Kreatives Schreiben (3): Bisoziation – Bilder als Schlüssel zur Wortwelt
Kürzlich las ich von einem Skilehrer, der seinen Schülerinnen und Schülern den Tipp gibt: “Stellt Euch vor, der Berg ist aus Vanilleeis und Ihr seid die warme Schokoladensoße, die den Hang hinunterfließt”. Offensichtlich versucht dieser Mann durch eine bildhafte Sprache ein bestimmtes „Feeling“ beim Skifahren zu vermitteln. Er könnte natürlich auch eine logisch-strukturierte Erklärung wählen, etwa: “Gleitet einige Meter mit parallel geführtem Ski bergabwärts, verlagert dabei Euer Gewicht abwechselnd auf den rechten und linken Ski, haltet Euch dabei möglichst aufrecht und bleibt dennoch locker in den Knien.“ Kaum jemand wird bezweifeln, dass auch diese Art der Wissensvermittlung nützlich und notwendig ist. Wenn wir allerdings – wie im Eingangsbeispiel gezeigt – Sachinformationen mit Metaphern verknüpfen, so wird nicht nur unsere mündliche Sprache anschaulicher, sondern in unserem Gehirn werden auch komplexe, sinnliche Assoziationen geweckt wie Farben- oder Geschmacksvorstellungen.









