Podcast-Konzept: Die richtige Idee für die eigene Audioshow

Lust auf einen Podcast, aber noch keinen Plan, worum es gehen könnte? Dann hilft dieser Artikel von Brigitte Hagedorn weiter. Darin erklärt sie Schritt wie Schritt, wie man ein Podcast-Konzept entwickelt. Er ist ein Ausschnitt aus dem Ratgeber „Podcasting – Die schnelle Einführung“, der bei uns erschienen ist.

(Illustration: © emojoez, depositphotos.com)

Einführung

Am Anfang steht das Konzept. Viele Aspekte die Sie hier festlegen, helfen Ihnen später bei Entscheidungen während der anderen Schritte. Nur wenn Sie wissen, was Sie wollen, können Sie beispielsweise die passende Technik auswählen oder den Podcast erfolgreich vermarkten – also viele und treue Hörer*innen gewinnen.

Was ist das Ziel Ihres Podcast?

Mehr Sichtbarkeit im Netz? Mehr Besucher auf Ihrer Website? Neue Wunschkunden? Mehr Bücher, Kurse oder andere Produkte verkaufen? Eine Community aufbauen? Ihr Wissen und Ihre Erfahrungen teilen? Sich einen Expertenstatus aufbauen? – Alles ist möglich! Doch nur wenn Sie Ihr Ziel kennen, können Sie Ihren Podcast und das Drumherum entsprechend gestalten.

Mehr Sichtbarkeit im Netz erfordert beispielsweise die Anmeldung bei vielen Podcastverzeichnissen sowie eine Strategie des Teilens in den Social-Media-Kanälen. Um die Besucherzahl auf der Webseite zu erhöhen, sollte der Podcast auch hier abrufbar sein und es müssen Anreize gegeben werden, die Seite zu besuchen.

Hört Ihre Zielgruppe Podcasts eher beim Sport oder beim Autofahren, dann brauchen die Hörer*innen einen guten Grund, um sich nochmal an den Rechner zu setzen oder auch mobil die Webseite aufzurufen. Das kann Neugierde sein: „Was macht der oder die denn sonst noch so?“ oder es kann ein kostenloser Download oder ein anderes Angebot sein, welches Sie Ihren Hörer*innen versprechen.

Bedenken Sie die unterschiedlichen Hörsituationen und machen Sie es Ihren Hörer*innen einfach, den Weg zu gehen, der Ihre Ziele erfüllt! Denken Sie dabei um die Ecke!

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Die smarte Zielformulierung geht noch smartER

Wenn Sie Ihr Ziel formulieren, sollten Sie auch immer die Messbarkeit im Auge behalten und daher bietet sich die SMART-Formel an:

Das S steht für spezifisch. Spezifisch meint konkret und eindeutig. Denn ein Ziel ist kein Wunsch.

M steht für messbar. Hier könnte stehen: 200 Downloads pro Episode. Um die Downloads zu messen benötigen Sie also eine Statistik.

Sind Ihre Ziele nicht auf die reinen Downloadzahlen begrenzt, – das Ziel könnte ja auch heißen „ich möchte 4x im Jahr meine Bestandskunden über neue Entwicklungen aus meinem Geschäftsfeld informieren“ – sollten Sie im Vorfeld bestimmen, wie Sie feststellen können, dass Sie Ihr Ziel erreicht haben.

A steht für attraktiv. Klar, dass Ziel sollte attraktiv sein und Sie motivieren, es erreichen zu wollen. Doch reine Zahlen tun das oft nicht oder nicht für jede*n. Doch dazu kommen wir gleich bei den letzten beiden Buchstaben „E“ und „R“.

R wie realistisch. Ziele sollten realistisch sein. Wenn Sie beim Start Ihres Podcasts noch über gar kein Netzwerk verfügen, ihr Thema nur eine sehr kleine Zielgruppe anspricht und Sie sowieso nur alle zwei Monate eine Episode veröffentlichen wollen, werden Sie vermutlich keine 500 Hörer pro Episode in einem halben Jahr erreichen. Bleiben Sie also realistisch, doch groß darf das Ziel schon sein.

Und denken Sie daran: Jede Hörerin und jeder Hörer hat mit Ihrem Download mehr getan, als auf „Folgen“ oder „gefällt mir“ zu klicken. Er oder sie hat Ihnen aufmerksam zugehört. Nicht immer ist eine hohe Reichweite das Ziel eines Podcasts!

T steht für terminiert. Formulieren Sie, bis wann Sie Ihr Ziel erreicht haben wollen. Also z.B. 200 Downloads pro Episode im ersten halben Jahr nach der Veröffentlichung.

Mehr als Zahlen: smartER

Damit die Zielformulierung auch als Motivator wirkt, braucht es oft mehr als Zahlen. Deshalb muss das smarte Ziel noch smarter sein. Ich ergänze es um ein E und R, wie es John Strelecky in seinem Buch The Big Five for Life vorschlägt.

Das E steht für erfolgreich umgesetzt und meint, dass Sie sich überlegen, was es bedeutet, dieses Ziel umzusetzen. Zum einen schließt es ein, was sie tun müssen, um es zu erreichen und zum anderen, welche Konsequenzen dies mit sich bringt.

Angenommen Sie möchten möglichst viele Hörer*innen gewinnen und planen daher, wöchentlich eine neue Episode zu veröffentlichen. Dann sollten Sie auch überlegen, wie das umzusetzen ist. Woher nehmen Sie die Zeit? Müssen Sie dafür auf eine andere Tätigkeit verzichten? Und sind andere Menschen davon betroffen? Welche Ressourcen stehen Ihnen schon zur Verfügung?

R für reich belohnt. Dieses „reich belohnt“ ist das, was Sie wirklich motivieren wird! Hier ist das Metaziel angesprochen.

In meinem Podcast übers Podcasten in der Folge „Mit dem Outcome Format ans Podcast-Ziel kommen und dranbleiben“ erzählt Manuel M. Müller, dass er sich die Person vorstellt, wie sie seinem Podcast zuhört und dann vielleicht woanders hingeht und davon erzählt. Und das stellt er sich mit allen Sinnen vor. Stellt Manuel M. Müller fest, dass sein Podcast empfohlen wurde, fühlt er sich reich belohnt.

Mein Podcast ist ein Baustein meines Tuns. Ich bin begeistert von der Idee Podcast. Von der Idee, dass jede Person ihr Wissen teilen kann und dadurch sichtbar wird. Ich möchte mit meinem Podcast zum Podcasten anstiften. Ich möchte meine Hörer*innen  informieren und anregen für das eigene Podcasten. Durch eine Rückmeldung, dass eine Folge das getan hat, fühle ich mich reich belohnt.

Schauen Sie, was Sie motiviert und stellen Sie sich das so lebendig wie möglich vor! Sind es steigende Downloadzahlen, dann machen Sie daraus schöne anschauliche Grafiken. Ist es die Vorstellung, wie sich Ihr Wissen in der Welt verbreitet, dann schauen Sie, wie Sie das visualisieren, hören oder irgendwie greifbar machen können.

Die Zielgruppe

Podcasts sind ein Medium, welches sehr zielgerichtet ausgerichtet werden kann und auf die Frage „Wen wollen Sie erreichen?“ ist ein „Alle!“ eine schlechte Antwort. Selbst große Rundfunkanstalten haben festgestellt, dass Sie mit einem einzigen Programm nicht mehr alle Menschen erreichen können und so gibt es immer mehr „Spartenprogramme“. So hat sich beispielsweise Deutschlandradio aufgeteilt in den Deutschlandfunk (1962), Deutschlandfunk Kultur (1994) und 2010 wurde Deutschlandfunk Nova ins Leben gerufen.

Um die Zielgruppe für Podcasts genauer zu beschreiben, bietet sich das Personamodell an. Hier wird nicht nur nach demografischen Daten geschaut, sondern auch nach dem Informationsverhalten Ihrer Zielgruppe und Sie machen sich außerdem ganz wortwörtlich ein Bild Ihrer Personas. Das ist besonders hilfreich fürs Podcasten, da diese Bilder als Hilfestellung bei der Aufnahme dienen können. Sie stellen sich das Bild oder die Bilder Ihrer antizipierten Hörer*innen neben das Mikrofon und können diese so sehr viel treffsicherer ansprechen.

Stöbern Sie dazu in der Google-Bildersuche nach passenden Aufnahmen, die Gesicht und Tätigkeit zeigt. Für manche reicht allerdings auch die Vorstellung der Persona im Kopf.

Zur Entwicklung Ihrer Personas stellen Sie sich darüber hinaus folgende Fragen:

  • Wie heißt Ihre Persona? (Geben Sie ihr einen Namen!)
  • Was ist oder sind ihre Tätigkeiten? (beruflich und/oder privat)
  • Wo wohnt sie? (Kleinstadt, Großstadt, auf dem Land …)
  • Mit welchen Fragen beschäftigt sie sich?
  • Welche Medien nutzt sie, um sich zu informieren? (Wichtig für die Vermarktung in Schritt 5.)
  • Was ist ein typischer Satz von ihr? Ein Lebensmotto?
  • Wie können Sie sie unterstützen? Wo hat sie einen Engpass?

Inhalt und Nutzen

Liefern Sie mit den Inhalten einen Nutzen für Ihre Hörer*innen und orientieren Sie sich dabei an deren Engpässen. Also: Welche Fragestellungen hat Ihre Zielgruppe? Welche Herausforderungen? Wo „brennt ihnen der Kittel“?

Die Ausrichtung am Nutzen Ihrer Zielgruppe motiviert diese zum Abonnieren, damit sie keine Folge, kein Angebot verpasst.

Verschaffen Sie sich außerdem einen Überblick über Podcasts, die ebenfalls Ihr Thema zum Inhalt haben. Hören Sie was dort fehlt, was Sie anders machen können und lassen Sie sich inspirieren.

Schon in Ihrem Konzept können Sie die Themen für die ersten z.B. fünf Folgen notieren. Auch später arbeiten Sie am besten mit einem Redaktionsplan und gehen strategisch bei der Podcastplanung vor. Eine gute Planung lässt dabei keine zeitlichen Engpässe entstehen und motiviert gleichzeitig zum Dranbleiben.

Ich sprach über strategische Contentplanung mit Heike Friedrich von Wortkreation, Easy Content-Marketing. Sie erklärt in meinem „Podcast übers Podcasten“ wie wichtig eine strategische Contentplanung ist, wenn man professionell Content-Marketing für das eigene Business machen will. Gerade Selbstständige würden sich dadurch stark entlasten und erreichten so gesteckte Businessziele. Planung bringe zudem Leichtigkeit und Spaß in die Arbeit, denn es wird Raum geschaffen, um kreativ zu sein.

Denken Sie bei der Podcastplanung auch schon an die anderen Kanäle, über die Sie bereits Kontakt mit Ihrer Zielgruppe haben. Wie können Sie beispielsweise Newsletter und Podcast verbinden, welche Rolle sollen Facebook und Co. haben?

Gestaltung: Intro, Outro, Länge, Frequenz

Wie soll Ihr Intro klingen und wollen Sie das vorproduzieren? Wollen Sie Musik nutzen, einen Jingle? Und wie soll Ihr Podcast heißen? Wie lang sollen die einzelnen Folgen sein und in welcher Frequenz sollen sie veröffentlicht werden? Und wie kann das Outro gestaltet werden? Auch hier hilft es manchmal, sich von anderen Podcasts inspirieren zu lassen.

Intro und Outro: Beides können Sie vorproduzieren und dann jedem Episodeninhalt voranstellen und am Ende einfügen. Die Verwendung eines Jingles hat einen hohen Wiedererkennungswert, doch es geht auch ohne Musik. Dann ist beispielsweise eine charmante Begrüßung der „Ohröffner“.

Auf jeden Fall sollten Sie am Anfang immer sagen, wem Ihre Hörer*innen gerade zuhören und worum es inhaltlich gehen wird. Die Nennung der Webseite oder die Bitte um Feedback gehören in das Outro. Hier wiederholen Sie Ihren Namen und lassen die Hörer*innen wissen, wo es weitere Infos über Sie und den Inhalt gibt. Und je nach Zielstellung hat hier auch ein CTA, ein Call-to-Action, seinen Platz. Und einer reicht: Wiederholen Sie den ein paar Folgen und probieren Sie dann eventuell etwas anderes aus.

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Länge: Ein großer Vorteil beim Podcasten ist, dass Sie zeitlich vollkommen frei sind. Diese Freiheit hat sich der Podcast „Alles gesagt?“ von ZEIT ONLINE zum Prinzip gemacht. So dauern die Folgen hier entweder nur 12 Minuten oder bis zu 8 Stunden – je nachdem, was das Thema verlangt. Für die Umsetzung einer solchen „Strategie“ müssen Sie bedenken, dass sie zu Problemen mit Ihrem Hoster führen könnte. Denn hier zahlen Sie u.a. für Serverplatz und der ist in der Regel begrenzt.

Die Länge des Podcasts hängt von Ihren eigenen Ressourcen ab (10 Minuten zu produzieren geht schneller als 60 Minuten) und auch hier dürfen Sie Ihre Zielgruppe berücksichtigen. Bedenken Sie auch, dass der Mensch ein Gewohnheitstier ist. Also wenn Sie in der Regel 20 Minuten senden, dann sollten Sie nicht einmal 60 Minuten bereitstellen. Es sei denn, gerade das ist ihr Konzept. Doch oft haben die Hörer*innen ihre Podcasts für eine feste Zeit eingeplant: 20 Minuten beim Frühstück, 45 Minuten bei der Joggingrunde oder 30 Minuten auf dem Weg zur Arbeit. Und diese Gewohnheit sollten Sie idealerweise nicht enttäuschen.

Und das gleiche gilt für die Sendefrequenz. Wenn Sie sich Reichweite zum Ziel gesetzt haben, dann dürfen Sie wöchentlich senden, zum Start sogar noch häufiger. Doch wenn Sie den bereits erwähnten festen Kundenstamm regelmäßig informieren möchten, dann senden Sie eben deutlich seltener. Aber seien Sie dabei verlässlich.

Das Podcast-Konzept ist nicht in Stein gemeißelt und sollte auch während des Podcastens angepasst werden. Auch brauchen manche Punkte ein paar Gedankenrunden mehr oder Anregungen durch eigene Hörerfahrungen und durch Hörer*innen-Feedback.

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Lesetipp

Dieser Artikel ist ein Ausschnitt aus dem Ratgeber „Podcasting – Die schnelle Einführung“, der bei uns erschienen ist.

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