Staat greift kränkelnden Printmedien unter die Arme

Eine “Nationale Initiative Printmedien” soll Zeitungen und anderen helfen – der Staatsminister für Kultur und Medien, Bernd Neumann (CDU), hat sie begründet. Sie rückt “die traditionelle Kulturtechnik des Lesens in das Zentrum der Aufmerksamkeit”, berichtet die Frankfurter Rundschau. Aha. Im Internet wird demnach also nicht gelesen? Dann muss ich einer immensen Selbsttäuschung unterliegen: Ich könnte schwören, ich lese jede Menge online. Warum man sich nur auf bedrucktem Papier “profund und verlässlich über die wesentlichen politischen und gesellschaftlichen Debatten” informieren können soll, wird mir auch ein Rätsel bleiben. Vielleicht sollte man auch Herrn Neumann mal zeigen, wie man das Internet ausdrucken lässt. Ein Kollege von der CSU ist da sicherlich behilflich.

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3 Gedanken zu „Staat greift kränkelnden Printmedien unter die Arme

  1. Dass ausgerechnet die Frankfurter Rundschau angesichts dieser Aktion “Hurra!” schreit dürfte nicht weiter verwundern. Warum nicht gleich einen staatlichen Stützfonds für wirtschaftlich angeschlagene Printerzeugnisse ins Leben rufen? Schließlich kann man sich ja nicht immer nur von der SPD retten lassen. Man könnte fast froh sein, dass die Welt das erste Mal seit ihrer Gründung schwarze Zahlen schreibt, sonst käme der Axel Springer Verlag womöglich noch auf falsche Gedanken.

  2. Als verständliche Reaktion auf die Rundfunkgebühren sehe ich diese Aktion. Wenn der Staat via Rundfunkgebühren die öffentlich rechtlichen Sender im Internet unterstützt, warum sollte er dann nicht auch die Privatverlage unterstützen?

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