Visuelles Web: Alles so schön bunt hier!

„Alles so schön bunt hier!“ sang Nina Hagen in dem Song „Ich glotz TV“. Dies trifft heutzutage passgenau auf unser schönes, buntes, mobiles und sich bewegendes Web zu. Bilder, GIFs, Videos, und Grafiken sind fester Bestandteil von Webseiten und sozialen Netzwerken geworden. Der Erfolg bildbasierter Plattformen wie Instagram, Snapchat, YouTube und Pinterest zeigt, dass visuelle Kommunikation gerade im digitalen Zeitalter einen immer größeren Stellenwert einnimmt. In diesem Artikel zeigt Pia Kleine Wieskamp auf, warum visuelle Kommunikation so wichtig ist, wie sie wirkt, welche Formen es gibt und welche beliebten Plattformen und Kanäle ohne sie nicht mehr vorstellbar wären.

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(Foto: @ casther, depositphotos.com)

1. Einführung: Wir leben im „Age of Visuality“

Wir leben in visuellen Zeiten, auch als „Age of Visuality“ bezeichnet. Die Abkehr von Text und die Hinwendung zum Bild ist in vollem Gange. Bereits in den 1990er-Jahren bemerkte W.J.T. Mitchell die verstärkte Bedeutung des Bilds in der Alltagskommunikation und erkannte eine Veränderung in der Wahrnehmung selbst, welche er als „Pictorial Turn“ bezeichnete.

Generell leben wir in einer visuellen Kultur, die sich in hohem Maße am Sehsinn, an Sichtbarkeit und an Bildern ausrichtet. Wir bemerken sie vor allem im Bereich der Medien, in der Kommunikation, aber auch in unserer Alltagswelt: Visuelle Inhalte werden immer mehr eingesetzt, um Neugierde und Aufmerksamkeit zu wecken, um Informationen und Botschaften zu vermitteln und um diese langfristig im Gedächtnis zu verankern.

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Visuelle Kommunikation – was ist das?

Das Bedürfnis, anderen Personen eine Nachricht zu übermitteln, ist bei alldem so alt wie die Menschheit selbst. Und auch der Begriff „visuelle Kommunikation“, der aktuell nahezu inflationär verwendet wird, beschreibt kein neues Phänomen, denn visuelle Kommunikation ist ein uralter Instinkt des Menschen.

Unser Alltag ist entsprechend gespickt mit Bildern, egal wo wir uns aufhalten. Wir finden sie auf Hinweisschildern, Plakaten, in E-Mails und Chats, Broschüren oder eben auf Webseiten.

Um die Wirkungsweise von Fotos, Videos und Grafiken verstehen zu können, ist es zunächst wichtig, dass sie Visuals auch als Kommunikationsmedien ansehen, die wie Schrift oder mündliche Sprache zur Mitteilung von Botschaften dienen.

Sogar wenn wir sprechen, nutzen wir visuelle Kommunikation in Form von Mimik und Gestik, um unsere Aussagen zu verdeutlichen und zu unterstützen. Denken Sie nur an unsere Körpersprache, eine nonverbale Sprache, die von den Augen wahrgenommen wird und nahezu universell funktioniert. Meist werden darüber Emotionen vermittelt. Rund 80 Prozent aller Informationen nehmen wir über die Augen auf.

Um die Wirkungsweise von Fotos, Videos und Grafiken im Internet und besonders im Bereich Social Media verstehen zu können, ist es zunächst wichtig zu wissen, dass Bilder, Emojis, Videos, Zeichnungen oder Illustrationen sowohl zur Mitteilung von Informationen als auch zur Unterhaltung dienen. Ob nun Visuals mit einer Kamera, dem Pinsel oder mittels Apps erstellt werden, haben sie als Gemeinsamkeit, dass sie in einem Bruchteil von Sekunden erkannt werden und Emotionen hervorrufen. Denn Visuals können Erinnerungen wachrufen und somit Erfahrungen und Gefühle.

Bilder haben ein großes Emotionalisierungspotential, sie lösen aber nicht nur Emotionen aus, sie erzählen auch Geschichten, führen zu Assoziationen und strukturieren Texte. Außerdem bleiben visuelle Eindrücke länger im Gedächtnis und sie übermitteln wichtige Informationen.

Ein Vorteil visueller Kommunikation ist die unmittelbare „Wahrnehmungsnähe“: Demnach muss ein Gefüge aus visuellen abstrakten Zeichen nicht erst in ein Bild im Kopf übersetzt werden.

Machen Sie einmal einen Test und schauen Sie, was Sie auf der unteren Abbildung schneller erfassen?

Höhenflug von Visualität im Social Web

Ganze Social Networks, wie etwa Instagram oder Pinterest, beruhen auf dem Prinzip, dass Bilder wie kein anders Medium Emotionen erzeugen. Hier können die Bilder von leckeren Gerichten Appetit machen, während Fotos in den Nachrichten oder auf Zigarettenschachteln abschreckend oder aufklärend wirken.

Visuals passen zugleich ins mobile Zeitalter: Häufig ersetzen Smartphones, die „immer-und-überall-dabei-Kameras“, analoge Kameras und Dunkelkammern. GIFs, Videos, Fotos und Grafiken sind fester Bestandteil im Social Web, denn die schnelllebige Online-Kommunikation braucht vor allem Bilder, die ins Auge stechen und für den User leicht konsumierbar sind.

Mithilfe der rasanten Entwicklung von Smartphones, mobiler Fotografie und Social Media sind die User des Internets unglaublich visuell geworden. Laut einer Studie von Deloitte wurden bereits 2016 unfassbare 2,5 Trillionen Fotos geteilt und online gespeichert, 90% davon wurden mit Smartphones aufgenommen. Und diese Zahl dürfte sich seitdem noch kräftig gesteigert haben.

Warum visuelle Kommunikation im Internet so erfolgreich ist

Woher kommt dieser Erfolg? Stellen Sie sich vor, Sie besuchen eine Website. Welche Inhalte nehmen Sie dann zuerst wahr? Richtig, zuerst das Design und die Bilder und erst danach geschriebene Inhalte. Studien zeigen, dass Webseitenbesucher visuelle Inhalte wie Design und Bilder innerhalb kürzester Zeit erfassen können. Das liegt daran, dass visuelle Inhalte im Gegensatz zu Texten intuitiv wahrgenommen werden. Das Lesen und Verstehen von Texten hingegen erfordert Anstrengung und muss aktiv angegangen werden.

In unserer heutigen Zeit haben es Menschen immer eiliger – auch im Internet. Längere Texte werden nur bei wirklichem Interesse gelesen.

Für Webseitenbetreiber bedeutet dies, dass sie schon vorher überzeugen müssen. Bilder und Videos sind hierfür ideal, denn sie vermitteln schnell einen ersten Eindruck, wecken Emotionen und können so die Anonymität des Internets überwinden.

Visuelle Inhalte haben etwas Unmittelbares, Persönliches und gleichzeitig Vergängliches an sich. Den Moment des Vergänglichen macht die Snapchat-App auf eine besondere Weise sichtbar. Da die Bilder nach kurzer Zeit wieder verschwinden, wird deutlich, dass es sich nur um eine Momentaufnahme handelt.

„Snackable“ muss es sein

Beim Storytelling mit visuellen Inhalten sind oftmals leicht verdauliche und kurze Inhalte gefragt – auch „snackable“ genannt. Die Herausforderung besteht daher darin, die eigenen Botschaften in 280-Zeichen-Tweets, 10-Sekunden-Videos, GIFs, Memes, Instagram-Storys und mehr spannend und interessant zu erzählen.

Snackable Content zwingt den Geschichtenerzähler letztlich dazu, sich auf das Wesentliche zu reduzieren.

Geschichten im Social Web sollten folgende Grundvoraussetzungen mitbringen:

  • leicht und in kurzer Zeit konsumierbar
  • schmackhaft (hohe Relevanz oder Unterhaltungswert für das Publikum)
  • dialogorientiert und das Publikum einbeziehend (Call to action)
  • auf mobilen Geräten abspielbar und daher sehr flexibel (geräte-/ ortsunabhängig verfügbar)
  • leicht zu teilen (geringes Volumen)

Für Social-Media-Kanäle produzierte Geschichten sind so gesehen wie ein Snack, der auf einer Party gereicht wird. Es ist leichte Kost in kleinen, konsumierbaren und mundgerechten Portionen.

Dies bedeutet: Schaffen Sie Mikromomente, die das Publikum begeistern. 

Nehmen wir beispielsweise die Werbekampagne der Netflix-Serie „Orange is the New Black.“ Zur Einführung der vierten Staffel wurden in den Kurzvideos „Tap that Glass“ Charaktere gezeigt, die so taten, als wären sie im Handy gefangen. Die Kampagne sorgte für enorme Aufmerksamkeit und gewann dafür einen Shorty Award.

Mit diesen Kurzvideos machte Netflix auf die neue Staffel aufmerksam. (Quelle: Shorty Awards)

Neue Formate wie die „Stories“, ermöglichen außerdem, die Zuschauer interaktiv einzubeziehen. Hierdurch wird das Publikum stärker involviert und zu einem Teil der Geschichte.

Visuals sind emotional und meinungsbildend

Bilder in den Massenmedien unserer Zeit, den Social Communitys, sind meinungsbildend. Einer der Vorreiter visueller Inhalte auf Social-Media-Plattformen war Barack Obama. Wie kaum ein anderer setzte er die Kraft des Bildes ein, um sich und seinen Familie während seiner Wahl und seiner Amtszeit zu inszenieren. Das Ziel war neben der Dokumentation ein Image zu erzeugen von Barack Obama als lässiger, junger Familienmensch, als Freund, Mann und Präsident. 

Eines der Fotos, die viral um die Welt gingen, zeigt Barack Obama, wie er das berühmt gewordene „Nicht-beeindruckt-Gesicht“ der US-Sportlerin McKayla Maroney imitiert. Maroney hatte auf dem Siegerpodest der Londoner Olympiade ihr Gesicht so verzogen und das Foto war zum Meme geworden. Dies nahm Obama bei einem offiziellen Termin mit der Sportlerin zum Anlass, für ein Foto gemeinsam mit einer „Flunsch“ zu posieren. Das Foto wurde sowohl auf Obamas Facebook-Seite, im Twitter-Feed und auf der Seite der Sportlerin gepostet und zog weltweit Kreise.

Dieses Foto von Barack Obama und der US-Olympionikin McKayla Maroney, auf dem Barack Obama humorvoll die Mimik von Mckayla Maroney imitiert, setzt sich der ehemalige US-Präsident sich im Vergleich zu seinen Vorgängern als Präsident bewusst locker und „auf Augenhöhe“ in Szene. (Foto: Pete Souza. Lizenz: Creative Commons CC0.)

So locker und nah – nicht von dem Wähler abgerückt, zeigte sich Obama häufig: Sei es joggend mit seinem Hund oder auf dem Boden des Büros liegend und mit einem Kind spielend oder auf dem Flur mit kostümierten Kindern herumalbernd. 

Mittlerweile holt die jüngste US-Congress-Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez („AOC“) stark auf, denn auch sie weiß die Kraft von Visuals zu nutzen. Sowohl auf Instagram als auch Twitter und YouTube überzeugt AOC durch Nähe und einen Blick durchs Schlüsselloch. Mit der Story „Hallo everyone, we made it here to Washington …“ zieht sie die Wähler mit in ihr Leben ein und lässt sie an dem Erfolg teilhaben:

Aber auch Politiker aus Deutschland ziehen nach, wie beispielsweise Heiko Maas mit seinem Social-Media-Team des Außenministeriums.

2. Beliebte Formate im Visuellen Web

Welche visuellen Content-Formate gibt es? Visual Content ist im Grunde kein eigenes Format, sondern ein Überbegriff, der eine ganze Reihe visueller Medien umfasst, die allesamt ihre eigenen Charakteristika und Vorteile aufweisen.

Werfen wir einen Blick auf die derzeit gängigsten Formate:

  • Fotografien
  • Illustrationen
  • Grafiken
  • Animierte Bilder, Grafiken, Fotografien
  • Video & Filme

Erzählen mit Bildern

In Zeiten von Fake News und Bildmanipulationen mag es rückläufig sein, dennoch glauben Menschen zunächst die Dinge, die sie wahrnehmen – also sehen.

Hierbei gibt es zwei wichtige Varianten: die realitätsnahe Abbildung der Wirklichkeit sowie die vereinfachte Abstrahierung der Realität mit schnell verständlichen Icons und Piktogrammen.

Selbst wenn mittels Zeichen und Piktogrammen interpretationsfreie exakte Angaben etwa über einen Standort oder eine Ortszeit vermittelt werden können, lässt die gestalterische Umsetzung der Daten mögliche Interpretationen durch den Empfänger und Manipulation seitens des Senders zu. Daher sind visuelle Elemente und Bilder immer als „subjektiv“ und interpretierbar einzuschätzen.

Erzählen mit Fotografien

Fotografien sind ein einzigartiges Medium: Einerseits vermögen sie in einem einzigen Bild eine Geschichte zu erzählen, andererseits können beispielsweise Bildreportagen oder Fotostorys auch komplexe Inhalte vermitteln.

Fotografien vermitteln Stimmungen und wirken emotional: Kaum ein Medium kann gleichzeitig Stimmungen vermitteln und trotzdem dem Betrachter seine eigene Vorstellungkraft und Interpretation so viel Raum lassen. Daher wirken sie auch unbewusst und „schleichen“ sich quasi  in die Herzen des Betrachters ein.

Starten wir ein Experiment: Woran denken Sie, wenn Sie das untere Bild betrachten? 

Erinnern Sie sich an Ihren letzten Urlaub? Haben Sie ein positives Grundgefühl? Vermittelt das Foto Ruhe und Wärme?

Geschichten können anhand einzelner Fotografien oder auch mit mehreren Bildern, in kleinen Sequenzen, erzählt werden. Bildgruppen können als Bildpaare (diese zeigen häufig Kontraste wie Natur und Stadt), Serien von Bildern zu einem Thema (etwa Schuhe), Fotoessays und Fotogeschichten aufgebaut werden. Die Zusammenstellung steigert die Wirkung der Einzelbilder und erzeugt oft eine ganz eigene Aussage.

Diese Smartphone-Bildserie zeigt die Bewegung des Schattenwurfs einer Beinbewegung im Spätsommer. (Fotos: © Pia Kleine Wieskamp)

Da auch in der Fotografie das Motto „weniger ist oft mehr“ gilt, werden Geschichten in mehr als einer Aufnahme erzählt: Dies trägt dazu bei, Überfrachtung und Überlappung von Informationen einer Story zu vermeiden. Wikipedia zum Begriff Fotoserie:

„Als Fotoserie, Bilderserie, Bildstrecke oder Fotoreihe bezeichnet man (in der Fotografie) eine thematisch zusammenhängende Reihe von unabhängig voneinander fotografierten Einzelbildern. Typische Zusammenhänge für eine Fotoserie wären zum Beispiel: Luftaufnahmen von Berlin oder Selbstportraits bekannter Fotografen. Eine Fotoserie kann aber auch wie eine Geschichte oder ein mit größeren Abständen dargestellter Zeitverlauf angeordnet sein. So kann zum Beispiel das erste Foto der Fotoserie zum Thema Frühling frisch entstandene Frühlings-Blüten zeigen, während auf dem letzten Bild der Reihe bereits der Übergang zum Sommer zu sehen ist.“

Die Storyfication der Social Plattformen

Der neueste Trend sind laut vieler Prognosen Story-basierte Formate. Sie verbreiten sich im Social Web nach Angaben von We Are Social 15 Mal schneller als Feed-basierte Inhalte und zeugen von hoher Durchschlagskraft und Engagement.

Mit Stories ist eine automatisch ablaufende Folge von Elementen wie Fotos und Videos gemeint, die sich nach einer bestimmten Zeit von selbst löschen. Doch nicht alle Stories sind nur für kurze Momente: Auf Instagram kann man seine gelungensten Stories dauerhaft auf dem Profil festhalten. Die Länge der Stories variiert: Während für Instagram die Stories eine maximale Länge von 15 Sekunden haben dürfen, erlaubt Facebook eine Länge von 20 und WhatsApp sogar 30 Sekunden. Stories sind auch deshalb so erfolgreich, da sie real, authentisch und ehrlich wirken.

Lesen Sie dazu auch: Das „Stories“-Format erobert das Social Web: Was Unternehmen jetzt wissen müssen

Der Reiz am Stories-Format liegt in der Hands-on-Mentalität, den spielerischen, nicht ganz so perfekt inszenierten, normalen und nicht einschüchternd wirkenden Geschichten. Sie wirken so, als ob das Publikum jemandem über die Schulter schauen und den Alltag miterleben kann. Sie faszinieren das Publikum wie alle Einblicke in das Leben anderer, also wie der klassische Blick durchs Schlüsselloch.

Als Unternehmen bedeutet dies, dass diese Stories auf die Authentizität, also Glaubwürdigkeit anspielen und stark emotionalisieren. Wer sich in seinen Stories ungezwungen zeigt, nicht alles genau vorplant und auch Unperfektes, Lebendiges zulässt, kann mit Stories punkten. 

Noch wichtiger ist jedoch, dass Marken ihre Sprache und ihr Storytelling verbessern. Sie müssen sich ihre Stories als eine interaktive Reise vorstellen, da Interaktion zu einem kritischen Faktor geworden sind. Die Automatiken (Algorithmen) von Facebook, Instagram & Co. sehen in vielen Interaktionen ein Zeichen dafür, dass es sich um einen interessanten Inhalt handelt.

Folgende Tipps sind zu beherzigen:

  1. Planen Sie Ihre Stories, denn auch diese benötigen einen Einstieg, einen Spannungsbogen sowie ein Ende. 
  2. Bei seriellen Stories sollten die einzelnen Abschnitte einen Cliffhanger enthalten.
  3. Überraschen Sie und kombinieren Sie spielerisch einzelne Elementen wie Emojis, Umfragen und mehr.
  4. Emotionen stehen hoch im Kurs: Lassen Sie die Zuschauer mitfühlen und miterleben.
  5. Seien Sie persönlich und zeigen Sie private Einblicke in das Thema, das Unternehmen, den Alltag.
  6. Wecken Sie die Neugier, indem Sie z.B. Fragen stellen, ein Problem und dessen Lösung zeigen oder Rätsel stellen.  
  7. Zeigen Sie Ihre Stories kontinuierlich und regelmäßig.
  8. Denken Sie daran, dass Stories nicht immer mit Ton angeschaut werden. Eine kurze schriftliche Zusammenfassung der Inhalte ist daher nicht schlecht.

Ähnlich funktionieren auch Live-Videos, also Video und Reaktionen in Echtzeit. Calvin Hollywood ist einer der Vorreiter im Bereich Livestream-Videos. Er setzt es bereits seit einiger Zeit ein, um mit seinen Followern im direkten Kontakt zu stehen – hier ein Beispiel.

Lesen Sie dazu auch: Tipps aus der Praxis: Live-Videos ohne Teleprompter-Rhetorik

Bewegtbild: Videos, Filme, Animationen

Videos werden auf vielen Social-Media-Plattformen oftmals bevorzugt dargestellt. Der Social-Analytics-Anbieter Quintly hat zum Beispiel nachgeforscht, womit man auf Facebook die meisten Interaktionen auslöst – bekanntlich ein wesentlicher Faktor für mehr organische Reichweite. Die Quintly-Studie untersuchte mehr als 2,3 Millionen Facebook-Posts mit dem Ergebnis, dass Videos im Schnitt über vier Mal mehr Interaktionen erhalten als reine Status-Posts. Gleich gut schnitten Fotos ab. 

Im Gegensatz zu Fotografien nutze Videos zusätzlichen zu Bildern und Farbstimmungen auch Geschwindigkeit erzeugt durch Kameraschwenks, Schnittschnelligkeit und Musik. Sie lassen dem Betrachter aber oft weniger Freiraum als Fotografien, drängen direkter mit Informationen und Botschaften.

Mittlerweile kristallisieren sich folgende Trends heraus: 

  • Informationen werden weniger gelesen, sondern man will sie direkt sehen. Daher verwenden weltweit immer mehr Nutzer die Video-Plattform YouTube als Suchmaschine.
  • Videos werden überall im Web eingesetzt. Wichtig ist hierbei, dass sie mobil genutzt werden können und nicht zu glatt und mit hohem Aufwand produziert werden. Ganz im Gegenteil wirken Video in niedriger Qualität, mit dem Smartphone produziert, im Hochformat vertikal aufgenommen eher authentisch, echt und nicht werblich. 
  • Wissensvermittlung findet häufig nicht mehr im Austausch auf Messen oder in Seminaren statt, sondern immer mehr Menschen nutzen Webinare oder Videos zur Wissensaufnahme. 
  • Da Videos und Filme häufig mobil abgespielt werden, sollten sie auch ohne Ton funktionieren. Es lohnt sich beispielsweise gesprochene Texte als Transkript visuell zu hinterlegen. Die Herausforderung liegt darin, Videos ohne Ton spannend zu konzipieren. 

Beispiel: Rang-tan, die Geschichte eines kleinen Mädchens und ihrer Orang-Utan-Freundin

Ein Beispiel für hervorragendes Storytelling ist das Video von Greenpeace: Im Retro-Illustrationsstil, unterstrichen durch Textreime, erinnert es in seiner Machart an ein sich bewegendes Kinderbuch. Rang-tan ist die Geschichte eines kleinen Mädchens und ihrer Orang-Utan-Freundin, die aus ihrem Waldhaus vertrieben wurden. Die Regie übernahmen Lip Comarella und Simon Griesser. Sprecherin ist Oscar-Preisträgerin Emma Thompson.

3. Bekannte Online-Plattformen und -Kanäle für Visual Content

In jüngster Zeit ändern sich die Social-Media-Plattformen enorm schnell. Dies ist ein Grund dafür, dass ich mich entschieden habe, in diesem Abschnitt nur einige Plattformen anhand erfolgreich umgesetzter, plattformspezifischer Geschichten vorzustellen.

Jede dieser Plattformen bedient unterschiedliche Zielgruppen. Auf YouTube funktioniert nicht, was auf LinkedIn funktioniert, ebenso wenig kann man Twitter und Instagram gemeinsam bespielen.

Erfahrungen zeigen immer wieder, dass es am sinnvollsten ist, sich zunächst auf einen Kanal zu konzentrieren und das Engagement bei Erfolg auf andere Kanäle auszudehnen. Auf welcher Plattform letztendlich angefangen werden soll, muss jedes Unternehmen für sich entscheiden. Während Instagram für kürzere, vielleicht sogar philosophische Texte funktionieren kann, eignet sich Twitter für kurze, unterhaltsame Geschichten, YouTube gibt Zeit, längere Geschichten zu erzählen, und LinkedIn bietet die Möglichkeit, eigene Artikel zu verfassen. Im Videobereich liefern sich Plattformen wie YouTube, Facebook und Instagram ein Duell. 

Klassiker YouTube mit hoher Reichweite

Wenn es um schiere Größe geht, führt weiterhin kein Weg an YouTube vorbei. Die offiziellen Statistiken werden von Jahr zu Jahr Schwindel erregender: So werden inzwischen täglich Videos mit einer Gesamtdauer von einer Milliarde Stunden auf YouTube abgespielt. Das sind knapp 115.000 Jahre. Pro Tag.

YouTube ist nach Google außerdem die zweitgrößte Suchmaschine, was ebenfalls die Wichtigkeit dieser Plattform verdeutlicht.

Aus diesem Grund können Videos hier auch Wochen, Monate oder gar Jahre nach der Veröffentlichung noch neue Zuschauer finden. Und das passiert allein schon deshalb, weil diese Videos natürlich bei passenden Google-Suchen auftauchen.

Laut der „10 Prognosen für das digitale Marketing 2019“ von Google geht der Trend vom Fernsehen zum Onlinevideo:

„2019 werden Nutzer erstmals mehr Zeit online verbringen als vor dem Fernseher. Und sehr oft sehen sie sich dabei Onlinevideos an. Bis 2020 wird die durchschnittliche Online-Wiedergabezeit eines Nutzers weltweit bei 84 Minuten pro Tag liegen.“

Die Vielfalt der möglichen Storyformate ist hier groß und reicht von Erklärvideos über Erlebnisvideos bis zu narrativen Erzählungen oder seriellem Erzählen. Im Gegensatz zu den Stories-Formaten von Instagram oder Snapchat werden die Videos der Videoplattform in der Regel im Querformat aufgenommen und abgespielt. 

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YouTube-Beispiel: Conrads TechnikHelden

Schauen Sie sich die TechnikHelden des Unternehmens Conrad Electronic an. In den Videos teilen die vier Protagonisten „Kondensatorschaden“, „Technikfaultier“, „OwnGalaxy“ und „Techtastisch“ ihre Erfahrungen, Fragen und Lösungen zum Thema Technik. Jeder der vier YouTuber besetzt einen eignen Themenschwerpunkt.  Sie bieten in Do-it-yourself-Projekten und How-to-Videoanleitungen Unterstützung bei unterschiedlichen Technikfragen. Wie bei einem TV-Sender werden neue YouTube-Beiträge immer zu einem bestimmten „Sendetag“ hochgeladen, in diesem Fall am Mittwoch.

Gerade bei der jüngeren Zielgruppe sind diese etwas verrückten YouTuber beliebt. Laut eines Artikels auf „Think with Google“ zählen die vier Helden zu den bekanntesten Influencern im deutschsprachigen Technikbereich.

Ein beliebter YouTube-Kanal zum Thema Technik sind die Conrad TechnikHelden.

Jungster-Plattform Instagram

Als Plattform mit einem enormen Nutzerwachstum, einer hohen Interaktionsrate und einem jüngeren Publikum, ist Instagram für Visual Storytelling geradezu prädestiniert. Ob Modemarken oder Sportmarken, Reiseblogger oder Designer: Viele Unternehmen, aber auch Influencer, Organisationen und Medien haben Instagram aufgrund der vielfältigen Möglichkeiten des digitalen Storytellings für sich entdeckt.

Sehr visuell geprägt, haben sich bei Instagram zunächst die Nutzer mit Selfies, also Selbstporträts, verewigt und alles fotografiert, was in ihrem Umfeld auftauchte: Bilder vom Essen, von den Reisen, der Kleidung und vieles mehr. Texte gab es anfangs nur rudimentär als #Hashtag-Aufzählungen.

Ursprünglich im quadratischen Format und mit Editiermöglichkeit eigener Filter versehen, hoben sich Instagram-Visuals von den Mitbewerbern ab. Heutzutage können Bilder quadratisch, im Quer- oder Hochformat, als Mosaikbild oder Bilderreihe, als bewegtes GIF, als Kurzvideo oder Video bis zu 60 Minuten, als editiertes Video im Stories-Format und vieles mehr verwendet werden.

Apropos Instagram Stories: Sie sind hier enorm erfolgreich. Ihr Vorteil ist, dass sie sich neben den bekannten Filterfunktionen auch mit Stickern oder Texten ergänzen lassen. So können Sie sehr schnell kompliziertere Sachverhalte oder spannende Einblicke transportieren. Eine weitere nützliche Funktion ist, dass man bei Stories per Umfragen die Meinungen der Zielgruppe erfahren kann. Es kommen laufend neue Funktionen hinzu.

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Neben den nur 15 Sekunden langen Stories-Videoformat und bis zu 60 Sekunden im „klassischen“ Instagram-Feed können Sie nun auch bis zu 60-minütige Videos bei IGTV hochladen. Im Gegensatz zu YouTube-Videos werden Instagram-Stories im Hochformat mit dem Seitenverhältnis 16:9 verwendet. 

„Instagram Live“ wiederum ist in Instagram Stories integriert, aber ein eigenständiges Format. Vorteil solcher Live-Videos ist die Möglichkeit zur Interaktion mit den Followern, da sie direkt kommentieren können. Geht ein Profil live, werden neben der Anzahl der Zuschauer auch eingehende Kommentare angezeigt.

Ein Beispiel für eine interessante Anwendung von Instagram Live ist ein Newskanal des Bayrischen Rundfunks. Hier wurde unter dem Account @news_wg ein kreatives Konzept entwickelt: Journalisten hinterfragen, analysieren und berichten politische und gesellschaftliche Entwicklungen für ihre Instagram-Community. Das Instagramprofil sieht folgendermaßen aus:

Das Ziel des Instagram-Newsformats ist, Nachrichten zum Verstehen und Mitreden auf Instagram aufzubereiten. Das Besondere daran ist, dass die Reportagen und Live-Diskussionsrunden aus den eigenen WG-Wänden heraus produziert werden. Das Studio wird durch das WG-Sofa, die WG-Küche oder unterwegs das WG-Mobil ersetzt. Einerseits erhalten die Account-Follower so einen Blick hinter die TV-Kulissen und andererseits haben sie die Möglichkeit auf Posts, Instagram-Stories oder in regelmäßigen Livestreams zu reagieren und mitzudiskutieren. Der direkte Kontakt zu den Followern, also zur Community, ist den Machern der News-WG sehr wichtig. Im Februar 2019 wurde @news_wg mit dem „Goldenen Blogger“ als „Bester Instagram-Account des Jahres“ ausgezeichnet.

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Spielwiese Facebook

Eine der Hauptplattformen im Web ist natürlich Facebook und hier haben Videos inzwischen die höchste Post-Distribution. Es gibt diverse Möglichkeiten hier visuelle Geschichte zu erzählen: als Posts, als Video, im Bildordner (Galerie) oder als Live-Video.

Der Trend geht sowohl bei Facebook als auch bei Instagram immer mehr in Richtung Bewegtbild. Beide Plattformen scheinen, ob mit Facebook Watch oder IGTV, nicht nur Konkurrenzanbieter zu weiteren Videoplattformen wie YouTube oder Vimeo zu werden, sondern auch in Richtung Web-TV-Anbieter wie Amazon Prime Video oder Netflix ihre Fühler auszustrecken.

Ein Beispiel: Kennen Sie den Campus der Universität Augsburg? Wovon erzählt normalerweise eine Schulungsinstitution? Von Veranstaltungen, Vorträgen, neuen Gastprofessoren, Abschlussjahrgängen oder gewonnenen Auszeichnungen. Nicht so Augsburg: Auf der Fanpage der CampusCat wird immer wieder aus der Sicht einer Katze erzählt. Sie begleitet den Alltag der Katze und häufig veröffentlicht die Fanpage auch Bilder und Videos, die die Studenten von ihrem beliebten Maskottchen aufnehmen. Beschrieben wird die Katze als „der coolste Kater auf dem Campus!“ Die Fanpage sowie der Instagram-Account der CampusCat werden von Studenten betreut. Die Fanpage des Maskottchens hat mittlerweile mehr Fans als die Universitätsseite. Kein Wunder, dass dieser „Vermittler“ von Botschaften besser funktioniert als sachliche Informationen.

Augsburgs CampusCat hat beinahe 30.000 Fans auf Facebook.

Als weiteres Beispiel möchte ich die Fanpage von National Geographic hervorheben. Sie zeigen in diversen Interessenskanälen wunderbare Dokumentations- und Informationsgeschichten in Foto-und Videobeiträgen.  

Messenger wie WhatsApp

Auch bei der Nutzung von Messengern wie WhatsApp oder dem Facebook-Messenger lässt sich eine zunehmende Visualisierung beobachten. Natürlich wird hier noch viel mit geschriebener Sprache kommuniziert, jedoch vermehrt auch mit Emoji, einem Bild oder einem Video. Nehmen wir das Beispiel „Ich, Eisner!“ vom BR. Statt dicke Bücher zu wälzen, können Jung und Alt die spannende Lebensgeschichte von Kurt Eisner bequem über WhatsApp verfolgen.

Der Bayerische Rundfunk erweckte über dieses Messenger-Storytelling den Revolutionär Kurt Eisner quasi zum Leben. Hierbei haben sie die Bilder und Videos zunächst als Eyecatcher verwendet. Die Redaktion schuf dadurch eine Brücke zwischen der Historie und dem modernen Tool WhatsApp-Messenger. Zunächst sprach sie die Zielgruppe mit dem Medien an, das sie nutzen. Aber auch der Aufbau der Story wurde dem Medium gerecht. 

Die Redaktion versendete mehr als 250 Kurzstorys als Nachrichten in Bild, Text, Video und Audio. Hierzu wurden über 100 Archivbilder verwendet.

Eisner, der Protagonist, spricht aus der Ich-Perspektive mit dem Publikum. Zudem kann das Publikum per Chat sich mit dem Protagonisten interagieren, ihm Fragen stellen. Die „üblichen“ Fragen wurden durch einen Bot beantwortet. Die Redakteure beantworteten alle weiteren Fragen.

Das führte zu vielen einzigartigen Interaktionen, teilweise mit Familienangehörigen von Kurt Eisner. Laut Redaktion gingen tausende Messenges von dem Publikum aus der ganzen Welt ein.

Auf dieser Collage sehen Sie drei Messenger-Nachrichten des Projekts „Ich, Eisner“. (Bild:  © BR)

Nun zum Erfolg: In vier Monaten verfolgten mehr als 15.000 Personen die Eisner-Story per Messenger.

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Schlusswort: Jeder Mensch ist ein Visual Creator

Gerade im Visual Storytelling ist es möglich, Wiedererkennbarkeit und Einzigartigkeit statt des bekannten „Einheitsbreis“ zu produzieren. Vertrauen Sie auf Ihre Kernbotschaften und den „Geschmack“ der Zielgruppe. Das schließt natürlich nicht aus, dass Sie diese auch überraschen und Trends setzen dürfen. 

Analysieren Sie Ihre Konkurrenz und finden Sie heraus, was und wie Sie es besser machen können. Jedoch gilt auch beim Visual Storytelling, dass Visuals alleine, ohne Story, kaum nachhaltig überzeugen können.

Bereits der deutsche Kunstprofessor und Performance-Künstler Joseph Beuys plädierte für einen erweiterten Kunstbegriff:

„Jeder Mensch ist ein Künstler. Damit sage ich nichts über die Qualität. Ich sage nur etwas über die prinzipielle Möglichkeit, die in jedem Menschen vorliegt … Das Schöpferische erkläre ich als das Künstlerische, und das ist mein Kunstbegriff.”

Demnach ist jeder Mensch, der schöpferisch tätig ist, ein Künstler. Kreieren Sie aus Zutaten eine Suppe, so sind Sie schöpferisch tätig. Zeichnen Sie während eines Telefongesprächs einige Skizzen zu Ihren Notizen, sind Sie schöpferisch tätig. 

Was Visual Storytelling betrifft, so sind Mensch fundamental fähig, mittels Visuals zu kommunizieren. Beobachten wir Kinder, so stellen wir fest, dass sie sich vor der „Begradigung“ durch Erziehungssysteme visuell ausdrücken können. Egal, ob ein Baum rosa Blätter trägt oder der Baumstamm vor den Ästen durch einen Strich abgeschnitten wurde, Egal, ob der dargestellte Onkel sechs Striche als Finger hat. Kinder können abstrahieren. 

Erwachsene müssen häufig wieder Vertrauen in ihre Fähigkeiten gewinnen, sich visuell auszudrücken. Sie müssen sich Mut zusprechen und einfach mal machen beziehungsweise üben, denn visuell zu kommunizieren bedeutet nicht gleich, dass Sie eine Ausstellung in einem Museum füllen. 

Ein schönes Beispiel für die visuelle Kreativität sind sogenannten Cosplayer, wie im folgenden Video zu sehen. Die Kawasaki Halloween Parade 2018 hatte über 2500 Teilnehmer, darunter Kunststudenten der Amazing School aus Kawasaki, die sich u.a. als lebendig gewordene, berühmte Gemälde verkleideten. 

Drei Dinge, die Visual Storytelling benötigt

Erinnern Sie sich noch an den Werbeklassiker „Drei Dinge braucht der Mann“? Ich erinnere mich noch nach Jahrzehnten daran und adaptiere die Botschaft auf die Erstellung und das Erzählen mittels Visuals:

  1. Kreativität: Ideen für eine Story zu entwickeln, bedeutet zunächst den Geist, die Sinne und insbesondere die Augen zu öffnen: Lassen Sie sich inspirieren und schauen Sie bei der Auswahl der Inspirationsquellen bewusst über den Teller- und Kulturrand. 
  2. Mut: Um neue, nie dagewesene Geschichten zu erzählen oder Trends anzustoßen, bedarf es vor allem Mut. Wer immer auf Nummer sicher geht und erfolgreiche Ideen nur imitiert oder kopiert, der schafft selten Einzigartiges. Trauen Sie sich, seien Sie mutig, experimentierfreudig und neugierig. 
  3. Emotionalität: Einzigartige Geschichten können nur emotional erzählt werden, wenn der Storyteller sich öffnet: Er muss empathisch dem Publikum zuhören und auch eigene Emotionen zulassen und diese mitteilen. Klar sind ein Unternehmen oder eine Person, die sich öffnen, mehr bzw. anders angreifbar als jemand, der nur harte Fakten listet.

Und nun bleibt nur noch zu sagen: üben, üben, üben.


Dieser Artikel gehört zu: UPLOAD Magazin 70

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