Fazit: Kommentare verfolgen mit Cocomment

Bei Cocomment kann man Blog-Diskussionen verwalten und sich automatisch über neue Beiträge informieren. Diese gute Grundidee funktioniert leider in der Wirklichkeit nicht zufriedenstellend. Mein Fazit fällt daher eher ernüchternd aus.

Cocomment

Was Cocomment macht und wie es aus Nutzersicht funktioniert, habe ich in diesem ersten Artikel zusammengefasst.

Um das Fazit vorwegzunehmen: Der Service von Cocomment krankt vor allem an seiner Unzuverlässigkeit. Der Dienst ist offensichtlich überfordert, wirklich alle Diskussionen im Blick zu behalten und neue Einträge zu entdecken. Das ist bei genauerem Hinsehen auch kein Wunder. Denn Cocomment verlässt sich derzeit komplett auf seine Nutzer. Soll heißen: Wirklich gut funktioniert der Dienst erst dann, wenn praktisch alle Kommentierenden auch Cocomment benutzen und so auf neue Diskussionsbeiträge aufmerksam machen. Das machen sie aber natürlich nur, wenn der Dienst funktioniert.

Viel sinnvoller wäre es, würden die Weblogs selbst neue Kommentare melden, so wie sie es heute schon für neue Beiträge tun. Hintergrund: Mit einem so genannten Ping gibt praktisch jedes Weblog auf Wunsch bescheid, sobald es aktualisiert wurde. Erst das ermöglicht Suchmaschinen wie Technorati oder die Google Blogsuche, in deren Suchergebnissen Beiträge schon wenige Minuten nach Veröffentlichung auftauchen.

Würde Cocomment beispielsweise von Technorati gekauft und in diesen Dienst integriert, sähe die Welt ganz anders aus. Blogger wären sofort motiviert, auch neue Diskussions-Beiträge zu melden, zumal das automatisiert werden könnte. Vergleichsweise problemlos sollte es dann möglich sein, Diskussionen zu verfolgen. Technorati beweist ja, dass es die Nutzer über neue Inhalte auf dem Laufenden halten kann. Dass es auch bei Technorati hier und da hakt und die Seite nicht immer die schnellste ist, steht auf einem anderen Blatt. Prinzipiell funktioniert der Service aber.

Das kann man von Cocomment leider wie erwähnt nicht mit gutem Gewissen behaupten. Hinzu kommt, dass die Seite selbst nicht besonders übersichtlich ist. Sie müsste dringend auf das Wesentliche reduziert werden: die Übersicht der Diskussionen. Meldet man sich an, landet man beispielsweise zunächst auf einer erklärenden Eingangsseite. Erst nach einem weiteren Klick hat man die Übersicht vor Augen. Und die ist zumindest nach meinem Geschmack keine Übersicht. Statt der Spielereien mit dem Web-2.0-Technologienpaket Ajax wäre mir eine ganz simple HTML-Seite lieber. Hier muss ich nun erst die Diskussionen aufklappen, um mir einen Überblick zu verschaffen und muss dort wiederum die einzelnen Beiträge aufklappen, um die Inhalte zu sehen. Ich persönlich finde es in dieser Form einfach umständlich. Ich möchte auf einen Blick sehen, an welchen Diskussionen ich mich beteiligt habe und das Ganze schnell sortieren nach neuesten Beiträgen, zuletzt hinzugefügt usw. Falls es diese Funktionen gibt, habe ich sie übersehen.

Zusätzlich zur Website gibt es die Möglichkeit, einen RSS-Feed über neue Beiträge zu abonnieren. Das ist wiederum eine sehr sinnvolle Funktion.

Wesentlich zuverlässiger und bequemer als Cocomment sind aus meiner Sicht die RSS-Kommentarfeeds der jeweiligen Weblogs, die ich in meinem Feedreader in einem eigenen Ordner “Kommentare” sammle. Noch beliebter bei vielen Nutzern sind Benachrichtungen per E-Mail. Das wollte ich schon länger bei UPLOAD integrieren. Ein entsprechender Artikel samt Diskussion bei Perun.net haben mich dann wieder darauf gebracht. Seitdem ist es nun auch hier möglich, sich über neue Meinungen per E-Mail informieren zu lassen. Ich nutze dazu die WordPress-Erweiterung (Plugin) “Subscribe to Comments“. Dazu demnächst noch einmal mehr.

Als Fazit: Schade, Cocomment, das ist es noch nicht. Es wäre schon klasse, gäbe es eine Suchmaschine für Blog-Diskussionen. Die könnte Artikel eben auch danach sortieren, wie viele Kommentare es gibt oder wann zuletzt kommentiert wurde. Das wäre ein interessanter neuer Zugang zur Blogosphäre und ist derzeit eine Marktlücke. Im jetzigen Zustand ist Cocomment für mich nicht mehr als eine Notlösung, sofern ein Weblog weder RSS-Feed noch E-Mail-Benachrichtigung für Kommentare anbietet. Bleibt zu hoffen, dass die bald kommende Version 2.0 des Dienstes mehr bietet und zugleich zuverlässiger und übersichtlicher wird.

P.S.: Ein vergleichbarer Dienst ist offenbar Co.mments.com. Falls jemand den bereits getestet hat, freue ich mich über einen entsprechenden Kommentar. In den Kommentaren ist natürlich auch der richtige Platz für ergänzende, zustimmende oder widersprechende Meinungen zu Cocomment. :-)

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Ein Gedanke zu „Fazit: Kommentare verfolgen mit Cocomment

  1. Ich benutze den Dienst schon lange nicht mehr, weil er schlicht nicht das bietet, was hier schon geschrieben wurde. Für mich ist cocomments nicht einmal eine Notlösung, sondern ein Pferdefuss. Bislang gint es wirklich nichts, was die weit verstreuten Kommentare in den Blogs “zusammen-organisieren” könnte.

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