Chip: Online verdient mehr als Print

Betrachtet man nur die Einnahmen aus Werbung, so verdient der Online-Ableger des traditionsreichen Computer-Magazins “Chip” inzwischen mehr als die Print-Ausgabe. Das berichtet die Internet World Business heute. 9,1 Millionen Euro Umsatz hat Chip-Xonio demnach 2007 gemacht. Branchenbeobachter glauben, dass langfristig in fast allen Verlagshäusern die Prioritäten von Print zu Web wechseln werden, heißt es bei der Internet World Business weiter. Gefunden bei: turi2.

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(Coverfoto: © fizkes, depositphotos.com)

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4 Gedanken zu „Chip: Online verdient mehr als Print

  1. Vielleicht muss man sich nur abgewöhnen, Portale und Services im Netz als “Ableger” zu bezeichnen.

    Mit 31,6 Mio Visits (im März 2008) hat chip.de sich als eigenständig Medium etabliert … wenn sich das – intern und extern – noch nicht so richtig herumgesprochen hat.

  2. Naja: Auch wenn man groß wird, ist man noch immer das Kind seiner Eltern ;-)

    Aber es stimmt natürlich: Die erfolgreichen Portale haben mit ihren Namensgebern nicht viel gemein – würde ich mal kühn behaupten, ohne das jetzt wissenschaftlich-fundiert nachweisen zu können. Je eigenständiger man handeln kann, desto besser fürs Produkt. Sieht man jedenfalls an Chip.de und Spiegel Online, wie ich finde.

  3. Da haben Sie recht, aber ‘Ableger’ zu sein oder als solcher wahrgenommen zu werden, reicht zur eigenständigen Identitätsbildung nicht aus. Spätestens wenn Ihre Frau, Ihre Kinder, Ihre Freunde und Feinde Sie in erster Linie als ‘Ableger Ihrer Eltern’ wahrnehmen, wissen Sie, dass das nicht voll befriedigend ist.

    Haben Zeitschriften schon das Problem, dass sie ein wesentliches Merkmal eines Brands nicht erfüllen können, gleicher ‘Inhalt’, gleichbleibende Qualität, sondern ihr Versprechen mit jeder Ausgabe neu ‘erfüllen’ müssen, lässt sich eine Printmarke auch nicht direkt (und auf Dauer) auf ein Online-Produkt mit ganz anderer Gestalt und Inhalte, etc. übertragen (und umgekehrt). Eine vorhandene Printmarke muss also erst ‘überhöht’ werden, damit sie dann für so unterschiedliche Produkte und Dienstleistungen wie pMagazine, Online- oder Mobil Angebote und Services genutzt und wahrgenommen werden kann. Meine Empfehlung ist, die tatsächlichen und präsumtiven Nutzer bei der Umwertung von Print- zu Online-Marke nicht alleine zu lassen. In diesem Fall kann es natürlich eine Marke (manche sagen Leitmarke) CHIP geben, die muss aber dann für Print, Online, Mobile, Events eigene Marken-Persönlichkeiten abbilden.

    P.S.
    auch Spiegel.de und chip.de sind noch lange nicht am Ende der Fahnenstange angekommen, deshalb auch der Hinweis im ersten Kommentar, dass den Träger der Angebote noch weitgehende Anpassungen bevorstehen, mit denen man sich nicht so lange Zeit lassen sollte … bis andere, die ohne Rücksicht auf die ‘installierte Basis’ zu müssen, ein aktuelleres, attraktives und nützlicheres Angebot auf die Beine stellen.

  4. Vielen Dank für die sehr interessanten Ergänzungen.

    Aus meiner Sicht agieren zu viele Verlage noch mit einer “Handbremse im Kopf” und wollen durch Online-Aktivitäten mit (ihrer Meinung nach) unsicherem Ausgang nicht ihr angestammtes und bewährtes Printprodukt gefährden. Das kommt mir im Jahr 2008 zwar seltsam vor und entbehrt nebenbei auch einiger Logik, scheint aber weit verbreitet. Vielleicht wecken solche Zahlen wie bei CHIP ja mal den einen oder anderen Verlags-Chef auf…

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