Vom Feed zum eBook oder eMag

Ein Beitrag von: Sebastian Schürmanns



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In diesem Artikel werden verschiedene Online-Dienste vorgestellt, über die sich Inhalte aus RSS-Feeds automatisiert in eBooks oder eMags umwandeln lassen. Die Tools bieten kaum oder keine Kontrollmöglichkeiten über den Output, sind dafür jedoch einfach in der Bedienung. Vorgestellt werden für eBooks die Tools Feedbooks, RSS2PDF, Starscape und Wikitype, Blogbooker und Blog2Print, für eMags die Tools Tabbloid, Feedjournal, fivefilters, news2paper und zinepal.

Die Antwort auf die Frage nach dem Mehrwert bleibt bei den meisten dieser Dienste unbeantwortet: Eine Verbreitung per PDF macht in dieser Form fasst nur für klassische e-Reader Sinn. Weitaus interessanter wäre es, derartige Tools um einen Online-Editor zu erweitern. So könnte man hochwertige Ergebnisse erziehlen, die sich auch über Plattformen wie Issuu & Co. verbreiten lassen.

eBooks: feedbooks – prepare it for the e-reader

feedbooks.com ist der Service der Wahl, wenn es darum geht, Feed-Inhalte für den E-Book-Reader zu optimieren. Die Feed-Konvertierung ist eher eine Nebenfunktion, hauptsächlich geht es bei feedbooks um die Erstellung von Texten und die anschließende Publikation. Der große Vorteil: Feedbooks bietet verschiedene Formate zum Download an:

  • E-Pub
  • Mobipocket/Kindle
  • PDF
  • Custom-PDF

Feedbooks versteht sich gleichzeitig als Community und es stehen bereits zahlreiche Publikationen zur Verfügung, aus denen eine digitale Bibliothek zusammengestellt werden kann.

Angesichts des guten Services und der relativ hohen Präsenz am Markt ist es verwunderlich, dass der Dienst nach wie vor starke Defizite in der Usability hat: Die wenigen Funktionen sind recht uneinheitlich verteilt und man hat seine liebe Mühe, Funktionen oder einmal publizierte Medien wiederzufinden.

Als Beispiele bzw. zur Anleitung:

  • Die persönliche Leiste (“Mein Name”) ist leer und bietet keine Übersicht, auch wenn bereits etwas publiziert wurde. Um seine Publikationen einzusehen muss der Unterpunkt “Books” ausgewählt werden.
  • Unter “Publish” können neue Buchprojekte angelegt werden, es gibt jedoch keine Übersicht über bestehende Projekte, um sie ggf. zu editieren (siehe erster Punkt).
  • Feeds (also auch “publish” von Feeds) laufen wiederum unter dem Reiter “News”. Bereits publizierte Feeds tauchen jedoch unter der persönlichen Leiste (“Mein Name”) nirgendwo auf.
  • Grundsätzlich landet man beim Verfolgen eines Links fasst immer an einem Dead End ohne Ebenen- oder Gliederungsübersichten bzw. eine Backlink-Funktion.

Bei der Konvertierung in ein PDF kann man die Templates in Schrifttype, Schriftgröße und Format für verschiedene Reader optimieren. Bilder werden nicht mit importiert, dafür werden – im Gegensatz zu den Konvertierungstools für Magazin-Designs, Lesezeichen erstellt, über die sich gut navigieren lässt. Außerhalb von E-Readern würde man die Feed-PDFs allerdings kaum anbieten wollen.

eBooks: rss2pdf – one click is enough!

Einen extrem einfachen Service stellt rss2pdf zur Verfügung: URL eingeben, Knopf drücken, fertig! Zwar fehlen jede Einstellungsmöglichkeiten oder Freiheiten in der Formatwahl. Trotzdem sieht das E-Book auf den ersten Blick akzeptabel aus:

eBooks: Wikitype und Starscape

Die Liste von Konvertierungstools, die nur mit bestimmten Diensten funktionieren, beginnt mit Starscape für den Google Reader. Ein Test war nicht möglich, das Beispiel von Starscape lässt jedoch ein gutes Ergebnis vermuten: Starscape produziert ein zweispaltiges Layout mit Inhaltsverzeichnis und Lesezeichen, zudem importiert es Bilder. Über Umwege wie Yahoo-Pipes (RSS-Mashup und Filter-Service) könnte man den Output indirekt beeinflussen. Doch wer geht schon den komplizierten Weg, wenn es einfachere Alternativen gibt?

Der gleiche Anbieter stellt mit WikiType auch noch einen Service zur Wandlung von Wiki-Book-Beiträgen in PDF-Ausgaben zur Verfügung.

eBooks: blogbooker – wordpress.com and lifejournal

Mit der Überschrift ist auch schon alles gesagt: Dieser Service funktioniert nur in Verbindung mit den beiden Blog-Communities wordpress.com und lifejournal. Der Dienst bietet für beide eine Umwandlung in ein PDF oder E-Book an. Blogbooker arbeitet auf LaTeX-Basis, ein Open-Source Text-Programm, das besonders unter Naturwissenschaftlern und Ingenieuren beliebt ist, allerdings das Erlernen einer eigenen Auszeichnungssprache erfordert und einen wysiwyg-Editor wie Microsoft-Word nur als Zusatz-Plugin bereitstellt. Aus der Beschreibung von Blogbooker kann man schließen, dass die Wandlung weitgehend automatisch abläuft und der Output so gut wie nicht beeinflussbar ist:

Given your export file, entries and comments are exported in XML and all images are fetched on the Web. Then these files are processed. All entries are sorted by year and month, comments are nested and images included into a book of professional quality thanks to LaTeX.

eBooks: blog2print – convert, publish & pay!

blog2print ist ein schon etwas in die Jahre gekommener Service von Sharedbooks, über den sich aus Bloginhalten Printbücher erstellen lassen, die dann über SharedBook gekauft werden können. Der Service akzeptiert nur die drei Blog-Communities:

  • Blogger
  • Typepad
  • WordPress

Selbstgehostete WordPressblogs werden beispielsweise nicht unterstützt. Auch die Preise sprechen für bzw. gegen sich: ein 20-seitiges Buch kostet 14,95$, als Hardcover 24,95$ und pro zusätzlicher Seite noch einmal 35 Cents, sprich ein 100-seitiges Buch kostet 42,95$. Ein PDF schlägt mit 7,95$ zu Buche. Was der Service für Funktionen bietet, konnte nicht getestet werden, man sollte sich jedoch überlegen, ob für diese Leistung nicht andere Dienste (z.B. FastPencil) deutlich günstigere Konditionen und einen wesentlich breiteren Service anbieten.

eMags: Tabbloid – keep it simple

www.tabbloid.com aus dem Hause HP dürfte das bekannteste Web-Tool sein, mit dem sich RSS-Inhalte per Knopfdruck in ein PDF-Format umwandeln lassen. Für die Erstellung der zweispaltigen Tabbloid-Ausgabe ist keine Account nötig; es reicht die Angabe einer Feed-Adresse, einer E-Mail-Adresse und eines Intervalls, in dem die Tabbloid-Version versendet werden soll. Zur Auswahl stehen eine tägliche oder wöchentliche Lieferung mit Angabe des Liefertages. Die Qualität ist grundsätzlich in Ordnung (Flattersatz), je nach Inhalten (große und viele Bilder) ist das Ergebnis mal mehr und mal weniger ansehnlich.

eMags: FeedJournal – make it flexible

Feedjournal.com dürfte mit Tabbloid zu den etabliertesten Tools gehören. Im Gegensatz zum HP-Angebot setzt Feedjournal in de Standard-Version auf ein vierspaltiges Zeitungslayout. Der Dienst hat sich im letzten Jahr deutlich weiterentwickelt, inzwischen gibt es drei verschiedene Optionen:

  • Ohne Account: Man bekommt ein PDF im vierspaltigen Zeitungs-Design zugeschickt, es können allerdings keine Intervalle angegeben werden.
  • Mit Account: Man kann die einzelnen Beiträge aus einem Feed gezielt auswählen, zwischen Block- und Flattersatz wechseln, Bilder einbinden oder ausblenden und zwischen 2- bis 4-spaltigen Layouts wählen.
  • Pro Account: Man erhält zusätzliche Editionsmöglichkeiten wie ein personal branding etc. Der Pro-Account kostet recht stolze 59$ im Monat.

Damit ist Feedjournal der mit Abstand flexibelste Service seiner Art, allerdings sind auch hier die Ergebnisse nicht immer ansehnlich. Zur Einbindung des persönlichen FeedJournals in externe Seiten kooperiert der Service mit der Publishing-Plattform doXtop, ebensogut kann man auch issuu.com verwenden. In den FAQs gibt die Seite viele nützliche Tipps, wie zum Beispiel Dapper, mit dem sich eigene Feeds bauen lassen, sowie Yahoo-Pipes, mit dem sich Feeds kombinieren und Filtern lassen.

eMags: fivefilters – do it yourself

fivefilters.org ist ein relativ einfacher Dienst, der im Ergebnis stark an Tabbloid erinnert: Ein zweispaltiges PDF-Magazin mit etwa gleichem Design. Der Clou: Fivefilters ist ein Open-Source-Projekt und lässt sich auf dem eigenen Server hosten. Wer also eine selbstgehostete Website wie WordPress oder Typo nutzt, kann seinen Lesern die Umwandlung der Inhalte in ein PDF-Magazin auf der eigenen Seite anbieten.

eMags: news2paper – become professional

new2paper ist ein relativ neuer Anbieter aus Köln und der erste Dienst in unserer Review, bei dem eine Anmeldung zwingend erforderlich ist. Um zu gewährleisten, dass keine fremden Webinhalte publiziert werden, muss im eigenen Blog eine PDF-Datei eingebunden werden, über die sich der Dienst freischalten lässt. Die Vorgehensweise ist umständlich, unsinnig wird sie jedoch dadurch, dass der Service einem die genaue Adresse vorgibt, unter der das PDF erreichbar sein muss. Es reicht also nicht der Stammordner, in dem Dateien üblicherweise gespeichert werden. Hosted man seinen Blog selbst, lassen sich Dateien per FTP verschieben. Ist man allerdings bei einem Bloganbieter, hat man wenig Einflussmöglichkeiten auf den Speicherort. Was das alles soll, weiß wohl nur der Anbieter. Vielleicht wäre ein Blick auf andere Dienste hilfreich, die über eine einfache Code-Einbindung eine Freischaltung organisieren. Oder man nehme FastPencil, bei dem sich nach dem Einloggen in den eigenen Blog die Inhalte per RSS ziehen lassen. Schade sind diese unsinnigen Einstiegshürden vor allem, weil zumindest die Beispiele qualitativ gut aussehen und der Service – bei einem Premium-Angebot von 22,61 Euro monatlich – einiges verspricht:

  • Individuelle Kopf- und Fußzeilen
  • Frei wählbares Design, inkl. Schriftarten, Farben, Anordnung, etc.
  • Seitenformat wählbar
  • Flexible Kategorienverwaltung
  • Ohne news2paper-Werbung (white label)

Außerdem bietet der Dienst auch ein WordPress-Plugin an, mit dem man den Service auf der eigenen Seite integrieren kann.

eMags: Zinepal – go mobile

Ein weiterer Mitspieler unter den blog2mag-tools, der die anderen in einiger Hinsicht in den Schatten stellt, ist zinepal. Die Handhabung ist denkbar einfach: Auf der Startseite wird schlicht eine Feed-URL eingetragen, anschließend können die Artikel ausgewählt und neu sortiert werden, rudimentäre Einstellungen wie Schriftarten sowie Lieferintervall sind ebenfalls möglich, bevor man schließlich das Magazin erhält.

Schon dieser Workaround ist so einfach und übersichtlich, wie man ihn sich wünscht. Der eigentliche Clou ist jedoch ein anderer: Zinepal liefert nicht nur eine PDF-Version, sondern auch im ePub- und im Mobi/Kindle-Format, also für E-Reader und Smartphones optimiert!
Zudem hält Zinepal für Pro-User eine Menge nützlicher Zusatz-Tools bereit:

  • Man kann ein eigenes Logo einfügen
  • Man kann eigene Werbung (Bilder) einbauen
  • Man kann jede Story editieren und formatieren
  • Schließlich kann man sogar eigene Templates anlegen

Der Pro-Account liegt mit 3,99 pro Monat bei einer Laufzeit von einem Jahr deutlich unter dem Preis von Feedjournal bzw. news2paper: Der Preis tut nicht mehr allzu weh und dürfte durch ein zusätzliches Werbeangebot relativ leicht wieder einzuspielen sein. Gleichzeitig sind die Ausgabeformate so, wie sie sein müssen: Mobile-kompatibel und damit zeitgemäß.

 


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Der Beitrag wurde am Donnerstag, den 19. August 2010 veröffentlicht. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.

 

2 Reaktionen zu “Vom Feed zum eBook oder eMag”


Eric
schrieb am 24. November 2010 um 07:18 Uhr:

Hallo Sebastian, habe jetzt auch mal ein Feedjournal erstellt und bei doXtop hochgeladen.
Gibt es da jetzt auch noch eine Automatisierung, also das der Feedjournal direkt bei doXtop veröffentlicht wird?

Gruss

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