Kleines Fazit zu "Blogtipps für Einsteiger" – und eine neue Idee

Blogtipps für Einsteiger7 Tage, 56 Beiträge, 100 Euro für den Gewinner: Das war “Blogtipps für Einsteiger”. Würde ich so etwas noch einmal machen? Ganz klar: Ja! Würde ich dabei einige Dinge vielleicht anders machen? Ebenfalls ganz klar: Ja! Denn so ein Schreibprojekt hat viele tolle Seiten, aber eben auch Nachteile. Und besonders einen Nachteil könnte man durch etwas ausgleichen, was andere sicher wieder sehr “unbloggig” finden: Vorplanung und Abstimmung. Ich werfe da mal eine neue Idee für den Ablauf solcher Aktionen in die Runde und bin gespannt auf Eure Meinung dazu.

Gleich zu Anfang: Eine inhaltliche Zusammenfassung des Projekts “Blogtipps für Einsteiger” habe ich noch nicht geschafft. Es gibt aber bereits schön subjektive Resümees von Dirk und Claudia. Sonst noch jemand?

Was aus meiner Sicht sehr gut funktioniert hat, waren die Zeiträume bei diesem Projekt. Drei Wochen vor Beginn habe ich es das erste Mal angekündigt. Dann jeweils eine Woche später noch einmal. Auf diese Weise wurden schon im Vorfeld eine ganze Menge Leute darauf aufmerksam. Das eigentliche Projekt dann auf eine Woche zu begrenzen, scheint mir auch eine gute Sache zu sein. Dadurch hatte “Blogtipps für Einsteiger” ein wenig “Event-Charakter”. Nach meinem Eindruck hat das allen Beteiligten, egal ob aktiv oder passiv, sehr viel Spaß gemacht. Und für mich als Veranstalter hat es die Arbeit auch auf einen überschaubaren Zeitraum begrenzt.

Und die Arbeit ist nicht zu unterschätzen. Zwar hatte ich jeweils deutlich gemacht, dass man sich mit seinem Artikel per E-Mail bei mir melden sollte, aber manch einer verließ sich dann doch auf einen Trackback. Diese Verweise zeigten dabei gern auf unterschiedliche Beiträge im Zusammenhang mit der Aktion. Das müsste ich nächstes Mal noch klarer regeln. Es war zu schaffen, aber es war doch immer recht aufwändig, die Teilnehmer aus allen möglichen Quellen (Mails, Kommentare, Trackbacks) herauszufischen. Je klarer die Regelung an dieser Stelle, desto weniger Stress für alle ;-) Ideal wäre eigentlich ein Formular, in das man als Teilnehmer alles einträgt und das mir nicht nur eine Nachricht schickt, sondern auch die täglichen Übersichten und die Zusammenfassung mit allen Beiträgen automatisch generiert. Technisch kein Problem. Mal schauen, ob ich nächstes Mal dazu komme.

Die täglichen Übersichten mit den neuesten Beiträgen der letzten 24 Stunden waren wiederum eine gute Sache. Dadurch hatte man jeden Tag etwas Neues zu entdecken und alle Teilnehmer bekamen einmal einen prominenten Platz auf der UPLOAD-Startseite. Das würde ich auf jeden Fall nächstes Mal wieder genau so machen.

Etwas mehr Zeit investiere ich das nächste Mal in das Logo der Aktion (räusper). Dazu war ich diesmal einfach nicht gekommen. Man braucht einfach ein, zwei verschiedene Größen und die Eckdaten der Aktion sollten dabei schon deutlich werden (Veranstalter, Thema, Zeitraum). Für manchen wirkt das jetzt vielleicht nebensächlich, aber wenn einem die Werbewirkung einer solchen Aktion wichtig ist, spielt das Logo eine entscheidende Rolle.

Vor- und Nachteile

Grundsätzlich super finde ich an einem solchen Projekt, dass man auf vollkommen neue Blogs stößt und Postings von ganz unterschiedlichen Leuten liest. Das macht Spaß. Und die Übersichtsseite mit den 56 Beiträgen zeigt ja auch deutlich, dass eine sehr bunte Mischung aus Beiträgen entstanden ist.

Ein grundsätzliches Problem sind bei anderen und so auch bei dieser Aktion die Sortierung im Nachhinein, sowie die Themenvielfalt und manche Dopplung. Die Aktion entsteht spontan, niemand spricht sich ab. Das ist einerseits das Schöne daran, dadurch ist aber eher Zufall, wenn alle Themen behandelt werden. Das kreative Potenzial und das Fachwissen wären aber eigentlich da. Deshalb überlege ich für das nächste Mal mit etwas zu experimentieren, was ganz fürchterlich unbloggig ist (manche Leser müssen jetzt sehr stark sein): Vorplanung.

Was ein Blog-Karneval von den Barcamps lernen kann

Für diese Vorplanung gäbe es nun wieder zwei Varianten, die man ausprobieren könnte:

Die geheimniskrämerische “Lass Dich überraschen”-Variante: Ich starte den Aufruf, die Interessenten melden sich mit ihren Ideen und bekommen Zugang zu einem gemeinsamen, aber passwortgeschützten Dokument, beispielsweise ein Writeboard. Hier trägt nun jeder seine Vorschläge ein, kommentiert die anderen und man versucht sich an einer Sortierung.

Vorteil: Für die Leser gäbe es einen Überraschungseffekt, was denn bei der Sache eigentlich rauskommt. Beim PDF-Magazin halte ich das im Moment so.

Nachteil: Die Hemmschwelle ist höher und es wird dadurch sicher nicht das ganze Potenzial genutzt, das in den vielen bloggenden Lesern von UPLOAD steckt.

Die offene “Wir machen das total demokratisch, Du!”-Variante: Ich starte einen Aufruf und richte beispielsweise ein Wiki ein – also eine Website, die jeder ohne große Anmeldeprozedur bearbeiten kann. Jeder kann nun an den Themenvorschlägen mitarbeiten, kann sich etwas wünschen, kann seine eigenen Ideen einbringen und andere kommentieren. Dieses Modell kennt man von den “Un-Konferenzen” á la Barcamp. Da finden die Vorplanung und Ideenfindung ebenfalls in einem Wiki statt, zum Start des Barcamps wird dann vor Ort abgestimmt, was davon wirklich stattfindet. Diese Abstimmung wäre hier schwer nachzuahmen. Aber das müsste auch gar nicht unbedingt sein, denn während ein Barcamp begrenzten Platz in Form von Zeit und Raum hat, wird das Ausmaß eines Blog-Projekts durch nichts begrenzt. Einzig die Abstimmung der Themen und eventuell vielleicht möglicherweise eine gewisse logische Reihenfolge in der Veröffentlichung wären notwendig.

Vorteil: Man nutzt das ganze Potenzial der interessierten Leser und motiviert vielleicht manchen sogar zur Teilnahme, weil die Ideen und Themenwünsche der anderen eine Anregung liefern.

Nachteil: Der Überraschungs-Effekt bleibt zumindest bei den Themen weg.

Fazit

Ich werde auf jeden Fall wieder eine ähnliche Aktion starten. Sie hat mir viele interessante Kontakte gebracht, neue Blogs aufgezeigt und nicht zuletzt neue Leser beschert. Ich würde beim nächsten Mal aber wohl mit der Wiki-Idee experimentieren. Das heißt: Es wäre genau wie diesmal, nur in den drei Wochen von Ankündigung bis zur Veröffentlichung der Artikel gibt es ein Wiki, in der man Themen wünschen, vorschlagen und festlegen kann. Das hätte für die Teilnehmer übrigens den Vorteil, dass sie schon dann auf sich aufmerksam machen könnten. Es stünde für jeden Interessierten gut sichtbar da, wer über welches Thema etwas schreiben möchte.

Ob das wohl funktionieren kann?

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3 Gedanken zu „Kleines Fazit zu "Blogtipps für Einsteiger" – und eine neue Idee

  1. Sobald ich Zeit habe schreibe ich endlich auch eine Review zu diesem Projekt, dass ich sehr geschätzt habe.

    Zwei Anmerkungen fürs Erste:

    1. Das Logo fand ich ganz ok. Ich stehe auf einfache Dinge. Es war auffällig genug, dass ich auf anderen Blogs sofort Beiträge zum Projekt entdeckt habe. Und es sagte das aus, was das wichtigste war. Hier gibt es einen Blogtipp für Einsteiger. Ob Blogparade etc. ist zwar auch alles interessant, aber für ein Logo fast zu überladen.

    Deine weiterführenden Ideen bezüglich Vorplanung sind nicht uninteressant und ich wäre neugierig wie das dann funktioniert. Aber ich habe auch kein Problem mit der jetzigen Form. Auch wenn sich Themen überschnitten haben (so auch bei mir) so war es dennoch interessant das Themen von zwei Seiten beleuchtet zu sehen.
    Zumindest meiner einer hatte eine Idee, hat dann nachgesehen, ob es dazu schon Beiträge gibt und dann geschrieben. Ich weiß nicht, ob ich bei Vorhandensein eines ähnlichen Beitrags einfach ein anderes Thema gewählt hätte. Aber – wie geschrieben – es käme auf einen Versuch an.
    Blog-Paraden sind Experimente. Und mit Experimenten nochmals zu experimentieren finde ich total spannend. Daher bin ich sicherlich bei einem deiner weiteren Versuche gerne dabei – weil ich auch gesehen habe, dass du das ernst nimmst und auch deinen Beitrag (deine Beiträge) zum gelingen leistest. Im Gegensatz zu mancher Blog-Parade wo eineR mal schnell eine Frage platziert und glaubt jetzt linkt jeder brav zu ihm/ihr, er/sie schreibt am Schluss eine Linkliste und das war es dann…
    Fürs weiterdenken stehe ich gerne zur Verfügung und brüte mal über einen eigenen Artikel dazu.

  2. Ich hatte mir ganz bewusst die anderen Beiträge zuvor nicht angesehen, sondern meine eigene Ideen niedergeschrieben. Eine zu große Koordinierung würde viele Textideen zerstören und vielleicht andere gar nicht erst beginnen lassen.

    Zum Thema Logo kann ich sagen, dass ich gerade dieses Minimalistische und wenig Aufsehgenerrregende gut fand. Es kommt doch nicht wirklich auf die grafische Darstellung, sondern vielmehr auf das Geschriebene, auf die Vielfältigkeit der Ideen, Ansichten und Worte an, die uns bewegt, an einem derartigen Projekt mitzuwirken.

    Alles in allem, vor allem, nachdem ich im Nachhinein die anderen Beiträge dazu gelesen habe, ein buntes, großes und gutes Projekt, was geradezu nach einem Nachfolger schreit.

    Man hat gesehen, wie viel Mühe Du Dir damit gegeben hast und auch, wie viel Arbeit darin steckte. daher glaube ich, man braucht es gar nicht viel anders zu machen, es nicht zu verkomplizieren, sondern nur mit einem neuen, anspruchsvollen Thema zu füttern und in einiger Zeit erneut starten zu lassen.

    Ich jedenfalls freu mich drauf.

  3. Hallo ihr beiden, vielen Dank für Eure ausführlichen Antworten. :-) Vielleicht probe ich auch den Kompromiss: Wer will, plant mit. Wem das zu doof ist, schreibt einfach spontan.

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