Videomarketing: 5 Tipps für überzeugende Werbeclips

Mit keinem anderen Medium gelingt das Erzielen von Reichweite so gut wie mit Videomarketing, denn erstklassig umgesetzte Clips erzeugen die größte Aufmerksamkeit, findet Julian Schneider. Er hat in den letzten Jahren hunderte Werbedrehs begleitet. In diesem Ratgeber verrät er das Erfolgsgeheimnis für herausragendes Videomarketing und teilt fünf Tipps, mit denen Unternehmen ihre Produktvideos auf das nächste Level heben können.

(Illustration: © Variant, depositphotos.com)

1. Tipp: Überlegen, wie Videomarketing zur Zielgruppe passt

Im ersten Schritt sollte jedes Unternehmen überlegen, ob und wie Videomarketing zum eigenen Angebot sowie zur Zielgruppe passen kann. Es gilt auch zu prüfen, ob bereits Erfahrung im Bereich der professionellen Videoerstellung vorhanden ist.

Jede Firma muss sich außerdem fragen, ob sie in ihren Videos seriös auftreten kann. Der Grund für diese anfängliche Prüfung erklärt sich rasch: Viele Firmen wünschen sich, mit ihren Videos viral zu gehen. Sie streben also eine extreme organische Sichtbarkeit mit ihrem Content an. Ihre Überzeugung ist, dass ihre Botschaft nur ankommt, wenn mehr als 1.000.000 Menschen das Video gesehen haben. 

Das muss aber nicht sein, wenn Videomarketing für mehr Umsatz sorgen soll: Spricht ein Video die eigene Zielgruppe an, ist es egal, ob es 1.000 oder 10.000 Aufrufe hat. Stimmt die Segmentierung des Contents, wird das Video die richtigen Personen überzeugen.

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Wird hingegen ein Video lustig gestaltet und geht es viral, sind viele Unternehmen zunächst begeistert. Jedoch kann das kurzweilige Video für Irritation bei der Zielgruppe sorgen. Sie informieren sich jetzt nämlich ausführlicher zum Unternehmen, doch finden eventuell keine weiterführenden seriösen Inhalte online. Es fehlt dann offensichtlich eine solide Basis im Marketing-Mix, wodurch der virale Effekt verpufft.

Damit Unternehmen ihr Videomarketing effektiv für ihre Umsatzgenerierung nutzen können, sollten sie sich daher nicht primär auf möglichst viele Klicks konzentrieren. Es geht darum, zielgruppengerechten Content zu schaffen. Hierbei spielt eine verlässliche Basis an seriösen Inhalten eine essenzielle Rolle.

Aus diesem Grund ist zunächst zu prüfen, ob die Strukturen für die Promotion via Videomarketing stimmen. Eine Frage, die sich Unternehmen dabei stellen sollten, ist: Wie lässt sich professionelles Videomarketing optimal für das eigene Unternehmen umsetzen? Eine Bestandsaufnahme ist dafür ebenso wichtig wie das Ausarbeiten der zukünftigen Maßnahmen.

Sollte noch kein Fundament für ein professionelles Videomarketing vorhanden sein, wird im ersten Schritt ein seriöser Imagefilm als Basis produziert. Er soll nicht Millionen von Menschen erreichen, sondern die Professionalität des Unternehmens unterstreichen.

Ist dieser Imagefilm als Grundstein für die Marketing-Maßnahmen gelegt, können weitere Überlegungen bezüglich der Gestaltung zukünftiger Videos folgen. Diese dürfen dann auch mit Fokus auf Viralität erdacht werden.

Professioneller beziehungsweise seriöser Content als Marketing-Fundament muss vorhanden sein, um nachhaltig und umsatzstark werben zu können.

2. Tipp: Die Probleme der Zielgruppe zuerst ansprechen

Essenziell ist für Unternehmen bei ihrem Videomarketing neben einer soliden Basis aus seriösem Content, Mehrwert für einen klar definierten Personenkreis zu bieten: Sie müssen eines der Probleme ihrer Zielgruppe direkt ansprechen. Erst danach sollte das eigene Angebot als Lösung beworben werden.

Das ist vor allem dann der Fall, wenn ein Unternehmen noch unbekannt bei potenziellen Kunden ist. Hier ist das Video nicht selten der erste Touchpoint innerhalb der Customer Journey. Unverzichtbar wird zunächst also, Vertrauen mit starkem Content zu schaffen. Nur so sorgen die eigenen Videos langfristig für mehr Vertrauen und Umsatz.

Dabei sollte jedes Unternehmen im Hinterkopf behalten, dass Menschen wohl nirgendwo ehrlicher sind, als wenn sie das Suchfeld von Google verwenden. Da YouTube zum Tech-Giganten gehört, ist die Wahrscheinlichkeit entsprechend groß, über die Suchmaske und damit „über das Problem“ von der eigenen Zielgruppe gefunden zu werden.

Erfolgreiches Videomarketing setzt also auf das Erfüllen von Bedürfnissen der potenziellen Kunden. Unternehmen mit absatzfördernden Videos fragen sich daher, welche schmerzhaften Probleme bei ihrer Zielgruppe immer wieder aufkommen. Diese sprechen sie in ihren Videos direkt an und präsentieren das eigene Angebot als Lösung. Der Nutzen für den Kunden steht dabei im Vordergrund.

3. Tipp: Für einen überzeugenden Ersteindruck sorgen

Kein Imagefilm sollte mit einem Logo starten. Das ist mittlerweile bekannt. Anders sieht es jedoch bei Aspekten wie der Gestaltung des Videothumbnails aus. Hier gibt es noch viele Unklarheiten bei Unternehmen: Beim Thumbnail handelt es sich um das Vorschaubild eines Videos, das beim Ausspielen auf YouTube oder anderen Plattformen angezeigt wird. Daher entscheidet es maßgeblich darüber, ob sich ein potenzieller Kunde das Video ansehen wird. Erzeugt es keine Aufmerksamkeit oder Interesse, ist das unwahrscheinlich.

Aus diesem Grund sollte das Videothumbnail aus professioneller Sicht stets so gestaltet sein, dass es den potenziellen Zuschauer „triggert“. Es muss also zum Lesen des Titels animieren und letztlich zum Klick auf das Video führen. Bilder werden dabei 60.000 Mal schneller als Texte verarbeitet. Entsprechend sollte das Thumbnail konzipiert sein.

Folgendes Beispiel kann das verdeutlichen: „Endlich mehr Bewerber!“ ist auf dem Videothumbnail zu lesen. Das sorgt für großes Interesse, was anschließend zum Lesen des Videotitels führt. Ein klickstarker Titel wäre an dieser Stelle beispielsweise „Wie Industrieunternehmen die Bewerberzahl durch Videomarketing erhöhen“.

Wichtig ist beim Design des Thumbnails somit, auf ein drängendes Problem der Zielgruppe aufmerksam zu machen. Der Text sollte dabei möglichst prägnant sein und neugierig machen. In Kombination mit einem guten Titel lässt sich die Klickrate des Videos messbar positiv beeinflussen.

Zu beachten ist an dieser Stelle auch: Generell sollte der Text auf dem Thumbnail bei der mobilen Nutzung genauso gut lesbar wie beim Surfen mit einem Desktop-Gerät sein.

Es lohnt sich außerdem, die Corporate Identity im Videovorschaubild aufzugreifen. Die Farben und Schriftarten des eigenen Unternehmens bilden schließlich ein einprägsames Erscheinungsbild, das für einen hohen Wiedererkennungswert über sämtliche Marketing-Kanäle hinweg sorgt.

4. Tipp: Die größten Kundeneinwände direkt ansprechen

Es gibt keine Branche ohne mögliche Einwände vonseiten der Kunden. Speziell in Deutschland fällt das überdurchschnittlich stark auf – auch online. Viele Menschen sind überkritisch und suchen überall einen Haken.

Nicht nur bei Imagefilmen in vorurteilsbehafteten Branchen ist es aus diesem Grund sinnvoll, die größten Einwände der Zielgruppe bereits im Video anzusprechen. So kann das Unternehmen direkt zeigen, dass potenzielle Kunden verstanden und mit ihren Sorgen wahrgenommen werden.

Mit dieser Vorgehensweise ist es für Anbieter außerdem einfach möglich, ein hohes Level an Vertrauen aufzubauen. Schließlich verdeutlicht das Unternehmen mit dem Ansprechen der größten Einwände: „Wir wissen, worüber sich unsere Kunden wirklich Gedanken machen. Diese Sorgen sind bei einer Firma wie uns jedoch unbegründet, da sie auf uns nicht zutreffen.“

Sprechen Unternehmen die größten Kundeneinwände direkt an, schaffen sie wertvolles Vertrauen als Basis für mehr Umsatz. Zugleich hebt sie das vom Mitbewerb ab, der unschöne Seiten der eigenen Branche oft nicht oder nur ungern in den Fokus der Aufmerksamkeit rückt.

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5. Tipp: Die Videos zur optimalen Zeit veröffentlichen

Videos einfach irgendwann zu veröffentlichen, bringt selten den gewünschten Erfolg. Unternehmen achten besser darauf, wann ihre Zielgruppe tatsächlich online ist. So sichern sie sich eine überzeugende Reichweite auch ohne zusätzlich geschaltete Werbung.

Auf Facebook kommt es für eine gute Sichtbarkeit beispielsweise auf die Interaktionen in den ersten 15 Minuten nach der Veröffentlichung des Videos an. Liken oder kommentieren viele Menschen den Post innerhalb dieser Zeitspanne, bemerkt das der Algorithmus von Facebook umgehend. Er ordnet den Beitrag folglich als überdurchschnittlich relevant ein. Anschließend wird er mit einer höheren organischen Sichtbarkeit belohnt. Der Beitrag wird also ohne manuelles Eingreifen deutlich häufiger auch anderen Personen auf der Plattform angezeigt.

Aus diesem Grund ist es für Unternehmen unabdingbar zu prüfen, wann der Beitrag voraussichtlich die meiste organische Sichtbarkeit erhalten wird. Es gilt also, das Verhalten der eigenen Zielgruppe zu prüfen.

Hierzu zählt die Zeitspanne, in der der Großteil der anzusprechenden User online ist. Wird der Zeitpunkt der Veröffentlichung darauf abgestimmt, steigt die Chance auf Viralität ohne nennenswerten Aufwand.

Besonders praktisch ist an dieser Stelle: Eine Investition in externe Werkzeuge braucht es nicht, um den besten Zeitpunkt für die Veröffentlichung des Werbeclips herauszufinden. Im internen Analyse-Tool von Facebook können Unternehmen sämtliche relevanten Kennzahlen einfach prüfen.

Nutzen Firmen die bereitgestellten Analyse-Tools ihrer Social-Media-Kanäle, sichern sie sich im Allgemeinen einen nicht zu unterschätzenden Wettbewerbsvorteil. Viele Unternehmen verzichten nämlich nach wie vor auf die Erfolgsmessung ihrer Marketing-Maßnahmen. So verschenken sie wertvolles Potenzial.


Dieser Artikel gehört zu: UPLOAD Magazin 107

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