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Verwirrung um deutsche Wikileaks-Domain

Als die deutschen Domain des Enthüllungsportals Wikileaks plötzlich als “im Transit” angezeigt wurde, gab es bisweilen “Zensur!”-Rufe. Der Provider der Domain habe kalte Füße bekommen, vermuteten einige. Oder aber die DENIC, Verwaltungsstelle für de-Domains, habe die Adresse gesperrt, munkelten andere. Das scheint verfrüht gewesen, denn nun hat es ich wohl anders aufgeklärt: Der Provider hatte die Domain bereits vor geraumer Zeit vertragsgemäß gekündigt und der Termin war dem Besitzer auch bekannt. Der hatte ihn aber verstreichen lassen, ohne sich um einen neuen Provider zu kümmern. So jedenfalls ist es bei netzpolitik.org zu lesen. Zum Hintergrund: Das Portal Wikileaks ist höchst umstritten, da es beispielsweise Dokumente veröffentlicht, die unter Verschluss stehen – darunter unter anderem die Internetsperrlisten der Australier. Eine Hausdurchsuchung beim Besitzer der deutschen Domain hatte kürzlich bereits für viele Diskussionen gesorgt.


Internetzensur: Twitter auf neuer Sperrliste der Bundesregierung

Kaum zu glauben, aber in Deutschland hat es sich offenbar bald ausgezwitschert: Wie Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (Ausgabe vom kommenden Sonntag, 5. April) bestätigte, soll Twitter “schnellstmöglich” von Deutschland aus nicht mehr erreichbar sein. Der Dienst werde kurzfristig in die neue, erweiterte Internet-Sperrliste der Bundesregierung aufgenommen. “Es kann nicht sein, dass Kinderschänder, Terroristen und Musikpiraten solche Plattformen nutzen und wir tatenlos zusehen”, so die Ministerin. Den Vorwurf der Zensur weist von der Leyen gegenüber der Zeitung energisch zurück. Twitter habe schließlich nichts mit Meinungsfreiheit zu tun. Diese “Müllhalde für Banalitäten” könne nicht über dem Wohl der Kinder stehen. Die Sperre dürfte Internetprofis allerdings kaum von der Twitter-Nutzung abhalten. Wie sich die Internetzensur umgehen lässt, zeigt dieses Video auf YouTube. Gefunden bei: Rivva. Nachtrag: Natürlich nur ein Aprilscherz. Twitter wird erst nächstes Jahr verboten. Weiß man doch.


LINKLOAD vom 31.03.2009

Und hier wieder eine frische Sammlung interessanter Links zu den Themen von UPLOAD. Diesmal: Internet-Sperr-Gesetz, Werbeeinnahmen der Tageszeitungen auf Talfahrt, US-Blog fördert investigativen Journalismus, Glotze an oder aus, ein Master-Studiengang für Social Media, eine beispielhafte Zeitung, die Ergebnisse der Twitterumfrage, schöne WordPress-Themes und eine Stellenanzeige. Den ganzen Beitrag lesen »


LINKLOAD vom 19.03.2009

Eine frische Fuhre interessanter Links zu den Themen von UPLOAD. Heute zum Internetrecht, zu Quellen für Blogfotos, zur Freiheit des Netzes, zum schwierigen Verhältnis vieler Journalisten zum Internet, zu neuen Lesegewohnheiten, zu kostenlosen Büchern und zur russischen Blogosphäre. Den ganzen Beitrag lesen »


Welttag gegen Internetzensur

Heute ist der Welttag gegen Internetzensur. Die Organisation “Reporter ohne Grenzen” hat zu diesem Anlass eine Informationsschrift über die größten “Feinde des Internets” weltweit veröffentlicht. Zwölf Länder fallen besonders negativ auf: Birma, China, Kuba, Ägypten, Iran, Nordkorea, Saudi Arabien, Syrien, Tunesien, Turkmenistan, Usbekistan und Vietnam. Darüber hinaus gibt es zehn Länder “unter besonderer Beobachtung” – darunter Australien und Südkorea. Weitere Informationen dazu hier in dieser Pressemitteilung.


Gutachten zur geplanten Internetzensur veröffentlicht

Auf netzpolitik.org kann nun jeder das Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages zur geplanten Netzzensur in Deutschland nachlesen. Markus Beckedahl hat es als PDF und Text veröffentlicht. Zitat: “Hält man sich das große Missbrauchspotenzial, das gerade bei zentralen technischen Filtersystemen besteht, und die Bedeutung der Kommunikationsfreiheit für eine freiheitliche Demokratie vor Augen, so muss diese Gefahr als besonders schwerwiegend angesehen werden.” Die Pläne werden als “unzumutbar” oder auch “problematisch” bezeichnet. “Um im Internet Sperrverfügungen sinnvoll und effektiv umsetzen zu können, müsste die Struktur des Internets komplett neu gestaltet werden.” Als ein Beispiel, in dem das funktioniert, wird China aufgeführt.


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