Instagram Stories: Anleitung und Tipps für Unternehmen

Instagram Stories ist gestartet als Snapchat-Kopie und doch inzwischen einiges mehr. Das liegt vor allem am Umfeld: Instagram hat seinen Nutzern und vor allem Unternehmen sehr viel mehr zu bieten als Snapchat. Instagram ist zudem deutlich größer als Snapchat, es ist an Facebook angebunden und in vielerlei Hinsicht erwachsener. In dieser Anleitung für Instagram Stories fassen wir zusammen, was Sie über die neue Funktion wissen sollten und wie sie sich einsetzen lässt.

(Foto: Screengrab aus Instagrams Promovideo)

(Foto: Screengrab aus Instagrams Promovideo)

Diesen Artikel aus dem September 2016 haben wir zuletzt im März 2017 umfassend aktualisiert.

Eines muss man dem Instagram-CEO Kevin Systrom lassen: Er hat gar nicht erst versucht, das Vorbild für „Instagram Stories“ zu verleugnen. Im Hintergrundgespräch mit TechCrunch gab er unumwunden zu, dass Snapchat alle Ehre gebührt. Aber gut, es wäre auch sehr schwer geworden, diesen Zusammenhang abzustreiten. Schließlich ist sogar der Name gleich.

Die Instagram Stories kann man sich wie eine automatisch abspielende Präsentation mit Fotos und Videos vorstellen. Seine Werke kann man hier außerdem nicht nur mit den bekannten Instagram-Filtern aufpeppen, sondern auch schnell und spontan mit Schrift, Skizzen und anderen verspielten Elementen. Und wie bei Snapchat ist das alles auf Vergänglichkeit ausgelegt: Jedes Element einer Story ist nach 24 Stunden automatisch wieder verschwunden.

Nach einem simplen ersten Wurf hat Instagram das Feature schnell ausgebaut. Sogar Livevideos sind hier nun möglich.

Aber warum die Instagram Stories nutzen und nicht das Original? Das hat u.a. mit Instagrams Charakter und seinem Platz in der Social-Media-Landschaft zu tun.

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Instagrams Platz in der Social-Media-Landschaft

500 Millionen aktive Nutzer konnte Instagram im Juni 2016 vermelden. Satte 300 Millionen davon sind jeden Tag aktiv. In Deutschland sind es immerhin 9 Millionen aktive Nutzer, wie Instagram Anfang 2016 bekannt gab.

Zum Vergleich: Twitter/Vine haben nach eigenen Angaben 12 Millionen Nutzer pro Monat in Deutschland (Stand: März 2016). Allerdings sind damit nicht nur angemeldete Nutzer gemeint, sondern alle Internetnutzer. Weltweit haben Twitter und Snapchat jeweils etwa 150 Millionen täglich aktive Nutzer (Stand: Juni 2016). Damit ist Instagram also derzeit etwa doppelt so groß.

Und noch eine wichtige Zahl: Die Instagram Stories haben inzwischen 150 Millionen tägliche Nutzer (Stand: Januar 2017). Das bedeutet: Innerhalb kürzester Zeit haben Instagrams Stories dieselbe Reichweite wie das Vorbild Snapchat erreicht.

Letztlich hat sich Snapchat für viele Nutzer als ziemlich sperrig herausgestellt. Die Bedienung ist ungewöhnlich. Es ist schwer, andere Nutzer zu finden. Es gibt kaum Angebote für Unternehmen. Und die Tonalität von Snapchat als Plattform eignet sich längst nicht für jeden. Nur wer eine bestimmte, junge Zielgruppe erreichen will, ist hier richtig. Wer mehr wissen möchte: Siehe dazu unseren Themenschwerpunkt „Snapchat für Unternehmen“.

Zum Charakter von Instagram: Es ist ein mobil geborenes Social Network, bei dem sich alles ums Visuelle dreht – hauptsächlich Fotos, aber auch kurze Videos. Während es beim „klassischen“ Instagram um eine möglichst ausgefeilte und geschmackvolle Präsentation geht, fügen die Stories ein spielerisches Element hinzu, mit dem sich Vieles anstellen lässt, das vorher so nicht möglich war oder empfehlenswert gewesen wäre.

Video: Instagram Stories – Einführung für Unternehmen

Vieles lässt sich im Bewegtbild besser zeigen. Deshalb habe ich ein Video mit den wesentlichen Punkten und Tipps aus diesem Artikel produziert. Dort zeige ich Ihnen, wie die Stories aussehen, wie Sie eine anlegen und gehe am Schluss auch noch darauf ein, wie sie sich nutzen lassen.

Was Instagram Stories ist und kann

Hier nun meine Anleitung und Einführung:

Fotos und Videos für die Story aufnehmen

Für den Start wischt man entweder auf der Startseite der Instagram-App nach rechts oder nutzen das neue Kamera-Symbol oben links. Dadurch gelangt man zur neuen Kamerafunktion, die exklusiv für die Stories zuständig ist.

Für Fotos tippt man auf den Auslöser, für Videos belässt man den Finger auf dem Auslöser. Natürlich kann man sowohl die vordere als auch die hintere Kamera des Smartphones benutzen. Außerdem lässt sich der Blitz zuschalten und ein praktischer „Nachtmodus“ holt in Schummerlicht das Maximum heraus.

Tipps: Wenn Sie ein Video aufnehmen und den Finger nach oben bewegen, lösen Sie die Zoom-Funktion aus. Wählen Sie die Option „Hands-free“ und Sie müssen den Finger für Videos nicht auf dem Display lassen. Mit der Option „Boomerang“ wiederum nehmen Sie kurze Videos auf, die in Dauerschleife vorwärts und rückwärts abgespielt werden.

Übrigens können Sie auch Fotos und Videos hinzufügen, die bereits auf Ihrem Gerät gespeichert sind. Die Funktion ist ganz im Stile von Snapchat perfekt versteckt – aber hat man es sich einmal gemerkt, ist es praktisch: Man wischt einfach in der Kamera von unten nach oben oder umgekehrt. Auf diese Weise können Sie also auch Material vorbereiten und als Team zusammenarbeiten. Eine wichtige Einschränkung: Hier werden nur Inhalte aus den letzten 24 Stunden angezeigt.

Und nicht zuletzt können Sie in der Stories-Kamera auch Live-Videos starten. Diese sind nur sicht- und aufrufbar, solange sie dauern und werden nicht in der Story gespeichert. Was diese Funktion hier eigentlich zu suchen hat, ist nicht hundertprozentig klar. Aber sie ist da. Instagram wird übrigens immer nur einen Teil Ihrer Follower darüber informieren, dass Sie gerade live sind. Deshalb und aus weiteren Gründen ist ein wichtiger Ratschlag: Kündigen Sie Ihre Live-Sessions im Vorfeld an. Ansonsten wird Ihre Mühe verpuffen. Dazu können Sie natürlich wiederum ganz prima die Stories-Funktion nutzen – oder Ihr klassisches Instagram-Profil und andere Kanäle. Alles in allem erinnert die Live-Funktion schwer an Facebook Live oder Twitters Periscope. Die Nutzer können mit Kommentaren und Herzchen auf den Livestream reagieren.

Wer generell mehr über das Thema Livevideos wissen möchte, unabhängig von Instagram: Wir haben einen Artikel mit vielen Tipps zum mobilen Livestreaming sowie einen Beitrag mit Tipps für lockere und ansprechende Livevideos.

Bearbeiten und veröffentlichen

Vor dem Veröffentlichen lassen sich die Fotos und Videos bearbeiten. Einige der typischen Instagram-Filter stehen parat (man findet sich durch Wischen nach links und rechts).

Oben rechts finden Sie weitere Tools: Sie können Text hinzufügen und dabei übrigens auch andere Nutzer erwähnen – einfach über den @nutzernamen, wie an anderer Stelle auch. Der entsprechende Nutzer wird über diese Erwähnung informiert. In der Story selbst lässt sich der Name dann antippen und es geht eine Vorschau des Profils auf.

Wer mag, kann mit einigen Stifttools und Farben arbeiten, um Markierungen hinzuzufügen, etwas hervorzuheben oder seiner Kreativität freien Lauf zu lassen. Hat man den Stift ausgewählt, hat man oben drei verschiedene Varianten zur Auswahl (einen Filzstift, einen Marker und einen recht interessant aussehenden „Neonstift“). Unten kann man die Farben festlegen. Tipp: Durch Wischen nach links finden Sie zwei weitere Farbsammlungen. Halten Sie einen Farbkreis mit dem Finger gedrückt, wird sich nach einem Augenblick die komplette Farbpalette öffnen und Sie können ganz nach Belieben auswählen. Nach einem Tap auf das Symbol unten links neben den Farben öffnet sich ein Schieberegler: Darüber können Sie die Größe des Stiftes bestimmen.

Noch recht neu sind die Sticker (Smiley-Symbol). Über die obersten drei können Sie dabei Ihren aktuellen Standort, die Temperatur und die Uhrzeit hinzufügen. Tipp: Wenn Sie diese Sticker und einige ausgewählte andere nach dem Hinzufügen antippen, werden Ihnen weitere Varianten angezeigt wie beispielsweise eine analoge oder eine digitale Uhr. Im selben Bereich finden Sie außerdem allerlei Spielereien wie Hüte und Brillen bis hin zu Emojis. Kürzlich haben die Instagram Stories hier ein weiteres Snapchat-Feature übernommen: Geofilter. Hier nennt sich das Geosticker. Das sind gestaltete Sticker zu Orten, die nur sichtbar sind, wenn man sich auch an diesem Ort aufhält. So lange Sie nicht zufällig in New York City oder Jakarta sind, haben Sie aktuell Pech. Aber diese Funktion wird sicherlich bald ausgebaut. Gut denkbar zudem, dass sie wie bei Snapchat ebenfalls für Events genutzt wird oder von Firmen für Werbung genutzt werden kann. Offizielle Ankündigungen gibt es dazu aber nicht.

Texte, Emojis & Co. können Sie nach dem Hinzufügen übrigens nicht nur verschieben, sondern auch drehen, vergrößern und verkleinern – einfach mit den bekannten Smartphone-Fingergesten.

Ausgewählte Nutzer können auch Links hinzufügen. Dazu braucht man offenbar ein verifiziertes Profil und aktuell ist das Ganze als Test deklariert. Bislang hat Instagram ja eine geradezu berühmt-berüchtigte Abneigung gegen klickbare Links. Nur im Selbstbeschreibungstext auf der eigenen Profilseite hat man einen, ansonsten gibt es sie nirgends. In einer Story kann aber am unteren Rand der Hinweis „Mehr anzeigen“ auftauchen und mit einem Wisch nach oben geht ein interner Browser auf. Ob und wann dieses Feature für alle kommt, ist bislang nicht bekannt.

Ihr fertiges Werk können Sie speichern, zu Ihrer Story hinzufügen oder mit dem Pfeilsymbol an ausgewählte Nutzer direkt schicken. An dieser Stelle werden die Stories also plötzlich zum Messenger.

Gefällt Ihnen das alles nicht, finden Sie beim „X“ oben links den Notausgang.

Elemente löschen, Statistiken einsehen, Inhalte teilen

Ruft man seine eigene Story auf, sieht man am unteren Bildrand eine Zahl. Das sind die Abrufe. Tappen Sie einmal drauf, bekommen Sie eine Liste aller Nutzer angezeigt, die dieses Element angesehen haben. Außerdem können Sie es hier auf dem Gerät abspeichern, es auf dem eigenen Instagram-Profil posten oder ganz löschen. Übrigens können Sie eine Story auch als Ganzes auf Ihrem Profil teilen. Die entsprechende Funktion finden Sie hinter den drei Punkten, wenn Sie Ihre eigene Story aufrufen.

Wichtig: Nutzer können Ihre Story-Elemente nicht direkt kommentieren, aber eine Nachricht schicken. Das Problem: Sie bekommen keine Notification dazu, wenn Sie diesem Nutzer selbst nicht folgen. Deshalb unbedingt regelmäßig manuell in den Posteingang schauen (das Symbol oben rechts auf der Startseite oder auf dieser Startseite nach links wischen). Wäre doch schade, wenn jemand auf Ihre Story reagiert und Sie es erst Wochen später sehen…

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Aus Sicht eines Nutzers

Ruft ein anderer Nutzer die Story auf, werden alle Elemente eins nach dem anderen angezeigt. Kleine Balken am oberen Rand zeigen, wie viele Elemente es gibt und wie lange das aktuelle noch angezeigt wird. Fotos werden bis zu fünf Sekunden lang angezeigt, Videos bis zu 15 Sekunden. Man kann auch manuell vor- und zurückspringen (durch Tippen auf der linken oder rechten Seite) oder zur Story des nächsten oder vorherigen Nutzers wechseln (durch Wischen nach links oder rechts). Geht einem das alles zu schnell, lässt man den Finger auf dem Display – schon wird alles pausiert.

Ist man auf der Startseite der App, sieht man oben die Stories aller Nutzer, denen man folgt. Ein bunter Kreis um das Profilbild zeigt an, dass es neue Inhalte gibt, die man noch nicht gesehen hat. Wie die Stories sortiert werden, ist nicht genau bekannt. Es wird aber vermutet, dass mit einbezogen wird, wie aktiv man auf Facebook vernetzt ist. Gut möglich, dass Instagram die Interaktionen mit den Stories direkt ebenfalls mit einbezieht. Aber das ist aktuell alles noch Spekulation.

Generelles

Wie bei Snapchat bleiben alle Inhalte für 24 Stunden erhalten, bevor sie sich von selbst löschen. Man kann seine Fotos und Videos vorher manuell auf dem Gerät speichern oder dem eigenen Instagram-Profil hinzufügen. Sie können in den Optionen (Zahnrad-Symbol in der Stories-Kamera) auch festlegen, dass alle Fotos und Videos parallel auch auf Ihrem Gerät abgespeichert werden.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist, dass die Instagram Stories ein separates Feature innerhalb von Instagram sind. Man hat deshalb beispielsweise zwei separate Kamera-Funktionen in der gleichen App. Beide Kameras sehen unterschiedlich aus, funktionieren unterschiedlich und bedienen zwei sehr unterschiedliche Teile von Instagram.

Insgesamt gesehen ergibt es aber durchaus Sinn, das Stories-Feature in Instagram zu integrieren. Es erweitert meiner Meinung nach auf stimmige Art und Weise, was Instagram ist. Normalerweise geht es hier schließlich um besonders schöne, intelligente oder kreative Fotos, die in der Regel für sich alleine stehen. Manche Profi-Instagramer inszenieren gar jedes einzelne Bild. Mit dem Stories-Feature wird das etwas entschärft: Man kann und soll auch mal einfach Fundstücke abbilden, einen kurzen Gedanken in die Kamera sprechen etc. Es muss nicht alles durchgestylt sein. Zugleich kann man über mehre aufeinanderfolgende Elemente auch einen Verlauf zeigen – eine Story eben.

Es ist dabei zu erwarten, dass sich auch die Stories „professionalisieren“. Denn wer viel Zeit und Mühe investiert, kann damit ebenso wie bei Snapchat interessante Dinge anstellen. Um es auf eine Formel zu bringen: Amateurhaftigkeit wird verziehen, Professionalität zieht aber auch hier.

Was sich damit als Unternehmen, Institution, Freelancer anstellen lässt

„Storytelling“ ist das Schlagwort, das einem hier logischerweise sofort einfällt. Also Geschichten erzählen im Netz, die bestenfalls nur indirekt Marketing sind. Geschichten, die unterhalten, die informieren oder beides. Man kann mit den Fotos in einer Reihe sehr einfach solchen Geschichten erzählen. Mit den Mini-Videos eines nach dem anderen geht das je nach Thema noch besser. Und die Profis werden alles geschickt kombinieren. Dann ergibt sich eine lebendige, interessante Story. Aber Sie merken schon: Ganz so spontan und aus dem Handgelenk läuft das dann alles auch nicht mehr ab. Hier kommt es am Ende wie immer sehr darauf an, was zu Ihnen, Ihrem Unternehmen und Ihrer Marke passt. Sie müssen die Instagram Stories nicht verwenden und Sie müssen Sie nicht auf eine bestimmte Weise verwenden. Ausprobieren lohnt sich aber auf jeden Fall.

Ansonsten gelten die gleichen Ratschläge wie bei Snapchat. Anregungen dazu wie gesagt in unserem Themenschwerpunkt „Snapchat für Unternehmen“. Denken Sie an Dinge wie:

  • Zeigen Sie Blicke hinter die Kulissen. Wer arbeitet an Ihren Produkten? Woran arbeiten Sie gerade generell? Wie sieht Ihr Alltag aus?
  • Erklären Sie etwas aus Ihrer Branche. Geben Sie eine Anleitung. Posten Sie nützliche Tipps und Tricks.
  • Vermitteln Sie Atmosphäre zum Beispiel bei einer Veranstaltung.
  • Achten Sie wie auch andernorts darauf, dass Ihre Aktivitäten zum Image Ihres Unternehmens passen und die gewünschte Zielgruppe ansprechen.

Um sich anregen zu lassen, können Sie übrigens einfach den „Explore“-Bereich (die Lupe) nutzen. Dort finden Sie nicht nur Fotos und Videos aus dem „klassischen“ Instagram, sondern oben auch eine Leiste mit empfohlenen Stories.

Die Unterschiede und Stärken gegenüber Snapchat

Jetzt stellt sich die Frage: Instagram Stories oder Snapchat Stories? Beides scheint auf den ersten Blick gleich. Aber es gibt einige Unterschiede und Instagram hat generell Stärken gegenüber Snapchat. Meine Gedanken dazu:

  • Die Zielgruppen sind andere. Snapchat erreicht sehr junge Menschen. Instagrams Nutzer sind älter.
  • Instagram ist wie oben erwähnt derzeit etwa doppelt so groß.
  • Instagram hat inzwischen Business-Profile eingeführt. Hier bekommt man bspw. statistische Auswertungen. Sehr nützlich!
  • Überhaupt Profile: Nutzer sind sehr viel einfacher auffindbar. Es gibt diverse Wege, um sich bekannt zu machen. Siehe dazu unseren ausführlichen Instagram-Artikel mit vielen Tipps und Hinweisen dazu, wie man mehr Instagram-Follower gewinnt.
  • Instagram hat Facebook im Rücken und ist schon länger an Facebook Ads angebunden. Man kann hier also auch leicht Anzeigen schalten. Torsten Materna zeigt in einem ausführlichen Artikel, wie Sie auf Instagram Werbung schalten können.
  • Die Inhalte sind bei Instagram nicht allein in der App zu finden, sondern auch im Web.
  • Wer will, kann besonders gelungene Schnappschüsse und Videos sehr einfach dauerhaft im eigenen Profil speichern. Hier geht Snapchat gerade mit dem „Memories“-Feature in eine ähnliche Richtung: Die so gespeicherten „Snaps“ sind aber derzeit nur für den jeweiligen Nutzer sichtbar.

Aus meiner Sicht ist Instagram das ausgereiftere Angebot. Logisch: Es ist ja auch schon ein gutes Stück älter. In den letzten zwölf Monaten hat es zugleich stark Gas gegeben: neues Logo und neues App-Design, algorithmischer Feed, Business-Profile und -Werkzeuge sind hier nur einige Beispiele.

Hier stelle ich Instagram aus Unternehmenssicht insgesamt vor:

Fazit und Ausblick

Die Instagram Stories sind aus meiner persönlichen Sicht dazu da, um Snapchats Wachstum auszubremsen – vor allem bei Zielgruppen von 25 Jahren an aufwärts. Zudem kopiert es ein Feature, das offensichtlich gut ankommt und viel Potenzial hat. Der Trend geht hin zu „Dark Social“, wie auch schon in unserer Ausgabe zum Marketing der Zukunft zu lesen war: Nutzer ziehen sich aus dem öffentlichen Teil des Social Webs zurück. Messenger sind hier ein großer Trend und „ephemere“ Dienste wie Snapchat, bei denen die Inhalte von allein wieder verschwinden. Facebook will nicht zurückfallen. Deshalb haben sie den Messenger zum eigenständigen Dienst gemacht und deshalb haben sie WhatsApp gekauft.

Ihre Investition in Instagram hat sich inzwischen zigfach bezahlt gemacht. 1 Milliarde US-Dollar haben sie 2012 bezahlt. Das erschien vielen verrückt, denn Instagram war gerade einmal 18 Monate alt, hatte 13 Mitarbeiter und 30 Millionen Benutzer. Vier Jahre später sieht die Rechnung nun ganz anders aus.

2013 wollte Mark Zuckerberg den Trick mit Snapchat wiederholen und bot 3 Milliarden US-Dollar. Snapchat-CEO Evan Spiegel lehnte ab.

Mit Instagram Stories hat Facebook nun endlich, was es damals wollte. Facebooks frühere Anläufe für einen Snapchat-Konkurrenten wie die Apps „Poke“ und „Slingshot“ waren Flops. Mit Instagram Stories könnten Mark Zuckerbergs Leute diesmal die richtige Formel gefunden haben. Aus meiner Sicht ergänzt dieses Feature Instagram sinnvoll.

Jetzt entscheiden die Nutzer.

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Artikel vom 12. März 2017