Smartphones, Tablets, E-Reader: Was ist, was kommt

Wie, wann und von wem Internetinhalte genutzt werden, hängt stark von den Geräten ab, mit denen man sie abrufen kann. Die verfügbare Hardware ist neben den Tarifen fürs Websurfen der zweite entscheidende Faktor. Und hier bahnt sich gerade der nächste große Schritt an. Einige Internetnutzer haben ihn schon vollzogen. Viele weitere werden folgen. Die Rede ist von ultramobilen Geräten wie Smartphones, Tablets und E-Readern. Sie machen beinahe jederzeit verfügbar, was ihr ins Internet gestellt habt. Wer im Internet publiziert, sollte also auf jeden Fall wissen, was heute schon geht, was als nächstes kommt und wohin die Reise insgesamt geht. Dieser Artikel gibt einen umfassenden Überblick dazu.

Foto: Pippilotta* / photocase.com

Noch vor einigen Jahren war der Computer ein Gerät, der einen festen Platz brauchte, auf dem Schreibtisch aufgestellt wurde oder eventuell sogar einen eigenen Tisch bekam – der Desktop-PC (= „auf dem Tisch“). Mit dem Siegeszug der Laptops (= „auf dem Schoß“) veränderte sich die Nutzung des Computers und damit auch die des Internets. Zeitgleich wurden die Internettarife immer interessanter, Flatrates wurden zunehmend Alltag und vor allem stetig billiger und boten mehr und mehr Geschwindigkeit.

Der Desktop-PC hatte das Internet an einem einzigen Ort zur Verfügung gestellt. Das Laptop konnte man an andere Orte mitnehmen und dort benutzen. Ultramobile Geräte hingegen werden auch auf den Wegen zwischen zwei Orten benutzt. Zeitgleich hat sich das mobile Datennetz weiterentwickelt und die passenden Tarife werden immer interessanter.

Aber schauen wir uns folgend nun die wichtigsten drei Gerätegruppen an: Smartphones, Tablets und E-Reader. Sie alle haben nach teils langer Vorgeschichte einen Stand erreicht, der sie für eine Vielzahl von Nutzern interessant macht. Und die Revolution hat hier wie vielerorts im Netz gerade erst begonnen…

Smartphones

Gestern

Dass man mit einem Handy praktisch überall telefonieren kann und erreichbar bleibt, ist heute kein Fakt mehr, der irgendwen verblüfft. Bei modernen Geräten wie dem iPhone ist das Telefonieren eine Funktion von vielen tausenden von Möglichkeiten, das Gerät zu benutzen.

Die Idee des „Smartphones“, also des „cleveren Telefons“, ist dabei schon viele Jahre alt. So richtig scharf definiert ist dieser Begriff nicht und vor einigen Jahren nannte man generell alle Handys so, bei denen man Programme installieren konnte. Das ging schon lange, bevor Apple mit iPhone und App Store einen solchen Hype darum ausgelöst hat – nur war das damals ungeheuer kompliziert und das Angebot an Programmen war winzig. Selbst ich als Gadgetfreak habe um Verlaufe der Jahre auf meinem Nokia N73 nur eine handvoll von Programmen installiert. Auf meinem iPhone hatte ich diese Marke schon nach wenigen Minuten der Nutzung hinter mir gelassen…

Das erste iPhone gilt als Initialzündung für die neue Dynamik in Sachen Mobile Web.

Heute

Schon lange sprach man von Smartphones als „kleine Computer“. Inzwischen werden sie dieser Bezeichnung mit Gigahertz-Prozessoren und Gigabyte-RAM-Speicher tatsächlich gerecht. Beschränkt sind sie nur durch die Größe des Bilschirms. Aber diese Kompaktheit ist eben auch ihre Stärke.

Während die Hardware-Funktionen sich bei den Smartphones weitgehend ähneln und die Unterschiede eher etwas für Tabellenfreaks und Featurezählnerds sind, liegen die Hauptunterschiede derzeit in der Software. Die Konkurrenten:

Apple iOS (iPhone, iPod touch)

Mit seinem Ansatz, konsequent auf Fingerbedienung zu setzen, das Ganze schick zu verpacken und ein Jahr später mit dem App Store noch einen draufzulegen, hat Apple einen großen Erfolg gelandet. Dabei ist der Marktanteil des iPhones winzig, wenn man den gesamten Handymarkt betrachtet. Und auch wenn man nur Smartphones einbezieht, sind sie bei weitem nicht Marktführer. Aber Apple hat es mal wieder geschafft, mit einem klaren Konzept Menschen zu begeistern und vor allem die Software-Entwickler auf die eigene Plattform zu holen. Ob dieser Erfolg anhält, ist dabei gar nicht sicher. Vor allem Android holt hier in der Gunst enorm auf und wird allgemein als der kommende Marktführer angesehen.

Umstritten ist beim iPhone vor allem die Abgeschlossenheit des Systems inklusive Bindung an iTunes. Wer will, kann aus diesem Käfig ausbrechen („Jailbreak“). Empfehlen kann man das allerdings nicht, denn man fängt sich Sicherheitsprobleme ein und muss bei jedem Update warten, bis ein entsprechender Hack bereitsteht.

Google Android

Der umstrittene Internetriese Google steht hinter dem enorm boomenden Betriebssystem Android. Er verfolgt dabei im Gegensatz zu Apple einen offenen Ansatz. Es gibt beispielsweise mehr als einen Weg, Programme auf einem Android-Handy zu installieren, man muss dazu nicht den offiziellen „Market“ nutzen. Nachteil: Google kontrolliert die Programme nicht, so dass Schad- und Spionagesoftware leichter aufs eigene Handy gelangen kann. Hier gilt es, Augen offen zu halten und nicht alles zu installieren, was interessant erscheint ohne sich darüber informiert zu haben.

Durch den offenen Ansatz gibt es sehr viel mehr Auswahl bei der Hardware. Viele Hersteller setzen auf Android, weil es intensiv weiterentwickelt wird und sich individuell anpassen lässt. Hier liegt allerdings auch eine Schwäche von Android: Nicht jeder Nutzer bekommt jedes Update. Manchmal kommen neue Betriebssystemversionen nur mit vielen Wochen oder Monaten Verspätung oder auch gar nicht. Teilweise passen auch die Mobilfunkanbieter das System individuell an, so dass sie erst ein wiederum angepasstes Update nachliefern müssen. O2 hatte kürzlich das Problem, dass ein eigenes Update die Handys der Kunden komplett lahmlegte…

Google arbeitet daran, solche Defizite bei Android künftig zu beheben. So interessant der Betriebssystem-Neuling auch ist: Dieser Schwächen sollte man sich bewusst sein.

Symbian

Der Name Symbian wird vielen gar nichts sagen, die sich nicht so intensiv mit der Materie beschäftigen. Aber Symbian ist derzeit noch immer mit großem Abstand der Marktführer. Das System wird vor allem von Nokia vorangetrieben, kommt aber immer mehr in Bedrängnis, weil es im Vergleich zu iPhone und Android einfach nicht mithalten kann. Inzwischen sind namhafte Unterstützer wie Sony Ericsson und Samsung bei Symbian abgesprungen und setzen stattdessen auf Android. Zwar soll das neue Symbian^3 sehr vielversprechend sein. Aber was nützt das, wenn die Entwickler nicht mitmachen und es keine Software gibt?

BlackBerry

Research In Motion (RIM) hat mit den BlackBerrys im Businessbereich einen Volltreffer gelandet. Diese Geräte sind vor allem als tragbare E-Mail-Devices groß geworden – und hier auch stehengeblieben. Zwar versucht RIM, die Plattform interessanter und vielfältiger zu gestalten. Aber ob das gegen iPhone und Android reichen wird, ist fraglich.

Windows Phone 7

Microsoft ist schon ewig lange im Bereich der Handheld-Computer dabei. Zunächst bei den PDAs und Palmtops, später auch bei den Smartphones. Allerdings hat es nie zu einem Durchbruch gereicht. Jetzt setzt Microsoft alles auf eine Karte und beginnt von vorn. Auch wenn das neue System Windows Phone 7 heißt, sollte man sich davon nicht täuschen lassen. Wenn man ehrlich ist, ist es im besten Falle eine Version 1.0. Selbstverständlichkeiten wie „Kopieren und Einsetzen“ sind zunächst nicht verfügbar. Programme müssen erst neu geschrieben werden. Kurz gesagt: Microsoft hechelt der Konkurrenz erneut hinterher. Ob sie es diesmal schaffen? Wir werden es sehen. Immerhin verfolgt Windows Phone 7 bei der Benutzeroberfläche einen komplett eigenständigen Ansatz. Es stehen nicht wie bei den anderen die Programme im Vordergrund, sondern Aktionen und Informationen.

WebOS

Das WebOS von PDA-Pionier Palm wurde zwar von Experten gefeiert, konnte aber nicht abheben. Letztlich kaufte HP die Firma auf. Nun kann man gespannt sein, was die erfahrene Computerfirma damit anstellt. Neue Smartphones? Tablets? Alles ist möglich. Es dürfte aber immens schwer werden, sich gegen die großen Nummern auf dem Markt durchzusetzen.

Morgen

Im Moment ist der Smartphone-Markt so vielfältig wie noch nie. Auf Dauer wird das so nicht bleiben. Am Ende werden sich zwei, vielleicht drei marktbeherrschende Systeme herausschälen. Macht man heute eine Umfrage, wetten die meisten auf Android als Nummer 1 und das iPhone als Nummer 2. So sicher muss das aber nicht sein. Android hat seine Schwächen und Google im Hintergrund ist auch nicht gerade unumstritten. Das iPhone wiederum hängt ganz und gar von Apple ab und profitiert nicht von einem marktinternen Konkurrenzkampf um die beste Hardware. Wer weiß, ob nicht doch Microsoft mit seinem riskanten Neustart von Windows Phone 7 am Ende die Nase vorn hat?

Entscheiden wird sich das auch daran, was den Entwicklern am besten gefällt. Die haben sich zuerst auf Apple gestürzt, weil es hier über den App Store erstmals eine gute Möglichkeit gab, mit Smartphone-Programmen Geld zu verdienen. Jetzt richten sich die Blick auf Android, die ähnliche Chancen bieten, dafür aber einen Markt, der schon bald deutlich größer sein dürfte.

Wie werden sich Microsft, Symbian und HPs WebOS hier schlagen? In zwei, drei Jahren wissen wir mehr…

Tablets

Gestern

Auch das Thema Tablet ist schon viele Jahre alt. Zuletzt hatte Microsoft-Chef Bill Gates im Jahr 2000 verkündet, dass das Tablet der PC der Zukunft sein werde. Aber passiert ist lange wenig. Die Geräte hatten im Vergleich zu Laptops nur Nachteile: Sie waren oftmals teurer und zugleich weniger leistungsfähig. Vorteile hatten sie kaum. Kein Wunder, dass die zahlreichen Ansätze in Richtung Tablet über die Jahre gefloppt sind. Die Hardware war einfach noch nicht so weit.

Heute

Bekanntlich hat auch hier Apple eine gute Nase für den richtigen Zeitpunkt bewiesen und mit dem ebenso radikalen wie umstrittenen Ansatz des iPhones das erste massentaugliche Tablet vorgestellt: das iPad. Wie auch bei den Smartphones ist Googles Android hier der Hauptkonkurrent. Und es ist richtig Bewegung in diesen Markt gekommen, der derzeit einen enormen Hype erlebt.

Das iPad feiert mit demselben umstrittenen Konzept des iPhones einen vergleichbaren Erfolg.

Apple iPad

Das iPad ist kompakter, leistungsfähiger und preiswerter als das, was die anderen Hersteller über die Jahre als Tablet positioniert haben. Und Apple ging den radikalen Schritt, nicht das Desktop-Betriebssystem umzunutzen (wie das beispielsweise Microsoft versucht hat), sondern das Smartphone-Betriebssystem als Ausgangsbasis zu nehmen. Das iPad ist damit ebenso wie das iPhone konsequent auf Fingerbedienung ausgelegt.

Ebenso wie das iPhone ist es an iTunes gebunden und kann nur über den App Store mit Programmen versorgt werden. Hier sind derzeit schon über 25.000 speziell fürs iPad entworfene Apps verfügbar. Zudem können die über 200.000 iPhone-Apps ebenfalls genutzt werden – was aber in den meisten Fällen nicht mehr als eine Notlösung darstellt.

Dieses geschlossene Ökosystem hat dieselben Vor- und Nachteile wie beim iPhone: Einerseits nimmt es dem Nutzer viel ab, andererseits kann es den Nutzer auch einschränken. Das iPad ist kein Tablet für jeden. Von daher sollte sich jeder genau anschauen, was es kann und nicht kann.

Android

Um auf den Tablet-Hype reagiere zu können, setzen die Hersteller derzeit vor allem auf Googles Android. Dieses Betriebssystem ist allerdings gar nicht für die größeren Screens der Tablets gedacht und entsprechend müssen die Hersteller hier selbst Hand anlegen – mit den bekannten Problemen, die sich bei Updates ergeben können. Auch ist das Angebot an speziell für Tablets angepasste Android-Apps noch überschaubar.

Die Hardware ist hier nach dem Datenblatt oftmals interessanter als das iPad. Mehr Anschlüsse, mehr Features, mehr Rechenpower, geringerer Preis – so versuchen die anderen meistens zu punkten. Ob das die eigenen Bedürfnisse trifft, kann man nur individuell erscheinen. Man sollte sich hier jedenfalls nicht blenden lassen.

Mit der kommenden Android-Version sollen gerüchteweise auch Tablets besser unterstützt werden. Da nicht sicher ist, dass ein heute verkauftes Android-Tablet morgen auch diese neue Version bekommt, lohnt es sich, hier noch zu warten. Zwar werden viele Hersteller zum Weihnachtsgeschäft mit Geräten am Markt sein, um vom Boom zu profitieren. Aber wer noch ein halbes Jahr warten kann, sollte lieber die nächste oder übernächste Generation anschauen.

Chrome OS

Ebenfalls aus dem Hause Google kommt Chrome OS und angeblich will der Internetriese damit ein eigenes Tablet auf den Markt bringen. Das Betriebssystem wird praktisch innerhalb des Chrome-Browsers ablaufen und damit weitgehend webbasiert sein. Genauere Details zum Erscheinungstermin sind allerdings nicht bekannt. Derzeit ist nicht einmal klar, ob überhaupt jemals entsprechende Geräte auf den Markt kommen.

Windows 7

Microsoft hat auch im Markt der Tablets immer wieder mitzumischen versucht, hat hier aber derzeit nichts Passendes anzubieten. Sicher werden einige Microsoft-Freunde auf Windows 7 setzen (oder setzen müssen, weil es in der vorhandenen Computer-Infrastruktur des Unternehmens beispielsweise gar nicht anders geht), aber gegen spezialisierte Tablets sehen die Windows-Geräte alt aus. Es ist nicht bekannt, dass Microsoft hier an einer eigenen Lösung arbeitet.

Morgen

Momentan sind Tablets ein Hype-Thema wie vor zwei Jahren die Netbooks – die inzwischen keine so große Rolle mehr spielen. Ob die Tablets einen ähnliche Weg gehen und nach dem Hype zum Nischenprodukt werden, muss man sehen. Ich glaube es nicht. Nach meinen eigenen Erfahrungen mit dem iPad gibt es sehr wohl einen sinnvollen Platz für ein solches Gerät, das handlicher, praktischer und bequemer ist als ein Laptop.

Der Markt dieser neuen Tablets ist allerdings noch sehr jung. Viele drängen hinein und die Konzepte sind oft halbgar. Android beispielsweise ist heute noch gar nicht dafür ausgelegt. In einem Jahr und spätestens in zwei Jahren wird das alles aber schon ganz anders aussehen.

Ultramobile Geräte oberhalb der Smartphones werden auf jeden Fall eine gewichtige Rolle spielen.

E-Reader

Gestern

Genauso wie bei den Smartphones und den Tablets reden wir bei den E-Book-Lesegeräten über ein Konzept, das schon viele Male ausprobiert wurde, ohne dass es den einen, entscheidenden Durchbruch erlebt hätte. Entweder gab es die Geräte, aber keine passenden Bücher. Oder es gab E-Books, aber keine passenden Geräte. In diesem Fall war es Amazon, die mit ihrem Kindle den Markt in Schwung brachten. Ebenso wie Apple setzen sie auf ein weitgehend geschlossenes System aus Hardware, Software und Shop.

Amazon bewirbt seinen Kindle als perfektes Lesegerät. Ob das ausreicht, sich gegen die vielseitigeren Tablets zu behaupten?

Heute

Leistungsfähigkeit und Preis der E-Reader sind in den vergangenen Monaten in einem interessanten Bereich angekommen. Den Amazon Kindle 3 gibt es ohne UMTS schon für 139 US-Dollar. Vergleichbare Konkurrenten nähern sich der 99-Euro-Marke, so dass E-Reader schon beinahe zum Mitnahmeartikel avancieren. Es ist jedenfalls kein Gerät, auf das man lange sparen müsste.

Dabei sind E-Reader ganz aufs Lesen ausgelegt. Anzeige von Text ist ihre Stärke. Ihre E-Ink-Displays wirken ähnlich wie Papier und sind im Gegensatz zu LCDs nicht hintergrundbeleuchtet. Dafür kann man sie in allen Beleuchtungssituationen nutzen, in denen man auch Papier nutzen kann.

Ihr größter Nachteil ist dabei ihre Unflexibilität. Sie reagieren sehr langsam und stellen heute noch keine Farben dar. Zumindest die Farben sollen nun 2011 hinzukommen, die Schnelligkeit eines LCDs werden sie aber dennoch nicht so bald erreichen.

Dabei haben die Displays neben den guten Leseeigenschaften noch einen weiteren Vorteil: Sie schonen den Akku, weil sie nur beim Wechseln der Anzeige Strom verbrauchen, dazwischen aber nicht.

Der Markt der E-Reader ist dabei stets in Bewegung. Im Themenschwerpunkt „Buch der Zukunft“ hatte Ansgar Warner zuletzt einen Marktüberblick für Deutschland gegeben.

Amazon Kindle

Amazons Kindle ist vielleicht nicht so ein Millionenhit wie Apples MP3-Player iPod, aber die Wirkung auf den jeweiligen Markt ist ähnlich: Amazon hat es erstmals geschafft, einen E-Reader und einen Shop für E-Books geschickt miteinander zu verbinden. Besonders gefiel mir von Anfang an dabei, dass der Kindle stets eine Online-Verbindung hat, die nicht extra bezahlt werden muss. Die Nutzung dieses „Whispernet“ ist im Buchkauf schon enthalten.

Leider setzt Amazon bei den E-Books auf ein selbstentwickeltes Format, das nur von den eigenen Geräten und der eigenen Software gelesen werden kann. Immerhin gibt es die Kindle-Software auch für iPhone, Android und iPad.

Zugleich versteht sich der Kindle als einziges Gerät nicht auf das EPUB-Format, das oft als „MP3 für Bücher“ beschrieben wird. Schade, schade.

Sony Reader

Sony ist neben Amazon so ziemlich der einzige große Name, der in diesem Markt mitmischt. Leider konnten die Reader, die ich bislang von Sony gesehen und getestet habe, nie mithalten. Man sollte meinen, dass z.B. möglichst einfach zu erreichende Tasten fürs Umblättern eine Selbstverständlichkeit wären. Oder dass der Bildschirm natürlich die maximal mögliche Qualität haben muss, weil er schließlich das Hauptargument für einen E-Reader ist. Aber längst nicht alle Sony Reader können hier mithalten.

txtr Reader

Der E-Reader des deutschen Startups txtr wurde von vielen Experten heiß erwartet. Eigentlich sollte er bereits im Herbst 2009 auf den Markt kommen. Nach Schwierigkeiten bei der Massenproduktion des Geräts gibt es derzeit überhaupt gar keinen Liefertermin mehr. Es wird immer unwahrscheinlicher, dass er noch auf den Markt kommt.

Das ist sehr schade, denn der txtr setzt im Gegensatz zur Konkurrenz auf ein offenes Modell, das auch Entwicklern erlauben würde, eigene Apps herauszubringen. Damit könnte man die Nutzungsmöglichkeiten des Readers natürlich immens ausweiten.

Morgen

Die Zukunft der E-Reader liegt mehr als im Unklaren. Einerseits sind sie als Lesegeräte ungeschlagen und können sich auch gegen Tablets durchsetzen, wie ich hier im Themenschwerpunkt „Buch der Zukunft“ schrieb. Andererseits haben sie im Vergleich zu den Tablets das nachsehen, weil sie schlichtweg nicht so flexibel einsetzbar sind. Vor allem die stark gesunkenen Preise der Tablets machen den Readern zu schaffen.

Nach meiner Einschätzung werden spezielle Lesegeräte wie Kindle & Co. nur eine Nischenrolle behalten können.

Fazit

Smartphones, Tablets und E-Reader haben nach vielen Jahren der Entwicklung und vielen gescheiterten Versuchen heute teils Modelle gefunden, die millionenfache Verkäufe ermöglichen. Die Technik ist leistungsfähig genug und die Preise sind so weit gesunken, dass man kein Gadgetfreak sein muss, um über den Kauf nachzudenken. Inzwischen stehen die praktischen Vorteile im Vordergrund.

Alle Märkte sind aber noch stark in Bewegung. Es ist nicht abzusehen, wie er in fünf oder gar zehn Jahren aussehen wird. Klar ist für einen digitalen Publizisten aber, dass diese Geräte sich in dieser Zeit erheblich verbreiten werden. Das bedeutet zugleich viele weitere Chancen, Leser, Hörer und Zuschauer zu erreichen. Welche Gedanken man sich machen sollte, wenn man den Mobil-Boom ausnutzen will, hatte ich ja hier im UPLOAD-Blog bereits einmal geschrieben. Der Post ist heute aktueller denn je.

Artikel vom 13. Oktober 2010