Google Search Console: Alles, was Sie über das kostenlose Tool wissen müssen

Es gibt eine ganze Reihe von kostenfreien und kostenpflichtigen Tools, die wertvolle Unterstützung zur Suchmaschinenoptimierung liefern. Ein Tool wird dabei regelmäßig nicht im vollen Umfang genutzt: Google Search Console. Stephan Czysch, Autor des Fachbuchs „SEO mit Google Search Console“, stellt Ihnen das kostenfrei von Google angebotene Tool vor und hat einige Tipps auf Lager.

(Foto: Patryk Grądys, Unsplash)

Diesen Beitrag vom Februar 2017 hat der Autor zuletzt im Juni 2019 umfassend aktualisiert und an die neueste Version der Google Search Console angepasst.

Was ist die Google Search Console?

Die Google Search Console, im Artikelverlauf mit GSC abgekürzt, ist ein kostenloses Analyse-, Konfigurations- und Monitoringtool für Websites von Google. Für bestätigte oder von anderen Personen freigegebene Websites erhalten Webmaster darüber Daten zu einem Webauftritt. Angezeigt werden unter anderem Suchanfragen, zu denen die Website in der unbezahlten (organischen) Google Suche gefunden wird sowie Crawling-Fehler. Dazu lässt sich mit der Search Console überwachen, ob Seiten für Mobilgeräte optimiert sind oder strukturierte Daten fehlerfrei eingebaut wurden. Durch den großen Funktionsumfang richtet sich das Tool gleichermaßen an Webmaster als auch an Entwickler. 

Im Mai 2015 erfolgte die Umbenennung der damaligen Google Webmaster Tools in Search Console. Unter https://search.google.com/search-console/about?hl=de ist ein Zugriff darauf möglich. Im Jahr 2018 hat Google damit begonnen, die Search Console grundlegend zu überarbeiten. Aktuell existieren die neue und alte Search Console noch parallel, wobei bereits neuaufgelegte Funktionen nur noch in der neuen Version erreichbar sind. 

Warum bietet Google ein SEO-Tool an?

Welches Interesse kann Google daran haben ein Tool zur Verfügung zu stellen, das Webmastern bei der Suchmaschinenoptimierung hilft? Google agiert aus Eigennutz, denn der Suchmaschinenanbieter möchte möglichst hochwertige Seiten in den Suchergebnissen platzieren – und dafür braucht Google Unterstützung der Webmaster. Denn sind Nutzer mit den Suchergebnissen zufrieden, nutzen Sie die Google Suche regelmäßig(er) – und Google kann über bezahlte Anzeigen („Google Ads“, ehemals Google AdWords) Umsätze generieren.

Die in der Search Console angezeigten Daten muss Google zudem nicht separat erheben, denn diese fallen bei Googles Aktivitäten zur Erfassung des Internets sowieso an. Und Google ist bewusst, dass (professionelle) Webmaster wissen möchten, auf welchen Positionen ihre Webseiten für relevante Suchanfrage erscheinen. Entweder diese Daten werden von – meist kostenpflichtigen – SEO-Tools automatisiert abgefragt (was übrigens gegen die Google-Richtlinien verstößt), oder Google stellt die Daten zur Verfügung.

Wie erhalte ich Zugriff auf die Google Search Console?

Sie möchten vermutlich sehr gerne wissen, wie häufig ein Wettbewerber über die Google-Suche Zugriffe erhält, oder? Doch diese Daten stellt Google nur dem jeweiligen Webmaster selbst zur Verfügung.

Um Zugriff auf die Daten einer Website zu erhalten, sind folgende Voraussetzungen zu erfüllen:

  • Sie benötigen ein kostenloses Google-Konto und
  • die Inhaberschaft der Website muss durch das Hochladen eines Schlüssels bestätigt werden.

Der Bestätigungsschlüssel lässt sich auf verschiedenen Wegen auf der Website integrieren. Welche Verifizierungsmethoden Google anbietet können Sie in diesem Hilfe-Artikel nachlesen. Dort finden Sie zudem Unterstützung bei häufigen Fehlern. Doch keine Panik: Die Google Search Console Verifizierung geht leicht von der Hand!

Diese vier Funktionen sollten Sie verwenden

Die Google Search Console bietet so viele Funktionen, um damit komplette Bücher zu füllen – zum Beispiel meins. Um Ihnen einen ersten Eindruck über den Funktionsumfang dieser Toolsammlung zu geben, stelle ich Ihnen nachfolgend vier wichtige Funktionen vor.

1. Leistung: Zu welchen Suchanfragen wird Ihre Website gefunden?

Eine gute Platzierung allein – zu hoffentlich regelmäßig nachgefragten Keywords – bringt noch keine Besucher, ist aber eine Spitzenvoraussetzung für viele kostenlose Zugriffe. Die aktuelle Position für einzelne Suchanfragen zu erfahren, ist eine der häufigsten Anwendungsfälle für SEO-Tools. Doch leider haben diese Werkzeuge das Problem, dass sie nur Positionen ausgeben können, aber keine Daten haben zur aktuellen Nachfrage (z.B. steigt das Suchvolumen für Winterjacken im Jahresverlauf an) oder den Besucherzahlen. Hier kommt der Leistungsbericht der Google Search Console ins Spiel.

Leistungsbericht
Abbildung 1: Welche Suchanfragen liefern Besucher? Der Leistungsbericht beantwortet diese Frage

Google erlaubt es, die organischen Zugriffe auf die eigene Website anhand folgender Dimensionen zu analysieren:

  • Suchanfrage
  • Seite
  • Länder
  • Gerät
  • Darstellung der Suche

Dazu lassen sich diese Metriken (Werte) anwählen:

  • Klicks
  • Impressionen
  • Klickrate (CTR: Click-Through-Rate)
  • Durchschnittliche Position

Unter „Impression“ ist dabei die Anzeige einer Adresse der analysierten Website in den unbezahlten Suchergebnissen zu verstehen. Erscheint die eigene Website für eine Suchanfrage an drei unterschiedlichen Tagen jeweils zehn Mal in den Suchergebnissen, dann hat die Seite für dieses Keyword 30 Impressionen erzielt.

Wie genau sich die vier genannten Werte berechnen, können Sie in diesem Hilfeartikel nachlesen. Nehmen Sie sich dafür die Zeit, denn das hilft, Missverständnisse und Fehlinterpretationen der Daten zu vermeiden.

Mit dem Leistungsbericht lassen sich sehr viele Fragen rund um das Abschneiden der eigenen Website in der Google-Suche beantworten. So zeigt die folgende Abbildung, wie sich die Zugriffe auf die unterschiedlichen Geräteklassen verteilen.

Filterung des Leistungsberichts
Abbildung 2: Wie viele unbezahlte Zugriffe über die Google-Suche für diese Website bereits über Mobilgeräte stattfinden beantwortet diese Filterung des Leistungsberichts.

Die Daten sind dabei von Branche zu Branche deutlich unterschiedlich. Bei der Beispielwebsite sind Mobilgeräte für den Großteil der Besucher verantwortlich.

Über die Filter lassen sich die Daten nicht nur einschränken, sondern miteinander vergleichen, beispielsweise nach Geräten. In der nachfolgenden Abbildung wurde die Entwicklung einer einzelnen Suchanfrage zwischen Desktop und Mobilgerät gegenübergestellt. Bei der Suchanfrage dominiert mobil deutlich, die Position der Seite ist auf Desktopgeräten allerdings besser. 

Keywordleistung-Vergleich
Abbildung 3: Über Vergleiche lassen sich spannende Analysen im Leistungsbericht der Google Search Console durchführen.

Die Daten lassen sich aus dem Tool herunterladen. Dazu ist ein Klick auf den Pfeil oberhalb der Tabelle notwendig. Leider exportiert Google nur die angezeigten Daten. Das Problem: Wenn Sie analysieren möchten, auf welcher Seite Nutzer für einzelne Suchanfragen einsteigen, dann geht das mit den Standardexporten nicht. Abhilfe schafft hier die Google Search Console API, die Sie über z.B. das kostenlose Tool Search Analytics for Sheets abfragen können. 

Der Leistungsbericht lässt sich für eine ganze Reihe weiterer Anwendungsfälle und Fragen einsetzen. Mit wenigen Klicks können Sie z.B. analysieren:

  • Welche Seiten besonders häufig über die organische Suche besucht werden.
  • Wie hoch die Klickrate für einzelne Suchanfragen ist.
  • Bei welchen Keywords Sie Positionen gewonnen (oder verloren) haben.

Beschäftigen Sie sich am besten intensiv mit diesem GSC-Bericht, denn er wird Ihnen enorm viele Informationen über Ihre Website und noch brachliegende Potenziale liefern!

2. URL-Überprüfung: Kann eine Seite fehlerfrei aufgerufen werden & mehr

Damit eine Seite über die Google-Suche überhaupt gefunden werden kann, muss diese im sogenannten Google Index vorliegen. Der Google Index ist stark vereinfacht gesagt eine Datenbank aller der Suchmaschine bekannten Adressen.

Um die Indexierung von einzelnen Seiten zu prüfen oder um neue oder aktualisierte Inhalte an den Index zu senden, können Sie die Funktion „URL-Überprüfung“ nutzen.

URL-Überprüfung
Abbildung 4: Die abgefragte Adresse ist im Google-Index enthalten und wurde am 21. Mai letztmalig von Google besucht.

Aus diesem Bericht lassen sich sehr viele Informationen gewinnen. So zeigt „Letztes Crawling“ an, wann die Adresse letztmalig von Google besucht wurde. Ein älteres Datum ist dabei kein Problem – zumindest dann, wenn es seit dem letzten Zugriff durch Google keine Veränderung an der Seite gegeben hat. Falls Sie die Seite zwischenzeitlich aktualisiert haben, dann können Sie Google über das Tool über die Aktualisierung informieren. Dazu ist ein Klick auf „Indexierung beantragen“ notwendig.

Zudem lassen sich folgende weiteren Informationen aus dem Bericht ablesen:

  • Die Seite ist gerade indexiert.
  • Sie ist in zwei XML-Sitemaps enthalten.
  • Google hat die Seite auf den Mobile-First Index umgestellt (erkenntlich an „Gecrawlt über“).
  • Die Seite ist aktuell erreichbar.

Außerhalb des Screenshots sind noch weitere Informationen zu finden. So zeigt Google in dem Bericht an, dass die Seite aktuell für Mobilgeräte optimiert ist.

Für eine weitere Analyse der Seite ist ein Klick auf „Gecrawlte Seite anzeigen“ notwendig. Anschließend zeigt Google den Seiteninhalt an, der beim letzten Aufruf der Adresse zu finden war. Spannend wird diese Funktion in Kombination mit „Live-URL testen“. 

Durch Betätigung dieses Buttons wird die Adresse umgehend von Google angesteuert und zudem ein optisches Abbild der Seite erzeugt. Dadurch ist es möglich, die Seite so zu sehen, wie sie sich optisch für Google darstellt. Dies hilft, Problem durch z.B. nicht abrufbare Bilder zu identifizieren.

Index-Abdeckung Rendering
Abbildung 5: Beim Abruf der CSS-Dateien gab es ein Problem. Deshalb ist die Seite nicht mobilfreundlich.

Sind im erstellten Screenshot deutliche Unterschiede zu sehen, dann sollte Sie die Website überprüfen. Kann Google auf alle Bilder zugreifen? Sind alle CSS-Dateien zur Darstellung der Inhalte abrufbar? Hat Google Probleme bei der Ausführung von JavaScript?

Nutzen Sie die Funktion, um Google über aktualisierte oder neu erstellte Inhalte zu informieren. Denn es kann durchaus einige Stunden, Tage oder gar Wochen dauern, bis Google durch das normale Crawling die Änderungen mitbekommt – und in der Zwischenzeit werden Sie nicht für die neuen Inhalte gefunden.

Das leitet direkt über zur Index-Abdeckung.

3. Index-Abdeckung: Welche Seiten sind (nicht) indexiert

Die Index-Abdeckung ist eine weitere spannende Funktion, da sie Einblicke darüber gewährt, welche Inhalte der Website im Google-Index vorhanden sind. Hier ist weder mehr noch weniger pauschal besser, denn es kommt alleine auf die Qualität der Inhalte an. Diese sollten Nutzerbedürfnisse beantworten – ansonsten sind sie leider kein relevantes Ergebnis.

In diesem Google Search Console Bericht werden Probleme bei der Indexierung in unterschiedliche Kategorien eingeteilt. 

Index-Abdeckung
Abbildung 6: Im Moment sind über 500 Adressen von der Indexierung ausgeschlossen – ein Problem?

Bei der Beispielwebsite sind aktuell 148 Seiten ohne Fehler von Google indexiert worden und 578 Adressen sind der Suchmaschine zwar bekannt, wurden allerdings von der Indexierung ausgeschlossen. Um zu erfahren warum genau, ist ein Blick in die Tabelle notwendig. 

So hat Google einen ansteigenden Trend an Seiten festgestellt, die durch die „Noindex“-Angabe von der Indexierung ausgeschlossen wurden. Diese Angabe wird von Webmastern (in der Regel) bewusst gesetzt, um einzelne Seiten nicht über Suchmaschinen auffindbar zu machen. Gründe hierfür sind beispielsweise kopierte oder veraltete Inhalte (z.B. Pressemeldungen). Beispielhaft habe ich die Daten zum Hinweis „Seite mit Weiterleitung“ aufgerufen. Offensichtlich leiten die in diesem Bericht genannten Adressen auf andere Adressen weiter – soweit kein Problem, wenn das vom Webmaster so gewünscht ist.

Index-Abdeckung Weiterleitungen
Abbildung 7: Alles wie gewünscht, denn die Adressen sollen weitergeleitet werden.

Was ist der Erkenntnisgewinn? In diesem Fall weiß ich als Webmaster, dass meine eingerichteten Weiterleitungen wie gewünscht aktiv sind. Würde die Werte im Diagramm plötzlich fallen, dann wäre das vermutlich ein Problem – worüber mich Google über den Bericht bzw. den Datenrückgang informiert.

Wie für die anderen Berichte auch gibt es für die Indexabdeckung viele Anwendungsfälle, von der Identifikation von Crawling-Fehlern („404-Fehler“) bis hin zu blockierten Adressen. Die Daten (bis zu 1.000 werden angezeigt) können wie aus anderen Berichten bekannt gefiltert oder heruntergeladen werden. 

Der Bericht ist direkt mit der Funktion „Sitemaps“ verbunden und erlaubt, die Daten basierend auf einzelnen Sitemaps zu analysieren. Was genau eine XML-Sitemap ist und wofür Sie diese benötigen, erfahren Sie in diesem Artikel.

4. Links: Wie sind Ihre Inhalte erreichbar?

Die letzte Funktion der Google Search Console, die ich Ihnen vorstellen möchte, ist die Funktion Links. Wann immer Sie durch einen Klick auf eine andere Webseite gelangen, sind Sie einem Link gefolgt. Verlinkungen sind für die Suchmaschinenoptimierung weiterhin enorm wichtig – und Links für Ihre Website hoffentlich eine regelmäßige Besucherquelle. Denn wenn Sie regelmäßig Besucher über Verweise von anderen Websites erhalten, dann zeigen Links von reichweitenstarken Seiten auf Ihre Inhalte. So soll es sein!

In diesem letzten Bericht sind sowohl interne, als auch externe Verlinkungen zusammengefasst. Beide Linkarten sind für den SEO-Erfolg wichtig – die externen Links sind allerdings stärker gewichtet. Denn es ist viel einfacher einen Link zu eigenen Inhalten innerhalb der eigenen Website zu setzen, als von einem fremden Webmaster verlinkt zu werden.

Interne Links, externe Verlinkung
Abbildung 8: Der Links-Bericht der Search Console erlaubt Einblick in die Verlinkungsstruktur der Website. Beachte Sie den Download-Button oben rechts.

Die Linkdaten sind im Bericht in verschiedene Gruppen unterteilt. Neben den am meisten verlinkten Seiten sehen Sie die häufigsten Linkgeber sowie die verwendeten Ankertexte. Ankertexte sind dabei die Worte, mit denen von einer Seite auf eine andere verlinkt wird. Beachten Sie im oberen rechten Bereich den Download-Button, über den die externen Linkdaten einfach in Tabellenform exportiert werden können.

Auf ans Werk: Erkunden Sie die Google Search Console!

Ich hoffe, dass Ihnen dieser Artikel das Potenzial der Google Search Console nähergebracht hat. Die GSC ist das einzige SEO-Tool, bei dem die Daten direkt von Google kommen. Warum auf diese Daten verzichten? 

Besonders der Leistungsbericht liefert viele spannende Informationen über eine Website und Optimierungserfolge, beispielsweise über bessere Seitentitel, lassen sich schnell nachvollziehen. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass Google die Search Console als Kommunikationskanal nutzt – bei Fehlern und Problemen schickt Google eine Benachrichtigung und Sie sollten sich je nach Schwere des Problems daran machen, diese Fehler zu korrigieren.

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