Geld verdienen mit Texten: Textbroker, Contentworld und Textox im Vergleich

Geld verdienen im Internet – davon träumen immer mehr. Als Einstieg wird dabei häufig das Texten gewählt, denn Schreiben kann ja schließlich jeder. Natürlich kann man dies über ein eigenes Blog versuchen, aber bis man hier die nötigen Besucherzahlen zusammen hat, dauert es. Schneller geht es über spezielle Text-Marktplätze. Mittlerweile gibt es hier eine gute Auswahl, aus der ich einmal drei Plattformen vorstellen möchte, mit denen ich selbst Erfahrungen gemacht habe.

Textbroker

Screenshot Textbroker

Textbroker bringt Autoren und Contentsuchende zusammen – auf diese einfache Formel lässt sich dieses Textportal bringen. Die Anmeldung ist für beide Seiten kostenlos. Neue Autoren werden nach der Anmeldung dazu aufgefordert, einen kurzen “Anmeldetext” zu schreiben. Hier ist schon die erste Klippe zu umschiffen, denn dieser Text wird von der Textbroker-Redaktion auf Herz und Nieren getestet und dient dann zur Qualitäts-Einstufung des Autoren. Wer eine gute Einstufung erreichen möchte, sollte sich also schon hier etwas Zeit nehmen und einen wirklich guten Text schreiben. Der Lohn könnte dann eine 4-Sterne-Einstufung sein, was wohl auch die maximale Einstufung für Neu-Autoren ist. Wie wichtig diese Einstufung ist, wird deutlich, wenn man sich die Pro-Wort-Preise der Stufen anschaut:

  • 2 Sterne: 0,7 Cent/pro Wort
  • 3 Sterne: 0,9 Cent/pro Wort
  • 4 Sterne: 1,2 Cent/pro Wort
  • 5 Sterne: 4,0 Cent/pro Wort

Auffällig ist hier der relative große Sprung von 1,2 auf 4,0 Cent zwischen 4 und 5 Sternen. Wie genau man auf diese 5 Sterne kommen soll, ist mir in meiner aktiven Autorenzeit nicht plausibel geworden. Trotz sehr guter Bewertungen seitens der Textbroker-Redaktion und der jeweiligen Auftraggeber blieb mir eine Hochstufung verwährt. Möglicherweise hat Textbroker schlicht zu wenig Aufträge im 5-Sterne-Bereich.

Interessant ist die Möglichkeit, von Contentsuchenden per DirectOrder persönlich gebucht zu werden. Für diese Aufträge kann man den Wortpreis selbst festlegen. Übertreiben sollte man es aber nicht, denn schon bei 5 Cent pro Wort werden die Angebote spürbar weniger.

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Wieviel kann man nun durch Textbroker verdienen? Als 4-Sterne-Autor bekommt man für eine durchschnittliche DIN A4-Seite 6,00 Euro. Wer viele Fachbereiche abdeckt, statt sich auf ein oder zwei Bereiche zu konzentrieren, hat deutliche Vorteile, denn das Angebot ist doch stark schwankend. Auch die Einstufung spielt eine große Rolle, denn Stufe-2-Autoren können höherstufige Aufträge nicht bearbeiten und müssen sich erst “hocharbeiten”.

Eine konkrete Aussage zu den Verdienstmöglichkeiten zu treffen ist schwer, da auch nicht jeder Autor gleich schnell schreibt. Auf Dauer einen dreistelligen Eurobetrag zu “erschreiben” ist zwar möglich, aber auch mit viel Arbeit verbunden.

Contentworld

Screenshot Contentworld

Ein weiterer Text-Marktplatz ist Contentworld. Auch hier ist die Anmeldung für Autoren und für Contentsuchende kostenfrei. Allerdings gibt es einen wichtigen Unterschied zu Textbroker: Bei Contentworld kann man nicht nur Auftragstexte schreiben, sondern auch eigene Texte mit beliebigen Themen anbieten.

Eine Einstufung der Textqualität zu Beginn wird von Contentworld nicht durchgeführt. Diese Aufgabe gibt man in die Hände der Contentkäufer, die mit ihren Bewertungen auch die Verdienstmöglichkeiten der Autoren beeinflussen. Bei fünf positiven Bewertungen bekommt ein Autor beispielsweise einen Aufschlag von 10 Prozent. In weiteren Abstufungen geht es hoch bis zu 50 Prozent für 75 positive Bewertungen.

Die Texte werden bei Contentworld in insgesamt fünf Kategorien eingeteilt, für die es unterschiedliche Basissätze zwischen 1,5 und 5,5 Cent gibt. Zusammen mit den Bewertungszuschlägen ergibt sich eine Preisspanne von 7,50 – 41,25 Euro. Wer also beispielsweise zum Thema Medizin schreibt und schon viele positive Bewertungen bekommen hat, wird deutlich besser bezahlt, als jemand, der ein Rezept verkauft und wenige oder auch negative Bewertungen hat.

Statt nur Content-Gesuche zu bearbeiten, kann man bei Contentworld auch selbst Texte zu eigenen Themen schreiben und sie zum Kauf anbieten. Unterschieden wird zwischen exklusiven und nicht-exklusiven Texten: Während exklusive Texte als “Unique Content” den vollen Betrag aus Basissatz und Bewertungsbonus einbringen, bekommt ein Autor für einen nicht-exklusiven Text nur ein Zehntel. Dafür kann man diesen Text dann aber auch zehnmal verkaufen.

Aus meiner Erfahrung kann ich Contentworld nur eingeschränkt  empfehlen. Wer gelegentlich Texte “über” hat, da sie eventuell für einen anderen Zweck geplant waren, aber nicht veröffentlicht wurden, der kann diese Texte sehr gut bei Contentworld einstellen. Man macht sich keine zusätzliche Arbeit und wird so nach und nach seine nichtverwendeten Texte los und bekommt sogar noch etwas dafür. Die Auftragsarbeiten kann ich dagegen nicht empfehlen, da die Laufzeiten meist sehr lang sind und es kleine Ewigkeiten dauert, bis ein Auftragstext angenommen wird.

Textox

Screenshot Textox

Die jüngste der Plattformen im Vergleich versteht sich eher als Vermittlungsstelle zwischen Autoren und Auftraggebern. Während Textbroker und Contentworld die Wortpreise streng reglementiert haben, können die Autoren bei Textox ihre Preise mit den Publishern frei verhandeln.

Und auch sonst ist hier einiges anders. Es gibt keinen freien Marktplatz für Contentanfragen, auf dem sich die Autoren nach passenden Aufträgen umsehen können. Jeder Autor erstellt sich stattdessen ein persönliches Profil mit genauen Angaben zu seinen Fachgebieten. Den Wortpreis kann man in seinem Profil schon in etwa festlegen, die endgültige Verhandlung findet aber erst bei einem Angebot statt. Als Auftraggeber hat man zudem die Option, ein Angebot von Textox anzufordern. In diesem Fall sucht Textox dann quasi im Auftrag nach einem geeigneten Autoren.

Textox wirbt Autoren vor allem mit der Möglichkeit, die Preise selbst festlegen zu können. Das ist ganz klar ein großer Vorteil gegenüber der Konkurrenz. Doch nutzt man dann diesen Vorteil aus, so kann er auch schnell zum Nachteil werden, weil man zu teuer ist und keine Aufträge erhält. Das zumindest scheint bei mir der Fall gewesen zu sein, denn in der höchsten Preiskategorie “mehr als 10,00 EUR” für 250 Wörter, habe ich bisher zwei vage Anfragen bekommen, aber keine konkreten Angebote.

Als Empfehlung für Textox würde ich daher mit einem etwas niedrigeren Preis anfangen und sehr auf ein gepflegtes Profil mit gut beschriebenen Fachgebieten und aussagekräftigen Probetexten achten.

Fazit

Jede der drei Texter-Plattformen hat seine Vor- und Nachteile. Auf eine kurze Formel gebracht kann man sagen: Je besser die Bezahlung, desto weniger Aufträge gibt es. Als Einstieg würde ich Textbroker empfehlen, da man hier sehr schnell Aufträge bekommt und erste Euros verdient. Versuchen sollte man aber auch die anderen Plattformen, denn letztlich geht es um Erfahrungen und eine Anmeldung kostet ja nichts.

Wer als Texter im Internet arbeiten möchte, sollte sich aber eines bewusst machen: Schnelles und einfaches Geld gibt es hier nicht zu verdienen.

Über den Autor

Falk Hedemann arbeitet als freiberuflicher Infobroker und betreut als Executive Editor das Blognetzwerk von Creative Weblogging. Seine beiden Blogs Web 2.0 und Open Source bilden thematisch auch den Schwerpunkt seiner schreibenden Tätigkeit bei T3N.

Artikel vom 07. Januar 2009