Das Twitter-Kompendium (in Arbeit)

Twitter ist simpel und sein Erfolg erstaunlich. Du kannst 140 Zeichen per Twitter veröffentlichen – praktisch überall und jederzeit. Und Du kannst die 140-Zeichen-Texte anderer lesen – praktisch überall und jederzeit. Was Twitter für Dich ist, hängt ganz davon ab, wie Du es benutzt. Und das macht diesen zunächst so banal scheinenden Dienst so nützlich. In diesem Artikel möchte ich möglichst alles versammeln, was Du zu Twitter wissen kannst (aber nicht immer wissen musst). Er ist „in Arbeit“, denn auch künftig werde ich ihn um weitere Informationen ergänzen. Neueste Aktualisierung: 20. Juni 2009.

Logo Twitter -KompendiumMein Hintergedanke ist dabei, dass ich endlich mal alle Infos an einer Stelle beisammen haben will. Deshalb verlinke ich auch immer wieder externe Inhalte wie Übersichten und Listen, weil ich das Rad nicht noch einmal erfinden muss. Vielleicht ist das für Dich ebenfalls nützlich. Falls Dich Twitter nicht interessiert: Bitte den Artikel einfach ignorieren. Glaub mir: Es gibt sehr viele Leute, die sich sehr für Twitter interessieren – auch wenn das ja schon ein uuuuraaaltes Thema ist. ;-)

Twitter Screenshot
So sieht Twitter aus, wenn Du noch nicht angemeldet bist.

Was ist Twitter?

Im März 2006 begann Jack Dorsey mit der Entwicklung von Twitter, im Juli startete es zunächst als internes Tool bei Obvious. Seit Oktober 2006 ist es öffentlich. Wie es zu alldem kam, erzählt Jack Dorsey zum Beispiel in diesem Interview. Wer nicht so viel lesen will, kann sich hier ein Interview mit ihm auf YouTube ansehen. Und beim Elektrischen Reporter gibt es ein Interview mit dem Mit-Gründer Biz Stone – ebenfalls empfehlenswert.

Die zentrale Frage bei Twitter ist zunächst: „Was tust Du gerade?“ Die Idee ist, den Nutzern möglichst viele Möglichkeiten an die Hand zu geben, um jederzeit über diesen Punkt Auskunft zu geben, es sofort an alle Freunde weiterzugeben – und es von anderen zu erfahren. Dass dabei sehr viel mehr rauskommen kann, als ein banales: „Sitze auf der Couch“, werden wir gleich noch sehen. Die Nutzung hat sich verselbstständigt, wie das bei simplen und flexiblen Tools meistens der Fall ist.

Was kann ich damit machen?

140 Zeichen sind nicht viel Platz. Diese Länge (oder eigentlich Kürze) wurde mit bedacht gewählt, damit die Statusmeldungen zum Beispiel auch per SMS verschickt und empfangen werden können. Sie sind zudem schnell geschrieben und gelesen. Man muss sich sehr auf den Kern dessen konzentrieren, was man eigentlich mitteilen will, ohne dabei an einen begleitenden Text denken zu müssen und erst recht nicht an eine Überschrift, Kategorien und andere überflüssige Dinge. Über Twitter werden Informationen auf den Punkt gebracht. Niemand kann hier tausende Zeichen Geschwafel ohne jeden Absatz veröffentlichen – was nicht heißen soll, dass nicht doch manche Tweeter sehr kurze, sehr überflüssige Meldungen in die Welt hinausposaunen….

Ich teile also mit, was ich gerade tue. Ich teile zum Beispiel mit, wenn ich mich gerade auf den Weg mache – und kann mich so locker mit anderen verabreden, die dasselbe Ziel haben. Ich kann veröffentlichen, wenn ich etwas nicht verstehe und andere können mir meine Frage vielleicht beantworten.

Ich kann Links veröffentlichen. Sind die Links zu lang, macht sie entweder Twitter selbst kürzer oder ich nutze gleich einen Dienst wie tinyurl.com. So kann ich sehr schnell und einfach auf lesens-, sehens- und hörenswerte Inhalte hinweisen. Inzwischen ist es bei mir so, dass ich die besten Linktipps nicht mehr aus den Blogs bekomme, die ich verfolge, sondern aus Nachrichten („Tweets“) bei Twitter. Erst später entdecke ich vielleicht einen Blog-Artikel dazu. Ein paar Tage später finden wir es dann bei Spiegel Online und ein paar Wochen später schütteln wir alle den Kopf darüber, was die Süddeutsche wieder für einen unglaublichen Quark dazu verzapft.

Ich kann indirekt auch Bilder und sogar Livestreams per Twitter veröffentlichen. Twitpic bietet mir an, Bilder direkt vom Handy dort hochzuladen und einen Hinweis samt Link bei Twitter zu posten. Ähnlich funktioniert das mit Videos und Livestreams bei Qik: Auch hier nehme ich auf, sende es per Handy ins Netz und bei Twitter erscheint ein entsprechender Hinweis.

Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, weitere Dinge automatisch bei Twitter einfließen zu lassen. Aber dazu gleich in dem Kapitel „Was sollte ich nicht tun?“ mehr…

Linktipp: 17 Ideen, was man mit Twitter machen kann beim Webworkblogger Oliver Ueberholz.

Twitter Screenshot - eigene Seite
Auf Deiner persönlichen Seite findest Du die Tweets von Dir und den Leuten, denen Du folgst. Das Layout kannst Du selbst anpassen.

Warum sollte ich das alles überhaupt mitmachen?

Es gibt eine Menge Gründe, warum Du Twitter nutzen könntest:

  • Du willst unbedingt dabei sein, wo die anderen coolen Typen sind.
  • Du bist exhibitionistisch veranlagt und willst alles von Dir öffentlich ausbreiten.
  • Dir macht es Spaß, Dich mit anderen auszutauschen.
  • Du kannst von Kommunikation einfach nicht genug bekommen.
  • Du bist mittendrin, statt nur dabei.
  • Du willst (aus welchem Grund auch immer) auf Dich, Deine Arbeit oder Deine Firma aufmerksam machen. Natürlich gibt es auch „Corporate Tweeting“. Aber dazu vielleicht einmal in einem eigenen Artikel mehr. Benedikt Köhler hat hier einige Beispiele verlinkt. Und hier gibt es einen englischsprachigen Artikel zum Thema.
  • Dir macht es Spaß, den anderen zuzusehen – denn Du kannst Twitter natürlich auch passiv nutzen und einfach nur andere verfolgen.
  • Und sicher noch einiges mehr…

Twitter ist einfach ein Tool, um 140 Zeichen zu veröffentlichen und das auf ganz verschiedenen Wegen und auch unterwegs. Und da ich mir aussuchen kann, wessen Tweets ich wiederum verfolge, ist Twitter für jeden anders. Manch einer bekommt darüber Nachrichten, wieder ein anderer viele Linktipps, wieder ein anderer hält Kontakt zu Freunden, wieder ein anderer lernt neue Leute kennen und für viele ist es einfach eine Mischung aus allem, die bald erstaunlich viel Spaß machen kann.

Wie melde ich mich an?

Simpel wie meistens: Benutzername, Passwort, E-Mail-Adresse und los geht’s. Wer es noch genauer wissen will, findet wiederum bei Oliver Ueberholz eine bebilderte Anleitung. Sein „Twitter-Handbuch“ ist nicht mehr ganz aktuell, aber vielleicht aktualisiert Oliver es demnächst ja.

Twitter Screenshot - Anmeldung
Die Anmeldeseite.

Es lohnt sich auf jeden Fall einmal, nach der Anmeldung die eigenen Einstellungen im Profil durchzusehen. Wer will, kann seine Statusmeldungen auch so sperren, dass man sie erst nach Freigabe lesen kann. Normalerweise kann sie jeder abonnieren, der will – ähnlich wie bei einem Blog, nur dass Du hier direkt siehst, wer Deine Tweets verfolgt.

Du bekommst über verschiedene Dinge auch Nachrichten per E-Mail, wenn Du das möchtest. Sinnvoll ist es beispielsweise, sich über neue „Follower“ informieren zu lassen – also über Leute, die Deine Statusmeldungen verfolgen. Unliebsame Personen kannst Du auch blocken. Das kann sinnvoll sein, da es bei Twitter wie auch sonst im Internet Werbemüll gibt. Und den muss man ja nicht noch unterstützen… Eine geblockte Person erscheint nicht mehr in der Liste Deiner Follower und Deine Texte erscheinen nicht in seiner Übersicht.

Wie benutze ich es?

Die einfachste Möglichkeit zu Twittern ist die Website selbst. Du hast oben ein Eingabefeld, die verbleibenden Zeichen werden Dir angezeigt und dann schickst Du’s einfach ab.

Wer lieber ein Programm auf dem Computer („Desktop-Client“) dafür haben möchte, findet auch dazu inzwischen eine große Auswahl. Übersichten dazu gibt es beispielsweise im Twitter Fan Wiki, bei Twitterhacks oder kurz und übersichtlich direkt bei Twitter.

Ich persönlich nutze am meisten Tweetdeck, das ich hier genauer und inklusive Video vorstelle. Der Nutzen des Programms wird vor allem klar, wenn man Twitter bereits sehr intensiv einsetzt. Für den Einsteiger ist es wohl überdimensioniert. Hier würde wohl Twhirl besser passen. Beide Programme setzen Adobe AIR voraus, das kostenlos bei Adobe heruntergeladen werden kann – für Windows, Mac und Linux.

Das alles geht auch per Instant Messaging – eine Welt, in der ich mich zugegebenermaßen nicht bewege.

In Twitter selbst gibt es eine Reihe von Befehlen, die mit dem Text eingegeben werden können. Eine Zusammenfassung solcher Befehle findest Du zum Beispiel hier. Damit kannst Du anderen antworten, Begriffe verfolgen lassen („tracken“) und vieles mehr.

Wie geht’s dann los?

Der Anfang ist einfach: Leg los. Wenn Du unsicher bist, lies hier und da mit. Das solltest Du sowieso tun, denn Twitter macht erst dann richtig Spaß, wenn Du Deine eigene Liste von Leuten hast, deren Tweets Du verfolgst. Vielleicht kennst Du schon jemanden bei Twitter? Der Rest ergibt sich von allein, denn Du kannst beispielsweise bei jedem Tweeter sehen, welche anderen er verfolgt – oder wer ihm folgt. Und Du siehst, wenn auf die Beiträge anderer Leute reagiert wird. So ergibt eins das andere – im Grunde so wie beim Bloggen.

Was sollte ich nicht tun?

Du kannst natürlich tun und lassen, was Du willst, aber es gibt Dinge, die mir persönlich gehörig auf den Geist gehen und weil ich ja hier die Macht habe… Egal. Was Du nicht tun solltest:

  • RSS-Feed in Twitter einfließen lassen: Naja, jedenfalls sollte das nicht Dein einziger Inhalt sein. Man kann es als einen Service anbieten, aber man verpasst damit, was Twitter eigentlich ausmacht.
  • Überhaupt zu viele automatisierte Dienste: Du kannst natürlich auch eine Menge andere Dinge einfließen lassen, aber Spaß beim Lesen macht das nicht gerade.
  • Eigenwerbung am laufenden Band: Wenn ich mich für Dich interessiere, dann weiß ich das alles schon. Lass mich mit dem Zeug in Ruhe. Oder mach’s doch wenigstens so dezent, dass es gar nicht weiter auffällt ;-)
  • Einfach jedem folgen, um auf sch aufmerksam zu machen: Du weißt, dass meistens eine Mail verschickt wird, wenn man auf „follow“ klickt. Also klickst Du ganz oft, bei ganz vielen, immer in der Hoffnung, dass sie Dir auch folgen. Denn im Grunde willst Du nur Deine Statistik aufblasen. Irgendwie brauchst Du das. Schön. Aber nerv mich nicht damit.

Wie integriere ich Twitter in meine anderen Seiten?

Für WordPress-Blogs gibt es hier eine sehr schöne Übersicht entsprechender Tools. Aber auch Twitter hat einige Lösungen parat – simpel, aber wirksam.

Was gibt es noch alles Interessantes und Nutzloses?

47 Twitter-Tools hat Jochen Mai zusammengefasst – eine tolle Fundgrube. Darunter zum Beispiel eher Sinnloses wie die Top 100 Tweeter weltweit oder Sinnvolles wie die Links, die am meisten in Tweets des Tages vorkommen.

Apropos Links: Darum kümmern sich auch twitt(url)y und wie ich finde am besten Intwition. Sie zeigen an, welche Links gerade besonders beliebt bei Twitter sind. Wem das zu international ist, dem sei der Twitter-Service von Rivva empfohlen.

Das „Museum of Modern Betas“ hat hier eine Liste der 100 beliebtesten Seiten, die Inhalte aus Twitter auf verschiedenste Art nutzen.

Tweetscan ist eine Suchmaschine für Twitter, die Dir die neueste Ergebnisse auf Wunsch auch per E-Mail schickt. Die Twitter-Suche von Summize sieht schick aus und bietet Filter und andere interessante Optionen.

Bei MyTweeple kannst Du Deine Follower verwalten – Du siehst: Wer will, kann eine Riesensache aus 140 Zeichen machen… ;-)

Natürlich gibt es diverse Tweeter-Typen.

Und (fast) zu guter Letzt: Das Erklärvideo zu Twitter, leider nur auf Englisch.

Wer solche und andere Tipps regelmäßig lesen will, sollte mal bei Twitterdings reinschauen. Das Blog (Motto: „140 Zeichen für ein Halleluja“) will genau darüber berichten.

Und die literarisch-intellektuelle Seite von Twitter deckt Twitkrit auf. Hier werden Tweets besprochen und Twitterer portraitiert.

Und zum Schluss: Meine Tweets findet Ihr unter twitter.com/jati und die vom UPLOAD Magazin unter twitter.com/uploadmag.

P.S.

Ergänzungen? Korrekturen? Hinweise? Gern in den Kommentaren. Ich arbeite sie dann in den Artikel ein.

Artikel vom 21. April 2008