Abmahnung von C&A wegen Google AdSense

Die Seite die-topnews.de hat offenbar eine Abmahnung von C&A erhalten, weil bei einem Bericht über eine Aktion von C&A auch Werbung per Google AdSense und Intellitxt eingeblendet war. “Man wirft uns vor, dass wir Intellitxt- sowie Google AdWords Kunden gegen Entgelt den Zugriff auf unsere Internetseite gewährt haben und diesen damit die Möglichkeit geben Werbung in und neben unserem Content zu platzieren.” Diese Werbung sei unlauter und unzulässig, lässt C&A demnach über seine Anwälte mitteilen. Gefunden bei: Rivva.

Jan Tißler ist auch bekannt als jati. Er arbeitet seit über 20 Jahren als Journalist, die meiste Zeit davon digital. 2006 hat er das UPLOAD Magazin aus der Taufe gehoben. Er ist fasziniert von den Freiheiten des digitalen Publizierens und erklärt gern, wie Unternehmen, Organisationen oder auch Selbstständige mit ihren Botschaften im Netz gehört werden. Immer mit einem Bein fest in der Zukunft. Der gebürtige Hamburger lebt inzwischen in Santa Fe, New Mexico.

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(Bild: © Sondem, Fotolia)

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11 Gedanken zu „Abmahnung von C&A wegen Google AdSense

  1. Interessant wie Abmahnungen von Personen abhängig sind, Netzpolitik bettelt um Hilfe, alle springen drauf an, andere brauchen Hilfe und was kommt … nix.

    Schon arm oder?

  2. Was soll daran arm sein?

    Netzpolitik ist ein Blog, das ohne erkennbare geschäftliche Interessen für Grundrechte eintritt, vor allem das der Freiheit von Meinung und Information. Das ist ein Anliegen, ohne das das Netz und das Bloggen nicht leben kann.

    Topnews verbreitet Nachrichten, wie zehntausend andere Seiten auch und verdient Geld mit Werbung. Wer demnach ein Geschäft betreibt, sollte vernünftigerweise versichert sein und sich in Rechtssachen von einem Anwalt vertreten lassen.

    Wieso im zweiten Fall Blogger ein Interesse haben sollten, ‘sich zu engagieren’ ist mir rätselhaft. Im Fall Topnews geht es schließlich um einen Streit zwischen zwei Geschäftsleuten.

  3. Ohne Werbung kann das Netz auch nicht leben ;-) Ob einem das nun gefällt oder nicht. Freie Berichterstattung kann man auch dadurch verhindern, dass niemand davon leben kann… Und man sollte es nicht soweit kommen lassen, dass einem Unternehmen vorschreiben können, worüber man schreibt oder welche Werbung auf der eigenen Seite erscheint – und sei es nur indirekt. Und in diese Richtung geht die Abmahnung durch C&A ja.

    Aber ich muss ebenfalls sagen, dass ich mich trotzdem nicht auf die Seite von die-topnews.de schlagen würde – weil sie Werbung und Inhalt auf eine für mich viel zu krasse Art miteinander vermischen. Es gibt in Deutschland ein Trennungsgebot und das, wie ich finde, aus gutem Grund. Der Leser sollte jederzeit erkennen können, was bezahlte Inhalte sind und was nicht. Nach meinem eigenen Empfinden wurde die Werbung gezielt so platziert, dass diese Trennung praktisch verschwindet. Auf wirres gibt es da eine schöne Visualisierung.

    Und in dem Punkt darf man sich dann als Seitenbetreiber nicht wundern. Vor allem der eine oder andere “Problogger” sollte sich seine Seiten ganz genau ansehen und überlegen, inwiefern ihn das betrifft.

    Ob eine Seite Geld verdient oder nicht, ist mir persönlich egal. Da würde ich die Grenze nicht ziehen. Aber ob sie es von meiner persönlichen Warte aus gesehen rechtschaffen tut, da ist für mich schon eine Grenze der Solidarität.

  4. Du hast vollkommen Recht, Jan nur, wer mit wirtschaftlichem Interesse bloggt, hat auch dafür zu sorgen, daß sein Unternehmen auf gesunden Füßen steht, dazu gehört sowohl die von Dir angesprochene Trennung von Werbung und Redaktionellem, als auch die Absicherung von Streitfragen durch Versicherungen.

    Blogger können nicht auf der einen Seite Banken und Industrie vorwerfen, daß sie sich ausschließlich die Taschen vollstopfen (wie gerade wieder: Regierung stellt Geld zur Rettung, Manager genehmigen sich großzügige Tantiemen) und andererseits, sicher im erheblich kleineren Rahmen, das Gleiche tun.

    Ganz gewiss aber hat niemand die Solidarität zu erwarten, der ausschließlich im eigenen Interesse handelt, so wie in diesem Fall. Wenn es um allgemeines Interesse geht, würde ich mich sicher auch bei einem kommerziellen Blog solidarisieren – doch ausgerechnet in diesem Fall von ‘arm’ zu sprechen ist einfach eine Frechheit (ich weiß, daß das Wort nicht von Dir kam).

  5. Naja, kommerziell oder nicht ist erstmal völlig egal es geht um die Sache, ob sie mich betrifft oder nicht, bzw. ob ich es gerecht oder ungerecht finde. Ich würde auch die Welt oder sonst wen unterstützen.

    In diesem Fall geht es darum, dass ein Modeunternehmen der Meinung ist Google Adsense Werbung sei unzulässig wenn man über sie berichtet und das stinkt mir. Dabei ist es mir auch völlig wurscht wie das eingebunden wird. Drunter steht “Google Anzeigen” Google sagt das ist okay, also verlasse ich mich darauf. Ob ich nun ne Million verdiene oder nichts, das macht hier keinen Unterschied.

    Auch die-topnews hat sich übrigens im Netzpolitik Fall mit eingesetzt und zum Teil dazu beigetragen, das die Abmahnung DB gegen netzpolitik, die ja auch nicht ganz unberechtigt war vom Tisch kam. Deswegen ist “arm” keine Frechheit.

    Ich will die hier wirklich nicht verteidigen weil mich Seite und Betreiber selbst null interessieren, aber aus meiner Sicht ist die C&A Abmahnung ne Frechheit und wenn die damit durchkommen wird sich das Netz bald deutlich verändern. Es geht hier um eine Grundsatzentscheidung womit auch kleine Blogger etwas Geld verdienen oder zumindest ihren Server finanzieren, aber ich glaube das haben bisher die wenigsten begriffen.

    Ich hoffe C&A gibt in diesem Fall auf, denn das wäre mal ein richtiger Sieg und würde zeigen das es auch ohne A-Blogger und Presse möglich ist ein riesiges Unternehmen zur Vernunft zu bringen und auch C&A würde Größe zeigen. In diesem Fall dürfte dann zurecht gefeiert werden, wobei sich m.E. bei der Netzpolitik Geschichte die kleinen mit den Federn der Großen schmücken, hier wäre die Sache klar.

    Danke für zuhören :)

  6. Gibt ja z.Zt. viele Blogger, die um ihre Einnahmen fürchten und C&A, trotz zurückgezogener Abmahnung verteufeln. Das sind aber wahrscheinlich die gleichen Blogger, die ganz laut aufheulen, wenn ihr Content z.B. durch Zitat übernommen aber nicht oder gar mit einer ganz anderen Webseite verlinkt wird.

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