Ausgabe Februar 2019
 
Ausgabe Februar 2019
 
Instagram Insiders
 

Liebe Leserinnen und Leser,

  Jan Tissler

es begann als alberner Scherz: Ein Hühnerei sollte auf Instagram mehr Likes einsammeln als Kylie Jenners Baby. Das klappte – mit großem Abstand: 52,9 Millionen Likes sind es inzwischen. Der Account hat außerdem 10 Millionen Follower.

Wer dahintersteckt, ist nun ebenfalls bekannt: der Londoner Werbeprofi Chris Godfrey. So mancher befürchtete, das Ei würde sich letztlich als virales Marketing einer Firma herausstellen. Es ist aber wohl ein rein privates Projekt, das nun positiv im Netz wirken soll. Erstes Beispiel dafür ist ein kurzes Video, das auf Seelsorge-Hotlines hinweist. Das wurde 25 Millionen Mal angeschaut und hat damit eine ganze Menge Menschen erreicht. 

Sicherlich eine der kurioseren Storys rund um Instagram. Aber immerhin eine mit einer guten Botschaft.

Viele Grüße,
Jan Tißler

 
 
 
 
 
TIPPS & TRICKS
 
 

„Mehr Follower“ ist kein Instagram-Marketing-Ziel

Jan Firsching spricht (oder vielmehr: schreibt) mir auf Futurebiz aus dem Herzen: Die reine Jagd nach Followern führt auf Instagram genauso in die Irre wie vorher schon auf Facebook. 

Man kann verstehen, warum Follower eine so wichtige Maßzahl sind. Zum einen sind bei Instagram manche Funktionen an diese Zahl gebunden, wie in den Kommentaren von Jans Beitrag richtig angemerkt wird. 10.000 Follower ist da oftmals die Grenze. Zum anderen ist es immer auch eine Prestige-Frage.

Es gibt aber eine ganze Reihe von guten Argumenten, warum die Follower-Zahl nicht das Ziel der eigenen Aktivitäten sein sollte, sondern höchstens ein Ergebnis sein kann. Zwei Beispiele:

  1. Sie schaden Ihrem Profil, wenn Sie mit allerlei Tricks und Kniffen Follower einsammeln, die überhaupt nicht an Ihnen interessiert sind und Ihre Inhalte letztlich ignorieren. Denn dieses Verhalten bewertet der Instagram-Algorithmus negativ und Ihre Beiträge werden kaum jemanden erreichen. Es wird auch sehr schwer, aus einem solchen Tal wieder herauszukommen.
  2. Sie sammeln Follower ein, die aber keine Interessenten sind und damit auch nicht zu Kunden werden. Sie schaffen sich Potemkinsche Dörfer, also reine Kulissen. Sie lügen sich selbst in die Tasche und das Profil wird Ihnen am Ende nichts einbringen.

Sie müssen sich also andere Ziele setzen, die mit den strategischen Zielen Ihres Unternehmens übereinstimmen. Fallen Sie dabei nicht auf Artikel, E-Books oder Onlinekurse herein, die von Influencern gemacht sind: Für die sind Follower tatsächlich Geld wert. Sie als Unternehmen wollen aber nicht mit Ihrem Instagram-Profil Geld verdienen, sondern durch Ihr Profil.

Wenn Sie sich noch nicht mit dem Thema beschäftigt haben, schauen Sie sich meinen Beitrag zum Thema Content-KPIs an (wird am Montag, 25.02., für alle freigeschaltet). Darin gehe ich ausführlich darauf ein, welche Ziele Sie eigentlich mit Inhalten erreichen können und wie Sie diese messen.

Sie werden letztlich feststellen, dass „Vanity Metrics“ wie Seitenabrufe oder eben Followerzahlen zwar leicht zu messen sind, aber keine sinnvolle Aussage treffen.

P.S.: Falls Sie sich generell noch nicht so intensiv mit dem Thema KPIs beschäftigt haben, finden Sie hier beim UPLOAD Magazin eine ausführliche Einführung.

 
 

Weitere Tipps und Tricks in aller Kürze

  • Facebook gibt Tipps für bessere Instagram-Inhalte. Leider gibt es diesen Beitrag bislang nur auf English. Er fasst generelle Tipps zusammen, die mit Zahlen aus Studien belegt werden.
  • Alternative Bildbeschreibungen sind nicht für SEO da. Instagram hat kürzlich eine Funktion eingeführt, mit der man manuell Beschreibungen zu den eigenen Fotos eingeben kann. Dieses Feature ist für Menschen mit Sehbehinderungen gedacht. So mancher SEO-Spezi glaubt nun, darüber auch via Google & Co. besser gefunden zu werden. Kai Thrun zeigt, warum Bilder-SEO hier nicht funktioniert: Instagram erlaubt Suchmaschinen schlichtweg gar nicht, die Bilder in den Suchindex aufzunehmen.
  • Instagram Stories anonym betrachten und durchsuchen. Mit einem Chrome-Addon können Sie sich Stories ansehen ohne dabei in den Abrufstatistiken aufzutauchen, wie Josef Rankl hier beschreibt. Auch eine Suche in den Stories ist möglich.
 
 
 
 
 
ZAHLEN & FAKTEN
 
Entwicklung der Nutzerzahlen bei den Instagram Stories (Quelle: TechCrunch)
 

Instagram Stories haben jetzt genauso viele tägliche Nutzer wie Instagram selbst

Innerhalb von sechs Monaten ist die Zahl der täglichen Nutzer bei den Instagram Stories erneut deutlich gewachsen: von 400 Millionen im Juni 2018 auf nun 500 Millionen im Januar 2019. Das gab Facebook im Rahmen seiner Quartalszahlen bekannt. Das ist ein interessanter Meilenstein, denn Instagram insgesamt hat ebenfalls 500 Millionen tägliche Nutzer. Anders ausgedrückt: Wer Instagram täglich nutzt, nutzt auch die Stories täglich. Unbekannt ist hingegen, wie viele monatlich aktive Nutzer die Stories haben. Hier steht Instagram selbst bei 1 Milliarde.

Facebooks Produktchef Chris Cox hatte im vorigen Jahr vorausgesagt, dass Stories schon 2019 zum vorherrschenden Format im Social Web werden könnten. In einem eigenen Beitrag hatte ich bereits erklärt, was der Stories-Boom für Unternehmen bedeutet.

(Grafik: TechCrunch)

 
 

Weitere Zahlen und Fakten in aller Kürze

  • Influencer-Marketing nimmt weiterhin zu. Das jedenfalls kann man einer Untersuchung der Influencer-Plattform Klear entnehmen. Die hat die Nutzung des Hashtags #ad in Feed- und Stories-Posts gezählt. Das ist zwar keine exakte Wissenschaft, gibt aber doch einen Eindruck. Demnach ist diese Zahl 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 39 Prozent gestiegen. Ein Drittel der Posts finden sich in Stories, zwei Drittel im Feed. (Quelle)
 
 
 
 
 
IN EIGENER SACHE
 
Onlinekurs Instagram Business Grundlagen
 

Onlinekurs: Erfolgreiches Instagram-Marketing für Unternehmen

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NEUE FUNKTIONEN
 
IGTV im Instagram-Feed (Quelle: Futurebiz.de)
 

IGTV kommt in den regulären Feed

IGTV ist Instagrams Plattform für längere Videos, die bislang nicht so recht aus den Startlöchern gekommen ist, wie es scheint. Eine neue Funktion soll jetzt Abhilfe schaffen: Man kann sein neues IGTV-Video nun direkt auf dem eigenen Profil und damit im regulären Feed posten. Die Nutzer können sich hier die erste Minute direkt anschauen. Mit einem Klick auf „Ganzes Video ansehen“ werden sie danach nahtlos zum Rest des IGTV-Videos weitergeleitet.

Damit die Video-Vorschau im regulären Feed vernünftig aussieht, sollte man im Auge behalten, dass ein Bereich in der Mitte im Format 4:5 genutzt wird, wie man in der Grafik oben sieht. IGTV-Videos selbst sind im Format 9:16.

In einem eigenen Beitrag habe ich bereits erklärt, was Unternehmen über IGTV wissen sollten und wie es funktioniert.

(Grafik: Futurebiz.de)

 
 

Neue und kommende Funktionen in aller Kürze

  • Stories „boosten“. Nicht mehr nur Posts im regulären Feed, auch Stories kann man gegen Geld stärker verbreiten. Derzeit kann man entscheiden, ob die Nutzer am Ende auf eine Website oder das eigene Profil geschickt werden oder ob sie eine Direktnachricht schicken sollen. Diese Funktion stand einigen Profilen bereits seit Monaten zur Verfügung, wird aber jetzt weiteren zur Verfügung gestellt. (Quelle)
  • Geplant: Instagram-Direktnachrichten im Facebook-Postfach. Instagram-Benachrichtigungen über neue Kommentare gibt es bereits im entsprechenden Bereich der eigenen Facebook Page. Nun sollen hier die Direktnachrichten ebenfalls auftauchen. Facebooks Ziel ist es, alle Business-Messaging-Dienste unter einem Dach zu vereinen. Das wird zunächst wohl nur eine einheitliche Oberfläche sein. Bekanntlich will Facebook an sich aber alle seine Messenger auch technisch auf dieselbe Basis stellen. (Quelle)
  • Test: Direktnachrichten in der Weboberfläche. Dass man Instagram nur in der App vollständig nutzen kann, gehört zu den Schwächen des Social Networks aus der Sicht eines professionellen Nutzers. Schritt für Schritt wird die Funktionalität im Browser ausgebaut. Wie es scheint, läuft derzeit ein Test, die Direktnachrichten ebenfalls zu integrieren. (Quelle)
  • Test: Quiz-Sticker für Stories. Über Sticker wurden den Stories in den letzten Monaten zahlreiche nützliche und interessante Funktionen hinzugefügt. Frage-Antwort-Spiele scheinen als nächstes zu kommen. Sicherlich keine weltbewegende Neuerung, aber eventuell eine schöne Option für mehr Interaktionen. (Quelle)
Hinweis: Selbst Funktionen, die schon offiziell gemacht wurden, stehen nicht automatisch allen Instagram-Nutzern zur Verfügung. Das Social Network gibt diese erst nach und nach frei – ein Prozess, der manchmal Monate dauern kann.
 
 
 
 
 
GUTE BEISPIELE
 
 

Zwei Influencerinnen aus Köln starten ihre eigene Modemarke

Carmen Kroll und Julia Zwingenberg wollten nicht mehr nur die Klamotten anderer Marken zur Schau tragen, sondern selbst etwas entwerfen. Das sollte zugleich deutlich mehr sein als bloßes Merchandising in eigener Sache. Die Influencerinnen stellten ihre eigene Modemarke „Oh April“ auf die Beine und gaben deren Instagram-Kanal einen ordentlichen Anfangsschub: 60.000 Follower in nur 24 Stunden. Das ist natürlich etwas, das nicht jeder in dieser Form nachahmen kann. Dennoch finden sich im Artikel von OMR.de viele interessante Details dazu, wie die beiden Gründerinnen an die Sache herangegangen sind.

 
 

Über Instagram 100.000 Bücher verkauft – in Eigenregie

Güldane Altekrüger aus Hamburg hat sich erst eine Community rund ums Thema kalorienarme Backwaren aufgebaut, um dann in Eigenregie das passende Buch zu schreiben, herauszubringen und zu verkaufen. Auch HTML hat sie sich beigebracht, um die Website selbst zu erstellen. Eine tolle Geschichte, die man hier nachlesen kann.

 
 
 
 
 

Bis zum nächsten Mal!

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