Ideen, Aufgaben und mehr verwalten mit Wunderlist

Wunderlist hat in meinem Alltag einen festen Platz und das längst nicht nur, um To-Dos zu verwalten. Ein großer Vorteil von Wunderlist ist dabei, dass es auf so vielen Plattformen verfügbar ist. Und da man gemeinsam an Listen arbeiten und inzwischen leicht Inhalte aus dem Web hinzufügen kann, erweitern sich die Einsatzmöglichkeiten laufend.

Wunderlist

Wunderlist gibt es für diverse Plattformen.

Wunderlist war das erste Produkt des Berliner Startups 6Wunderkinder und sofort ein Erfolg. Eine schlichte, elegante und kostenlose To-Do-App. An sich war es nur ein Vorgeschmack und eine Fingerübung auf dem Weg zum Produktivitätstool Wunderkit. Das aber zündete bei den Nutzern nicht und 6Wunderkinder wagte den harten Schnitt: Weg mit Wunderkit, volle Kraft auf Wunderlist.

Es gibt native Apps für diverse Plattformen – vom Laptop übers Tablet bis hin zum Smartphone. Ergänzend dazu eine Weboberfläche. Alle sind dabei so schlicht wie elegant gestaltet. Das Design zieht sich konsistent durch alle Angebote und sogar das selbst eingestellte Hintergrundbild wird stets übernommen. Mir gefallen solche Details, auch wenn sie streng genommen keine Rolle spielen.

Was geht

In Wunderlist geht es (oh Wunder) um Listen. Man legt sie beliebig an und füllt sie mit Listenpunkten, die man manuell sortieren kann. Listenpunkte haben einen Titel, es lässt sich eine Beschreibung in Form einer Notiz hinterlegen, ein Fälligkeitsdatum angeben, eine Erinnerung einrichen, man kann Punkte per Klick auf einen Stern als besonders wichtig kennzeichnen und natürlich auch abhaken. Jeder Listenpunkt kann dabei noch Unterpunkte aufweisen, die sich ebenfalls abhaken lassen. Durch die Unterpunkte kann man mehr Übersicht schaffen, da die sofort sichtbaren Listenpunkte allgemeiner gehalten sein können.

Inhalte zu solchen Listen kann man nicht nur direkt über die App und die Weboberfläche ergänzen, sondern auch über ein Browser-Addon, das gerade kürzlich erweitert wurde. Es fügt dem Browser einen Wunderlist-Knopf hinzu und ergänzt in manchen Fällen direkt in der Website einen solchen Button. Beispiele dafür sind Amazon, Wikipedia und YouTube. Draufgeklickt und es öffnet sich ein kleines Wunderlist-Overlay. Der Titel der Seite ist bereits als Titel des neuen Listenpunktes eingefügt und die ersten paar Zeilen inklusive der URL als Notiz. Jetzt noch die passende Liste ausgewählt und abgespeichert. Darüber lassen sich also sehr einfach Web-Inhalte sammeln, was Postings in Blogs und auf Nachrichtenseiten sein können, aber auch Produkte in Webshops, Videos auf YouTube, Mails in Gmail…

Wer will, kann solche Listen auch anderen zum gemeinsamen Bearbeiten freigeben. Wer die Liste angelegt und die Mitarbeiter eingeladen hat, wird per Notification in der App und auch per E-Mail über Veränderungen auf dem Laufenden gehalten.

Kollaboration in Wunderlist

Listen lassen sich auch gemeinsam mit anderen bearbeiten.

Was fehlt

Auch wenn es „Wunderlist 2“ heißt, ist es letztlich doch hier und da eine 1.0, denn das Team der 6Wunderkinder hat in einem enormen Kraftakt das System im Hintergrund umgestellt. Jede Wunderlist-App ist direkt für die entsprechende Plattform geschrieben. Vorher waren sie praktisch aus einem Master generiert worden – was sich in der Theorie sehr gut anhört, sich in der Praxis aber nicht bewährt hat. Jetzt haben sie eine neue Basis, aber die musste weitgehend neu geschaffen werden. Insofern sollte man sich von der „2“ im Namen nicht zu sehr blenden lassen.

Denn das erklärt, warum Features aus Wunderlist 1 in Wunderlist 2 fehlen. Dazu gehören beispielsweise die automatischen Listen „Morgen“ und „Überfällig“. Sie sollen aber wiederkommen.

Als störend empfinde ich, dass sich die Listen nicht nach Fälligkeitsdatum sortieren lassen. Das würde in vielen Situationen die Übersicht deutlich verbessern.

Die Unterpunkte sind zwar eine schöne Ergänzung, aber hier vermisse ich eine Fortschrittsanzeige. Wie viele der Unterpunkte sind schon erledigt? Das möchte ich gern wissen, in dem ich einfach nur auf die Gesamtliste schaue. Auch hier wäre dann natürlich eine Sortierung nach Fortschritt gut.

Und natürlich vermisse ich Schlagwörter…

Einige interessante Features kommen mit Wunderlist Pro. Dazu gleich noch mehr.

Und wozu?

Wie oben schon angedeutet, kann man Wunderlist an sich natürlich für sehr viele Dinge einsetzen. Um mal einige Beispiele aus der Praxis zu geben, hier meine Einsatzfelder:

  • Natürlich To-Dos, meistens versehen mit Enddatum, gelegentlich auch mit Unterpunkten. Sie habe ich nach meinen Aufgabenfeldern im dienstlichen und auch im privaten Bereich sortiert.
  • Fundstücke, die wir auf neuerdings.com verwenden könnten. Diese Liste habe ich mehreren Autoren freigegeben. Sie können sich etwas heraussuchen oder auch gern selbst ergänzen. Möchte jemand ein Thema übernehmen, hakt die Person es vor dem Schreiben ab. Dadurch ist es für die anderen Nutzer weg und ich bekomme eine Nachricht.
  • Liste mit Filmen, die ich mir gern noch ansehen möchte.
  • Videos auf YouTube, die ich mir vormerke.
  • Einkaufszettel, denn die Wunderlist kann ich von allen meinen Geräten pflegen, sie ist schnell aufgerufen, ich kann die Punkte sortieren und beim Einkaufen einfach abhaken. Da die abgehakten Punkte erhalten bleiben, muss ich sie nicht immer wieder neu eingeben, sondern entferne einfach den Haken, sobald ich ein Produkt wieder auf die Einkaufsliste setzen möchte.
  • Dinge, die ich mit in den Coworking Space nehmen muss.

Wie man sieht, nutze ich Wunderlist recht vielfältig. Manches ist aktuell und verändert sich laufend, einiges wird gar gemeinsam mit anderen gepflegt, wieder anderes wie meine Materialliste für den Coworking Space sind schlicht Checklisten, die immer gleich bleiben.

Wunderlist Activity Center

Im Wunderlist Activity Center sieht man beispielsweise, wer etwas abgearbeitet hat.

Demnächst: Wunderlist Pro

Natürlich kann ein Startup nicht von einer kostenlosen und werbefreien App leben. Deshalb wird Wunderlist letztlich ein Freemium-Produkt. Die jetzigen Features bleiben kostenlos, aber mit einem Pro-Account kommen neue hinzu.

Es ist sogar schon teilweise bekannt, was es im ersten Schritt sein wird: Dazu gehört die Möglichkeit, To-Dos Teammitgliedern zuzuweisen. Außerdem soll man unbegrenzt Unterpunkte anlegen können. Ich bin hier bislang nicht an eine Grenze gestoßen, habe es aber auch noch nie für mehr als eine handvoll Punkte genutzt.

Diese und andere Features gehen aus einer Mail hervor, die 6Wunderkinder verschickt hatte. Sie ging an 5.000 Nutzer, pries die Features an und nannte einen monatlichen Preis. Die genannte Summe variierte in den verschickten Mails. Auf diese Weise wollten die Macher offenbar herausfinden, welcher Preis am meisten Klicks erzeugt und damit am meisten Erfolg verspricht.

Klar scheint jedenfalls, das Wunderlist Pro dann mehr in Richtung Projektplanung und Arbeitsorganisation in Teams geht.

Im April soll mit Wunderlist Pro zu rechnen sein.

Fazit

Mein persönliches Fazit zu Wunderlist: Mir gefällt die Schlichtheit und Eleganz. Bei den Features bleibt noch einiges offen, was wünschenswert wäre. Aber es funktioniert für mich so gut, dass es sich fest in meinen Alltag integriert hat.

Ich sehe es als sehr gute Ergänzung zu Evernote, das sich zumindest zum jetzigen Zeitpunkt nicht wirklich auf das Thema Listen versteht. Allerdings ist da wohl etwas im Busch und man soll demnächst auch bei Evernote Listen mit Fälligkeitsdaten etc. anlegen können. Dann müsste ich noch einmal neu überlegen, denn an sich halte ich die Zahl der Tools gern so klein wie möglich.

Allerdings müsste Evernote ihr Listenfeature dann idealerweise in eine eigene App auslagern, wie sie es für manche andere Dienste wie „Evernote Food“ oder „Evernote Hello“ ja auch getan haben. Denn ich habe wenig Lust, meine Listen in meinem wachsenden Berg an Inhalte in Evernote zu suchen. Die müssen schnell und problemlos verfügbar sein.

Insofern sehe ich hier noch weiterhin gute Chancen für Wunderlist in meinem persönlichen Setup.

Evernote hatte ich auf UPLOAD in diesem Beitrag ausführlich vorgestellt.

Artikel vom 08. April 2013