Im Portrait: MP3-Download-Community akuma

Hinweis: Dies ist ein von trigami vermittelter bezahlter Eintrag. (Mehr Informationen) Das Internet und vor allem das Dateiformat MP3 haben die Musiklandschaft nachhaltig verändert. Die Musikindustrie lässt sich darauf noch immer sehr zögerlich ein. Plattformen wie das neue akuma wollen dabei zeigen, was die Nutzer eigentlich wollen: Musik ohne Kopierschutz, günstige Preise und Funktionen, mit denen man immer wieder neue Musik entdecken kann. Und das birgt Chancen gerade für neue, noch unbekannte Musiker.

Screenshot akuma
Startseite der Download-Community akuma

Während Musikliebhaber nahezu problemlos jeden Titel kostenlos aus dem Internet per Tauschbörse bekommen können, kann sich die Musikindustrie nicht zu einfachen Modellen für den Verkauf in diesem Medium durchringen. Ein langer, innerer Kampf begleitet sie seit Jahren. Die umständlichen ersten Downloadportale waren ein Flop. Die Preise variierten und die Rechte, die der Nutzer hatte, ebenfalls. Dem machte damals Apple mit iTunes ein Ende. Alle Titel gab es zum selben Preis und mit den selben Rechten, die im Vergleich zu früher sehr großzügig waren. Dennoch gängelte auch iTunes den Nutzer mit dem digitalen Rechte-Management (Digital Rights Management, DRM). Das heißt, dass die Nutzung der gekauften Datei beschränkt war und auch heute noch meistens ist.

Erst in diesem Jahr und gut 3 Milliarden verkaufte iTunes-Songs später kann sich die Musikindustrie vorsichtig mit dem Gedanken anfreunden, Stücke “einfach so” in die Hände ihrer Kunden zu geben.

Beim Portal akuma versuchen die Macher nun von Beginn an die Wünsche der Kunden zu erfüllen. Denen gehe es vor allem darum, dass sie die Musik als MP3 bekommen, dass sie keinen Kopierschutz hat und möglichst 50 Cent pro Stück kostet, haben Sascha und Dirk Hottes bei einer Umfrage unter 11.000 Nutzern des Portals netzwelt.de herausgefunden (siehe Interview weiter unten). Den Preis können sie (noch) nicht bieten. Die anderen Punkte aber haben sie erfüllt. Und noch einiges mehr.

Funktionen der Community

Screenshot akuma: Katie Melua - Piece by Piece
Beispiel: Album “Piece by Piece” von Katie Melua. Die Songs lassen sich vorhören, Kommentare abgeben und lesen, weitere Künstler entdecken etc.

So arbeitet akuma beispielsweise mit Last.fm zusammen, um den Nutzern passende Musik zu ihren Vorlieben zu liefern. Dieses System geht somit über das hinaus, was wir alle beispielsweise von Amazon kennen: “Kunden, die diese CD gekauft haben, kauften auch…”

Das Portal akuma möchte eine Community bieten, eine Gemeinschaft von Musikliebhabern. Sie ist die Web-2.0-Variante bisheriger Shops, Stores und Portale. Musik lässt sich per Schlagwort entdecken, per Empfehlung oder einfach beim Herumstöbern. Ich kann kommentieren, bewerten und “taggen”. Und sicher werde ich andere Mitglieder mit ähnlichen Musikinteressen finden. Dazu gibt es Charts, eine Übersicht der Neuheiten und im “Magazin” Empfehlungen und Tipps der Redaktion. Ich denke, da ist an alles gedacht.

Und wer sich mit dem Thema MP3 noch nicht so auskennt, dem werden auch entsprechende Software und MP3-Player vorgestellt.

Nach eigenen Angaben gibt es aktuell über 600.000 MP3s von mehr als 40.000 Künstlern zu entdecken. Songs sind ab 89 Cent, Alben ab 4,49 Euro zu haben. Die Musik lässt sich direkt online vorhören, bevor man sie kauft.

Chance für neue und unbekannte Musiker

Eine große Chance sind solche Portale gerade für neue und noch unbekannte Musiker. Vor allem kleine Labels sind bei akuma dabei. Ihre Musik wird nun auf einer einfach zu bedienenden und komfortablen Seite präsentiert. Während die großen Anbieter jeden Kunden für einen potenziellen Verbrecher halten, der ihnen nur schaden will, gibt es hier eine freundliche Gemeinschaft und ein faires Angebot. Auf diese Weise werden sicher manche die Musik eines Künstlers entdecken, auf den sie sonst gar nicht getroffen wären.

Praxistest

Screenshot akuma: Konto aufladen
Bezahlt wird über ein Guthabenkonto, das per Clickandbuy, PayPal oder Onlineüberweisung aufgefüllt werden kann.

Die Registrierung geht jedenfalls recht schnell vonstatten. Zwar muss man auch Angaben wie die Adresse dabei hinterlassen, aber das muss ich bei Amazon auch. Manchen wird das nicht gefallen, ich selbst bin bei diesen Dingen eher vertrauensvoll ;-)

Wenn ich will, kann ich in meinem Profil auch einiges über sonstige Interessen und Hobbys verraten. Naja, mal sehen. Das wird mir glücklicherweise freigestellt.

Etwas irritierend: Zwar werden mir zu einem Künstler per Last.fm verwandte Künstler angezeigt, die auch verlinkt sind. Gelegentlich lande ich darüber aber auf einer schnöden 404-Fehlerseite. Wie mir Sascha Hottes von akuma auf Anfrage mitteilte, ist das ein Fehler im Skript, dessen Ursache noch gesucht wird.

Sehr cool: Neue Stücke eines Künstlers lassen sich per Feed verfolgen. Als RSS-Fan natürlich eine tolle Sache und sehr webzwonullig.

Der Kauf geht sehr einfach. Allerdings habe ich den Warenkorb erst einmal suchen müssen. Hier hat es der Webdesigner zu gut gemeint mit dem schicken Layout. Im Sinne der Usability und höherer Umsätze sollte der wesentlich prominenter gezeigt werden. Zum Bezahlen muss ich zunächst ein Konto aufladen. 10, 20 oder 50 Euro kann ich hier per Clickandbuy, PayPal oder Onlineüberweisung transferieren. Bei Clickandbuy und PayPal kommen jeweils 50 Cent Gebühr hinzu. Schade, dass hier nicht einfach abgerechnet wird, was ich kaufe. Lastschrift und damit Einzelabrechnung eines Kaufs sei wegen der Betrugsgefahr und der hohen Gebühren derzeit leider nicht möglich, erklärte Sascha Hottes.

Alles in allem ist akuma ein gelungenes Portal. Es macht schon jetzt Spaß, darin herumzustöbern und in die Stücke hineinzuhören, Kommentare zu lesen, ähnliche Künstler zu finden usw. Mit einer wachsenden Community dürfte das künftig noch besser funktionieren. Akuma bietet eine Menge nützlicher Funktionen und alles, was ich persönlich von so einem Portal erwarte. Und es steht erst am Anfang, weitere Features sind angekündigt. Ein Guthaben-Konto für die Bezahlung ist allerdings nicht mein persönlicher Favorit. Diesen Kompromiss gehe ich in diesem Fall ein, weil mich das Angebot überzeugt.

Interview mit Sascha Hottes

Sascha Hottes hat mir einige Fragen zu dem Projekt in einem E-Mail-Interview beantwortet.

Wer steht genau hinter dem Projekt?

Hinter akuma steht die H² media factory GmbH, sprich die beiden Brüder Sascha und Dirk Hottes, die bisher in erster Linie das Technik-Magazin netzwelt.de aufgebaut haben. Siehe auch www.h2-world.net

Wie entstand die Idee zu akuma? Gab es einen bestimmten Anlass oder ein auslösendes Erlebnis?

Die Idee entstand aus etlichen Artikeln für netzwelt, die ich über den Musikmarkt geschrieben habe. Eigentlich ist das MP3-Format, und einzig und allein auf dieses zu setzen, keine Raketen-Technik. Aber einer musste ja mal den Schritt wagen und Zeit und Geld hinten anstellen. Anlass waren viele Beschwerden unzufriedener Nutzer, die sich bei netzwelt.de gemeldet haben. Danach hatten wir knapp 11.000 Leute befragt, was sie wollen. MP3 stand ganz oben auf der Liste, kein Kopierschutz auch, und auch ein niedrigerer Preis von 50 Cent. Zugegeben, den haben wir noch nicht erreicht, aber daran arbeiten wir auch.

Wie hat sich die Idee weiterentwickelt?

In den letzten Monaten/Jahren hat sich viel getan im Internet. Besonders die Themen “Community” und “Video” sind stark gefragt. Deshalb haben wir sowohl ein Musikvideo-Fenster integriert als auch nach und nach Social-Funktionen.

Da bieten wir im Moment Standards an wie Gästebuch, Freundeliste und Nachrichten-Center. In den nächsten Wochen/Monaten wollen wir speziell auf den Musikbereich zugeschnittene Funktionen integrieren.

Welche Hürden waren auf dem Weg bis zum Start zu überwinden? Technische? Inhaltliche? Konzeptionelle?

Technisch war und ist es nicht so einfach, alle Labels bzw. Distributoren unter einen Hut zu bekommen, da jeder die Daten anders anliefert. Mittlerweile geht das aber, auch wenn hier und da noch Fehler im Content sind.

Inhaltlich war es gar nicht so schwer, an die Labels zu kommen und Gespräche über unser Konzept zu führen. Schon lange bevor Apple DRM-freie EMI-Musik angeboten hatte, waren wir z.B. mit dem Major im Gespräch. Der Content wird sicher auch noch kommen in der nächsten Zeit. Ansonsten hatten wir bei vielen kleineren Labels offene Türen eingerannt mit der Idee MP3 ohne Kopierschutz anzubieten und den Indies eine Plattform zu bieten.

Konzeptionell mussten wir stark umschwenken. Eigentlich wollten wir eine MP3-Flatrate anbieten. Das funktioniert aber nicht so ohne weiteres, da die GEMA auf eine Einzel-Song-basierte Abrechnung besteht. Das war ein Rückschlag, hat uns aber nicht umgebracht.

Wo sehen Sie akuma auf dem Markt der Online-Downloadportale heute und in der Zukunft?

Wir sehen uns in einer logischen Folge aus Web-1.0-Shopping-Plattformen und Web-2.0-Communities. Unserer Meinung nach kann man eine Community nutzen, um emotionale Produkte wie Musik an den Mann zu bringen.

Wo sehen Sie die Vorteile und Besonderheiten, mit denen Sie punkten wollen?

Akuma bietet Kopierschutzfreie MP3-Dateien – das ist fair gegenüber den Kunden und sicher unser größter Vorteil. Daneben bieten wir vielfältige und teilweise exklusive Musik von Independent-Labels aus der ganzen Welt. Und letztlich sehen wir natürlich unsere akuma-Gemeinde als Besonderheit gegenüber einer anonymen Käuferschicht bei anderen Portalen.

Wie wird sich der Musikvertrieb im Internet in den kommenden Jahren aus Ihrer Sicht entwickeln?

Ich denke, dass mittelfristig alle Musikdienste auf MP3 setzen werden. Themen wie Musik-Suchmaschinen und -Communities oder Musik-Empfehlung werden an Bedeutung gewinnen.

Können wir irgendwann das Ende des “Digital Rights Managements” feiern?

Ja, den Sekt dafür haben wir schon kalt gestellt.

Werden die Chancen für neue, noch unbekannte Musiker eigentlich eher besser oder schlechter? Verändern Sie sich überhaupt?

Durch Plattformen wie akuma werden neue Künstler besser gefunden und eher gekauft. Das Internet ist ja bekannt für seine Abverkaufsmöglichkeiten im so genannten “Long Tail“. Unserer Meinung nach liegt der Schlüssel im Zugänglichmachen von Musik durch Empfehlungen und einer intelligenten Technik. Dann werden realtiv unbekannte aber gute Künstler gerne gehört und gekauft.

Wird der Musikmarkt für den Konsumenten künftig interessanter oder unübersichtlicher? Besser oder schlechter? Wo sehen Sie die Vor- und Nachteile?

Vorteile bietet das Internet sicher durch die Masse an Daten, die angeboten werden können. Welcher Platten-Laden kann schon 600.000 verschiedene Titel anbieten?

Nachteile sind unübersichtliche Shops. Da müssen intelligente Wege gefunden werden, um Musik ganz individuell an den Mann zu bringen.

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(Coverfoto: © alphaspirit, depositphotos.com)

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4 Gedanken zu „Im Portrait: MP3-Download-Community akuma

  1. Du bist wahrscheinlich der beliebteste Blogger bei Trigami und erfüllst den Leitzahl “kreative Ansätze sind erwünscht…” zu 100% ;)

  2. …versucht mal flatster denn dort ist die Musik WESENTLICH günsteiger zu bekommen – auch ohne DRM oder andre Einschränkungen….

    Gruß
    KLM

Kommentare sind geschlossen.