Double-Opt-in-Verfahren anmelden und wählen, welchen Newsletter-Themenkanal sie erhalten wollen. Jeder Newsletter kann im HTML- und Textformat versandt werden, wobei für jede Variante ein eigenes Eingabefeld für den Inhalt bereitsteht.

Contao trennt streng zwischen Benutzern („Backend“) und Mitgliedern („Frontend“). Man kann mit Frontendmodulen einen passwortgeschützten Bereich erstellen, der neben der Login- und Logout-Funktion optional ein Registrierungsformular, eine Passwort-vergessen-Funktion sowie die Möglichkeit zur Änderung der persönlichen Daten oder zum Schließen des Mitgliedskontos bietet.

Die Rechte lassen sich auf verschiedensten Ebenen einstellen – sei es für Redakteure oder Administratoren mit vollen oder eingeschränkten Zugriffsrechten. Diese lassen sich grundsätzlich auf Seiten-, Artikel- und Dateimanagement-Ebene definieren.

Man kann in einer Installation mehrere Websites parallel betreiben. Für jede Website wird die Sprache und das dazu gehörende Layout-Theme sowie optional die Domain definiert.

Einer der größten Vorteile von Contao ist laut CMS Garden die leistungsfähige und erweiterbare Systemarchitektur. Neben der klassischen Website ist Contao auch für anspruchsvolle Projekte geeignet und ausgelegt. Die Anforderungen an den Webspace halten sich dennoch in Grenzen, so dass für kleine Projekte bereits übliche Angebote von günstigen Webhosting-Anbietern ausreichend sind.

Der Fokus von Contao liegt nicht bei der Bildung von großen Online-Communitys mit eigenständigen Blogs, Foren sowie der Inhaltserstellung durch registrierte User. Es werden allerdings Erweiterungen angeboten, die Contao auch mit Blog-Funktionen ausstatten.

Zu Contao haben wir in dieser Ausgabe des UPLOAD Magazins einen eigenen, sehr ausführlichen Beitrag von Torsten Materna.

Quelle und weitere Informationen: Contao im CMS Garden.

Contenido

Contenido

Contenidos Backend-Startseite

Contenido gibt es bereits seit dem Jahr 2000 als Open Source CMS. Auch Benutzer ohne umfassende Kenntnisse sollen mit ihm in der Lage sein, Inhalte zu erstellen, zu pflegen und zu verwalten. Das Rechtemanagement stellt eine breit gefächerte Auswahl an Berechtigungsstufen zur Verfügung.

Die Multimandantenfähigkeit macht es möglich, unterschiedliche Websites unabhängig voneinander in einer Installation zu pflegen und zu verwalten. Je Mandant können beliebig viele Sprachen angelegt und Inhalte damit synchronisiert, übersetzt und publiziert werden.

Die Basis einer Webseite in Contenido sind Layouts. Sie stellen das statische HTML-Grundgerüst bereit. Für dynamische Elemente, wie beispielsweise Navigation, Texte und Bilder stehen Module zur Verfügung. Module und Layouts wiederum werden mit Hilfe von Vorlagen verknüpft. Hierbei können in den Layouts Container definiert werden. Diese Container lassen sich mit Hilfe der Vorlagen dynamisch mit Modulen befüllen. Die Vorlagen dienen dem Redakteur als Grundlage für die Verwaltung und Eingabe von Inhalten in Artikeln.

Das Workflow-Plugin ermöglicht im Backend Ablaufprozesse von der Erstellung eines Artikels bis hin zu dessen Publizierung. Ein solcher Workflow lässt sich dynamisch über beliebig viele Schritte aufbauen. Für jeden Schritt können Benutzer und Benutzergruppen mit Zuständigkeiten versehen werden. So wird beispielsweise sichergestellt, dass ein neuer Artikel immer erst freigegeben werden muss.

Contenido ist hauptsächlich im deutschsprachigen Raum angesiedelt und die Bekanntheit im internationalen Markt ist dementsprechend nicht sehr hoch. Das hat zur Folge, dass sich im Verhältnis zu anderen Content-Management-Systemen ein eher kleinerer Arbeitskreis für die Weiterentwicklung von Contenido verantwortlich fühlt, wodurch die einzelnen Versionsveröffentlichungen nur bedingt einem planbaren Release-Zyklus folgen.

Quelle und weitere Informationen: Contenido im CMS Garden.

django CMS

Bis vor kurzem wurde django CMS noch als Geheimtipp gehandelt, aber seit Mercedes-Benz darauf setzt und auch andere Großunternehmen wie Orange, Vodafone, Discovery Channel, La Libération, National Geographic es nutzen, kann man das nicht mehr wirklich behaupten. Ursprünglich war es ein internes Projekt der Divio AG aus Zürich und eines der ersten Open Source CMS für das Web-Framework Django, das Programmierern die Arbeit erheblich erleichtert.

Es ist von Grund auf mehrsprachig aufgebaut, bietet ein ausgereiftes Rechte-Management, das den Bedürfnissen von kleinen wie großen Unternehmen gerecht werden kann, und ermöglicht dem Anwender, die Inhalte direkt auf der Seite via Frontend-Editing zu editieren. Das einfache Einbinden von komplexen Datenquellen mit wenig Aufwand wird als Hauptargument aufgeführt, um django CMS für große Seiten einzusetzen.

Typisch für das CMS ist die modulare Seitenstruktur. Es wurde nicht als Text-Editor entwickelt, vielmehr sind die Inhalte blockbasiert. Das System erstellt Seitenbäume, erzeugt daraus Menüs und füllt diese mit Content.

Da es nicht wie andere CMS über die Zeit aus kleinen Anfängen gewachsen ist, sondern als Grundlage ein Webframework hat, kann es automatisch auch auf sämtliche Tools von Django zurückgreifen. Django übernimmt die Kommunikation mit der Datenbank, erstellt automatisch Admin-Masken und Formulare für eigene Datenquellen, und Entwicklerinnen und Entwickler können auf Tausende andere Apps zurückgreifen, die auf Django basieren und sehr einfach in die Seite und das CMS zu integrieren sind.

Quelle und weitere Informationen: django CMS im CMS Garden.

Drupal

Drupal

Drupals Content-Übersicht

Ursprünglich entwickelt als studentische Communitylösung, ist Drupal dank einer aktiven Entwicklergemeinde heute eher ein Framework als ein Content-Management-System im herkömmlichen Sinn. Im weltweiten Vergleich beim Einsatz von CMS liegt Drupal auf dem dritten Platz.

Was Drupal wohl am stärksten von anderen Content Management Systemen unterscheidet, ist die Reduktion des Kernsystems auf das Wesentliche: In einer Standardinstallation findet sich nur eine Handvoll Module, die Funktionen wie ein Suchfeld, Kontaktformular, Blog und RSS-Feeds bereitstellen. Auch diese müssen zum Teil erst aktiviert werden.

Alle gewünschten Funktionen werden modular installiert (über das Backend oder via FTP). Unter den rund 6.000 Modulen findet man für nahezu jede Spezialanforderung eine einsatzbereite Lösung.

Wer sich das Zusammensuchen von Modulen ersparen möchte, kann auch mit einem der über 500 Installationsprofile (Profiles bzw. Distributionen) beginnen, die – ebenso kostenlos wie ihre Komponenten – auf typische Anwendungsfälle geschneiderte Lösungen anbieten, beispielsweise für Konferenzen, Verlage oder Online-Shops.

Drupal unterscheidet nicht zwischen „Frontend“ und „Backend“: Über das fein granulierte Rollen- und Rechtemanagement wird abgefragt, welche Berechtigungen anonyme oder eingeloggte Benutzer haben, dann werden die entsprechenden Links/Menüs bereitgestellt.

Das System geht grundsätzlich davon aus, dass Inhalte an mehreren Stellen auftauchen können. Die Eingabemasken für den Textkörper sehen die Eingabe einer Zusammenfassung vor, die standardmäßig für den Teaser auf Übersichtsseiten verwendet wird. In einer Grundinstallation erstellt Drupal chronologische oder stichwortbasierte Übersichtsseiten. Zusammenstellungen nach beliebigen anderen Kriterien lassen sich über Module realisieren.

Ein Kernstück des Systems ist die Taxonomie (Verschlagwortung). Begriffe innerhalb von (einfachen oder hierarchischen) Vokabularen können mit beliebigen Inhaltstypen verbunden werden und ermöglichen so verschiedene gefilterte (Über-)Sichten auf die Inhalte – oder auch auf die Benutzer. Inhaltstypen können selbst nach Belieben definiert werden, wobei die Felder für die Eingabemasken einfach ausgewählt werden.

In den seltensten Fällen wird Drupal genutzt, um statisch angelegte Seiten auszuliefern (obwohl es dazu ohne Weiteres in der Lage ist). Zumeist sind es hochdynamische Plattformen, die auf User Generated Content ausgerichtet sind oder Websites von Regierungen und Verwaltungen, die den Schritt in Richtung Bürgerbeteiligung machen, ferner Medienhäuser, Nichtregierungsorganisationen oder Universitäten.

Drupal ist größtenteils in PHP geschrieben. Dank des Datenbankabstraktionslayers kann es mit den üblichen Datenbanken wie MySQL, PostgreSQL und SQLite verwendet werden. Zusatzmodule ermöglichen auch die Anbindung an MS-SQL und Oracle.

Quelle und weitere Informationen: Drupal im CMS Garden.

Joomla!

Joomla!

Startseite des Joomla!-Backends

Joomla! belegt in der Rangliste der meistgenutzten CMS weltweit den zweiten Platz hinter WordPress und hat sich in den letzten acht Jahren einen festen Platz in der Welt der Open Source CMS erarbeitet. Joomla! ist ein auf der Skriptsprache PHP basierendes CMS und unterstützt verschiedene Datenbanksysteme (MySQL, MSSQL, PostgreSQL) zum Ablegen der Daten.

Joomla! ist laut CMS Garden leicht erlernbar. Die Installation ist innerhalb von 30 Sekunden erledigt und funktioniert auf nahezu jedem Webhosting-Angebot. Auch komplexere Projekte und Funktionen lassen sich demnach dank der mehr als 7.500 verfügbaren Erweiterungen und unzähligen fertigen Designs mit geringen Vorkenntnissen realisieren. Das System stellt sowohl Anwendern als auch Entwicklern eine Vielzahl von Schnittstellen bereit, die es erlauben, nahezu jedes Detail zu verändern, ohne dafür Anpassung am Kern des Systems vornehmen zu müssen.

Nachteile sollen nicht verschwiegen werden: Beim klassischen Content-Management, womit z.B. die einfache Erstellung und Formatierung von Inhalten und die Abbildung von Workflows gemeint sind, sieht die grundlegende Architektur von Joomla! nur ein großes, editorgestütztes Eingabefeld für Texte vor. Was im ersten Moment intui­tiv und simpel klingt, führt bei komplexeren Forma­tierungen aber oftmals zu Problemen. Dank diverser Erweiterungen lässt sich diese Lücke im Funktionsumfang von Joomla! füllen. Damit bleibt noch die fehlende Multisite-Fähigkeit, also die Unterstützung zur Verwaltung von verschiedenen, teils separaten, Seiten aus einer Installation heraus. Auch dafür existieren bereits eine ganze Reihe von Erweiterungen, die sich dieses Problems annehmen.

Nichtsdestotrotz ist es mit Joomla! möglich, Web-Projekte nahezu jeder Größenordnung zu realisieren. Besonders geeignet ist das System dabei für mittelgroße Projekte, die über vielfältige Funktionen verfügen sollen, ohne dabei zu sehr auf Funktionen des Enterprise Content Managment angewiesen zu sein.

Joomla! arbeitet seit der Version 1.6 nach dem Konzept des sogenannten Time Based Release Cycle. Dabei werden neue Versionen, ähnlich wie bei vielen anderen Projekten im Open-Source-Umfeld, in einem festen Rhythmus veröffentlicht und ermöglichen dem Nutzer und Entwickler dadurch eine gewisse Planungssicherheit.

Das Joomla!-Projekt veröffentlicht alle sechs Monate eine neue Version, wobei je vier Versionen zu einem Versionszweig zusammengefasst werden und die letzte Version eines Zweigs als „LTS-Version“ (Long Term Support) über einen Zeitraum von insgesamt 27 Monaten mit Updates und Sicherheitspatches versorgt wird. Dadurch ergibt sich ein überschaubarer Aufwand für die Wartung, was sich in niedrigen Unterhaltskosten widerspiegelt.

Quelle und weitere Informationen: Joomla! im CMS Garden.

OpenCms

OpenCms

Demoseite des OpenCms mit Frontend-Editing

OpenCms ist eine umfangreiche CMS-Plattform für den Einsatz im Internet oder Intranet. OpenCms wird seit dem Jahr 2000 kontinuierlich als Open-Source-Projekt entwickelt. Es basiert auf der Java-Plattform und kommt vor allem in mittleren und größeren Unternehmen zum Einsatz.

Entsprechend ist die Entwicklung an den Bedürfnissen von Unternehmen und großen Organisationen ausgerichtet. Für diese Zielgruppe ist es wichtig, dass das CMS optimal in die vorhandene Systemlandschaft integriert werden kann. Die Java-Plattform ist in vielen Unternehmen der de-facto Standard für die Verknüpfung der IT-Infrastruktur. Weiterhin sind dort oftmals aufwendige Datenbank-Installationen mit Oracle, DB2 oder MS-SQL anzutreffen.

Die Redaktionsoberfläche von OpenCms 8.5 wurde komplett in HTML5 erstellt. In der Redaktionsansicht werden in OpenCms Bedienelemente direkt über die zu bearbeitende Webseite eingeblendet. Einzelne Inhaltselemente auf der Seite sind mit Drag & Drop zu verschieben, auf die gleiche Art lassen sich auch neue Inhalte erstellen. Texte können direkt „inline“ auf der Seite erstellt oder geändert werden, ohne Wechsel der Ansicht in einen speziellen Editor. Ein formularbasierter Editor steht alternativ zur Verfügung.

Für Administratoren gibt es zusätzlich eine Power-User-Ansicht. Diese bietet eine umfangreiche Rechte- und Rollenverwaltung mit fein granulierbaren Zugriffsberechtigungen für die Redaktion. Über eine klassische Baum­ansicht kann man sämtliche Ressourcen individuell verwalten. Das System ist Multisite- und Multidomain-fähig und unterstützt die Verwaltung von Inhalten in mehreren Ausgabesprachen mit verschiedenen Zeichensätzen.

OpenCms weist im Vergleich mit einigen anderen CMS eine kleinere Community von Entwicklern auf. Auch ist die Anzahl der Installationen geringer als bei manchen anderen Systemen. Dies liegt vorwiegend in der klaren Ausrichtung auf Java und dem professionellen Anwenderbereich begründet. Eine OpenCms-Installation wird in der Regel auf die genauen Bedürfnisse des Kunden zugeschnitten, daher gibt es deutlich weniger „Out of the Box“-Installationen, die ein vorhandenes Template benutzen und nur leicht anpassen.

Dennoch ist die Community sehr aktiv, so wird z. B. jährlich die Benutzer- und Entwicklerkonferenz OpenCms Days abgehalten, auf der Anwender aus aller Welt ihre Projekte vorstellen.

Quelle und weitere Informationen: OpenCms im CMS Garden.

papaya

papaya

Beispiel des papaya-Backends

papaya CMS wurde von 2001 bis 2005 kommerziell vertrieben, ist heute aber unter der GNU General Public License (GPL) frei erhältlich. Der Fokus liegt auf dem Unternehmenseinsatz.

In papaya sind Inhalt und Layout strikt voneinander getrennt. Der Inhalt liegt als XML vor und wird im Backend über Eingabemasken eingegeben, und auch die dynamisch generierte Ausgabe von Anwendungsmodulen ist XML. Die Inhalte werden über verschiedene Ausgabefilter in das gewünschte Zielformat umgewandelt.

Inhalte können durchgängig mehrsprachig vorgehalten werden. Der Sprachcode ist Teil der URL, und Links auf die jeweils anderen Sprachversionen werden automatisch bereitgestellt.

papaya CMS wird mit zahlreichen Modulen bereitgestellt – neben der reinen Verwaltung dynamisch generierter Seiten erhalten Sitebetreiber beispielsweise Foren (einschließlich Seitenkommentaren), Kalender, frei gestaltbare Feedback-Formulare oder Community-Features.

Die Benutzeroberfläche ist workfloworientiert aufgebaut. Das bedeutet, dass Buttons für bestimmte Funktionsaufrufe auch die einzelnen, von einander abhängigen Arbeitsschritte nachbilden. So findet sich etwa in der Seitenansicht eine Toolbar mit den Buttons „Eigenschaften“, „Ansicht“ und „Inhalt“, was die logische Reihenfolge abbilden soll, mit der Seiten erstellt werden.

Mit der vollständigen Trennung von Logik, Inhalt und Layout wird die Erstellung barrierefreier Websites begünstigt. Die Verwendung von XSLT-Templates garantiert, dass stets valider HTML-Code entsteht – eine der wichtigsten Voraussetzungen für Barrierefreiheit. Die mitgelieferten Beispieltemplates genügen den Anforderungen gemäß BITV (Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung).

In ein und derselben papaya-Installation können beliebig viele Webites unter verschiedenen Domains verwaltet werden. Zahlreiche Konfigurationsoptionen lassen sich für jede einzelne Domain überschreiben, beispielsweise die zugehörige Startseite aus dem Seitenbaum, das zu verwendende Template-Set oder das Theme, sodass vollständig unabhängige Websites mit unterschiedlichem Layout entstehen.

Das Backend verfügt über ein modulares Rollen- und Rechtesystem. Rechte können dabei sowohl einzelnen Usern als auch Gruppen zugewiesen werden, und jeder Benutzer kann mehreren Gruppen angehören. Alle Benutzeraktivitäten im Backend, die Veränderungen herbeiführen, werden mitsamt Benutzerkennung protokolliert und können in der Protokollansicht eingesehen werden.

Eins soll aber auch nicht verschwiegen werden: papaya CMS ist aufgrund seiner Leistungsfähigkeit eine recht komplexe Software. Der Einstieg fällt im Vergleich zu Blogs oder kleineren Content Management Systemen schwerer.

Quelle und weitere Informationen: papaya im CMS Garden.

Plone

Plone

Plone-Demoseite aus der Sicht eines „Siteadmins“

Plone ist ein plattformunabhängiges, leistungsfähiges und flexibles Content Management System für den professionellen Einsatz. Es basiert auf Python, einer schlanken und leicht erlernbaren objektorientierten Programmiersprache.

Inhalte können über einfache Formulare und Widgets oder mit Hilfe bequemer WYSIWYG-Editoren eingepflegt werden. Auch HTML oder RestructuredText lassen sich verwenden. Plone entfernt unerwünschte HTML-Tags und Attribute automatisch und liefert valides XHTML aus.

Alle Inhalte und Metadaten unterliegen einer Versionierung. Veröffentlichte Artikel kann man in einer Arbeitskopie bearbeiten. „Locking“ sorgt dafür, dass zwei Benutzer ihre Änderungen nicht gegenseitig überschreiben. Beim Löschen von Artikeln wird bei bestehenden Links gewarnt.

Das System ist in mehr als 50 Sprachen einschließlich Arabisch, Hebräisch und Chinesisch übersetzt und unterstützt mehrsprachige Inhalte. Plone ist barrierefrei und entspricht den Standards WAI-AA und Section 508.

Plone verfügt über eingebaute Arbeitsabläufe für die arbeitsteilige Erstellung und Verwaltung von Inhalten, wie zum Beispiel den Intranet-Arbeitsablauf, mit dem eine Website in intern und extern zugängliche Bereiche gegliedert werden kann. Arbeitsabläufe regeln, wie Inhalte in Plone veröffentlicht werden. Sie können abgeschaltet werden, global auf bestimmte Bereiche der Website oder auf einzelne Artikeltypen beschränkt werden.

Quelle und weitere Informationen: Plone im CMS Garden.

Redaxo

Redaxo

Redaxos Backend-Startseite

Redaxo war nie als „Out of the Box“-System konzipiert, sondern sollte vor allem ein flexibles Framework für Agenturen sein, die für ihre Kunden sehr individuelle und ökonomisch zu bedienende Webprojekte umsetzen wollen. Der Entwickler kann den ausgegebenen Code (HTML, JavasSript, etc.) zu 100 Prozent kontrollieren, was das System auch prädestiniert für barrierefreie, semantische und valide oder auf mobile Devices angepasste Websites. Auch das Backend kann angepasst und so für spezielle Einsatzzwecke optimiert werden.

Anders als bei manchen anderen CMS, wo man in den mehr oder weniger fest vorgegebenen Inhaltsmodulen alle für den Redakteur nicht benötigte Felder deaktivieren muss, erstellt man in Redaxo die erforderlichen Inhaltsmodule selbst. Die beim Installationspaket mitgelieferte Demo-Website zeigt daher nicht wirklich das Potential von Redaxo, da sie sich auf einige wenige, extrem einfache und mehr oder weniger zufällig zusammengestellte Module beschränkt. Auch ist es aus diesem Grund kaum möglich, ein allgemein gültiges Redaktionshandbuch zu schreiben – weil der Administrationsbereich bei fast jeder Redaxo-Website anders aussieht.

Das Grundgerüst einer Website wird bei Redaxo in so genannten Templates verwaltet, beispielsweise unterschiedliche Templates für ein Ein- oder Zweispalten-Layout oder für eine Startseite. Diese Templates kann der Redakteur für jede Seite individuell wählen, sofern der Administrator ihm diese freischaltet.

Inhaltsmodule haben aber ihre Grenzen: Will man umfangreiche Daten wie z.B. eine Adress-Datenbank verwalten, bietet das System eine API zur Entwicklung von Add-Ons. Dem Entwickler stehen bei der Add-On-Programmierung zahlreiche PHP-Klassen und Funktionen zur Verfügung, um verschiedenste Formularfelder zu realisieren oder Datensätze aufzulisten, zu paginieren, etc. Add-Ons dienen jedoch nicht nur der Datenverwaltung, sondern übernehmen auch völlig eigene Frontend- oder Backend-Funktionen.

Quelle und weitere Informationen: Redaxo im CMS Garden.

ScientificCMS

ScientificCMS

Website des ScientificCMS

ScientificCMS basiert auf LibreCCM, einer „Web Content and Collaboration Management“ Plattform für mittlere bis sehr große Webseiten. LibreCCM liefert die komplette Basisfunktionalität, zu der ScientificCMS wissenschaftsspezifische Module und eine wissenschaftsspezifische Grundkonfiguration hinzufügt.

ScientificCMS basiert auf Java und den Technologien der Java Enterprise Edition (Java EE). Die integrierte Theming-Engine basiert auf XML und XSL und erlaubt die Erstellung einfacher wie komplexer Layouts. Das generierte HTML ist valide und entspricht den Richtlinien der WAI WCAG 2.0 (Level 2).

ScientificCMS zielt darauf, den Aufwand für die Gestaltung und laufende Pflege der Webseiten wissenschaftlicher Forschungseinrichtungen zu verringern. Es richtet sich aber auch an Einrichtungen, die eine Vielzahl unterschiedlicher Informationen mit hoher Komplexität auf ihrer Webseite bereitstellen.

ScientificCMS minimiert den Zeitaufwand durch sinnvolle Strukturen. Dazu gehört die Handhabung von Publikationen nach internationalen wissenschaftlichen Standards einschließlich Schnittstellen zum Datenaustausch. Es unterstützt die Verwaltung und Präsentation von wissenschaftlichen Forschungsprojekten nach Regeln der Profession. Publikationen, Projektberichte und Artikel sind meist in mehreren Zusammenhängen relevant, weshalb ScientificCMS die Wiederverwendung von Informationen  ermöglicht, Redundanz und damit Mehrfacharbeit vermeidet.

„Subsites“ ermöglichen, verschiedene Webseiten aus einem gemeinsamen Datenbestand zu erstellen. Beispielsweise benötigt ein Sonderforschungsbereich in der Regel eine eigene Webseite. Mit Subsites können zwei (oder mehrere) Webseiten mit jeweils eigenem Design und eigener Navigationsstruktur betrieben werden, die beide die gleichen Informationen zu Publikationen, Projekten, CV der Wissenschaftler usw. nutzen. Man muss die Informationen also nur einmal aufbereiten.

Quelle und weitere Informationen: ScientificCMS im CMS Garden.

TYPO3

TYPO3

Backend von TYPO3 CMS

TYPO3 bezeichnet sich gern als „das Enterprise-Content-Management-System“. Es liefert die Basis für Websites, Intranets, Webapplikationen und mobile Anwendungen für Unternehmen oder Non-Profit-Organisationen bis hin zu großen mehrsprachigen Portalen für weltweit agierende Konzerne. Im Rahmen der Entwicklung einer TYPO3-Website kann der Betreiber auf eine starke Community und rund 6.000 Extensions zurückgreifen.

Anfang 2011 wurde mit TYPO3 4.5 zum ersten Mal eine „LTS“-Version veröffentlicht. LTS steht dabei für Long Term Support und sicherte somit die Pflege und Unterstützung in Form von Updates und Security-Patches für drei Jahre ab Erscheinen. Mit Version 4.7 folgten die vollständige Unterstützung von HTML5 und die zeitgleiche Veröffentlichung des „TYPO3 Government Package“: Es enthält besondere Verbesserungen für Barrierefreiheit und Anforderungen von Kommunen und öffentlichen Einrichtungen.

Im Jahr 2006 beschloss die TYPO3-Community, ihr System nach modernen Standards von Grund auf neu zu schreiben. Die TYPO3 Association finanzierte die Entwicklung eines eigenständigen PHP-Frameworks, TYPO3 Flow, und eines Content Management Systems, TYPO3 Neos.

TYPO3 Neos 1.0-stable wurde im Dezember 2013 freigegeben und ist damit das jüngste Mitglied der TYPO3-Familie. Die wichtigsten Änderungen im Vergleich zum TYPO3 CMS ist das grundlegend neue User-Interface-Konzept und das Content Repository. Das Featureset und die Anzahl der vorhandenen Extensions für Neos ist zwar noch vergleichsweise gering, wächst aber stetig. Die neue User Experience verdient durchaus, sich bereits heute mit TYPO3 Neos zu befassen.

Dank umfassend abstufbarer Zugriffsrechte kann man individuelle Benutzer- oder Gruppenrechten einstellen – für komplette Websites, einzelne Seiten und Teilbereiche, für Extensions oder auch bestimmte Inhalte. Durch den Einsatz von Workflows lassen sich Inhaltsbearbeitungen in interne Freigabeprozesse integrieren. Eine Versionierung bietet eine nahtlose Historie inklusive Rückkehr zu vorherigen Versionsständen. „Workspaces“ ermöglichen die Vorbereitung bzw. Simulation selbst größerer struktureller Änderungen wie z. B. Menü- oder Layoutänderungen im laufenden Betrieb.

Mit einer zentralen TYPO3-Installation lässt sich eine beliebige Anzahl von Websites organisieren und verwalten. Extensions müssen hier nur einmal installiert werden, ferner können sowohl Frontend- als auch Backend-Nutzer mit demselben Zugang auf verschiedene Angebote zugreifen. Bezüglich der Sprache der Inhalte bestehen keine Einschränkungen. Darüber hinaus stehen aktuell 50 Lokalisierungen für die Benutzeroberfläche zur Verfügung. Weitere Übersetzungen lassen sich jederzeit ergänzen.

In der Vergangenheit wurde oft kritisiert, dass TYPO3 zu komplex sei und für die Anwender wenig intuitiv. Die Entwicklergemeinde hat dies mit einer „User Experience Week“ ernst genommen und führt seit 2010 sukzessive Verbesserungen ein. Sollte sich TYPO3 Neos wie erwartet durchsetzen, dürfte diese Kritik bald der Vergangenheit angehören.

Quelle und weitere Informationen: TYPO3 im CMS Garden.

WordPress

WordPress

Startseite des WordPress-Backends

WordPress ist das weltweit am häufigsten eingesetzte Content Management System. Es setzt auf die beliebte Kombination von PHP und MySQL und läuft problemlos bei nahezu allen bekannten Webspace-Anbietern. Ursprünglich als reines Blog-System entwickelt, fand WordPress schnell weite Verbreitung in der Welt der Blogs, wurde aber nach und nach zu einem vollwertigen CMS umgebaut. Mittlerweile lassen sich mit WordPress komplexe Webseiten, Shops oder gar Communitys aufbauen.

Usability steht im Vordergrund. Seiten und Beiträge lassen sich sofort erstellen und mit Bildern oder anderen Medien ergänzen. Beiträge sind automatisch nach Aktualität sortiert auf der Startseite angeteasert. Auch die Einstellungsmöglichkeiten wie z. B. des Designs sind leicht aufzufinden und zu bedienen. Für darüber hinaus gehende Anforderungen bietet WordPress tausende kostenloser Erweiterungen („Plugins“) und Layouts („Themes“).

Etliche Schnittstellen in Form von „Actionhooks“ und „Filtern“ erlauben, an nahezu jede Stelle im Code zu springen, um diesen zu ergänzen und eigene Skripte einzufügen. WordPress verfügt mittlerweile über ca. 1.800 solcher Einstiegspunkte.

Die Architektur der Templates ist an dieser Stelle anders als bei anderen CMS. WordPress nutzt die ursprüngliche Architektur von PHP als in HTML eingebettete Programmiersprache. Eine eigene Templatesprache vermeidet WordPress bewusst, wodurch Teile des Codes direkt in die Templates eingebunden werden können. Entwickler finden durch die flache Lernkurve einen leichten Einstieg in WordPress.

Für iOS, Android, Windows Phone und BlackBerry gibt es Apps zur Bedienung über mobile Endgeräte. Allerdings wurde mit WordPress 3.8 das MP6-Admin-Theme eingeführt, das das Einstellen und Ändern von Inhalten auf nahezu jedem Endgerät auch ohne App möglich macht.

WordPress ist in über 80 Sprachen verfügbar und es gibt weltweit eine große Benutzer-/Entwicklergemeinschaft. Neben der Dokumentation auf wordpress.org gibt es Fachblogs, Foren, Chats, Seminare, Webinare, Literatur und Videos. Darüber hinaus gibt es lokale Supportgruppen, die sich in sogenannten WP Meetups treffen und überregionale „WordCamps“ – Barcamps für WordPress-Nutzer und –Entwickler, die lokal und international ausgerichtet werden. Freelancer, Agenturen und Hoster haben sich auf WordPress spezialisiert und bieten professionelle Dienstleistungen an.

Dass sich WordPress auch für große Websites einsetzen lässt, zeigt Vladimir Simovic übrigens in seinem Beitrag für diese Ausgabe des UPLOAD Magazins.

Quelle und weitere Informationen: WordPress im CMS Garden.

Fazit

Zugegeben: Es ist nahezu ausgeschlossen, umfangreiche Content Management Systeme wie die hier aufgelisteten in einigen wenigen Absätzen vorzustellen. Zudem gibt es wie erwähnt neben diesen 12 etliche weitere. Gerade für kleinere Websites oder die in letzter Zeit besonders beliebten „One Pager“ bieten sich andere Systeme an, die euch Sebastian Schürmanns in seinem Artikel in dieser Ausgabe vorstellt.

Aber trotzdem sollte deutlich geworden sein: Die hier gezeigten CMS haben sehr unterschiedliche Charaktere, Schwerpunkte und Besonderheiten. Zwar kann man mit entsprechendem Aufwand jedes der genannten Systeme für nahezu jeden Zweck einsetzen – es ist in der Regel aber sehr viel sinnvoller, ein von vornherein passendes CMS auszusuchen.

Lizenzhinweis

Die CMS-Beschreibungen greifen zurück auf Texte von cms-garden.org. Lizenz: CC BY-SA-3.0

Artikel vom 04. August 2014