Die fünf Onlinemarketing-Reports, die Sie wirklich brauchen

Über Ihre Online-Aktivitäten fallen laufend viele Daten an, aus denen Sie viel lernen könnten – wenn Sie denn die passenden Reports dafür hätten. Sascha Albrink stellt Ihnen in diesem Beitrag fünf vor, die für praktisch jedes Unternehmen nützlich sind. Sie drehen sich um die Performance der Website, Google Ads, SEO, Social Media und Ihre Konkurrenten.

Symbol Reporting und Analytics
(Foto: © vinnstock, depositphotos)

„Klug fragen können ist die halbe Wahrheit“, wusste schon der englische Philosoph Francis Bacon. Bloß: „The question is what is the question?“ (Scooter). Was soll man also fragen, um die Wahrheit zu erfahren? Zum Beispiel die Wahrheit darüber, ob das eigene Onlinemarketing funktioniert, ob man nicht vielleicht doch Geld zum Fenster rauswirft und was die Zielgruppe eigentlich davon hält? Hilft ein Performance-Report oder muss es doch ein SEO-Reporting sein? 

Wer die richtigen Fragen stellt, bekommt die Antworten, die er braucht. So einfach und doch so kompliziert sind Onlinemarketing-Reports. Beispiel: Stellen Sie sich vor, Sie betreiben einen Online-Shop. Sie erhalten bereits monatliche Reports über den Verkauf Ihrer Produkte. Eines schönen morgens machen Sie den neusten Verkauf-Report auf und mit Entsetzen stellen Sie fest, dass Ihre Verkäufe um 20 Prozent gesunken sind.

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Was ist da passiert? Drei Wochen vorher hat Ihr Online-Shop ein technisches Update bekommen. In der Folge stürzte die Sichtbarkeit Ihrer Website ab, bei Google war Ihr Shop kaum noch zu finden. Und jetzt kommt’s: Mit dem richtigen Onlinemarketing-Report hätten Sie das am Tag des fehlerhaften Updates sofort entdeckt. Und nicht erst drei Wochen später.

Onlinemarketing-Reports sind also sicherlich hilfreich. Allerdings gibt es auch Reports, die schwer lesbar sind oder die ihren Nutzer kaum voranbringen. Schlechte Reports stellen Fragen, mit deren Antworten Sie kaum etwas anfangen können.

Hinzu kommt, dass es unzählige verschiedene Arten von Reports gibt. Brauchen Sie einen Social-Media-Report? Einen AdWords-Report? Oder einen Wettbewerbsreport? 

Folgend finden Sie die fünf Onlinemarketing-Reports, aus denen so gut wie jedes Unternehmen Nutzen ziehen kann: 

1. Performance-Report

Ein Performance-Report gibt Aufschluss über die technische Leistungsfähigkeit einer Website. Das Papier stellt beispielsweise dar, wie hoch die Ladegeschwindigkeit ist. Der Report betrachtet dabei nicht nur die ganze Homepage, sondern auch einzelne Elemente. Gerade bei umfangreicheren Elementen wie hochauflösenden Videos kann das sehr interessant werden.

Ladegeschwindigkeit ist ein wichtiger Performance-Indikator

Google rechnet die Ladegeschwindigkeit in das Ranking mit ein. Einfach gesagt: Lädt die Seite langsam, sinkt das Ranking. Das ist vor allem für Seiten wichtig, die auch mobil funktionieren müssen, denn gerade der mobile Nutzer klickt schnell auf das nächste Ergebnis in der Trefferliste, sollte eine Seite mal langsam laden. 

Mit einem Performance-Report haben Sie aktuelle Informationen über die wichtigsten technischen Kennzahlen Ihrer Website immer auf dem Tisch liegen. Sollte ein Indikator mal in einen unerwünschten Bereich abrutschen, können Sie in der Regel zügig die Maßnahme identifizieren, die zu dem Absturz geführt hat – und das Problem zeitnah beheben. 

Zum Loslegen: Google Analytics liefert bereits eine wirklich gute Basis um die Performance-Sünder herauszufinden. Der Bericht zur Websitegeschwindigkeit innerhalb der Berichte zum Nutzerverhalten liefert schon grundlegende Daten zur Performance. Auch Empfehlungen zur Optimierung der Seitenladegeschwindigkeit sind nur zwei Klicks entfernt.

2. AdWords-Report

Kein Unternehmer gibt gerne Geld aus, ohne dass er etwas dafür bekommt. Und doch machen es viele Google AdWords-Nutzer (heute: Google Ads) genau so. Das Budget ist schnell verbraucht, und es geben sich viele mit den paar Conversions zufrieden, die sie bekommen haben. Doch wer in der Lage ist, einen AdWords-Report kritisch zu lesen, bekommt sofort Informationen darüber, welche Kampagne mit welchen Keywords die Budgetverbrenner sind. Nicht performante Keywords werden danach als negative Keywords gebucht und die Anzeigenschaltung wird so optimiert.

Ihr AdWords-Report verrät Ihnen unter anderem, wie das Verhältnis zwischen Sichtbarkeit Ihrer Anzeigen (Impressionen) und der Anzahl der gelieferten Besucher (Klicks) ist. Eine Impression bedeutet: Ihre Anzeige wurde dargestellt. Ein Klick heißt: Der Nutzer klickt auf die Anzeige und wird zu Ihrer Landigpage weitergeleitet. Das Verhältnis zwischen Impressionen, Klicks und Budget wird auch in Click-Through-Rate (CTR) oder in Kosten-pro-Klick (CPC) gemessen.  

Zu hohe Kosten für Click-Through-Rate (CTR)?

Sind die Kosten zu hoch und die Click-Through-Rate zu niedrig, kann es sich zum Beispiel lohnen, die AdWords-Einstellungen mit passenden Details anzureichern. Damit können sie verhindern, dass die Anzeige Nutzern dargestellt wird, die eine andere Suchintention haben – die etwa nur Hintergrundinformationen suchen, ohne Kaufabsicht. 

Ein AdWords-Report kann Ihnen auch Aufschluss über andere Indikatoren geben, die wichtig für Ihre Marketing- oder Verkaufsziele sind – gibt es etwa einen deutlichen Unterschied zwischen den Verkäufen, die ihre Desktop-Website erzielt, und den Verkäufen der mobilen Website, können anhand des Reports bereits Optimierungsmaßnahmen abgeleitet und innerhalb Ihres Teams umgesetzt werden.

3. SEO-Reporting 

Mit einem SEO-Reporting wissen Sie, wo Ihr Webprojekt bei Google & Co. steht. Wie ist hoch ist meine Sichtbarkeit? Wo stehen Sie in den Top-Ten? In den Top-100? Welche Suchbegriffe haben viele Impressionen, wie hoch sind die Besucherzahlen – und wie ist das Verhältnis daraus, die Click-Through-Rate (CTR)? Die Indikatoren eines SEO-Reportings sind wichtig, um die Qualität der getroffenen SEO-Maßnahmen zu bewerten. Das Reporting verrät Ihnen also, ob das, was Ihre SEO-Fachkräfte in den letzten Tagen oder Wochen getan haben, auch funktioniert – oder ob es sich vielleicht sogar negativ auswirkt. 

Reagieren Sie auf Veränderungen

Durch das SEO-Reporting wissen Sie auch, wie Ihre Site mit eventuellen Updates des Google-Algorithmus klarkommt oder ob es Nachbesserungsbedarf gibt. Steigen die Impressionen und Klicks aus den Suchmaschinen, heißt das, dass Ihre SEO-Maßnahmen gut funktionieren. 

Den Nutzer nicht vergessen

Wenn aber gleichzeitig die Nutzer schneller Ihre Site wieder verlassen, heißt das zwar, dass Ihr Projekt bei Google gut funktioniert, beim Nutzer aber nicht. Die Absprungrate muss sich zusammen mit den Impressionen entwickeln, damit Sie die vielen neuen Besucher ihrer Seite auch zu Konversion anregen. Ohne SEO-Reporting tappen Sie da im Dunklen. 

Zum Loslegen: Die Google Search Console liefert im Standard bereits viele Daten mit denen man professionelle SEO-Reports erstellen kann. Im Kombination mit dem Google Data Studio können SEO-Reports individuell zusammengestellt werden. Auch die Vorlage von Google zum Google Search Console Report ist einen Blick wert. (Login zum Data Studio erfoderlich).

Lesen Sie auch: „Google Search Console: Auf diese fünf Funktionen sollten Sie nicht verzichten“

4. Social-Media-Report

Follower, Likes, Kommentare, Replies: Es gibt viele Kennzahlen im Bereich Social Media. Ein Social-Media-Report listet relevante Informationen auf. Wenn Sie Kapital einsetzen, um beispielsweise die Reichweite Ihrer Facebook- oder Twitter-Accounts zu erhöhen, wollen Sie ja auch, dass das funktioniert. 

Ein Social-Media-Report informiert Sie früh und in kompakter Form über die Wirkung ihrer Maßnahmen. Wenn Sie auf den Report verzichten und darauf warten, was am Ende dabei herauskommt, wissen sie nie genau, welche Maßnahme wirklich wie gut funktioniert hat. Mit diesem Report finden Sie heraus, wie Ihre Zielgruppe tickt und welche Postings Sie sich in Zukunft vielleicht sparen können – weil sie viel Arbeit machen, aber nur geringen Ertrag liefern. 

Zum Loslegen: Facebook liefert mit den Seitenstatistiken ein tolles Tool zur Auswertung der Aktivitäten auf Ihrer Facebook-Seite. Und für Werbemaßnahmen können anfangs der Standardberichte des Facebook Ads Managers weiterhelfen.

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5. Wettbewerbsreport

Nutzen Sie die verborgenen Schwächen Ihrer Mitbewerber! Ihr gutes Ranking bei Google ist nicht nur von der Qualität Ihres Web-Projektes abhängig, sondern auch von den Webseiten der Konkurrenz. Der Wettbewerbsreport gibt unter anderem darüber Aufschluss, aus welchen Schwächen der anderen Sie einen Vorteil ziehen können. Mit diesem Report erkennen Sie, wo Sie der Konkurrenz voraus sind, wo Sie Nachholbedarf haben und welche verborgenen Stärken Sie weiter ausbauen sollten – Stärken, von denen sie jetzt vielleicht noch gar nichts wissen. 

Erfahren Sie mehr über die Konkurrenz, als diese selbst über sich weiß

Am Ende wissen Sie über die Konkurrenz vielleicht mehr, als diese selbst weiß. Beispiel: Nutzen ihre Mitbewerber eher Longtail- oder Shorthead-Keywörter, oder verlassen sie sich auf die goldene Mitte? Wer ist der Platzhirsch bei den Backlinks, und warum? Welcher neue Konkurrent tritt auf den Plan, dessen neuen Service sie im Auge behalten müssen? Und, last but not least: Finden Sie schnelle Schwellen-Keywörter, mit denen Sie im Handumdrehen das Ranking Ihrer Website verbessern können.

Zum Loslegen: Definieren Sie Ihre Wettbewerber und fragen Sie Ihren SEO-Spezialisten nach Screenshots von Domain-Dashboards aus einem professionellem SEO-Tool. Jedes Profitool liefert bei Domaineingabe ein solches SEO-Dashboard. Dokumentieren Sie die Sie diese Daten in einer Excletabelle und erstellen Sie Ihren ersten Wettbewerbsbericht auf Suchmaschinenebene.

Lesen Sie dazu auch: „All-in-One SEO-Tools: Sistrix und SEMrush im Vergleich“

Ziele sind der Schlüssel zu Onlinemarketing-Reports

So toll und aufschlussreich viele dieser Informationen sind, so wichtig ist es, Ziele zu definieren, um die Informationen bewerten zu können. Ein Stapel Zahlen nützt Ihnen schließlich erst einmal gar nichts, wenn Sie nicht wissen, in welche Richtung Sie mit Ihrem Projekt gehen wollen. Deshalb ist es für den Nutzen von Onlinemarketing-Reports entscheidend, Ziele zu definieren. Erst, wenn Sie diese klar und messbar definiert haben, können die Reportings Ihnen als Kontrollelement dienen. 

Beispiel: „Reichweite erhöhen“ ist ein schönes Ziel, aber nicht wirklich messbar. Reicht es aus, wenn Ihre Seite zehn Nutzer mehr pro Monat hat? Oder müssen es 10.000 sein? Ähnliches gilt für Social-Media-Kanäle: Likes sind beispielsweise weniger wert als neue Follower. Legen Sie in Absprache mit Ihrem Vertrieb, mit dem Marketing und einem Inbound-Spezialisten fest, wohin die Reise gehen soll und ab wann es ein Erfolg ist. „15 Prozent mehr Warenkorb-Inhalte in sechs Monaten“ wäre so ein messbares Ziel. 

Ad-hoc-Reporting

Wenn Sie erstmal ein Onlinemarketing-Berichtswesen eingerichtet haben, können Sie auch die volle Power eines sogenannten Ad hoc Reportings nutzen. Klingt erst einmal toll, ist es im Prinzip auch, aber es steckt etwas Einfacheres dahinter, als der Begriff vermuten lässt: Ein Ad-hoc-Reporting berichtet Ihnen einen kleinen Ausschnitt an Information über Ihr Projekt, den Sie oder ein Entscheider gerade in diesem Moment brauchen. 

Detail-Informationen zu akuten Handlungsbedarfen

Wenn Sie sowieso schon jemanden an Bord haben, der Ihnen Reportings liefert, dann können Sie auch ein Ad-hoc-Reporting bestellen, um einen akuten Informationsbedarf zu decken. Beispiel: Ihr Konkurrent hat ein neues Produkt auf Lager und bietet dazu eine neue Landigpage an. Ein Ad-hoc-Reporting kann Ihnen schnell aufzeigen, wo Ihr Projekt im Bezug auf diese neue Kennzahl (oder im Bezug auf eben jenes Produkt) steht. So wissen Sie, ob akuter Handlungsbedarf besteht oder ob Sie (noch) einen großen Vorsprung haben.

Lesetipp: So führen Sie Onlinemarketing-Reports in Ihrem Unternehmen ein
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Dieser Artikel gehört zu: UPLOAD Magazin 65

Diesmal schauen wir uns das Thema künstliche Intelligenz einmal unter einem besonders wichtigen Blickwinkel an: Was bedeutet KI heute schon für die Praxis und wohin geht die Reise in den nächsten fünf Jahren? Dazu beschäftigen wir uns mit Bereichen wie Marketing und Customer Experience, Intranets oder auch dem Social-Media-Management. Nicht zuletzt schauen wir nach, was eigentlich aus dem einstigen Hype-Thema Chatbots geworden ist. Außerdem in dieser Ausgabe: Die fünf Online-Marketing-Reports, die Sie wirklich brauchen.

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