Buchkritik: "Handbuch Web-Video"

Das “Handbuch Web-Video” will ein praktischer Begleiter beim Einstieg in das spannende Thema Video sein. Das gelingt ihm auch. Klar wird: Selbst kurze Videos können viel Arbeit bedeuten. Und wer die Grundregeln guter Filme gezielt durchbrechen will, muss sie erst einmal verstanden haben.

Für wen ist das Buch?

Das von Ulf Grüner herausgegebene Buch richtet sich an alle, die intensiv und professionell ins Thema Web-Video einsteigen wollen – oder müssen. Hier geben Profis Tipps aus der Praxis weiter und es gibt diverse Checklisten und Vorlagen, um einen Dreh von Anfang bis Ende zu begleiten.

Interessant ist das Buch auch, um Filme und TV-Beiträge mit anderen Augen zu sehen. Was Journalisten an Grundlagen lernen, wird hier weitergegeben. Warum laufen Interviewpartner so oft erst einmal durchs Bild? Wozu gibt es immer wieder Detailaufnahmen? Und warum kann es einen ganzen Dreh versauen, wenn man überhört hat, dass im Hintergrund Musik läuft?

Das Buch fordert auf, sofort zu beginnen. Man soll Ideen und Gedanken notieren, am besten gleich ausprobieren, auch wenn man zunächst nur eine einfache Digitalkamera als Arbeitsgerät zur Verfügung hat. Andererseits aber geht das Buch sehr schnell zu den Tipps der Profis über. Und da steht man vor einem Berg von neuen Aufgaben und neuen Dingen, um die man sich Gedanken machen soll.

Netterweise gibt es auch das Kapitel “Regeln sind zum Brechen da”. Es regt an, nicht alles wortwörtlich umzusetzen, sondern eigene Ideen einzubringen, “authentisch” zu sein. Denn schließlich seien die meisten Zuschauer nicht vom herkömmlichen TV ins Internet geflüchtet, um dort wieder dasselbe zu sehen.

Was bringt es mir?

Das Buch bringt eine Menge Fachwissen und Tipps an einem Ort. Ich bekomme konkrete Anleitungen, Hinweise und Checklisten. Noch besser würde das Buch als Loseblatt-Sammlung funktionieren.

Was bringt es nicht?

Das “Handbuch Web-Video” richtet sich an Journalisten, aber zum Teil auch an den interessierten Laien. Zwar werden immer wieder Beispiele gezeigt, wie erfolgreiche Video-Projekte das bekannte Schema von TV- und Kino-Produktionen durchbrechen. Letztlich wird aber genau dieses Wissen vermittelt.

Wer mit einfachsten Mitteln ansehnliche Videos produzieren will, bekommt hier wenig Ratschläge. Wie einer Ankündigung zu entnehmen ist, soll sich die zweite Auflage ab September 2008 noch stärker an Leser mit Vorkenntnissen in Sachen Video richten.

Fazit

Ulf Grüner hat interessante Autoren und Beiträge versammelt. Das Buch platz geradezu vor Tipps und Basiswissen. Wirklich gut funktionieren würde es als Begleitmaterial zu einem passenden Kurs. Was fehlt, ist ein buchübergreifendes Beispielprojekt, anhand dessen die einzelnen Inhalte gezeigt werden. Man sollte also schon von sich aus motiviert genug sein, die Ratschläge und Hinweise in ein eigenes Projekt einfließen zu lassen. Für Leser, die nur gelegentlich Videos produzieren möchten, ist es aus meiner Sicht nicht geeignet. Wer hingegen TV-Journalisten nacheifern will, bekommt hier die wichtigsten Grundlagen vermittelt.

Eckdaten

Cover: Handbuch Web-VideoAutoren: Mareike Fuchs, Ulf Grüner (Herausgeber), Christian Meyer, Dr. Katrin Prüfig, Annalena Schmidt, Christian Striboll, Thomas Walk
200 Seiten, 52 Farbfotos, broschiert
ISBN 978-3-8370-1669-7
Preis: 18,- Euro
Verlag: Books on demand, Norderstedt
Mehr Infos auf der Website zum Buch.

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(Coverfoto: © fizkes, depositphotos.com)

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2 Gedanken zu „Buchkritik: "Handbuch Web-Video"

  1. Der Einsatz von Video auf individuellen Webseiten bringt nicht nur Leben sondern auch Beweiskraft und anschauliche Instruktionen in trockenen Text.

  2. Hallo Herr Reichel, das stimmt, aber den Link auf Ihr kostenpflichtiges Angebot habe ich dennoch entfernt. Wenn Sie Werbung schalten möchten, sprechen Sie mich gern an. Die Kommentare sind dafür nicht gedacht.

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