IBM investiert 10 Mio. Dollar in virtuelle Welten

IBM will dieses Jahr 10 Millionen Dollar in virtuelle Welten wie “Second Life” investieren. Unter anderem will der Computerriese dort Business-Meetings abhalten, heißt es bei Pressetext. Und Wim Vermeulen, Direktor für digitale Innovation bei der Werbeagentur Ogilvy International, wird mit den Worten zitiert: “Die Frage ist nicht, ob Second Life groß wird, sondern ob das 3D-Internet erfolgreich wird.” Das will auch die Handelskammer Hamburg nicht verpassen. Auch sie ist nun im Second Life vertreten und freut sich “neue Vertriebs- und Kommunikationswege im Internet” zu erschließen. Meine Meinung: Die rasante Entwicklung von Second Life und der große Unterschied zwischen heutiger Wirklichkeit und vermuteter Zukunft erinnert zunehmend an die Internetblase von 1999/2000. Das heißt nicht, dass dort nicht etwas Großartiges entstehen könnte. Es heißt aber, dass es sich als Luftschloss entpuppen könnte – als virtuelles Luftschloss natürlich.

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(Coverfoto: © fizkes, depositphotos.com)

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4 Gedanken zu „IBM investiert 10 Mio. Dollar in virtuelle Welten

  1. Endlich sacht’s mal einer. Der ganze Hype um Second Life ist doch nicht mehr zu ertragen. Wenn man sich mal ernsthaft der Materie beschäftigt, poppt doch erstmal eine wichtige Frage auf: 3D und Avatare hin und her. Second Life macht im Grunde die Interaktion fast schon wieder genauso umständlich, wie sie vor dem Internet in der echten Welt war (erinnert sich noch jemand an die Zeit, wo man zu Menschen hinlaufen musste, um mit ihnen zu reden ;-))

    Im Grunde gilt doch bisher nur: It’s good because it’s new. Was Second Life bringen soll, hat noch keiner beantwortet. “Jede Menge neuer Möglichkeiten”. Zur Orientierung kann man sich ja mal Nintendo ranziehen. Die sind, um den Videospielemarkt zur vergrößern auch zu der Erkenntnis gekommen, das aufgeblasene 3D-Welten nicht der Weisheit letzter Schuss sind, sondern die reine Interaktion zählt.

    SecondLife ist für mich genau das Gegenteil. Eine aufgeblasene Welt ohne wirklich sinnvolle Interaktionskonzepte. Das einzige, was ich dort wahrscheinlich kann, ist neue Leute kennenlernen – wie bei AOL im Chatraum vor 10 Jahren.

    Btw. 10 Mio. sind für einen Konzern wie IBM nun auch keine Investion, die ich als richtungsweisend bezeichnen würde. Sondern wohl eher ein Budget, bei dem gilt “Wir schauen mal rein und sehen was abfällt”.

  2. Hamburg ist gerade ganz groß mit Weltpremieren.

    Seit Monaten warten wir auf Hamburg in 3D in Google Earth. Die Verzögerung dieser Weltpremiere wird natürlich nicht kommuniziert.

    Dann wurde als Weltpremiere der Wasserstoff betriebene Alsterdampfer angekündigt. Das ist zwar toll, aber doch arg aufgeblasen.

    Jetzt kommt die Handelskammer mit der Second Life Weltpremiere, die lt. Markus Breuer nicht gerade toll abschneidet: “Wer sich dann nach Second Life aufmacht, um dieses Areal zu begutachten, findet eine Art Baustelle vor.” Dass sich die HK HH ein wenig mit den ehrenamtlichen Federn und Interessen Anderer schmückt … Was soll’s?

    Ich mache dazu auch noch etwas, aber Weltpremieren kenne ich etwas anders :-)

  3. Ich habe wirklich das Gefühl, dass sich hier gerade Geschichte wiederholt. Vielleicht irre ich mich, aber es wird etwas hochgejazzt, das noch ganz in den Anfängen steckt. Kaum einer schaut genau hin, die aktuelle Situation wird komplett übertrieben dargestellt und eine goldene Zukunft vorhergesagt. Jetzt fehlen nur noch die Börsengänge und das Dèjá vu ist komplett…

    Eins ist aber auch klar: Im Grunde werden doch in den Redaktionsstuben insgeheim schon die Abgesänge vorbereitet. Alle warten nur auf den richtigen Moment. Und wahrscheinlich werden die zuerst vom Zug runterspringen, die zuletzt draufgesprungen sind – nach dem Motto: “Wenigstens diesmal die ersten sein.” Und dann heißt es, dass 3D-Welten generell kompletter Unsinn sind.

    Und in nicht ganz zehn Jahren reden wir dann vielleicht über Second Life 2.0 ;)

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