RELOAD Juli 2015

Wichtige Themen, Zahlen, Fakten, Aussagen, Grafiken, Tools des Monats auf einen Blick. Diese Rubrik erschien bisher ausschließlich im digitalen Magazin, jetzt testweise auch einmal bei uns auf der Website.

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Wichtige Entwicklungen

Das tolle neue Ding des Monats

Beme (wird „Biem“ ausgesprochen) sehen manche als den nächsten großen Hit an – zumindest für jüngere Nutzer. Es geht um spontan aufgenommene und veröffentlichte Handyvideos. Wie bei Snapchat kann man sie sich nur einmal ansehen. Aktuell teilt man diese mit einer unbestimmten Öffentlichkeit, kann also beispielsweise nicht einschränken, dass nur Freunde die Videos sehen sollen. Besonderer Gag: Die Aufnahme startet, in dem man den Annäherungssensor im iPhone abdeckt, z.B. in dem man sich das Handy an die Brust hält. Die Idee: Man schaut dann nicht über den Handybildschirm auf die Welt und man kontrolliert weniger, was man aufnimmt.

Die Videos sind nur vier Sekunden lang. Man kann sie weder kommentieren, noch „liken“ oder weitersharen. Dieser Minimalismus ist offenbar Absicht und soll dazu beitragen, dass man „sein wahres Ich“ zeigt anstatt sich zu inszenieren.

Wer mehr wissen möchte, findet bei der Rheinischen Post einen ausführlichen Beitrag von Daniel Fiene dazu.

Zitat des Monats

Die Trolle gewinnen den Kampf ums Internet

Ellen Pao nach ihrem Rücktritt als CEO von Reddit.

Neue Tools vorgestellt und ausprobiert

Nützliche Tipps und Tricks

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Diskussion des Monats

Wie sehr nervt eigentlich das (mobile) Web?

Sehr, befindet Nilay Patel auf The Verge. Er sieht dabei vor allem die mobilen Browser als das Problem an: Sie könnten nicht mit der Performance des Desktops mithalten, obwohl die Hardware das bereits bieten sollte. Er gibt allerdings auch zu, dass die Website-Betreiber oftmals selbst Schuld sind: Riesige Bilder und vor allem aufgeblähte Trackingskripte diverser Werbenetzwerke machen das mobile Web zur Qual.

Das bekommt auch Marcel Winatschek von Amy&Pink in den Kommentaren zu seinem Beitrag zu hören. Eigentlich wollte er davor warnen, sich als Publisher auf Facebook einzulassen. Der Grund: So mancher junge Internetnutzer mag seiner Erfahrung nach überhaupt nicht mehr auf Links im Social Network klicken, sondern will die Information gleich dort bekommen. Facebook lasse den Rest des Internets „langsam ausbluten“ und der Link sei „tot“, erklärt er ohne Angst vor dramatischen Übertreibungen. Dazu dann unbedingt den Kommentar von „Stefan“ lesen. Sein Fazit: Publisher haben selbst Schuld. Sie nerven mit klickstarken Überschriften, die mehr versprechen als sie halten. Und die mobile Seite sei oftmals unbenutzbar, allein schon wegen penetranter Overlays.

Ein wesentlicher Auslöser der gesamten Diskussion: Apple führt in iOS 9 eine Schnittstelle für „Contentblocker“ ein. Und dabei geht es vor allem um die bereits erwähnten Trackingskripte. Sie nehmen in ihrer Datensammelwut oftmals keinerlei Rücksicht auf die Nutzer. Wer das für übertrieben hält, lese sich einmal diesen Erfahrungsbericht durch. Mobile-Entwickler Dean Murphy hat dafür Apples kommende Features anhand der Seite iMore.com selbst ausprobiert. Auf ihr finden sich sagenhafte 38 Skripte von anderen Diensten und Anbietern. In Worten: achtunddreißig. Normalerweise brauchte die Seite elf Sekunden, um zu laden. Nachdem er alle Fremdskripte geblockt hatte, lud sie in zwei Sekunden.

Kein Wunder, dass auch Felix Salmon beim Guardian zum Fazit kommt: Werbung killt die Online-Experience.

Zahl des Monats

49,7

Laut Symantec ist das der Anteil von Spam an allen verschickten E-Mails im Juni. Und das ist eine gute Nachricht: Erstmals seit 2003 ist die Spamquote damit unter 50 Prozent. Quelle: Venturebeat

Gut zu wissen in aller Kürze

Lesestoff

In eigener Sache


Dieser Artikel gehört zu: UPLOAD Magazin 25

Die fünf Beiträge des Schwerpunkts drehen sich um Themen wie Schleichwerbung, Datenschutzerklärung oder auch rechtliche Fallstricke bei mobilen Apps. Aber das ist natürlich längst nicht alles, was wir im Angebot haben. Außerdem erfahren unsere Leserinnen und Leser, wie man mit einem Shitstorm umgeht, wie relevant YouTube noch ist oder was es mit der Netzwerk-Illusion auf sich hat.

Jan Tißler ist auch bekannt als jati. Er arbeitet seit über 20 Jahren als Journalist, die meiste Zeit davon digital. 2006 hat er das UPLOAD Magazin aus der Taufe gehoben. Er ist fasziniert von den Freiheiten des digitalen Publizierens und erklärt gern, wie Unternehmen, Organisationen oder auch Selbstständige mit ihren Botschaften im Netz gehört werden. Immer mit einem Bein fest in der Zukunft. Der gebürtige Hamburger lebt inzwischen in Santa Fe, New Mexico.