[NEU!] Komprimiert: Netzwerk-Illusion, effektiver Call to Action, Relevanz von Corporate Blogs

In unserer neuen Rubrik „komprimiert“ nehmen wir interessante Beiträge der letzten Wochen und dampfen sie aufs Wesentliche ein. Kurz gesagt: Wir lesen viel, damit Sie weniger lesen müssen. In dieser Ausgabe: Diese Netzwerk-Illusion macht „Influencer“ so mächtig, 5 Wege, einen „Call to Action“ effektiver zu machen und warum Corporate Blogs relevanter sind als Facebook und Twitter.

Diese Netzwerk-Illusion macht „Influencer“ so mächtig

Beide Netzwerke sind gleich. Einziger Unterschied: Welche Knoten farbig markiert sind. Sie sind „aktiv“, die anderen „inaktiv“. Im Netzwerk links scheint es für alle inaktiven Knoten so, als ob mindestens die Hälfte der anderen aktiv sei. Im Netzwerk rechts ist das für keinen Knoten der Fall.

Beide Netzwerke sind gleich. Einziger Unterschied: Welche Knoten farbig markiert sind. Sie sind „aktiv“, die anderen „inaktiv“. Im Netzwerk links scheint es für alle inaktiven Knoten so, als ob mindestens die Hälfte der anderen aktiv sei. Im Netzwerk rechts ist das für keinen Knoten der Fall.

Original: „The Social-Network Illusion That Tricks Your Mind“, erschienen am 30. Juni 2015 auf technologiereview.com.

Darum geht es: Marketer wissen schon länger, wie wichtig „Influencer“ sind. Eine wissenschaftliche Arbeit zeigt nun, wie enorm deren Einfluss sein kann.

  • Kristina Lerman, Xiaoran Yan und Xin-Zeng Wu haben an der University of Southern California untersucht: Warum verbreiten sich manche Inhalte in Social Networks wie ein Lauffeuer, während andere kaum beachtet werden – obwohl beide gleichsam interessant erscheinen?
  • Ihre Arbeit trägt den Titel: „The Majority Illusion in Social Networks“ – also: „Die Mehrheits-Illusion in Sozialen Netzwerken“.
  • Der wesentliche Auslöser für diese Illusion ist, dass Nutzer bei Facebook & Co. unterschiedlich stark miteinander vernetzt sind. Einige wenige beeinflussen mit ihren Postings überdurchschnittlich viele andere.
  • Posten mehrere der stark vernetzten Nutzer einen Inhalt, erscheint es für die anderen so, als sei er bereits weit verbreitet.
  • Das gilt nicht nur auf Facebook, sondern beispielsweise auch für die Vernetzung unter politischen Blogs.
  • Auf diese Weise kann eine Minderheitenmeinung so erscheinen, als stelle sie die Mehrheit dar. Es ist auch anwendbar auf Verhaltensweisen: Was einflussreiche Personen vorleben, kann so gängig werden.
  • Letztlich ist das auf das bereits bekannte „Freundschafts-Paradox“ in Netzwerken zurückzuführen: Im Durchschnitt haben die eigenen Freunde mehr Freunde als man selbst. Der Grund: Einige wenige Ausreißer nach oben verzerren den Durchschnittswert.

Was sich daraus lernen lässt: Die Untersuchung zeigt nicht nur, dass „Influencer“ tatsächlich einen wesentlichen Einfluss haben. Sie zeigt auch, dass dieser Einfluss noch größer sein kann als man zunächst annehmen würde. Diese Erkenntnis ist dabei nicht nur fürs Marketing wichtig. Es geht auch darum, wie man Ideen, Meinungen und Verhaltensweisen beeinflussen kann.

Mehr lernen: „The Majority Illusion in Social Networks“

5 Wege, einen „Call to Action“ effektiver zu machen

Original: „5 Ways a Penalty Can Dramatically Improve Your Call To Action“, erschienen am 5. Juli 2015 auf copyblogger.com.

Darum geht es: Keine Verkaufsseite oder -E-Mail ohne „Call to Action“, also der Aufforderung an den Interessenten, aktiv zu werden. Dessen Wirksamkeit kann man laut dieses Artikels enorm erhöhen, in dem man dem Nutzer mit einer Bestrafung droht. Fünf Varianten werden vorgestellt.

  • 1. Nach einem bestimmten Datum wird der Preis erhöht. Beispiel: Nach dem Start eines neuen Produktes gibt es für zwei Wochen einen Sonderpreis.
  • 2. Das Gut verknappen. Beispiele: Begrenzte Zahl von Tickets für eine Konferenz, nur eine bestimmte Zahl von Mitgliedern in einer Community. Andere Möglichkeit: zeitlich begrenzen. Ein E-Book ist dann bspw. nur vorübergehend erhältlich.
  • 3. Bestimmtes Kriterium zur Voraussetzung machen, damit das Angebot zustande kommt. Beispiel: Angebote bei Groupon, die eine Mindestanzahl von Bestellungen voraussetzen. Vorteil: Dadurch sind die bisherigen Interessenten motiviert, das Angebot selbst bekannter zu machen.
  • 4. Verpasste Chance andeuten. Das soll mit dem Gefühl spielen, man könnte später bereuen, nicht aktiv geworden zu sein. Beispiel: ein Angebot ist nur für einen einzigen Tag gültig.
  • 5. Öffentlich machen, wie viele andere Interessenten von einem begrenzten Angebot erfahren haben. Auf diese Weise soll eine Konkurrenzsituation erzeugt werden.
  • Ratschlag: Solche Tricks nicht laufend einsetzen, da sie sich abnutzen.

Was sich daraus lernen lässt: Die alten Tricks funktionieren noch immer, auch wenn sie längst bekannt sind. Wie stark man sie einsetzen will, hängt aber auch sehr vom eigenen Image ab und an welche Zielgruppe man sich richtet.

Mehr lernen: „5 Ways a Penalty Can Dramatically Improve Your Call To Action“

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Auch in Zeiten des Social Web sind Corporate Blogs relevant

Original: „Warum Corporate Blogs relevanter sind als Facebook und Twitter“, erschienen am 13. Juli 2015 auf falkhedemann.de.

Darum geht es: Unternehmensblogs würden kaum gelesen und seien daher nicht so wichtig wie eine Präsenz auf Facebook und Twitter. Das ist eine häufiger gehörte Aussage, der UPLOAD Mit-Herausgeber Falk Hedemann in diesem Beitrag widerspricht.

  • Grundsätzlich: Wer die Relevanz eines Corporate Blogs beurteilen will, muss dazu erst einmal deren Zielsetzungen kennen.
  • Schlechte Corporate Blogs würden gern als Beweis für fehlende Relevanz herangezogen, weil bei ihnen kaum Interaktion festzustellen ist.  Tatsächlich fehle gerade in Deutschland oft eine grundlegende Strategie, die nicht auf Werbebotschaften oder PR-Material setzt. Seine Feststellung: Nur weil es schlechte Corporate Blogs gibt, heißt das nicht, dass sie grundsätzlich nicht als Kommunikationsmittel taugen.
  • Gute Beispiele finden sich hingegen u.a. in diesem UPLOAD-Artikel von Dr. Kerstin Hoffmann.
  • Die sozialen Kanäle wie Facebook und Twitter haben entscheidende Nachteile: Inhalte sind nur für kurze Zeit zu sehen oder wie im Fall von Facebook oftmals auch gar nicht, weil der Algorithmus sie gar nicht erst auf die Startseite der Nutzer bringt. Zudem ließen sich moderne Formen des Storytelling mit den eingeschränkten Möglichkeiten der Social Networks gar nicht oder nur schwer umsetzen. Nicht zuletzt sind dort gepostete Inhalte nicht oder kaum in Suchmaschinen zu finden.
  • Größter Vorteil einer Plattform wie Facebook ist die potenziell hohe Reichweite. Deshalb sollte man sie eher als „Community und Verbreitungssatellit“ ansehen.
  • Natürlich sei ein Corporate Blog oftmals harte Arbeit und erfordere auch einen langen Atem. Allerdings gehe es hier um Kundenbeziehungen und die sollten den Unternehmen etwas wert sein. Zudem sei auch die Kommunikation auf Facebook nicht so einfach, wie es manchem zunächst scheinen mag.
  • Unternehmen bräuchten einen zentralen Content Hub, von dem aus sie die verschiedenen Plattformen bedienen können. „Ein besseres Werkzeug als einen Corporate Blog sehe ich hier nicht.“

Was sich daraus lernen lässt: Die Frage nach Social Media oder Corporate Blog ergibt in dieser Form wenig Sinn, weil beide Werkzeuge unterschiedliche Aufgaben erfüllen. Das Corporate Blog eignet sich als zentrale Anlaufstelle und für langfristig interessante Inhalte. Social Media wiederum für die schnelle Kommunikation.

Mehr lernen: „Warum Corporate Blogs relevanter sind als Facebook und Twitter“

Artikel vom 05. August 2015