Tipps und Werkzeuge für die Social-Media-Automatisierung

Social Media zu automatisieren steht auf den ersten Blick im krassen Gegensatz zu dem, was Social Media sein sollen. Schließlich geht es da um Menschen, ihre Verbindungen untereinander und den zwischenmenschlichen Austausch. Auf den zweiten Blick gibt es durchaus Handgriffe, die man nicht persönlich vornehmen muss. Bisweilen kann das eine Automatik sogar besser. Wichtig ist zu unterscheiden, wann man selbst als Mensch gefragt ist und was man getrost der Maschine überlassen kann. In diesem Beitrag stellt Jan Tißler seine eigenen Erkenntnisse und Überlegungen zur Diskussion listet hilfreiche Werkzeuge und Dienste auf.

Symbolfoto Automatisierung

(Illustration: Noiro, depositphotos)

Wozu überhaupt automatisieren?

Bevor wir überlegen, was wir Maschinen überlassen können, schauen wir uns das Social-Media-Ideal an. Das bezieht sich letztlich auf den inzwischen klassischen Ausspruch „Märkte sind Gespräche“, nachzulesen im Cluetrain Manifesto:

A powerful global conversation has begun. Through the Internet, people are discovering and inventing new ways to share relevant knowledge with blinding speed. As a direct result, markets are getting smarter, …and getting smarter faster than most companies.

These markets are conversations. Their members communicate in language that is natural, open, honest, direct, funny and often shocking. Whether explaining or complaining, joking or serious, the human voice is unmistakably genuine. It can’t be faked.

Das bedeutet ganz praktisch gesprochen: Unternehmen, Organisationen und Marken können im Social Web in einen Austausch mit ihrer Zielgruppe, ihren Kunden und ihren Fans kommen. Dieser Austausch findet auch ohne sie statt. Wenn sie selbst aktiv werden, können sie ihn mitgestalten und daraus am Ende vielleicht sogar etwas lernen.

Über Social Media können Unternehmen herausfinden, was ihre Kunden bewegt. Sie können erfahren, wie ihre Außenwahrnehmung aussieht. Sie können vielleicht sogar neue Produkte und Angebote direkt im Zwiegespräch entwickeln. Sie können Support leisten. Sie können sich von ihrer menschlichen Seite zeigen. Und das sind nur einige Punkte. Wer Social Media stattdessen nur als weiteren Marketingkanal ansieht, den man auf eine etwas andere Weise „bespielt“, vergibt aus meiner persönlichen Sicht sehr viel Potenzial.

Aber selbst wenn Sie als Verantwortlicher in einem Unternehmen das verinnerlicht haben, ist das noch nicht genug. Sie müssen Ihre Botschaften außerdem Ihrer Zielgruppe sowie dem jeweiligen Kanal und der Plattform anpassen und nicht zuletzt der Situation, in der sich die anvisierten Personen befinden. Das betrifft sowohl die Ansprache als auch die Umsetzung.

Und natürlich senden Sie nicht nur, sie empfangen auch. Gespräche eben: Sie reagieren auf Posts und Kommentare, Sie bedanken sich für Empfehlungen und Sie helfen, wenn Ihre Hilfe gebraucht wird.

Soweit das Ideal.

In der Wirklichkeit ist es aber oftmals so, dass es viel zu wenig Ressourcen gibt, man aber trotzdem im Social Web präsent sein möchte – oder muss. Und da stellt sich die Frage: Wie organisiere ich meine Social-Media-Aktivitäten so effizient, dass ich das Meiste aus meinen personellen und zeitlichen Möglichkeiten heraushole?

Und hier kommt, neben anderen Dingen, Automatisierung ins Spiel. Natürlich gibt es weitere Tipps, um effizienter zu sein. So sollte man beispielsweise eben nicht überall präsent sein wollen, sondern sich seine Kanäle und Plattformen sehr gezielt aussuchen. Darauf bin ich beispielsweise in meinem Artikel zum Thema Content-Strategie bereits eingegangen. Und man kann oftmals mit weniger Posts mehr erreichen. Aber alles das ist ein Thema für ein anderes Mal.

Für dieses Mal schauen wir uns an, was Automatisierung leisten kann, wann es hilft und wann es schadet.

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Was automatisieren und was nicht?

Technisch gesehen gibt es kaum einen Punkt, den man nicht in irgendeiner Form automatisieren könnte. Wo verläuft hier die Grenze? Schauen wir uns einige wesentlichen Punkte einmal an:

Inhalte finden

Ein Social-Media-Kanal sollte sich idealerweise nicht nur um die eigenen Produkte und Angebote drehen. Vielmehr kommt hier auch das Thema Content Curation zum Tragen. Das meint: Sie finden lesenswerte, nützliche, hilfreiche Inhalte andernorts und empfehlen sie weiter. Die hohe Schule des Kuratierens ist es dabei, fremde Inhalte nicht nur zu teilen, sondern sie auch thematisch zu sortieren, einzuordnen und zu kommentieren.

Viele Tools wollen Ihnen dabei helfen. Entweder, in dem sie eine bequemere Umgebung dafür schaffen. Dann müssen Sie die Inhalte aber noch immer selbst finden. Oder in dem sie versuchen, automatisiert interessante Artikel vorzuschlagen, was nach meiner Erfahrung nicht besonders gut funktioniert. Das liegt allein schon daran, dass sie oftmals nicht für den deutschsprachigen Markt gemacht sind. Zudem hilft es Ihrem Account wenig, wenn Sie Dinge posten, die generell von Interesse sind. Es sollte vielmehr um Dinge gehen, die speziell für Ihre Zielgruppe von Interesse sind.

Sinnvoller scheint es deshalb, selbst nach Inhalten zu passenden Stichworten zu suchen. Das wiederum ist in manchen Monitoring-Tools inbegriffen oder Sie nutzen ein Hilfsmittel wie die Google Alerts.

Wir werden sicherlich einmal in einem eigenen Beitrag auf das Thema Content Curation zurück kommen.

Automatisierungs-Potenzial: gering

Posts veröffentlichen und einplanen

Die meisten werden auf mehr als einer Plattform präsent sein und nicht jede bietet die Möglichkeit, Posts im Voraus zu planen. Hier kommen Werkzeuge wie Buffer (siehe unten) ins Spiel. Mit ihnen können Sie von einer zentralen Stelle aus Ihre Inhalte einplanen. Das erleichtert die Arbeit enorm. Letztlich haben wir es hier mit einer Halb-Automatisierung zu tun: Sie planen die Posts noch manuell. Aber um die Veröffentlichung zum richtigen Zeitpunkt kümmert sich das Tool. Sehr hilfreich.

Es gibt hier vier Unterpunkte, die Sie im Fall der Fälle noch stärker automatisieren können:

  1. Neue Blogposts: Sie können dafür sorgen, dass jeder neue Post in Ihrem Blog automatisch im Social Web veröffentlicht wird. Vorteil: Das ist besser, als wenn es niemand erfährt. Nachteil: Solche automatischen Posts vergeben einiges Potenzial. Wenn Ihnen Ihre Blogposts wichtig sind (und das sollten sie sein), dann übernehmen Sie diesen Punkt lieber selbst. Dann können Sie zum Beispiel einen eigenen Begleittext schreiben, der nicht einfach die Überschrift wiederholt.
  2. Neue Inhalte mehrfach posten: Und wenn Sie schon dabei sind, Ihre Blogposts und andere wichtige Dinge zu verbreiten, verbreiten Sie sie mehr als einmal. Experimentieren Sie hier mit unterschiedlichen Beschreibungstexten und Vorschaubildern. Außerdem werden Sie an unterschiedlichen Tagen zu unterschiedlichen Uhrzeiten unterschiedliche Menschen erreichen. Das gilt allerdings weniger für Facebook, das das wiederholte Posten desselben Links in kurzen Zeitabständen nicht besonders mag. Die Reichweite wird beschränkt sein. Insofern brauchen Sie hier längere Abstände als nur ein paar Tage. Twitter hingegen hat damit weniger ein Problem. Diesen Punkt können Sie halb-automatisieren: Die verschiedenen Posts entwickeln Sie selbst, die wiederholte Veröffentlichung überlassen Sie einer Automatik.
  3. „Immergrüne Inhalte“: Und im nächsten Schritt gibt es Inhalte, die auch nach Wochen und Monaten noch interessant und aktuell sind. Hier sollten Sie sich nicht scheuen, erneut auf sie hinzuweisen. Natürlich ist hier wie auch sonst das richtige Maß wichtig. Aber so lange der Inhalt tatsächlich nützlich ist, wird sich niemand darüber beschweren.
  4. Wiederkehrende, zeitlose Rubriken: Vielleicht sind Inhalte zu bestimmten Uhrzeiten oder an bestimmten Wochentagen Teil Ihrer Social-Media-Strategie. Vielleicht haben Sie jeden Montagmorgen einen Sinnspruch der Woche. Vielleicht posten Sie jeden Freitagnachmittag ein unterhaltsames Bild, um das Wochenende einzuläuten. Vielleicht weisen Sie immer mittwochs auf Ihren Newsletter hin. Solche Posts sind ideal für eine Teil-Automatisierung: Sie bereiten sie vor und planen sie ein. Einmal im Monat haben Sie einen Termin im Kalender, um die Posts der nächsten vier Wochen vorzubereiten.

Automatisierungs-Potenzial: hoch

Social Listening

Wie weiter oben schon erwähnt: Es wird über Sie und Ihre Produkte und Angebote auch dann gesprochen, wenn Sie selbst überhaupt nicht im Social Web aktiv sind. „Social Listening“ ist allein schon deshalb wichtig: Sie wollen schließlich wissen, was man über Sie sagt. Auf diese Weise können Sie zudem Probleme frühzeitiger erkennen und darauf reagieren.

In jedem Social Network nach Nennungen zu suchen, ist allerdings mühsam. Social-Listening-Tools helfen Ihnen dabei und bereiten die Ergebnisse für Sie auf.

Automatisierungs-Potenzial: hoch

Interaktion

Chris Makara von Bulkly (mehr dazu unten) hat es in seinem Artikel aus meiner Sicht sehr gut definiert: Zwischenmenschliche Interaktionen sollte man niemals automatisieren.

„But there is definitely one thing you shouldn’t automate. And to me, that’s interaction.“

Als ein Beispiel nennt er die automatisch verschickten Direktnachrichten, wenn man jemandem auf Twitter folgt. Sie scheinen von einer Person zu kommen, stammen aber in Wirklichkeit von einem Bot. Man sieht das sofort, weil es unpersönlich ist. Im schlimmsten Fall ist die Nachricht zugleich Werbung für ein Produkt. Eindeutiger kann man einem neuen Follower nicht zeigen, dass man sich nicht wirklich für die Person interessiert. Chris Makara regt hier an: Wenn schon eine automatische Begrüßung, dann sollte die zumindest ein Gespräch starten. Sie könnte also beispielsweise eine Frage beinhalten oder generell zu Feedback auffordern.

Ein weiteres Beispiel von ihm stammt ebenfalls von Twitter: automatische Replies für neue Follower. Das Problem ist dasselbe: Die Aufmerksamkeit der Nutzer wird gesucht, aber sie ist zugleich nicht wertvoll genug, um persönlich aktiv zu werden.

Wenn Sie auf solche Automatiken zurückgreifen, sollten Sie zumindest ehrlich sein: Lassen Sie den Bot also nicht so tun, als ob er ein Mensch sei. Gehen Sie offen damit um, dass es sich um eine automatische Antwort handelt. Dann wiederum kann es durchaus hilfreich sein.

Wichtig ist, dass Sie nicht am Ende alles der Maschine überlassen. So verführerisch das auch sein mag.

Automatisierungs-Potenzial: mittel

Social Analytics

Viele Social Networks liefern Ihnen bereits Statistiken. So finden Sie auf Ihrer Facebook Page beispielsweise die Insights. Diese Zahlen aber laufend manuell auszuwerten, ist mühsam und unflexibel. Zahlreiche Werkzeuge helfen Ihnen dabei, den Überblick zu behalten. Die richtigen Schlussfolgerungen müssen Sie aber noch immer selbst daraus ziehen…

Automatisierungs-Potenzial: hoch

Hilfreiche Werkzeuge vorgestellt

Zwei besonders hilfreiche Werkzeuge aus meiner eigenen Praxis möchte ich nun vorstellen. Buffer und Bulkly sind für mich ein starkes Team. Aber es gibt noch mehr.

Buffer: Immer zur richtigen Zeit posten

Buffer benutze ich bereits seit vielen Jahren. Die Grundidee: Es ist eine Warteschlange für Social-Media-Posts. Man stellt dazu einen Zeitplan auf, wann Posts in welchem Netzwerk erscheinen sollen. Dann muss man Buffer nur noch mit neuen Inhalten füttern und es kümmert sich selbst um den Rest.

Neue Posts werden standardmäßig einfach am Ende der Warteschlange angereiht. Wenn sie dringender sind, kann man sie aber auch vordrängeln lassen und als nächstes posten. Und wer möchte, kann sie sogar sofort posten oder manuell den Zeitpunkt für die Veröffentlichung festlegen.

Man muss also nicht jedes Social Network einzeln aufrufen, um dort etwas posten zu können. Und man muss auch überhaupt nicht online sein, wenn die Posts veröffentlicht werden. Das erleichtert die Arbeit enorm. Zugleich behält man die Übersicht, was man wo posten möchte, was man bereits gepostet hat und wie diese Postings angekommen sind.

Buffer kann allerdings dazu verführen, in allen Kanälen dasselbe zu veröffentlichen und vielleicht sogar mit gleichlautenden Begleittexten. Wir bei UPLOAD machen das beispielsweise noch viel zu oft und arbeiten daran, das zu verbessern. Wie man das besser macht, hat Melanie Tamble in ihrem Artikel zum Thema Social-Media-Cross-Promotion erklärt.

Buffer bietet sich übrigens auch als Werkzeug für Content Curation an, denn man kann direkt in Buffer Feeds abonnieren. Es würde zu weit führen, das hier im Detail zu erklären. Das ist sicherlich einmal ein gutes Thema für die Zukunft.

Inzwischen bietet Buffer mit Reply einen weiteren Dienst speziell für Social Customer Service an.

Mehr über Buffer in diesem UPLOAD-Artikel und hier bei Torsten Materna.

Bulkly: Wiederkehrende Inhalte

Bulkly ist ein Angebot, das ich erst seit Kurzem nutze, aber bereits sehr zu schätzen weiß. Es ist das ideale Werkzeug für die weiter oben bereits erklärte Erkenntnis: Es lohnt sich, gute Inhalte mehr als einmal im Social Web zu posten, weil sie dadurch von weiteren Personen entdeckt werden können. Um das noch einmal zu betonen: Es geht um wirklich gute Inhalte, bei denen die Fans und Follower froh sind, dass sie empfohlen wurden.

Hier hilft Bulkly und ergänzt Buffer um Funktionen, die das Team dort derzeit nicht mehr weiterverfolgt.

Eine Funktion: Man kann eine Liste von Social Posts samt Text, Link und Foto erstellen und dann festlegen, wie oft ein Element aus dieser Liste zu Buffer geschickt werden soll. Ich nutze das, um auf unsere langfristig interessanten Artikel hinzuweisen. Wer uns im Social Web folgt, wird diese tägliche Rubrik „Highlight aus dem Archiv“ kennen. Und wie ich an den Reaktionen sehe, sind diese Posts durchaus beliebt. Wir haben zudem eine derartig lange Liste von „immergrünen“ Beiträgen, dass sie sich erst nach über drei Monaten wiederholen. Und natürlich halte ich diese Liste aktuell, nehme Inhalte heraus und füge neue hinzu.

Eine zweite Funktion, die ich experimentell nutze: Aktuelle Inhalte aus unserem RSS-Feed werden zweimal pro Woche unter dem Hinweis „Repost“ ebenfalls automatisch zu Buffer geschickt. Auf diese Weise stellen wir sicher, dass unsere neuesten Beiträge von unseren Followern und Fans gesehen werden.

Bis ich Bulkly fand, hatte ich sowohl die Highlights als auch die Reposts manuell eingeplant. Dazu hatte ich mir ein Google Spreadsheet angelegt mit Spalten für Stichwort, Text, Link und das Datum des letzten Posts im Social Web. Anfangs war ich vorsichtig und habe nur selten unsere eigenen Inhalte gepostet. Mit der Zeit stellte ich fest, dass diese Sorge unbegründet ist. Das liegt vielleicht auch daran, dass wir unsere Kanäle ebenfalls dazu benutzen, um auf aktuelle, interessante und lesenswerte Beiträge andernorts aufmerksam zu machen. Wie so oft, kommt es hier eben auch auf die Mischung an.

Wie Buffer, kann auch Bulkly die Nutzer verführen, zu viel zu automatisieren. So lässt sich beispielsweise die Feed-Funktion auch dazu nutzen, Inhalte anderer Seiten automatisiert zu empfehlen. Ich habe durchaus darüber nachgedacht, weil es Seiten gibt, bei denen wir (fast) jeden Beitrag weiterempfehlen – aber eben nur fast.

Außerdem gebe ich offen zu, dass ich mir noch nicht hundertprozentig sicher bin, schon das ideale Maß für Bulkly gefunden zu haben. Auf der einen Seite nimmt es mir viel Arbeit ab, weil es eben automatisch unsere „Highlights“ und unsere aktuellen Beiträge postet. Auf der anderen Seite können unsere Profile dann schnell langweilig aussehen, wenn uns einmal für ein, zwei Wochen die Zeit fehlt, andere Inhalte zu empfehlen. Und da wir nur ein kleines Team mit begrenzten Ressourcen sind, bleiben solche Aufgaben schon einmal liegen.

Weitere Tools

Aus meinen eigenen Erfahrungen:

  • Es gibt zahlreiche Alternativen zu Buffer. SocialPilot nutze ich zum Beispiel parallel, weil es auch eine Xing-Integration hat. HootSuite ist ein umfangreiches Tool, das sich vor allem für Agenturen und größere Unternehmen anbietet. Ich selbst bin kein Fan von HootSuite, weil ich es unübersichtlich und überladen finde und das Preismodell kompliziert ist. Für kleine und mittlere Teams würde ich immer etwas wie Buffer oder SocialPilot empfehlen.
  • Mit Automatisierungs-Tools wie IFTTT und Zapier lassen sich verschiedene Dienste im Netz miteinander verknüpfen: Passiert etwas an Stelle A, wird automatisch etwas an Stelle B ausgelöst. Die Möglichkeiten sind hier enorm und vielfältig. Zu solchen Werkzeugen gab es übrigens bereits einen eigenen Artikel. Und Zapier hat auch einen eigenen Blogpost zum Thema Social-Media-Automation (English).
  • Eine Art digitaler Assistent fürs Social-Media-Marketing ist Crowdfire. Das Tool war vor seinem Relaunch vor allem bekannt, um mit seinen Followern und Fans zu interagieren, neue Follower zu finden und einiges mehr. Allerdings werden Social Networks wie bspw. Instagram immer restriktiver, denn solche Tools führen eben bisweilen zu Über-Automatisierung. Nach dem Relaunch will Crowdfire nun dabei helfen, jeden Tag etwas an seinen Social-Accounts zu machen. Ich fand es letztlich zu einengend und auch nicht smart genug. Aber gerade für den Einstieg oder als tägliche Erinnerung kann es für den einen oder anderen nützlich sein.

Es gibt aber natürlich noch sehr viel mehr Werkzeuge und Dienste. Hier einige, die ich selbst noch nicht ausprobiert habe, aber andernorts empfohlen werden:

  • Spokal nimmt für sich in Anspruch, Social Media intelligent zu automatisieren. Es scheint, dass man hier einen Katalog von Inhalten anlegt und Spokal dann mit der Zeit von allein lernt, was davon bei den Nutzern gut ankommt. Soweit das Versprechen.
  • SocialOomph ist ein Klassiker unter diesen Tools und Buffer oder SocialPilot ähnlich.
  • Postplanner wirbt vor allem damit, dass man hier besonders leicht interessante Inhalte finden kann, um sie seinen eigenen Fans und Followern weiter zu empfehlen. Ich vermute allerdings, dass sich das hier wie so oft nur auf den englischsprachigen Markt bezieht.
  • Bundlepost vermarktet sich selbst ebenfalls vor allem als Content-Curation-Werkzeug. Hier arbeitet man mit seinen eigenen Feeds.
  • PowerPost betont seinen „Newsroom“ und betont vor allem Content Curation und die Zusammenarbeit im Team.
  • Likeable Hub sieht ebenfalls als wesentliches Argument, dass es Themenideen liefere. Ansonsten geht es vor allem darum, Posts einzuplanen und Statistiken zu liefern.
  • Revive Old Posts ist ein WordPress-Plugin, um „immergrüne“ ältere Inhalte automatisiert im Social Web zu bewerben.
  • Edgar ist ein Service, der ähnlich wie Bulkly oben dafür sorgen will, dass Inhalte automatisch immer wieder gepostet werden.
  • Jarvee ist ein Beispiel für eine Automatisierungs-Software, die es aus meinem Blickwinkel zu weit treibt. Es ist eine Windows-Anwendung, die auf zahlreichen Plattform autonom agieren kann. Man schaue sich nur einmal die Facebook-Funktionen an: Die fangen noch harmlos beim vorgeplanten Posten von Inhalten an, reichen aber bis hin zu Momenten, in denen Jarvee automatisch passende Gruppen findet, ihnen beitritt und Posts ebenfalls dort veröffentlicht.
  • Und dann gibt es allumfassende Plattformen, die ähnlich wie HootSuite ein komplettes Paket sein möchten. Socialbakers gehört dazu. Sendible sieht sich als Social Media Marketing und Management Dashboard.

Noch mehr kommentierte Tools gibt es auf English zum Beispiel in diesem Beitrag.

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Stimmen zum Thema

Im Vorfeld des Artikels hatte ich eine kurze Befragung veröffentlicht. Zwei Antworten daraus an dieser Stelle:

Sebastian Eisenbürger beschreibt seine Erfahrungen und Empfehlungen wie folgt:

Um etwas (erfolgreich) zu automatisieren, sollte es sich davor manuell erfolgreich bewährt haben. Meiner Erfahrung nach ist das meist nicht der Fall und mit der Automatisierung (von was auch immer) werden sich neue Prozesse ins Haus geholt, die dann häufig nicht so gut performen (oder sogar nerven), wie gehofft.

Seine liebsten Tools und Dienste sind ebenfalls interessant:

HI – die menschliche Intelligenz. Ein stark unterschätztes Tool, das allen weiteren Tools vorgeschaltet sein sollte. ;-) Für SM-Automation nutzte ich Promorepublic und Plugins aus WordPress. Vielfach setze ich als „Tool“ virtuelle Assistenten ein, die geeignete Posts und Gruppen recherchieren, wo ich mit meinen Tipps wirklich weiterhelfen kann.

Andrea Zehendner schrieb:

Ich finde es wichtig, erst einmal verschieden Tools auszuprobieren und zu testen, was am besten zum eigenen Workflow passt. Das ist zwar im ersten Moment etwas zeitaufwendiger, spart aber langfristig Zeit und Ärger.

Und ihre Tools und Dienste:

Ich verwende zur Zeit Buffer, weil es mir die Möglichkeit gibt interessanten Content schnell und unkompliziert weiter zu verbreiten. Dabei kann ich den Post entsprechend den einzelnen Plattformen noch anpassen. Im Tool selbst gefällt mir die Darstellung als Kalender, was mir einen guten Überblick gibt. Und das Analyse-Tool bietet mir Interessante Hintergrundinformationen.

Fazit: Wenn Automatisierung gut funktioniert

Wie eingangs schon erklärt, leben wir nicht in einer idealen Welt. Wir müssen immer Kompromisse eingehen. Und jeder muss für sich selbst entscheiden, welche Kompromisse noch in Ordnung sind und welche einen Schritt zu weit gehen. Unsere eigene Herangehensweise an unsere Social-Media-Profile hat sich über die Jahre immer wieder gewandelt und das wird auch weiterhin der Fall sein. Insofern ist das nur eine Momentaufnahme.

Zudem gebe ich unumwunden zu, dass ich unsere eigenen Profile nicht als strahlende Vorbilder ansehe. Ich behaupte auch nicht, den Social-Media-Stein der Weisen gefunden zu haben. Ganz im Gegenteil: Wir hadern mit uns und wir wissen, dass wir uns noch besser organisieren wollen. Und deshalb nehme ich mir heraus, diesen Beitrag zu schreiben: Nicht, weil ich das allwissende Genie bin, das alles richtig macht. Sondern weil ich weiß, wie hart es ist, mit begrenzten Ressourcen im Social Web aktiv zu sein. Und weil ich weiß, dass wir weiterhin lernen.

Wenn Automatisierung gut funktioniert, kann sie einem dabei helfen, sich auf die wichtigen Dinge zu konzentrieren. So nehme ich mir beispielsweise immer Zeit, auf Kommentare, Replies und Empfehlungen manuell zu reagieren. Das übernimmt kein Bot. Und das sehe ich als den einen entscheidenen Vorteil der Automation an.

Ihr Feedback ist gefragt!

Ich bin sehr gespannt darauf, Ihre Meinungen zu hören und zu erfahren, wie Sie das Thema bei sich handhaben. Wie sieht es in der Praxis aus, welche Tools werden genutzt und wie viel zeitliche und personelle Ressourcen stehen tatsächlich zur Verfügung.

Wer das preisgeben mag, ist dazu in den Kommentaren herzlich eingeladen.

Artikel vom 26. November 2017