Online-Journalismus als Chance

Der Medienwandel ist für Journalisten Bedrohung und Chance zugleich. In diesem Beitrag wollen wir aufzeigen, wie man sich heute positionieren kann, um für die nächsten Jahre gerüstet zu sein. Online-Journalismus ist dabei nicht nur ein mögliches Rettungsboot für so manchen erfahrenen Medienschaffenden, sondern hat sogar das Zeug zum Traumjob.

USB-Schreibmaschine

(Bild: usbtypewriter.com)

Die Situation heute

Wir müssen sicherlich nicht mehr darüber diskutieren, dass der Medienwandel ein existierendes Phänomen ist. Die Aufmerksamkeit von Lesern, Zuhörern und Zuschauern wandert ins Internet ab. Selbst namhafte Verlage wie Gruner + Jahr geraten darüber in Schwierigkeiten. Das Fernsehen findet ebenso kein Rezept für die neue Zeit, wie Falk Hedemann in seinem UPLOAD-Artikel für die Ausgabe Nr. 15 bereits aufgezeigt hatte.

Dabei ist noch immer offen, inwiefern klassische Medien wie Zeitungen, Zeitschriften, Radio und Fernsehen komplett abgelöst werden oder wie lange dieser Prozess dauern wird. Klar ist aber, dass die Zahlen schon heute sinken. Vielleicht erreichen wir irgendwann eine Talsohle, die dann die neue Normalität sein wird. Aber bis es soweit ist, stehen den Verlagen und Sendern noch zahlreiche sehr schmerzhafte Einschnittte bevor. Selbst erfahrene Journalisten sind deshalb nicht davor gefeit, mit einem Mal auf der Straße zu stehen.

Zugleich gibt es bei den Online-Medienformen wie Newswebsites oder YouTube-Kanälen weiterhin ein zentrales Problem: Die Einnahmen steigen nicht in dem Maße, wie sie bei den klassischen Medien sinken. Über die letzten 15 Jahre haben die Macher im Netz dabei vor allem auf die Werbefinanzierung als Verdienstquelle gesetzt – ein Modell, dessen Grenzen inzwischen klar werden.

Entsprechend gibt es vermehrt Experimente mit anderen Finanzierungen und hier kommen vor allem die Leser direkt ins Spiel. Projekte werden per Crowdfunding vorfinanziert. Monatliche oder jährliche Abos legen zumindest die Grundlage fürs journalistische Wirtschaften. Oder anstatt die Website mit Werbung zuzukleistern, wird sie meistbietend an einen Exklusivsponsor gegeben.

Weiterhin kann aber niemand mit Sicherheit vorhersagen, wie die Situation in fünf, zehn oder gar 20 Jahren aussehen wird. Wie viele Inhalte werden dann von Automaten erstellt, von Amateuren oder auch von Firmen im Rahmen ihres Corporate Publishing? Wie wichtig werden Medienmarken noch sein oder wird es noch mehr als heute um die Personenmarken der Autorinnen und Autoren gehen?

Turn On

Sieht aus wie eine Newsseite, ist aber finanziert von Saturn: Turn On.

Wen es betrifft

Wer erst noch mit dem Gedanken spielt, Journalist zu werden, kommt nicht darum herum, sich über all diese Veränderungen zu informieren und sich seine eigenen Gedanken zu machen. Auch wer heute noch Berufseinsteiger ist, sollte das im Auge behalten und hat vor allem den großen Vorteil, sich in der neuen Landschaft etablieren zu können. Denn obwohl es nun schon über 20 Jahre her ist, dass Tim Berners-Lee die Grundlagen für das World Wide Web entwickelte, ist dieses Medium noch immer ein weites und zugleich nur teilweise bestelltes Feld. „Es ist nie zu spät, anzufangen“, hatte Apple-Experte John Gruber in seinem Vortrag auf der Internetkonferenz XOXO in diesem Jahr erklärt. Als er seine Seite „Daring Fireball“ 2002 an den Start brachte, hatte er geglaubt, zu spät dran zu sein. Wie sich herausstellte, war das nicht der Fall. Heute ist er in der Techszene eine feste Größe und verdient 9.500 US-Dollar pro Woche mit einem exklusiv vergebenen Sponsorplatz.

Schwer haben es jene Kollegen, die bereits als Print-, Radio- oder Fernsehjournalist etabliert sind und sich bislang darauf verlassen haben. Kürzlich ging der Offene Brief der G+J-Journalistin Gabriele Riedle herum. Sie war von den zahlreichen Einsparmaßnahmen und Kündigungen des Verlags betroffen. Die 56-Jährige sieht sich nun selbst auf dem Weg in die Altersarmut – obwohl sie eine lange Liste spannender Erfahrungen und Qualifikationen vorzuweisen hat.

Ich selbst bin in der glücklichen Lage, nun seit 20 Jahren meinen Lebensunterhalt mit meinem Traumberuf bestreiten zu können. Aber ich habe immer die Möglichkeit im Hinterkopf, dass diese Strähne in den nächsten 20 Jahren zu einem Ende kommen könnte. Entsprechend lote ich aus, was ich selbst auf die Beine stellen kann (so ist beispielsweise 2006 dieses Magazin entstanden) oder ich halte Augen und Ohren offen, wo meine Fähigkeiten und meine Expertise noch gefragt sein könnten. Ich mache das allerdings nicht nur, weil ich es für notwendig halte, um meine berufliche Zukunft zu sichern. Mir macht es in erster Linie große Freude. Dazu gleich noch mehr.

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Wohin es sich entwickelt

Wie oben bereits angedeutet, gibt es mehrere Trends zu beobachten, die für Journalisten und ihre weitere Laufbahn wichtig sind:

  • Im Internet finden sich zunehmend die Leser und Zuschauer. Darüber hinaus haben digitale Medien Möglichkeiten und Freiheiten, die ihre klassischen Vorfahren nicht bieten. Ein gedrucktes Magazin hat beispielsweise einen Redaktionsschluss, der oftmals Wochen vor dem Veröffentlichungstermin liegt. Ist das Magazin einmal gedruckt, kann man es nicht mehr verändern. Zahl, Umfang und Umsetzung der Inhalte müssen sich in den engen Grenzen dieses jahrhundertealten Mediums bewegen. Das sind alles Beschränkungen, die es bei einem digitalen Magazin nicht gibt. Ähnlich gilt das für andere Medienarten.
  • Online finden sich darüber hinaus nicht nur die Inhalte aus den klassischen Medien, sondern es gibt gleich ein mehrfaches Überangebot an Content aus anderen Quellen wie Amateuren oder Unternehmen. Die Wikipedia beispielsweise ist nicht nur Konkurrent für Nachschlagewerke wie den Brockhaus. Dank ihrer Aktualität und dem theoretisch unbegrenzten Platz erfüllt sie darüber hinaus Funktionen, die man früher Tageszeitungen und Magazinen zugesprochen hat: Die Welt erklären, Fakten zusammenfassen. Dass die Wikipedia dabei nicht perfekt ist und ihre Schwächen hat, ist natürlich ebenfalls klar. Dennoch ist ihr Einfluss erheblich.
  • Internetfirmen wie Google und Facebook tragen massiv zum Medienwandel bei und wollen gar selbst zur künftigen Plattform für Nachrichten und andere Inhalte werden. Ein Privatblog kann derweil problemlos zum Suchtreffer Nr. 1 bei Google werden. Ein Facebook-Post kann Viralität entwickeln und hunderttausende von Menschen erreichen. Dazu benötigt es keine Verlage mehr. Dazu braucht man nicht einmal ein Budget. Das bedeutet im Umkehrschluss nicht, dass generell keine Verlage mehr gebraucht werden oder sich alles auch ohne Budget erreichen lässt. Es ist aber ein Faktor, der die Medienlandschaft so massiv verändert. Siehe dazu auch den Artikel von Sebastian Schürmanns aus UPLOAD Magazin Nr. 15: „Wacht auf, die Webvideo-Revolution ist längst da!
  • Geschäfts- und Vertriebsmodelle wandeln sich. Manche alte Erkenntnisse werden aus meiner Sicht aber in den nächsten Jahren wieder an Bedeutung gewinnen. So gibt es hier und da Anzeichen dafür, dass qualitätsbewussten Internetnutzern vermehrt klar wird, dass man für herausragende Inhalte auch einmal etwas bezahlen muss. An das oft zitierte Micropayment glaube ich hingegen weiterhin weniger. Natürlich scheint es praktisch, sich einen einzelnen Artikel für 99 Cent zu kaufen. Aber hat man dann als Nutzer angesichts des großen Angebots von Informationen nicht immer das Gefühl im Hinterkopf, dass es irgendwo dort draußen einen ähnlichen Artikel auch kostenlos gibt? Viele Nutzer wollen stattdessen nicht laufend nach Inhalten suchen. Sie möchten, dass Inhalte in einer verlässlichen Qualität regelmäßig zu ihnen kommen. Sie haben schließlich noch andere Dinge im Leben zu tun als nach Informationen und Fakten zu suchen. Dies ist ein Beispiel für eine Erkenntnis, die nicht neu ist: Jeder Zeitungs- oder Zeitschriftenverlag hat sein Geschäftsmodell darauf aufgebaut. Allerdings hatte dieses Modell in den Zeiten vor dem Internet den großen Vorteil, dass es kaum eine Alternative gab. Heute muss man sich als Macher bewusst sein, dass ein Teil der Nutzer eben doch die Zeit investieren wird, etwas selbst zu recherchieren. Oder dass ein Konkurrent seine Inhalte verschenkt, um den Markt zu erobern.
  • Was mich zum Thema Spezialisierung bringt. Wie bereits angedeutet, sieht mancher Personenmarken in Zukunft als wichtiger an als Medienmarken. Zumindest aber wird es noch mehr Beispiele dafür geben, bei denen einzelne Autorinnen und Autoren auf Augenhöhe mit Redaktionen agieren – weil sie eine spezielle Sichtweise haben, die man nur bei ihnen bekommt. Aber auch Webangebote brauchen ein klares Gesicht, eine klare Abgrenzung zu anderen Angeboten. Wenn Menschen ihre Informationen zunehmend via Google oder Facebook finden, ist das dahinterstehende Medium kaum noch erkennbar und zweitrangig. Will man sich eine Stammleserschaft aufbauen, braucht man Wiedererkennbarkeit.

Welche Chancen sich bieten

Vieles in diesem Artikel wird wahrscheinlich eher abschreckend klingen: Die Einnahmen steigen online nicht so sehr wie sie offline fallen. Als Profi muss man mit den Inhalten von Amateuren oder Firmen konkurrieren. Und überhaupt ist alles sehr verzweigt und verwirrend geworden, wenn man sich nicht schon etliche Jahre damit beschäftigt.

Wer sich davon ins Bockshorn jagen lässt, verpasst aus meiner Sicht aber einen potenziellen Traumjob. Denn eines gibt es in den Online-Medien ebenfalls im Überfluss: die Möglichkeit zur Selbstverwirklichung. Außerdem viel Platz für Experimente und sogar die Chance zu den teils vergessenen Grundwerten des Journalismus zurückzukehren.

Natürlich gibt es viel Müll im Internet. Aber das ist keine Spezialität dieses Mediums und Vertriebswegs. Ich kann in einen beliebigen Kiosk spazieren und stapelweise Zeitschriften hervorkramen, die mit Journalismus nicht viel zu tun haben.

Stattdessen konzentriere ich mich lieber auf das, was mir persönlich gefällt und wo ich selbst hin möchte. Und schaut man sich einmal dazu um, stellt man plötzlich fest: So mancher Journalist wird aufblühen, wenn er nicht mehr den Zwängen einer Redaktion oder seines klassischen Mediums unterliegt. Im Internet legt man selbst fest, wann Redaktionsschluss ist – oder ob es überhaupt einen geben soll. Man kann Artikel wie bisher schreiben oder neue Formen erfinden: Artikel die sich über die Zeit erweitern, Artikel bei denen mehrere Medien für unterschiedliche Zwecke benutzt werden, oder auch neue Artikelformate, die es in einem Printmedium so nie geben könnte.

gutjahr.biz

Richard Gutjahr ist Journalist und Medienmarke in einem.

Man hat als Journalist im Netz die Chance, Journalismus so zu betreiben, wie man es selbst für richtig hält. Ob daraus dann direkt oder indirekt der Lebensunterhalt bestritten wird, entscheidet sich erst später. Möglich ist das allemal: Die Hürden sind niedrig, um zum Mediengründer zu werden. Man kann als One-Man-Show unterwegs sein oder sein eigenes Medium aufbauen. Vielleicht aber nutzt man das Netz auch, um sich Jobs in klassischen Medien zu sichern.

Wer die letzten 10, 20 Jahre in einer relativ gesicherten Position verbracht hat, hat sich über seine Außendarstellung vielleicht wenig Gedanken gemacht. Die wird aber in Zukunft eher noch wichtiger als sie heute schon ist. Man muss sich Gedanken darüber machen, wofür man als Journalist stehen will. Und dann sieht man zu, dass das sichtbar wird.

Richard Gutjahr zeigt beispielsweise, dass man beides parallel betreiben kann: Arbeit in klassischen Medien und zusätzlich der Aufbau eines eigenen Standbeines. Ein gedanklicher Fehler ist aus meiner Sicht oft, dass das Neue gleich das Alte ersetzen soll – und da es das heute nicht kann (oder nicht sofort), nimmt man es nicht ernst. Denn auch wenn das Internet sehr schnelllebig erscheint, ist eines doch zugleich richtig: Es braucht seine Zeit, bis man sich etabliert hat. Es ist möglich. Aber es passiert eben nicht unbedingt über Nacht.

Wer als Journalist heute das Internet für sich entdeckt, kann also…

  • …etwas für seine Außendarstellung tun und Aufmerksamkeit auf sich lenken.
  • …sich neue Fähigkeiten und Kenntnisse aneignen, die in Zukunft wichtig sein werden.
  • …vielleicht sogar die Liebe am eigenen Beruf und am Experiment wiederentdecken, anstatt sich in eingefahrenen Bahnen zu bewegen.
  • …am Ende möglicherweise selbst zum Gründer werden.

Welches Handwerkszeug man braucht

Eben war schon von neuen Fähigkeiten und Kenntnissen die Rede, die man sich aneignen kann, um die eigene Zukunft zu sichern. Aber was ist darunter zu verstehen? Kurzum: eine Menge. Daraus könnte man leicht einen eigenen Beitrag machen – oder sogar ein Ratgeberbuch. Nur einige Beispiele:

Social Networks wie Facebook sind heute zunehmend der Weg, auf dem Menschen auf Inhalte stoßen, sowie auf interessante Personen und Angebote. Es ist wichtig zu lernen, wie man diese Netzwerke für sich nutzen kann und wie sie funktionieren. Das Gute: Das kann sehr viel Spaß machen, wenn man es nicht als Pflicht ansieht, sondern zum Beispiel als Chance, selbst auf interessante Themen, Personen und Inhalte zu stoßen.

Es sollte zudem klar sein, wie Nutzer auf Google Informationen finden und wie diese Suchmaschine ihre Rankings ermittelt. Es geht nicht darum, zum Suchmaschinen-Optimierer zu werden. Es sollte aber schon verstanden werden, worauf Google achtet und warum.

Matt Mullenweg

WordPress-Chef Matt Mullenweg (Bild: Jan Tißler)

Ein für meinen persönlichen Berufsweg entscheidendes Tool möchte ich an dieser Stelle ebenfalls empfehlen: WordPress. Es ist heutzutage nicht zwingend notwendig, seine eigene Seite aufzusetzen. Es gibt externe Dienste, mit denen man erste Gehversuche unternehmen kann. Mir fallen dort beispielsweise Medium.com für lange Texte und Tumblr für Sammlungen zu Themen ein. Aber wer sich intensiver damit beschäftigt und seine Leidenschaft dafür entdeckt, wird feststellen: Es hat entscheidende Nachteile, sich ganz auf den Dienst eines Drittanbieters zu verlassen. Man kann dann beispielsweise nicht alles so gestalten, wie man es selbst möchte. Und man ist dem Anbieter und dessen Plänen auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Da kommt ein Werkzeug wie WordPress gerade recht, mit dem man sehr viel mehr Freiheiten hat. Wer möchte, lernt es zunächst auf WordPress.com kennen. Das ganze Potenzial entfaltet es aber erst, wenn man es selbst betreibt. Wer sich nicht in die Tiefen der Technik begeben will, findet hier inzwischen auch Hosting-Anbieter, bei denen man sein WordPress-Blog mit nur einem Klick starten kann.

Darüber hinaus kann man generell die Zahl seiner Werkzeuge erhöhen. Ich persönlich fotografiere gerne und ich habe auch schon mit Video und Audio experimentiert. Alles das ist im Netz möglich und man muss dazu nicht einmal viel investieren. Sebastian Schürmanns hatte beispielsweise in seinem UPLOAD-Artikel einmal erklärt, wie man sich ein einfaches Audio-Setup aufbaut. Hannes Schleeh hatte gezeigt, wie man „Hangout on Air“ nutzen kann. Florian Krakau hat eine Einführung zum Thema Podcasting gegeben. Oder Martin Glanert gezeigt, wie er unterwegs live auf Sendung geht.

Am wichtigsten ist es aus meiner Sicht, anzufangen und so schnell wie möglich so viele Erfahrungen wie möglich zu sammeln. Zudem sollte man sich in dem jeweiligen Feld umschauen und nach Vorbildern suchen – die gibt es überall. Teils sind schon gestandene Journalisten in die neuen Medien abgewandert, man denke da beispielsweise an Leo Laporte, den ich fürs UPLOAD Magazin Nr. 12 portraitiert hatte.

Und am Ende des Tages entscheiden die Inhalte. Hier haben Journalisten einen Vorsprung vor so manchem Amateur: Sie wissen, was ein spannendes Thema ausmacht. Sie wissen, wie man recherchiert. Und sie wissen, wie man die Informationen aufbereitet. Was sich die „alten Hasen“ allerdings von der neuen Generation im Netz abschauen können, ist die Lust am Experiment, die ich nun schon mehrfach in diesem Artikel erwähnt habe. Ja, man kann auch mit klassischen Herangehensweisen im Netz einen Erfolg landen. Aber es ist sicher nicht verkehrt, sich auch auf neue Möglichkeiten, neue Ideen und neue Konzepte einzulassen.

Persönliches Fazit

Ich kann es nicht verbergen und möchte das auch gar nicht: Journalist allein ist schon mein Traumberuf und Online-Journalist ist noch eine Stufe darüber. Ich genieße die Freiheiten und die neuen Möglichkeiten. Ich finde es großartig, dass ich mich in verschiedenen Medienformen bewegen kann.

Entsprechend ist dieser Artikel persönlich gefärbt. Aber ich bin nicht das Durchschnittsmodell eines Online-Journalisten. Es gibt zahlreiche andere Beispiele, die ganz andere Wege gehen. Manche werden zum Gründer eines neuen Medienunternehmens. Wieder andere übertragen ihr Wissen aus dem Beruf in die neue Welt. Und wieder andere sehen das Internet als weiteren Kanal neben den bereits vorhandenen.

Wichtig ist aus meiner Sicht nur, dass man die Chancen sieht, die in diesem Bereich stecken. Ja, durch das Internet ist ein Medienwandel ausgelöst worden, der viele Schattenseiten hat. Aber wer sich nur darauf konzentriert, wird wie das Reh im Scheinwerferlicht eines heranbrausenden Autos erstarren.

Schaut euch nach den guten Beispielen um. Informiert euch. Bildet euch weiter – und wenn es zunächst „nur“ zur Selbstverwirklichung ist.

Am Ende entdeckt ihr an eurem Beruf vielleicht neue Seiten. Ihr lernt etwas. Ihr macht euch bekannter. Und sichert damit eventuell in ein paar Jahren ganz nebenbei eure Zukunft.

Artikel vom 12. Januar 2015