Zwischenbilanz: Tools fürs bequeme Bloggen

Am 5. März habe ich mein erstes Blogstöckchen losgeworfen: Wie organisierst Du Dich beim Bloggen. Ich habe mir die ersten 25 Artikel durchgesehen und für Dich die bisher interessantesten und besten Tipps für Blog-Tools herausgesucht.


Blogstoeckchen sponsored by Readster.de
Foto: Pixelquelle.de

Was ist ein Blogstöckchen?

Bei einem Blogstöckchen geht es um eine Fragestellung oder einen ganzen Fragenkatalog, den sich ein Blogger ausdenkt, selbst beantwortet und dann an zwei, drei weitere Blogger schickt. Die wiederum beantworten die Fragen auf ihrer Seite und werfen das Stöckchen öffentlich weiter. Auf diese Weise wachsen quer durch die Blogosphäre miteinander vernetzte Artikel.

Alle, die sich beim Ursprungsartikel mit einem Kommentar oder einem Trackback/Pingback bemerkbar machen, können außerdem etwas gewinnen: Ein Jahresabo der “Internet Professional”, gestiftet vom Social-News-Dienst Readster.de.

Der Gewinner wird am 7. Mai 2007 bekannt gegeben. Bis dahin hat also noch jeder eine Chance – sofern ihn oder sie das Stöckchen trifft.

Für eilige Leser

Die Tools, die im folgenden Text genannt werden, hier einmal ein wenig sortiert für den schnellen Überblick:

Blogs und Newsseiten im Auge behalten:
Software: Netnewswire, Akregator, Flock, Opera, Scrapbook (Firefox-Erweiterung)
Webdienste: Google Reader, Google personalisierte Startseite, Bloglines

Fundstücke, Notizen etc. abspeichern:
Del.icio.us, DevonThink, diverse Texteditoren

Schreiben:
WriteRoom, DarkRoom, Weaverslave, Tiddlywiki

Veröffentlichen:
Ecto, Qumana, Blogdesk, Performancing oder Deepest Sender (Firefox-Erweiterungen)

Weitere Tools:
Ohropax, Stift, Papier, Joggen und Microsoft Word

Tools

Einen ausgefeilt wirkenden Arbeitsablauf beschreibt Johannes in seinem Beitrag. Mit Netnewswire verfolgt er alle Quellen, die er in der Regel ganz liest. Was er für später aufheben will, überträgt er per AppleScript an seine DevonThink-Datenbank. Alles andere liest er mit dem Google Reader. Für seine Blogposts benutzt er zum Schreiben zunächst WriteRoom und postet letztlich mit Ecto.

Ganz ähnlich sieht es bei Daniel Ehniss aus, der neben Netnewswire Lite, WriteRoom und Ecto noch ein weiteres wichtiges Utensil hat: Ohropax. Stimmt, habe ich auch gerade drin :-)

Bei Peregrinatio ist ebenfalls Ecto im Einsatz. Kreativitätsmotor ist das Laufen: “Viele Gedanken klären sich für mich auf einer Runde Joggen durch “meinen” Wald. Wenn ich heimkomme und abkühle, schreibe ich sie dann auf.”

Martin Gommel vom Blog Kwerfeldein setzt auf den Google Reader, “Offline-Magazine” und einen stets offenen Texteditor, in dem er tagsüber seine Ideen sammelt. Er schreibt auf Qumana und nutzt DarkRoom, das ebenso wie WriteRoom auf dem Mac alle Ablenkungen einfach komplett ausblendet.

Ivalo schreibt seine Texte entweder in Word oder aber über Tiddlywiki:

Das ist ein lokales HTML-Dokument und kann im Browser bearbeitet werden, im Prinzip auch übers Internet. Ein wirklich tolles Kreativ- und Notizwerkzeug um offline in einer blogartigen Umgebung zu arbeiten, Ideen aufzuschreiben, schnipselweise, kategorienweise, tagebuchartig, verlinkend, öffnen, schließen – super!

Bei der Putzlowitscher Zeitung wird (wie bei vielen anderen) direkt in die Eingabemaske von WordPress geschrieben, das Weblog aber mit selbstgeschriebenen Zusätzen (Plugins) den eigenen Wünschen angepasst. Damit beim Basteln nicht plötzlich alles im Eimer ist, gibt es die gesamte Seite noch einmal auf dem eigenen Rechner. Ja, das gute alte Backup… (hüstel)

Morgenlandfahrt.net setzt auf den “Social Web Browser” Flock. Muss ich mir mal genauer ansehen, wirkt interessant. Anstatt hunderte Feeds zu abonnieren, entdeckt Markus die weltweite Blogszene auf Rundreisen lieber immer wieder neu. Ein Anlaufpunkt für den englischsprachigen Raum ist Digg.com. Seine Beiträge schreibt er mit Blogdesk. Außerdem hat er sich von Frank Bültge anregen lassen und hat sich seinen Texteditor in WordPress angepasst.

Der Sämann setzt auf Bloglines. Sein ständiger Begleiter ist außerdem ein Palm Livedrive für Audio und Video, E-Books, Office-Dokumente oder Notizen: “als freie Skizze, Sprachnotiz oder klassische Texteingabe.” Ins Netz kommen die Beiträge auch hier einfach über die Eingabemaske von WordPress.

Bei Schocknonstop tut’s auch mal “ein handelsüblicher Stift, der die Gedanken dann aufs Papier bringt.” Das finde ich interessant, weil man auf diese Weise nach meiner Erfahrung anders schreibt, als wenn man’s in die Tastatur hackt. Mh. Vielleicht mal eine Idee für ein weiteres Blog – “garantiert handgeschrieben”. Gibt’s bestimmt schon.

Bei goetz.buerkle.org steht am Anfang “ein Opera-Fenster mit sehr sehr vielen offenen Tabs”, aber er denkt auch über den Google Reader nach. Auf seiner personalisierte Google-Startseite hat er sich auch schon häuslich eingerichtet. Feed-Reader findet er alle furchtbar, außer Akregator. Fürs Ideen sammeln und Texte schreiben dient ihm der Texteditor Weaverslave.

Hasos Tafel hat die Firefox-Erweiterung Scrapbook für sich entdeckt und nutzt Del.icio.us. Zum Veröffentlichen diente vor dem Umstieg auf Linux Blogdesk, er probierte es mit Perfomancing als Firefox-Erweiterung, schreibt nun aber meist doch direkt in den WordPress-Editor.

Noch eine andere Firefox-Erweiterung hat Stephans Weblog im Einsatz: Deepest Sender.

Achim Fischer findet die Blog-Funktion in Word 2007 eine “feine Sache”.

Trends

Viele schreiben direkt in ihrer Blogoberfläche die Texte. Manche haben sich eine kleine Werkzeugkiste mit Webdiensten und Software-Lösungen zurechtgelegt. Wie mir scheint, gibt es bislang keine Komplettlösung fürs komfortable Bloggen – eine Software, die Webbrowser, RSS-Reader, Schreibprogramm und Weblog-Verwaltung in sich vereint. Wenn das keine Marktlücke ist… Oder wo gibt es dieses Alleskönner-Tool?

Aufgefallen

Bei “Ein Städter lebt im Dorf” fand ich spannend, wie entspannend Blogartikel entstehen können.

Besonders detailliert beschreibt Fotografie Schwerin, wie die Beiträge entstehen. Wichtigstes Werkzeug: eine Canon EOS 30D.

Der Sämann schreibt in seinem Artikel auch, welchen Sinn seine Rubriken haben und warum er bloggt.

Eine interessante Definition für den Zweck seines Blogs habe ich bei Peregrinatio gefunden: “Eine Art geistige Zwischenablage mit Suchfunktion.”

Den Weg von keiner Idee über eine Idee und einen Text bis hin zum fertigen Text beschreibt Hasos Tafel so:

Ich bin nicht am kreativsten, wenn ich vor meiner Tastatur sitze, sondern wenn ich laufe oder fahre. Dabei gehe ich mit meinen Ideen schwanger; die Tastatur ist später lediglich der Kreißsaal, in dem das bereits fertige Baby auf die Welt kommt – meist nicht ohne letzte Wehen. (Man verzeihe mir die üble Mischung zweier Vergleiche.)

Alex Kupsch schreibt in vier kurzen Sätzen, warum er bloggt.

Weiter geht’s

Längst nicht jeden Teilnehmer konnte ich hier erwähnen – bitte nicht böse sein. Das Stöckchen fliegt weiter, Einsendeschluss für Kommentare und Trackbacks/Pingbacks beim Ursprungsartikel ist der 7. Mai. Wie ich gesehen habe, ist das Stöckchen bisweilen liegen geblieben oder hat seinen Inhalt im Laufe der Posts nach und nach geändert. Ich bin gespannt, wie es weitergeht. Natürlich gibt es am Ende auch eine Auswertung zum Blogstöckchen an sich.

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Kanban – Die schnelle Einführung
(Coverfoto: © fizkes, depositphotos.com)

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4 Gedanken zu „Zwischenbilanz: Tools fürs bequeme Bloggen

  1. Eine kurze Einlassung in Sachen Stöckchen. Wer auf der Suche nach einem einzigen Tool für alles ist, der ist evtl. mit Flock tatsächlich ganz gut bedient. Man kann Feeds lesen, Beiträge schreiben, Flickr-Accounts verwalten und vieles mehr. Mit persönlich gefällt der Blog-Editor nicht. Konkret ist die HTML-Umsetzung nicht gerade gelungen, wie ich finde. Wenn man allerdings reinen Quellcode schreibt, dann ist dies auch wiederum kein Problem und man kann sich das hin- und geschalte zwischen den verschiedenen Tools sparen. Nein, ich bekomme nix dafür, daß ich so über Flock schreibe ;-). Das Tool taugt enfach nicht sooooo schlecht :-) ..

    .. übrigens. Meine Rundreisen durch das Netz mache ich, um Ideen in Sachen Design zu bekommen und eine gewisse Anbindung an die Szene nicht zu verlieren. Ich schaue einfach gerne, was aktuell ist und gefragt. Für das tägliche Lesen abbonniere ich schon Feeds, denn sonst könnte ich mein Pensum sicher nicht allzu lange durchhalten. Schließlich will man ja auch noch fröhlich, locker allgemein entspannt bleiben ;-). Viele Grüße .. Markus.

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