Onlinekurse als Marketing-Tool: So gelingt der Einstieg

Sich als Experten positionieren, die eigene Marke stärken und Leads generieren: Online-Unternehmer haben mit Onlinekursen ein vielseitiges Werkzeug für ihr Content Marketing zur Hand. Andreas Graap erklärt dir in diesem Artikel, warum das so ist, er stellt dir die passende Anbieter vor, um deinen Kurs umzusetzen, und gibt dir wichtige grundlegende Tipps.

(Illustration: © elenabs, depositphotos.com)

Was Onlinekurse als Marketing-Tool so interessant macht

Kein anderes der Öffentlichkeit zugängliches Format sagt so sehr „Ich bin Experte“ wie ein Onlinekurs. Wer einen ganzen Kurs zu einem Thema füllen kann, darf sich zweifelsohne als Profi bezeichnen. Deswegen ist ein Onlinekurs für das Personal Branding Gold wert: Man weiß, worüber man redet, und bietet Kunden konkretes Wissen an, das sie nutzen können. In den Kursen werden ihre Fragen beantwortet und Hilfestellungen für Herausforderungen, die sie lösen möchten, angeboten. 

Mit handfestem Praxiswissen im Zusammenhang mit deinem Produkt oder deiner Dienstleistung positionierst du dich als Könner. Führt der Onlinekurs dazu, dass Kunden ein konkretes Problem in ihrem Alltag lösen können, hast du bei ihnen einen Stein im Brett, die Kundenbindung festigt sich und vermutlich empfehlen sie dich weiter. Nicht zuletzt: die Anzahl der Menschen, die sich potenziell mit Onlinekursen erreichen lassen, wächst von Jahr zu Jahr.

Wenn nicht gewünscht ist, den Onlinekurs zu monetarisieren, lassen sich damit alternativ Leads generieren. Ihre Kontaktdaten geben viele Menschen im Austausch gegen ansonsten kostenfreies Wissen schließlich gern heraus. Achte aber immer darauf, Freebies für die Leadgenerierung nur unter Einhaltung der DSGVO-Vorschriften anzubieten.

Du betreibst Content Marketing? Blogs und How-tos ebnen mit frei zugänglichen Inhalten den Weg zu deinem Premium-Produkt „Onlinekurs“. Es ist das Highlight unter deinen Inhalten und eignet sich optimal für alle Ziele deiner Content-Marketing-Strategie, ob Leadgenerierung, Branding, Aufbau von Backlinks oder Stärkung des Expertenstatus. 

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Über welche Kanäle vertreibe ich Onlinekurse? 

Grundsätzlich gibt es zwei Strategien: Entweder setzt man auf den Eigenvertrieb oder man nutzt eine der zahlreichen Plattformen für Onlinekurse.

Wenn man seinen Onlinekurs nur über die eigene Website vertreiben möchte, ist das anspruchsvoller. Dann muss man technische Rahmenbedingungen wie Mitgliederbereiche selbst organisieren. Ein Mindestmaß an Traffic auf der Website ist eine wichtige Basis dafür, den Kurs eigenständig zu vertreiben. Im Optimalfall stammt der Traffic von der gleichen Zielgruppe wie für den Kurs. Es empfiehlt sich auch, Budget für eine kleine Werbekampagne einzuplanen. Mit Ads über Google, YouTube oder in den sozialen Medien lässt sich der Kurserfolg deutlich erhöhen.

Besitzt du diese Infrastruktur nicht oder noch nicht ausreichend, suchst du dir besser einen kompetenten Partner. Es gibt diverse Plattformen und Plug-ins für das Erstellen von Onlinekursen.

Elopage: Der Platzhirsch mit großem Funktionsumfang

Elopage ist der Allrounder unter den Onlinekurs-Plattformen und bietet vielseitige Funktionen. Modernes und klares Design, das wohl beste Test-Tool für die Lernkontrolle und faire Gebühren begründen den Erfolg dieser Plattform. Ein Pluspunkt ist die unkomplizierte Anbindung an ein Affiliate-Programm, mit dem sich der Erfolg der Kurse boosten lässt. Elopage ist DSGVO-konform und auf den deutschen Markt auch hinsichtlich der Zahlungsarten sehr gut ausgerichtet.

Udemy: Für Einsteiger

Udemy ist eine amerikanische Plattform mit der größten Reichweite. Doch sie hat Haken: Sie bietet keine freie Preisauswahl. So kann man einen mehr als zweistündigen Kurs nicht unter 19,99 € und nicht über 199,99 € anbieten. Wenn Menschen nicht über die eigenen Marketingbemühungen, sondern via Udemy auf den Kurs stoßen, erhält man nur noch 50 Prozent der Einnahmen.

Udemy ist die einzige hier vorgestellte Plattform, die sich nicht für die Leadgenerierung eignet, weil man Kunden nicht mit externen Links kontaktierten darf. Dadurch empfielt sich Udemy vor allem für das Branding oder den Einstieg in die Kurs-Welt, wenn die eigene Reichweite (bislang) fehlt.

Kajabi: Für Massenproduktionen

Kajabi ist mit Kosten zwischen 119,00 und 319 Euro monatlich finanziell nichts für Einsteiger. Auch die Einarbeitungszeit ist hoch. Leider liegt Letzteres eher an der komplizierten Bedienung als an vielen Möglichkeiten: Wie man Lektionen anlegt, ist starr vorgegeben – man kann sie maximal in Kapitel und Unterkapitel organisieren. Weitere Ebenen gibt es nicht. Doch Kajabi ist optimal, wenn viele Kurse geplant sind. Vor allem die Verwaltung der Teilnehmer und die Marketingfunktionen wissen zu überzeugen.

Coachannel: Digistore24 bläst zum Angriff

Coachannel ist der vielversprechende Versuch der bekannten Vertriebsplattform Digistore24, den Druck auf Elopage zu verstärken. Großer Pluspunkt ist die Onlinekurse-App, bei der Kunden Lektionen herunterladen können. Wer sich als Coach einen Namen machen möchte, kommt kaum an diesem Anbieter vorbei.

Coachy: Einfach und vielseitig

Bei Coachy lassen sich Videokurse ab 37 Euro im Monat veröffentlichen. Digistore-Anbindung, Landing-Page-Generator und Co: Coachy legt viel Wert auf einen großen Funktionsumfang bei gleichzeitig einfacher Benutzerführung.

Memberspot: Der Conversion-Geheimtipp

Memberspot bietet eine bessere Performance als viele andere Plattformen, verzichtet jedoch auf viele Marketing-Funktionen. Eine wichtige Ausnahme: CTA-Buttons, die auf Wunsch in Lektionen aufpoppen.

Apprex: Spannende Elopage-Alternative

Du legst den Fokus auf das Lernerlebnis deiner Kunden? Dann sind Elopage und Apprex die Konkurrenten, zwischen denen du dich entscheiden kannst. Der deutsche Anbieter aus Nürnberg bietet viele Möglichkeiten, Kurse und Tests zu gestalten.

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4 Tipps und Tricks für das Erstellen eines Onlinekurses

Damit sich Onlinekurse als schlagkräftiges Marketing-Tool nutzen lassen, folgen noch ein paar wichtige Tipps:

1. Ein Fundament legen

Onlinekurse sind weit aufwändiger als anderer Content. Um Kurse effizient einzusetzen, sind sie die Kirsche auf der Torte und nicht die Torte selbst. Am besten sorgst du dafür, dass du mit anderen kostenfreien Inhalten wie Blogbeiträgen Nutzer anziehst, die dadurch auf den Kurs stoßen.

2. Inhalte vorher testen

Das Rasenvertikutier-Tutorial klingt wie eine Kant-Vorlesung? Du redest minutenlang über Schwierigkeiten in der Produktion, versprichst dem Kunden jedoch handfestes Praxiswissen bei der Anwendung deines Produktes? Es gibt viele Stolpersteine auf dem Weg zu einem hilf- und lehrreichen Video. Teste Inhalte immer an deiner Zielgruppe. Welche Fragen bleiben unbeantwortet? Sind Erklärungen zu kompliziert oder nicht auf den Punkt genug? Lass deine Zielgruppe die geplanten Tests absolvieren, um zu überprüfen, woran sie sich erinnert und woran nicht.

Wenn der Onlinekurs gut ist, wirbt er für sich selbst. Wenn er jedoch zu viele Schwächen hat, schadet er dir sogar.

3. Seeden und netzwerken

Der Onlinekurs sollte nicht nur für sich stehen. Zementiere deinen Ruf als Experte und vernetze dich. Tritt in Podcasts auf, schreibe Gastartikel für bekannte Medien deiner Branche oder sogar ganze Bücher über dein Thema. Und wie immer im Content Marketing gilt auch bei Onlinekursen: Seeden, seeden, seeden. Pushe den Kurs, wann und wo es geht.

4. Werbung wohldosiert einsetzen

Die Gretchenfrage des Content Marketings: Wie viel Eigenwerbung darf ein Onlinekurs haben? Klar ist: Deine Kunden nehmen es dir noch stärker als bei anderen Content-Formaten übel, wenn zu viel über deine Produkte gesprochen wird. Schließlich haben die User für deine Videoinhalte bezahlt, vielleicht auch „nur“ mit ihren Daten.

Deswegen musst du dich auf jeden Fall zurückhalten, vor allem mit aufdringlichen Call-to-Actions. 

Vertretbar sind:

  • Ein eingeblendetes Logo deines Unternehmens.
  • Hinweis auf dein Unternehmen, wenn es die Quelle deines Wissens oder deiner Erfahrung in einem konkreten Fall ist.
  • Der Hinweis auf dein Unternehmen am Ende des Onlinekurses.

Genauso schlimm ist es auch, das eigene Unternehmen überhaupt nicht zu erwähnen. Es gilt, einen vernünftigen Mittelweg zu finden und das Unternehmen dann zu erwähnen, wenn es gut passt.


Dieser Artikel gehört zu: UPLOAD Magazin 106

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(Illustration: © AlisaRut, depositphotos.com)

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