WordPress und SEO: Die Website für Google & Co. optimieren

WordPress bietet schon von Haus aus eine recht gute Grundlage für eine Website, die bei Suchmaschinen wie Google gut ankommt. Aber es bleiben trotzdem einige Wünsche offen, die sich mit einem Plugin wie wpSEO erfüllen lassen. Vladimir Simovic erklärt Ihnen in diesem Beitrag, warum SEO wichtig ist und wie Sie Ihre WordPress-Website für Google und Co gezielt verbessern.

(Illustration: © Style-Photography – Fotolia.com)

Einführung

Bei vielen meiner Kollegen aus der Entwickler-Ecke rufen die Wörter „SEO“ und „Suchmaschinenoptimierung“ keine guten Assoziationen hervor. Und das hat im Wesentlichen zwei Gründe.

Erstens kommt es zustande durch einige Menschen aus der SEO- und der PR-Branche, die sich in der Vergangenheit aktiv als Kommentar-Spammer betätigt haben und die Betreiber von Websites außerdem mit E-Mails traktiert haben, um sich einen Link zu erschleichen. Das hat nicht nur Webworker außerhalb der SEO-Szene, sondern auch sehr viele SEOs verärgert, die ihre Arbeit sauber und gewissenhaft durchführen.

Der zweite Aspekt ist,  dass die Suchmaschinenoptimierung ein ähnliches Problem wie die Ernährungswissenschaft hat: Sehr viele Rückschlüsse basieren auf reinen Beobachtungen und hier läuft man Gefahr, Korrelation und Kausalität zu verwechseln. In der Praxis bedeutet das: Während ich bei HTML, CSS, JavaScript und PHP ohne Probleme eine Testreihe durchführen kann, die sofort für jeden nachprüfbare Ergebnisse liefert, können sich die Auswirkungen meiner SEO-Maßnahmen erst in Tagen oder Wochen manifestieren und es lassen sich nur schwer die tatsächlichen Ursachen identifizieren. Man kann also häufig nicht eindeutig sagen: Hat sich mein Ranking in den Suchmaschinen wegen der getätigten Maßnahme geändert oder trotz meiner Maßnahme oder wurde ein ganz anderer Faktor von der Suchmaschine berücksichtigt? Hierbei sollte man auch erwähnen, dass zum Beispiel Google mindestens 200 Faktoren berücksichtigt, die das Ranking einer Website ausmachen können.

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Doch egal wie man zum Thema SEO steht: Die Suchmaschinenoptimierung einer Website ist ein wichtiges Instrument wenn es darum geht, die Reichweite der Website zu erhöhen. Auch wenn man sich sehr aktiv um alternative Besucherquellen kümmert, wird es in den allermeisten Fällen darauf hinauslaufen, dass ein großer Teil der Besucher über die Suchmaschinen kommt. Selbst bei großen Zeitungs- und Zeitschriftenportalen kommen viele Besucher direkt über Google: Bei Zeit.de sind das 20,5%, bei NZZ.ch 27,2% und bei t3n.de sogar knapp 42%. Dabei darf man nicht vergessen, dass diese Portale ein Budget für Werbemaßnahmen haben, sowie über eine starke Präsenz in sozialen Netzwerken und große E-Mail-Verteiler verfügen. Bei Webprojekten von Normalsterblichen geht der Anteil der Google-Besucher weit über die 60% hinaus.

Wichtig ist darüber hinaus, dass man die Prioritäten richtig setzt. Die Suchmaschinenoptimierung einer Website besteht grob aufgeteilt aus zwei Bereichen: On-Page- und Off-Page-SEO. Mit „On Page“ meint man die Optimierungen an der Website selbst und mit „Off Page“ meint man die Maßnahmen, die außerhalb passieren, wie zum Beispiel die Suche nach neuen Linkquellen.

Die On-Page-Optimierung ist das Fundament und erst wenn diese gut umgesetzt ist, lohnt es sich, dass Sie sich um die Off-Page-Optimierung kümmern. Viele Betreiber von Websites kümmern sich allerdings zu wenig um das Fundament, was nicht zuletzt daran liegt, dass dieser Bereich recht techniklastig ist und einen erfahrenen Webentwickler voraussetzt.

Wer mehr über dieses Thema erfahren will, dem sei der UPLOAD-Schwerpunkt „Suchmaschinen-Optimierung“ empfohlen. Darin: Tipps zur Google Search Console, SEO-Tools im Vergleich, erfolgreiche Texte sowie die wichtigsten SEO-Trends 2017. Das alles gibt es auch als E-Book für 4,99 Euro.

Die Bordmittel von WordPress

WordPress hat bereits mit seinen Bordmitteln gute Möglichkeiten, um eine Website für Suchmaschinen zu optimieren. Die einzelnen Beiträge werden passend mit rel=”canonical” ausgezeichnet, man kann „sprechende“ Permalinks erzeugen lassen und man hat die Möglichkeit, Überschriften und Zwischenüberschriften einzufügen. Aus den Hauptüberschriften, also den Überschriften der Seiten und der Beiträge, werden automatisch die Seitentitel generiert, also der Inhalt des jeweiligen title-Elements.

So weit, so gut. Dennoch fehlen weitere wichtige Möglichkeiten. Beispiele:

  • So kann man den Seitentitel nicht unabhängig von der Hauptüberschrift wählen.
  • Man kann keine Meta-Descriptions, also eine Beschreibung, eingeben. Diese ist wichtig, da sie in den Suchergebnissen angezeigt wird. Es ist deutlich aussagekräftiger, wenn dort eine individuell verfasste Beschreibung steht, als wenn die Suchmaschine automatisch einen beliebigen Textabschnitt aus dem Artikel dafür wählt.
  • Man kann ebenfalls nicht die Indexierung und die Verfolgung der Verweise auf Unterseiten beeinflussen. Diese Funktion wird allerdings häufig benötigt, um zum Beispiel Archive von der Indexierung auszuschließen und auf diese Weise mehr Aufmerksamkeit den einzelnen Artikeln und Unterseiten zu schenken.
  • Außerdem kann man von Haus aus keine xml-Sitemap erzeugen, die den Suchmaschinen hilft, die Website auszulesen. Je nach dem welches SEO-Plugin man einsetzt, ist diese Funktion integriert oder man muss auf ein separates Plugin zurückgreifen.

Welche SEO-Plugins für WordPress gibt es?

Sehr häufig werden in diversen Blogbeiträgen die Plugins Yoast SEO und All in One SEO Pack empfohlen, was an sich nicht verwundert, da es sich schließlich um die zwei populärsten SEO-Plugins handelt.

Aber sind es auch die besten? Das wage ich ein bisschen zu bezweifeln, was zum einen daran liegt, dass sie beide in der Vergangenheit durch Sicherheitslücken aufgefallen sind – einfach nach Pluginname vulnerability suchen – und dass ich einige Installationen reparieren musste, bei denen es nach einem Update von Yoast SEO Fehlfunktionen an der WordPress-Installation gab.

Ich persönlich nutze und empfehle seit gut sieben Jahren das kostenpflichtige, deutsche Plugin wpSEO. Es bietet eine ähnliche Funktionalität wie die beiden anderen vorher genannten Erweiterungen, ist aber im Gegensatz dazu in der Vergangenheit nicht unangenehm aufgefallen. Wer es ausprobieren möchte, der kann das Plugin zehn Tage lang kostenlos testen.

Wichtige Funktionen von wpSEO

Wirklich alle Funktionen von wpSEO vorzustellen, würde den Rahmen diesen Artikels sprengen. Daher konzentriere ich mich auf die Funktionen, bei denen ich der Meinung bin, dass sie wichtig sind und Sie und Ihr Projekt weiterbringen können. Alle Funktionen haben übrigens sowieso einen passenden Eintrag in der Dokumentation: Man muss nur die Fragezeichen neben dem jeweiligen Punkt anklicken.

Haben Sie das Plugin aktiviert, finden Sie die Einstellungen in einem zusätzlichen Menüpunkt mit dem Namen wpSEO.

  • Unter Monitor können Sie einige Kennzahlen aktivieren und sie im Dashboard anzeigen lassen: die Anzahl der Backlinks, der indexierten Seiten und die Anzahl der Twitter-Follower.
  • Unter Seitentitel können Sie entscheiden, ob wpSEO die Ausgabe des title-Tags bzw. des Seitentitels steuern soll. Falls ja, dann können Sie per Klicken und Ziehen allgemeine Regeln für die diversen Seitentypen erstellen. Darüber hinaus können Sie in der drittletzten Checkbox die manuelle Anpassung aktivieren. Wenn Sie also die Option „Feld für die manuelle Eingabe eines Seitentitels einblenden“ aktivieren, dann wird im Bearbeitungsmodus für Beiträge und Seiten eine zusätzliche Box eingeblendet, in der Sie speziell für nur diesen Beitrag oder diese Seite den Titel anpassen können.
  • Ähnlich verhält es sich mit dem Menüpunkt Beschreibung. Dort können Sie als erstes die Steuerung der Beschreibung durch wpSEO aktivieren, allgemeine Regeln erstellen und ebenfalls eine Box für manuelle Anpassungen aktivieren.
  • Unter Indexierung legen Sie fest, wie die verschiedenen Unterseiten und Archive Ihrer Website von den Suchmaschinen behandelt werden sollen: Sollen sie die Inhalte indexieren und den Links folgen? Wie bei den oberen beiden Punkten können Sie das dem Plugin überlassen, allgemeine Regeln definieren oder eine Box für manuelle Anpassungen einblenden lassen.
  • Unter Social können Sie die Open-Graph-Tags von Facebook einbinden und die Website mit Ihrem Twitter- und Google+-Account verbinden.
  • Unter Erweitert finden Sie zusätzliche Einstellungen, die sich in die oberen Bereiche nicht einsortieren ließen, wie die Behandlung von mehrseitigen Artikeln und Folgeseiten.
  • Der Menüpunkt Einstellungen beinhaltet die Auswahl der Sprache und die Im-/Export-Funktion aller Einstellungen.

Nach dieser Aufzählung würden Sie sicherlich gerne eine Empfehlung haben, wie Sie das Plugin einrichten sollen. Ich kann Ihnen zwar meine Anpassungen vorstellen, diese müssen aber nicht unbedingt zu 100% auch die beste Lösung für Ihre Website sein.

Tipps zur Einrichtung von wpSEO

Der manuellen Beschreibung den Vorzug geben

Aktivieren Sie auf jeden Fall die Generierung der Beschreibung durch wpSEO. Aktivieren Sie ebenfalls die Box für manuelle Anpassungen und sorgen Sie dafür, dass unter den allgemeinen Regeln für Beiträge und Seiten Textausschnitt aus dem aktuellen Artikel ausgewählt steht. Dadurch bekommen die Blogartikel und die Seiten automatisch eine Beschreibung spendiert, die aus einem Textausschnitt vom Anfang des Textes gebildet wird. Dies ist allerdings nicht der optimale Beschreibungstext und sollte nur für Beiträge gelten, für welche Sie keine manuelle Beschreibung parat haben. So ein Beispiel wäre, wenn Sie bereits mehrere Dutzend oder sogar hundert Artikel im Weblog veröffentlicht hatten, bevor Sie das SEO-Plugin installiert haben.

Egal ob Sie sich jetzt entscheiden, die alten Beiträge ohne manuelle Beschreibung zu lassen oder nach und nach einzupflegen, so lange haben die älteren Beiträge dennoch eine, wenn auch automatische Beschreibung. Bei neueren Blogartikeln und Seiten sollten Sie dagegen immer einer manuellen Beschreibung den Vorzug geben.

In der folgenden Abbildung sehen Sie wie sich die Box für manuelle Anpassungen der Beschreibung in WordPress integriert:

Eingabe der Beschreibung speziell für eine Unterseite

Diese Box für die Eingabe befindet sich direkt unterhalb des Editors. Sollte Sie nicht zu sehen sein, einfach den Button ganz oben rechts mit dem Namen Ansicht anpassen anklicken und die Checkbox neben wpSEO aktivieren. Sie sehen in der Abbildung ebenfalls, dass in der Box die Wörter und die Zeichen gezählt werden. Dadurch wird verhindert, dass man zu lange Beschreibungen verfasst, da die Suchmaschinen diese kürzen würden.

Die Angabe der Beschreibung bzw. der Meta-Description ist sehr wichtig, da Sie unterhalb des Seitentitels und der URL in den Suchergebnissen angezeigt wird:

Seitentitel, URL und die Beschreibung in den Suchergebnissen.

Die Indexierung steuern

Die Steuerung der Indexierung der einzelnen Unterseiten durch wpSEO aktivieren Sie ebenfalls, da diese, genau wie die Beschreibung durch WordPress nicht steuerbar ist. Hier reicht es allerdings, allgemeine Regeln zu formulieren. Es ist nur in sehr seltenen Fällen notwendig, manuelle Werte einzugeben.

  • Startseite, Beiträge, Seiten, Inhaltsarten und restliche Seiten bekommen: index, follow. Das heißt die Suchmaschinen dürfen diese Unterseiten indexieren und den dortigen Links weiter folgen.
  • Kategorien, Schlagwörter, Medien, Suche, Autoren und Taxonomien bekommen: noindex, follow. Das heißt die Suchmaschinen sollen diese Unterseiten nicht indexieren, aber den Links weiter folgen.

Und warum diese Einstellung? Sie wollen bestimmt, dass zu einem bestimmten Begriff der Blogartikel oder eine Seite in den Suchergebnissen erscheint und nicht ein Kategorie-, oder Autoren-Archiv. Wenn Sie allerdings die Kategorie-Archive mit zusätzlichen Inhalten versehen, zum Beispiel mit einer einleitenden Textbox und weiteren Texten, dann kann es unter Unständen sinnvoll sein, den Wert auf index, follow zu setzen.

Die Checkbox Metatag-Werte index, follow und index nicht ausgeben können Sie ruhig aktivieren. Verfügt eine Unterseite über keine Angabe zur Indexierung, dann gehen die Suchmaschinen einfach von folgendem Wert aus:

<meta name="robots" content="index, follow" />

Seitentitel bedürfen in der Regel keiner Anpassung

Da man die Ausgabe der Seitentitel durch die Hauptüberschriften und durch Anpassungen im Theme gut steuern kann, sind hier in der Regel keine Anpassungen notwendig. Wenn Sie allerdings mit der Ausgabe der Seitentitel nicht zufrieden sind, dann können Sie diese Funktion ebenfalls aktivieren und dann für verschiedene Seitentypen per Klicken und Ziehen die passende Ausgabe vordefinieren. Auch hierfür kann man eine Box für manuelle Eingaben aktivieren.

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Die xml-Sitemap erstellen lassen

Wenn Sie sich für wpSEO entscheiden, dann müssen Sie für eine xml-Sitemap ein zusätzliches Plugin einsetzen. Ich selbst nutze seit vielen Jahren das Plugin Google XML Sitemaps. So eine xml-Sitemap erleichtert den Suchmaschinen die Indexierung Ihrer Website. Dank der ausführlichen Beschreibung des Plugins ist die Einrichtung selbsterklärend und in den allermeisten Fällen reicht es, wenn Sie das Plugin aktivieren und die Standardeinstellungen belassen. Nach der Einrichtung des Plugins können Sie dann unter ihre-domain.xyz/sitemap.xml die Sitemap aufrufen, die in etwa so aussehen sollte:

Eine sitemap.xml im Browser

Fazit

Mit den hier vorgestellten Maßnahmen sowie den Bordmitteln von WordPress können Sie eine gute und stabile Grundlage für die Suchmaschinen-Optimierung Ihrer Website legen. Wie bei allen Maßnahmen an einer Website und wie bei Websites im Allgemeinen: Sie sind nie fertig. Es ist ähnlich wie bei einem Haus mit einem großen Garten. Es gibt immer was zu tun, was auszubauen, zu erneuern oder zu reparieren… Aber wenn das Haus über ein solides Fundament und stabile Wände verfügt, dann ist das schon viel Wert.

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Artikel vom 27. März 2017