3,5 Portale zum Podcasten per Handy

Zum Podcasten braucht man Mikrofon, Software und eine Website? Nicht unbedingt. Ein Handy reicht. Cellcast, 1000MIKES und PhoneCaster wollen das bewerkstelligen – immer, überall podcasten. Ausprobiert habe ich das noch nicht, aber die drei Portale möchte ich Euch gern kurz vorstellen. Und dann noch ein halbes. Vielleicht hat ja jemand von Euch einen Tipp, welches am besten ist.

Kandidat 1: PhoneCaster.de

Screenshot PhoneCaster.de
Optisch ist PhoneCaster ja nun gar nicht mein Fall, aber darauf kommt es erst einmal nicht an. Man kann hier Podcasts aufnehmen und beliebige Podcasts per Telefon abhören. Der UPLOAD-Podcast ist zum Beispiel unter 0931-66399-3328 abrufbar. Genial.

Um aufzunehmen, ruft man bei dieser Nummer an: 0355-28 92 58 99. Dann vergibt man eine Nummer (PIN) und bekommt eine Accountnummer angesagt. Anhand der eigenen Telefonnummer wird man identifiziert und kann nun loslegen.

Als weitere Services gibt es Telefonkonferenzen und eine Art Live-Mitmach-Radio, aber die Optionen dafür haben mich jetzt auf den ersten Blick etwas abgeschreckt.

Das alles ist jedenfalls vollkommen kostenlos und soll es auch bleiben, wie dieser Seite zu entnehmen ist. Mit dem gesammelten Daten wird demnach auch kein Unfug angestellt. Man mag es kaum glauben, aber vielleicht gibt es das ja wirklich noch…

Kandidat 2: 1000MIKES

Screenshot 1000MIKES
Etwas anders ist 1000MIKES gestrickt. Hier kommt es den Machern offenbar mehr auf die Community an, die aus dem Service entsteht. Statt von Podcasts ist hier von “Live-Berichten” die Rede. Denn: Es geht nicht nur um die fertig produzierte und herunterladbare Sendung wie bei Podcasts. Die “Kanäle” sind live zu hören und bei einigen kann man auch direkt mitmachen – wie bei einer der typischen Anrufsendungen im Radio.

Um eine eigene Sendung zu machen ruft man hier die 040-414 31 41 02 an. Vorher hat man sich registriert. Auch dieser Dienst ist selbst kostenlos – die Telefonate kosten natürlich die üblichen Gebühren für Anrufe im Festnetz.

Mehr Infos dazu findet Ihr in diesem Beitrag auf golem.de.

Kandidat 3: cellcast

Screenshot cellcast
Bei cellcast geht es wiederum ganz um den klassischen Podcast – nur eben von unterwegs. Besonderheit: Nicht nur Audio, auch Video ist möglich.

Für Audio ruft man auch hier eine der Nummern an, wird anhand der eigenen Rufnummer erkannt, gibt eine PIN ein und los geht’s.

Ein Video wird vom Handy per E-Mail an eine spezielle Adresse geschickt. Dort wandelt es der Service in ein Flash-Video um und es geht online.

Tipp am Rande: Wer von seinem Handy live Video streamen will, der nehme Qik. Hier gibt es auch eine entsprechende Chat-Funktion und zum Beispiel die Möglichkeit, einen Link auf den Stream automatisch bei Twitter zu veröffentlichen.

Und ein halber Kandidat: Twitsay

Screenshot Twitsay
Und wo wir gerade (mal wieder) bei Twitter sind: Twitsay ist die Audio-Erweiterung dazu, sozusagen. Auch hier meldet man sich an und kann dann per Telefon eine maximal 10 Sekunden lange Nachricht hinterlassen. Ganz im Sinne von Twitter ist hier also Selbstbeschränkung angesagt. Natürlich wird die neue Aufnahme dann automatisch auch bei Twitter verlinkt. Im Gegensatz zu den anderen hier genannten Angeboten ist die anzurufende Nummer keine Festnetznummer, sondern eine 0180-1-Nummer. Der Tarif soll einem Ortsgespräch entsprechen.

Fazit

Die Möglichkeit an sich finde ich spannend. Zu erzählen und zu berichten gibt es oft etwas, aber nicht jeder hat ein mobiles Aufnahmegerät und wenn doch, liegt es ja eh zu Hause ;-) Die Sprachqualität ist übers Telefon natürlich unter aller Kanone. Lange Podcasts würde ich mir mit dieser Technik nicht gern anhören wollen. Aber wenn man etwas aus dem mobilen Aspekt macht, kann es ganz spannend werden.

Jetzt neu: „Kanban – Die schnelle Einführung“

Kanban – Die schnelle Einführung
(Coverfoto: © fizkes, depositphotos.com)

Mehr über die Inhalte erfahren ...

 

8 Gedanken zu „3,5 Portale zum Podcasten per Handy

  1. Ich nutze ja schon ne ganze Weile Cellcast, aber lasse es in letzter Zeit eher schleifen. Mir fehlt einfach ein grundlegende Funktion, naemlich das neue Cellcast automatisch ins blog gepostet werden.

    Wie siehts denn mit phonecaster aus? Gibt es diese Moeglichkeit des Crosspostings da?

  2. Das habe ich bei keinen der Anbieter gesehen. Witzig: Vermisst hatte ich es auch ;-) Ich habe nur überlegt, ob die Hörer des normalen Podcasts es so gut fänden, wenn so ein Handy-Podcast dazwischen wäre. Aber trotzdem wäre es cool, wenn es diese Möglichkeit gäbe.

  3. Das Prinzip von 1000mikes ist erstaunlicher Weise nicht auf Geeks ausgelegt und findet Anwendung bei vielen nicht Internet affinen Menschen. Dadurch kommt zum Teil auch interessanter “Live”-Content zusammen. Aber auch anderes! ;)

  4. Ich finde die idee auch nicht schlecht, sogar ziehlich gut um ehrlich zusein. Aber ich denke das die Technik dafür noch nicht richtig ausgereift ist. Aber in ein paar jahren ist das bestimmt eine gute Alternative

  5. Kleine Ergänzung. Für jeden Anruf bei Twitsay bekommt man ein paar Sekunden gutgeschrieben, sodass man schlussendlich bis (glaube ich jetzt) zu einer Minute “podcasten” kann.

    Man kann sogar Twitsay für “praktische” Dinge nutzen. So habe ich über Anrufe bei Twitsay einen Photowalk in Wien begleitet Wer wollte konnte den Photowalk so per Audio mitverfolgen. Bei der nachträglichen Dokumentation hatte ich aufgrund der Zeitangaben auf Twitsay auch gleich die richtigen Daten – siehe meine Doku in meinem Blog http://snurl.com/3dnau

    Gerade solche Dienst laden zum experimentieren ein. Sinniges, unsinniges, Kunstprojekt – alles ist möglich.

  6. Vielen Dank für die Ergänzung! Das finde ich auch immer wieder spannend: Wie wird eine simple Anwendung von den Nutzern kreativ eingesetzt? Da können aus den einfachsten Funktionen sehr spannende Experimente entstehen.

  7. Genau. Ich weiß nicht mehr wer es sagte: “Eine Web 2.0 Anwendung ist erst dann spannend, wenn die User etwas damit tun, was die Macher nie beabsichtigt hatten”.

  8. Seit gerade eben kann man auf 1000MIKES vom PC aus in UKW-Radio-Qualität senden. Natürlich nur vom PC aus, wobei die Applikation fürs Handy mit Datenanbindung auch denkbar wäre!

    Grüße

Kommentare sind geschlossen.