Überblick: eBook Reader in Deutschland

Amazon hat dem Geschäft mit digitaler Literatur praktisch im Alleingang neues Leben eingehaucht. Der in 2007 erschienene Amazon Kindle war von Anfang an ein Bestseller, auch die beiden Folgemodelle laufen super. Konsequenz: Geschätzte 600.000 eBooks verkauft der E-Buchhändler inzwischen im Kindle Store – pro Woche. Während der eBook-Markt in den USA schon mächtig boomt (+228% eBook-Verkäufe innerhalb eines Jahres), geht es in Deutschland noch ein bisschen zögerlicher zu. Dabei gibt es inzwischen auch hierzulande etliche eBook-Lesegeräte, die es zumindest in technischer Hinsicht mit der Kindle-Familie aufnehmen können.

Im Handel/Vor der Tür

Sony Reader PRS-505

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Der seit März unter anderem in knapp 300 Filialen des Buchhändlers Thalia verkaufte Sony Reader PRS-505 ist hierzulande klarer Marktführer. Das Lesegerät verfügt (wie praktisch alle dedizierten eReader) über ein augenfreundliches 6″ e-Ink Display und bringt 256 Mbyte Speicherplatz für digitale Bücher, Fotos und MP3s mit. Das schicke Gehäuse aus gebürstetem Aluminium macht den Sony Reader mit 260g vergleichsweise schwer. Das Gerät wurde jüngst reduziert, liegt aktuell bei 249 Euro.

Hier bei UPLOAD gibt es übrigens einen Testbericht zum Sony Reader PRS-505.

Bookeen Cybook Gen3

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100g leichter und 10g günstiger als der Sony Reader ist das Cybook Gen3 vom französischen eBook-Spezialisten Bookeen. Das Display stellt nur vier (statt acht) Graustufen dar, was kontrastschwächere Bilder zur Folge hat – sicherlich kein Key Feature eines eReaders. Abzüge gibt es für die komplizierte Navigation.

Bookeen Cybook Opus

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Der Cybook Opus ist “der kleine Bruder” vom Cybook Gen3. Das in diesen Tagen in den Handel kommende Device fällt außerordentlich kompakt aus, hat sogar in Hosentaschen Platz. Ein weiteres Highlight ist der mit 1 Gbyte recht große Flash-Speicher. Dafür muss ein Display mit nur 5″ Bildschirmdiagonale in Kauf genommen werden. Kostenpunkt des Cybook Opus: 249 Euro.

Bebook Mini

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Konkurrenz für das Cybook Opus in der 5″-Klasse. Ebenfalls das Schwestermodell eines Sechs-Zöllers (Bebook), der allerdings mit 300-Euro-Preisschild eher uninteressant ist. Das Bebook Mini soll innerhalb der nächsten Wochen erhältlich sein und 199 Euro kosten, wäre damit günstigster in Deutschland erhältlicher eReader und ist schon deshalb einen Blick wert.

Cool-er Reader

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Nur optisch mit dem iPod vergleichbar: Schlecht verarbeitet, schlecht bedienbar, inzwischen im Vergleich auch deutlich zu teuer (240 Euro inkl. Versand). Immerhin in vielen bunten Farben zu haben.

In Entwicklung

txtr Reader

Der txtr in einer Illustration

Kommt zur Frankfurter Buchmesse im Oktober, bringt als erster Kindle-Konkurrent ein integriertes 3G-Modul zum Kauf & Download von eBooks direkt auf das Gerät mit – aktuell noch eine Spezialität von Amazon. Sonstige Specs:
6″ Display, 9 Gbyte Speicherplatz, WLAN,… Kostenpunkt: Unklar.

Vodafone Reader

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Launcht im Herbst einem Zeitungsbericht zufolge einen eigenen 9,7″ eReader (wie Amazon Kindle DX)  in Deutschland, mit dem auch Zeitschriften und Zeitungen bequem gelesen werden können. Offizielle Bestätigung steht noch aus.

Plastic Logic Reader

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Anfang 2010 erwartet, ebenfalls mit (biegsamem!) 9,7″ Bildschirm und 3G-Modem zum Buchdownload an Bord. Haben in den USA schon prominente Content- und Mobilfunkpartner, werden sicherlich auch nach Deutschland schielen (Hardwareentwicklung und -produktion in Dresden).

Über den Autor

Johannes Haupt ist Kommunikationswissenschaftler und betreibt die Seite lesen.net. Der Buchreport bezeichnete ihn als “Experten für E-Books und Lesegeräte”. Hier findet Ihr ihn bei Xing.

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16 Gedanken zu „Überblick: eBook Reader in Deutschland

  1. Ich denke, daß die Entwicklung des eBooks noch lange nicht abgeschlossen ist und so lange die Lesegeräte so viel kosten wie zur Zeit, werden sie sich sicherlich nicht durchsetzen. Vielleicht kommt ja bald was interessantes aus dem Hause Apple (Tablet Mac) und es kommt etwas frischer Wind in den Markt der eBooks.

  2. Ich bin auch gespannt auf das Apple Tablet, aber das wird auf jeden Fall kein preiswertes Gerät.

    200 Euro finde ich für einen E-Reader übrigens gar nicht mehr so teuer. Was mir vor allem noch fehlt, sind einfach verfügbare Inhalte und eine entsprechende Infrastruktur nach dem Modell iTunes und iPod. Hier hat Amazon vorgelegt, leider nur in den USA.

    Spannend wird’s, wenn Zeitungsverlage die E-Reader als Chance begreifen und verbilligt an Neuabonnenten vergeben.

  3. Pingback: hype.yeebase.com
  4. Solange die Bildschirme es nicht erlauben komfortabel A4 zu lesen bleiben die eReader Spielerrei oder reiner Taschenbuchersatz.

  5. Ich kann mir gut vorstellen, dass der eReader an sich auf Dauer eine kleinere Rolle spielt und sich das ganze mehr zu Tablets hin entwickelt, mit denen man auch im Internet surfen kann und die alle Funktionen eines Multimedia-Players erfüllen.
    Würde mich auch über Kommentare auf meinem Blog über Google’s Aktivitäten im Bereich eBooks freuen :-)

  6. Vielen Dank für die Übersicht. Die Entwicklung der Geräte hat sicherlich erst Fahrt aufgenommen. Gerade was die Integration von Wifi, Bluetooth und bspw. UMTS betrifft, werden die Geräte ab 2010 sicherlich einen festen Platz in der Produktlandschaft bekommen. Die Größe der Displays wird wohl früher oder später eine eher auf den Anwendungszweck, bspw. Tageszeitung in der Hotellobby, und die Benutzbarkeit der Geräte zugeschnittene Variable sein. Zusätzlich zu den dargestellten Geräten ist auch http://www.netronixinc.com/product_e-book.htm interessant, da dieser als OEM Hersteller, sicherlich in vielen angepassten Varianten auftauchen wird.

  7. Ich bin sehr gespannt, wo die Reise in den nächsten Jahren hingehen wird. Wird ein “Reader” wirklich das klassische Buch verdrängen können? Ich glaube es nicht, weil Papier-Bücher doch noch immer einen gewissen Sammlerwert habe.

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