SEO: So optimieren Sie Ihre interne Verlinkung

Die interne Verlinkung wird von Website-Betreibern bisweilen stiefmütterlich behandelt, dabei hat sie einen wichtigen Einfluss auf Google & Co. Manuel Klöffel erklärt Ihnen in diesem Beitrag, wie Sie das für sich nutzen können. Er klärt dabei auch mit typischen Missverständnissen auf und weist Sie auf Fehler hin, die Sie unbedingt vermeiden sollten.

Symbol Netzwerk Verlinkung
(Foto: © VadimVasenin, depositphotos.com)

Google hat von Anfang an auf die Auswertung von Backlinks als Vertrauenssignal gesetzt und wurde damit in kürzester Zeit zur relevantesten Suchmaschine weltweit. Den meisten Website-Betreibern ist der berühmte PageRank daher sicherlich ein Begriff, der den Grundstein des Google-Algorithmus darstellt. Auch wenn der PageRank die letzten Jahre an Wichtigkeit verloren hat, wird er nach wie vor aus den Linkbeziehungen berechnet und fließt immer noch in das Ranking mit ein. Allen Unkenrufen zum Trotz bleiben Backlinks daher ein sehr wichtiger Rankingfaktor.

Während sich viele Webmaster aber über die Wichtigkeit externer Backlinks noch bewusst sind, erfährt die interne Verlinkung hingegen selten die gleiche Zuwendung – und das völlig zu Unrecht. Denn erst durch die interne Verlinkung wird eine gezielte Verteilung des eingehenden PageRanks auf Ihre Unterseiten ermöglicht. Eine gute interne Verlinkung sollte daher ein fundamentaler Bestandteil jeder nachhaltigen SEO-Strategie sein.

Eine gute interne Verlinkung sollte ein fundamentaler Bestandteil jeder nachhaltigen SEO-Strategie sein.

Dieser Beitrag will Ihnen folgend zeigen, dass die interne Verlinkung aus viel mehr besteht, als der reinen Verlinkungsstruktur und der daraus resultierenden Klickpfadtiefe. Der richtige Umgang mit Duplicate- bzw. Near-Duplicate-Content, die korrekte Zuweisung von anderssprachigen Seiten untereinander oder der Umgang mit gelöschten Seiten sind ebenso wichtige Bestandteile der internen Verlinkung.

Doch alles schön der Reihe nach, beginnen wir mit den „Link-Basics“.

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1. Externe und interne Links

Abbildung 1: Externe und interne Links (Quelle: eology GmbH)

Von einer internen Verlinkung spricht man, wenn innerhalb einer Domain A auf eine Unterseite auf der gleichen Domain A verlinkt wird. Dies kann zum Beispiel über die Hauptnavigation eines Onlineshops oder über einen Contentlink in einem Blog geschehen.

Bei einem externen Link verweist eine Domain A per Hyperlink auf eine Domain B. Hierbei spielt es keine Rolle, ob die Seiten den gleichen Namen haben. Ein Link von z.B. https://www.tolles-beispiel.de auf die englischsprachige Version https://www.tolle-beispiel.com stellt auch einen externen Link dar, da die Top-Level-Domain unterschiedlich ist (de versus com).

2. Aufbau von Hyperlinks

Ein Hyperlink besteht aus mehreren Elementen. Im Folgenden sehen Sie den grundsätzlichen Aufbau: 

<a href="https://www.eology.de/" target="_blank" rel="nofollow" title="Infotext">Linktext</a>

Was bedeutet das alles?

  • <a href= ➜ Das erklärt dem Browser, das ein Link und das Linkziel folgen
  • "https://www.eology.de/" ➜ Das Linkziel
  • target="_blank" ➜ Die Zielseite soll in einem neuem Browserfenster öffnen
  • rel="nofollow" ➜ Link wird „entwertet“, weil die Suchmaschine ihm nicht folgen soll. Auf das No-Follow-Attribut wird noch näher eingegangen.
  • title="Infotext" ➜ Erklärungstext, der nach Mousover erscheint
  • Linktext ➜ der verlinkte Text („Ankertext“)
  • </a> ➜ Zeigt dem Browser das Ende des Links an

Zwingend notwendig sind das Linkziel und der sichtbare Ankertext. Das konkrete Linkziel ist für den Besucher meist nicht sichtbar und kann eine andere Domain, eine URL auf derselben Domain, ein Bild, ein PDF-Dokument oder ähnliches sein.

Der Ankertext (Linktext) ist der sichtbare Teil des Hyperlinks und macht Besuchern und Suchmaschinen-Bots deutlich, was sie inhaltlich auf der Zielseite erwarten können. Aus diesem Grund sollten Sie immer aussagekräftige Ankertexte verwenden. Während Sie bei externen Links auf Ihre Linktexte achten und eine übermäßige Verlinkung mit harten Money-Keywords vermeiden sollten, müssen Sie bei internen Links keine Einschränkungen hinnehmen. Google selbst empfiehlt im „Startleitfaden zur Suchmaschinenoptimierung“ (S. 16 f.): 

„… je besser der Ankertext ist, desto einfacher fällt den Nutzern die Navigation und desto besser versteht Google, wovon die Seite, auf die verlinkt wird, handelt.“ 

Wenn Sie also auf Ihrer Seite „Puma Jogginghosen“ verkaufen, dann können Sie intern problemlos mehrfach mit dem Anker „Puma Jogginghosen“ verlinken, ohne gegen die Google-Richtlinien zu verstoßen und eine Abstrafung zu riskieren.

Sie sollten nur darauf achten, dass der Content auf der Zielseite tatsächlich zum verwendeten Ankertext passt.

Vermeiden Sie hingegen übermäßig lange Ankertexte, denn auch hierzu hat sich Google im oben verlinkten Leitfaden geäußert: 

„Streben Sie kurze, aber beschreibende Texte an – normalerweise genügen einige Wörter oder ein kurzer Ausdruck.“

Vermeiden Sie nach Möglichkeit auch, dass Sie dieselbe URL mit einer Vielzahl verschiedener Ankertexte verlinken. Umgekehrt gilt dasselbe: Verwenden Sie den identischen Ankertext nicht für verschiedene URLs. In diesem Fall verwirren Sie sowohl Ihre Besucher als auch die Suchmaschinen-Bots. Diese bewerten die Seite in diesem Fall nicht optimal und können sie keinem bestimmten Keyword oder Thema zuordnen. 

3. Das No-Follow-Attribut

Wenn Sie Links auf externe Seiten setzen, von denen Sie sich distanzieren möchten oder es sich um bezahlte bzw. Werbelinks (Affiliate-Links) handelt, dann sollte das No-Follow-Attribut zum Einsatz kommen. Auch als Blogbetreiber sollten Sie Kommentarlinks unbedingt mit einem No Follow kennzeichnen, da Blogs nach wie vor gerne mit Spamlinks geflutet werden und diese Links ohne No-Follow-Entwertung Ihrem Blog sogar schaden können. Denn ein mit „No Follow“ gekennzeichneter Link vererbt keine PageRank-Signale („Linkjuice“) an die Zielseite. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass Google die linkgebende Seite nicht abstrafen kann, wenn diese auf eine minderwertige Seite verlinkt. Auch einer Abstrafung wegen zu exzessiver Verlinkung beugen Sie so vor.

Einige Webmaster sind der Meinung, dass sie mit einem No-Follow-Link das Crawling und damit die Indexierung dieser Seiten unterbinden können. Dies ist jedoch keine zuverlässige Vorgehensweise, denn die Zielseite ist oftmals von anderer Stelle (intern oder extern) oder gar der Sitemap verlinkt und wird daher dennoch gecrawlt. Einen wirkungsvollen Ausschluss aus dem Suchmaschinen-Index gewährleistet nach wie vor nur die Meta-Robots-Angabe „No Index“.

Es gibt wirklich keinen Grund, seine internen Links mit „No Follow“ zu kennzeichnen.

Auch hält sich nach wie vor hartnäckig das Gerücht, dass Sie mit internen No-Follow-Links die PageRank-Verteilung beeinflussen können (das so genannte PageRank Sculpting). Um dies noch einmal klarzustellen: Auch ein mit „No Follow“ entwerteter Link wird für die Verteilung des Linkjuices miteinberechnet – mit dem einzigen Unterschied, dass dieser Linkjuice nicht auf die per „No Follow“ verlinkte Zielseite weitergegeben wird. Der PageRank-Anteil des No-Follow-Links verpufft also. Gesamt betrachtet, sorgen interne No-Follow-Links damit im Gegenteil sogar für eine schlechtere PageRank-Verteilung auf den eigenen Seiten.

Sie sehen: Es gibt wirklich keinen Grund, seine internen Links mit NoFollow zu kennzeichnen.

Wie sieht es denn im umgekehrten Fall aus? Sie haben einen No-Follow-Link einer autoritären Seite erhalten – ist dieser wertlos? Nein, ein No-Follow-Link einer starken Domain ist niemals wertlos, denn er gibt potenziellen Besuchern oder Kunden die Möglichkeit, Ihre Website zu besuchen. Außerdem gehört zu einem gesundem und natürlichem Linkportfolio auch immer ein gewisser Anteil an No-Follow-Links. 

4. Bilder-Verlinkung

Ein Sonderfall ist die Verlinkung per Bild. Oftmals sieht man auf Websites Text, der in einem Bildformat dargestellt wird. Während Besucher dieser Seiten anhand des Bild-Inhalts problemlos verstehen, worum es auf der Zielseite geht, hat es der Suchmaschinen-Bot in diesem Fall deutlich schwerer. Denn anders als beim klassischen Textlink gibt es bei einer Verlinkung mit einem Bild keinen Ankertext, mit dem der Bot verstehen könnte, welchen Inhalt das Linkziel behandelt. Wenn Sie stattdessen ein Bild mit einem Link hinterlegen, sollten Sie dringend auf die Verwendung eines passenden Alternativ-Textes (ALT-Tag) und Bildtitels achten, welche die Suchmaschinen dann als Linktext berücksichtigen. Dies hilft übrigens auch sehbehinderten Nutzern: Screenreader-Software kann diese Alt-Tags vorlesen.

5. Handhabung von gelöschten Seiten

Für Besucher ist es sehr frustrierend, einem Link zu folgen und im Anschluss eine Fehlermeldung zu erhalten. Aber auch für Sie als Webmaster ist dies ärgerlich, denn nicht selten springt der Besucher ab und versucht sein Glück auf einer anderen Domain. Schlechte Nutzersignale und im schlimmsten Fall verschenkte Umsätze sind dann die Folge. 

Als wäre das alleine nicht schon genug, so ist eine Vielzahl von nicht erreichbaren Seiten auch für Google ein Zeichen für eine schlecht gepflegte Website.

Keine Frage: Es ist völlig natürlich, dass URLs gelöscht werden. Zeitlich begrenzte Aktionen oder nicht mehr erhältliche Artikel in Onlineshops sind sehr treffende Beispiele. Wichtig ist nur, wie Sie diese gelöschten Seiten handhaben.

Denn die ersatzlose Löschung der Seite gibt bei einem Aufrufversuch dieser URL einen 404-Fehler aus – diese Lösung ist nur in den allerwenigsten Fällen sinnvoll. Ziel sollte es immer sein, eine möglichst adäquate Ersatzseite für die gelöschte Seite zu finden und diese mit dem Statuscode 301 oder 302 weiterzuleiten.

Dem Browser und Suchmaschinen-Bot wird mit diesen Statuscodes mitgeteilt, statt der ursprünglichen Seite die Ersatz-URL aufzurufen. Ein menschlicher Besucher merkt in der Regel nichts von dieser Weiterleitung. 

Übrigens: Auch wenn der Statuscode 301 laut Definition einer permanenten und der 302-Code einer temporären Weiterleitung entspricht, so werden laut Google beide Varianten mittelfristig identisch behandelt. Sie vererben ihre Signale also ohne Verlust auf das Weiterleitungsziel.

Auch wenn Sie eine Seite wirklich ersatzlos aus dem Google-Index entfernt haben möchten, ist das reine Löschen der Seite und der damit verbundene Statuscode 404 nicht die beste Lösung. Die bessere und korrekte Variante ist der Statuscode 410 („gone“). Denn während ein 404-Fehler erst einmal nur aussagt, dass eine Seite nicht verfügbar ist, sagt der 410-Code eindeutig, dass die Seite dauerhaft entfernt wurde. Wenn Sie sich also auch schon einmal gewundert haben, warum der Google-Bot Ihre seit Jahren gelöschten Seiten immer noch crawlt, hier haben Sie die Lösung. Google „testet“ diese Seite in unregelmäßigen Abständen immer wieder, denn es könnte ja sein, dass diese wieder erreichbar ist.

5. Canonical-  und hreflang-Tags: Seitenverknüpfung ohne Links

Per Canonical- und ahreflang-Tag verbundene Seiten sind im Prinzip schon Verlinkungen. Im Gegensatz zu einer klassischen Verlinkung sind diese aber für den Besucher weder sicht- noch klickbar und damit nur für den Suchmaschinen-Bot relevant.

5.1. Canonical-Tag

Das Canonical-Tag ist eine Ergänzung im Head-Bereich des HTML-Codes und sollte immer dann zum Einsatz kommen, wenn identische Inhalte auf unterschiedlichen URLs Ihrer Domain vorkommen (so gennanter Duplicate Content). Mit dem Canonical-Tag weist man Suchmaschinen dann auf die Standardressource hin, also die „kanonische URL-Variante“. Als Ergebnis werden diese Seiten von Suchmaschinen wie eine einzige Seite behandelt und es wird nur die kanonische URL in den Index aufgenommen. Zudem werden auf dieser kanonischen URL alle Rankingsignale gebündelt.

Tipp: Zur Sicherheit sollte jede URL immer ein selbstreferenzierendes Canonical-Tag enthalten, um Duplicate Content durch Parameter, Session-IDs oder anderweitig mehrfach erreichbare URL-Varianten vorzubeugen.

Fälschlicherweise kommt das Canonical-Tag nicht selten bei Paginierungen zum Einsatz. Auf den Seiten einer Blätternavigation wird Seite 1 als kanonische URL-Variante ausgewiesen. Dies entspricht jedoch nicht dem eigentlichen Zweck des Canonical-Tags, da die einzelnen Seiten der Blätternavigation keine Duplikate darstellen!

5.2. hreflang-Tag 

Auch das hreflang-Tag verweist auf inhaltlich identische Seiten, jedoch in anderen Sprachen. Durch die Verwendung dieses Tags wird einerseits Duplicate Content vorgebeugt und anderseits sichergestellt, dass Google die jeweils geografische Ausrichtung der Website versteht und die entsprechende Sprachversion oder regionale URL eines Inhalts für den Nutzer ausspielt.

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6. Breadcrumbs: Verlinkung ohne Verweisbedeutung

Die Verlinkung per Brotkrumen-Navigation hat eine etwas andere Bedeutung, als dies bei einer klassischen Verlinkung der Fall ist. Sie weist eine Hierarchie aus und hilft dem Nutzer, jederzeit zu wissen, wo er sich in der Hierarchie einer Website befindet.

Im Folgenden sehen Sie eine beispielhafte Breadcrumb-Navigation: 

Startseite > Sportschuhe > Marke > Puma > Puma SPEEDSEO 2

Damit Suchmaschinen die Breamdcrumb-Navigation verstehen, sollten Sie diese im Quellcode per Microdaten, RDFa oder JSON-LD auszeichnen. Durch diese Auszeichnung erkennt Google, dass es sich nicht einfach um klassische Verlinkungen handelt, sondern dass diese eine Hierarchie darstellen. 

Ein weiterer Vorteil dieser Auszeichnung: Die Breadcrumb-Navigation wird bei Google in den Suchergebnissen in der URL-Zeile als Rich Snippets angezeigt, was folgendermaßen aussieht:

Abbildung 2: Breadcrumb Rich Snippet von Otto.de. Quelle: Google-Suchergebnisse

Lesetipp: „So funktionieren strukturierte Daten für die Suchmaschinenoptimierung“ – Darin erfahren Sie noch mehr über solche besonderen Suchergebnisse.

Fazit

Die interne Verlinkung zu optimieren ist nicht schwierig, wenn Sie die genannten Punkte beachten. Jeder Webmaster sollte daher einen näheren Blick auf seine interne Verlinkung werfen und mögliche Rankingpotenziale ausschöpfen. Die Mühe lohnt sich, denn oftmals wird man mit besseren Rankings und zufriedeneren Besuchern belohnt.

Lesetipp

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Dieser Artikel gehört zu: UPLOAD Magazin 72

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